Hallo,
Und tief betroffen liest du weiter. »Mutzen«? Können Sie mutzen? Ich kann es nicht, oder doch nur selten.
So schreibt Tucholsky in „Jonathan’s Wörterbuch“. Zum Abschluss schreibt er noch:
Ich bin ein alter Hühnerwerter – aber das mutze ich nicht.
Kann mir jemand diesen Begriff „mutzen“ in seiner Bedeutung erklären?
http://www.textlog.de/tucholsky-woerterbuch.html
Franz
Servus,
falls Du das Stücklein von Tucholsky gelesen hast, hast Du dort finden können, daß es sich um einen Fund aus einem Wörterbuch handelt: Ein Wort, das es nicht gibt.
Ich habe selber bei einem Kommilitonen ein Afghanisch-Deutsches Wörterbuch gesehen, in dem diese Art von deutschen Wörtern vorkam. Leider erinnere ich mich nur noch an das allerharmloseste davon, das da lautete „königisch“.
Zur weiterführenden Lektüre empfehle ich die Bindenbrusse-Kolumnen von Magdi Aboul-Khheir:
http://www.kolumnen.de/kolumnen/aboul/aboul-060704.html
Wohl bekomms
MM
Hallo Martin,
das Wörtlein ‚mutzen‘ gibt bzw. gab es aber, sogar in zweierlei Art, als Verb und als Substantiv.
Beste Grüße
=^…^=
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Hiho,
schönen Dank für das Verb. Bei der Gelegenheit hab ich in Bedeutung 2) das geläufige „aufmotzen“ wieder gefunden, das ich nicht für so alt und für irgendwie verballhorntes Rotwelsch gehalten hätte. Wäre interessant, was sich hinter dem analogen „aufbrezeln“ verbirgt…
Das Substantiv scheint mir heute bloß noch zusammengesetzt als „Mutzenmandel“ gebräuchlich - von diesem Substrat habe ich im Lauf der Jahrzehnte auf allerlei Jahrmärkten erkleckliche Mengen verspiesen.
Schöne Grüße
MM
Hallo,
Danke erstmal.
Es gibt scheinbar einige Bedeutungen des Begriffs, die ich zum Teil vermutet habe (Motzen = meckern oder aufmotzen = herausputzen), weil mir bekannt aus eigenem Sprachgebrauch. Verstümmeln eher nicht.
Naja, ich lese Jonathans Wörterbuch noch ein paar Mal und versuche den Sinn der Geschichte für mich zu ergründen. Whisky dürfte entscheidender sein als mutzen.
@ Martin:
Ich gehe schon davon aus, dass Tucholsky dieses Wörterbuch in der Hand hielt. Möglicherweise ist ihm so etwas wie in deinen Link in seiner Zeit auch schon aufgefallen.
Franz
Hallo Martin!
Das Substantiv scheint mir heute bloß noch zusammengesetzt als
„Mutzenmandel“ gebräuchlich
Das wäre aber nur eine der bei Grimm geführten Bedeutungen. Daneben gibt es noch eine andere weibliche (und wie weiblich!).
Weiters führt Grimm noch zwei Maskulina „Mutz“, deren Plural wohl auch „Mutzen“ lautet, sowie ein Adjektiv „mutz“, welches in einigen Genera/Numeri/Kasus ebenfalls zu „mutzen“ gebeugt werden muss.
Liebe Grüße
Immo
Moin Immo,
(und wie weiblich!).
ja, an diese hab ich bei Mutzenmandeln auch immer gedacht, bloß nicht sagen getraut - auch wenn die Aromen durchaus verschieden sind. Bei dem wohl erdachten Namen „Josefine Mutzenbacher“ klingt sie ja auch an.
Aber die übrigen Grimmschen Fundstücke darf man wohl allesamt als ausgestorben ansehen.
Schöne Grüße
MM
Hallo,
Das wäre aber nur eine der bei Grimm geführten Bedeutungen.
Daneben gibt es
noch eine andere weibliche (und wie weiblich!).
Nun, diese Josefine führte ihren Namen nicht umsonst!
Gruß
Elke
Hallo,
Bei dem wohl erdachten Namen „Josefine
Mutzenbacher“ klingt sie ja auch an.
Zu spät gesehen, wegen dem Link lass ich meinen Artikel mal stehen.
Gruß
Elke