Myanmar und überhaupt…
Hallo Andreas, huhu…,
nein, nein, ich leg mich jetzt nicht mit Dir an, hast ja noch viiiiiiiiiel gut bei mir (das Teil ist zwar noch nicht eingetroffen, aber ich warte geduldig:wink:)
Ich hab mir mal überlegt, warum es so verpöhnt ist nach Burma zu reisen (vor meiner Reise Ende letzten Jahres haben mich zig Leute deswegen angemacht), aber Gott und die Welt fährt nach Singapur und China wie’s gerade lustig ist. Tja, S. und C. sind wichtig für uns, B. ist’s vor allem für die großen Drogengeschäfte (nein, nicht das Zeug auf den Feldern - dachte ich früher mal, das Zeug aus den Labors). Also rein wirtschaftliche Interessen… Wer’s Geld hat, hat die Macht - leider.
Davon abgesehen, ich hab in Singapur jemand kennengelernt, der einen unfreiwilligen Gefängnisvergleich in beiden Ländern gemacht hat (über Jahre, sehr zuverlässige Quelle): Ergebnis Singapur ist schlimmer.
Als ich mit großem Vergnügen Myanmar bereist habe, dachte ich, die Menschen dort (die, die nicht das Land verlassen dürfen) haben mehr davon, wenn ich (als Ausländer) mit ihnen Kontakt aufnehme, mit ihnen spreche, ihnen von meinem Land oder Europa oder was auch immer erzähle - zumindest haben sie mir dies alle so vermittelt. Ich hab mir sogar fest vorgenommen, falls ich jemals nochmal Myanmar bereise, mein spärliches burmesisches Vokabular von vielleicht 100 Worten zu erweitern, weil die Leute geradezu begeistert waren, wenn man als Ausländer nur irgendwie versucht hat in ihrer Landessprache mit ihnen zu sprechen. (Klar, ist woanders auch so) Aber was bringt es den Menschen, wenn ich dieses Land aus meinem Gedächtnis streiche? Der Regierung ist’s wurscht, ich hab staatliche Transportmöglichkeiten sowie Hotels gemieden, gegessen hab ich auf der Strasse, auch da haben sie nicht an mir verdient.
Aber weißt Du was, wenn Du mir jetzt sagst, man sollte gar nicht dorthin reisen, wo irgendwie der Verdacht eines menschenverachtendes Regime besteht (also z. B. Myanmar, Singapur, China, Laos, Kambodscha, Syrien, Türkei, Marokko, Tunesien - ja dann landen wir gleich in des Deutschen „liebsten“ Urlaubsgefielden…) - wenn Du dieser Meinung bist, dann geb ich Dir vollkommen recht. Insgesammt gesehen richtet der Tourismus (Pauschal-, Rucksack-, …) wohl mehr Schaden an als das er nützt. Wobei - was machen wir mit einem Land wie Ägypten, das zu einer riesengroßen Prozentzahl (kenn sie nicht, mag nicht lügen) vom Tourismus lebt? Was hatten die für Einbußen während und nach dem Golfkrieg? Ist das fair, dann einfach nicht mehr hinzureisen?
Aber wie gesagt, bist Du dagegen überhaupt „verdächtige“ Länder zu bereisen, quasi aus „Gewissengründen“ und schaffst es Dich daran zu halten - ja, dann bist Du der bessere Mensch. Ich reise zuuu gerne, bin zu neugierig, finde es wahnsinnig spannend andere geographische und kulturelle Bedingungen kennenzulernen - wenn Du darauf verzichten kannst, o. K. ich ziehe meinen Hut vor Dir:wink:))
Da wir gerade dabei sind: wie war’s in Nizza?
Hoffen wir, daß dort kein menschenverachtendes Regime rankommt:wink:)))
Und gleich zu meiner Verteidigung: ich mache in gut 2 Wochen das erste Mal einen ganzen Monat Urlaub in Europa: 4 Wochen Sevilla.
Liebe Grüße,
Christiane