ich wurde um Rat ersucht, bin mir aber nicht sicher, was man in solchen Fällen tut, daher wende ich mich an euch.
Eine liebe Bekannte nimmt seit 3 1/2 Wochen wegen eines dermatologischen Problems Cefuroxim ein, es stehen ihr weitere 2 1/2 Wochen bevor. Gestern entwickelte sie die Symptome einer Vaginalmykose, gegen die sie mit Antimykotika vorgeht (Vaginalzäpfchen und Creme für drei Tage).
Nun fragte sie mich, was sie tun solle, wenn die Antimykotikatherapie beendet und der Pilz hoffentlich weg ist; die Laktobazillen seien ja nun einmal hin.
Einfach weitermachen und hoffen, dass mit vernünftiger Hygiene der Pilz in den nächsten 2 1/2 Wochen (und bis es wieder ein physiologisches Milieu gibt) nicht wiederkehrt?
Prophylaktisch weiterhin die Vaginalcreme benutzen?
Eine Milchsäurekur?
Etwas ganz anderes?
Ich danke euch vorab für eure Zeit, die ihr ins Lesen des Artikels investiert habt, und hoffe auf hilfreiche Antworten.
Eine liebe Bekannte nimmt seit 3 1/2 Wochen wegen eines
dermatologischen Problems Cefuroxim ein, es stehen ihr weitere
2 1/2 Wochen bevor.
Die Art und Schwere des dermatologischen Problems kann ich nicht beurteilen, darüber weiß ihr Arzt am besten Bescheid.
Gestern entwickelte sie die Symptome einer
Vaginalmykose, gegen die sie mit Antimykotika vorgeht
(Vaginalzäpfchen und Creme für drei Tage).
Dringend Rücksprache mit dem Arzt über Erfolgsaussichten und Notwendigkeit der langen Cefuroxim-Therapie halten, sofern denn tatsächlich bereits jetzt eine Pilzinfektion droht oder auftritt. Keine Eigenmedikamentation (dein Text klingt danach)! Die Pilzinfektion und Art sollte erst gesichert sein.
Aufkeimende Pilzinfektionen im Zusammenhang mit Antibiotika, relativ häufig übrigens, können sich nicht nur auf den Vaginalbereich beschränken. Abklären lassen, ob sich z.B. im Magen-Darm-Bereich oder auf der Haut ebenso Probleme ankündigen.
Nun fragte sie mich, was sie tun solle, wenn die
Antimykotikatherapie beendet und der Pilz hoffentlich weg ist;
Das kann sie nur mit ihrem Arzt besprechen. Weitere 2 1/2 Wochen Cefuroxim bei den jetzt auftretenden Infektionen sind überdenkenswert. Es können hier langfristige Probleme entstehen, so dass man abwägen sollte.
Vaginalmykosen sind unter Antibiotikagabe (da reichen durchaus auch schon nur 10 Tage AB-Einnahme bei ner Angina o.Ä.) sehr häufig und kein Grund zur Panik(mache).
Ich gehe bei meiner Antwort davon aus, dass deine Bekannte bis auf das Hautproblem (und den Pilz) gesund ist, keine chronischen Erkrankungen oder HIV/Hep hat --> sonst sähe die Sache anders aus.
Generell sind in solchen Fällen die 7-10 Tage reichenden Antimykotika besser -eben weil man sie länger nimmt.
Nun hat sie aber eben die für drei Tage, die nimmt sie fertig. Creme ist meist etwas über, auch fertig benutzen.
Wichtig ist Hygiene, also Unterwäsche/Handtücher/Waschlappen am besten kochen/ mind. 60° waschen, keine „Kunststoff“ Unterwäsche, auch nach der Behandlung.
Wichtig ist auch, beim Waschen nur klares Wasser damit das „Intim-Klima“ nicht noch weiter durch Seife(Duschbad etc. gestört wird.
Milchsäure ist sehr gut -in dem Fall aber bitte nicht mit Joghurttampons oder so.
In der Apotheke gibt es Milchsäuretabletten. Kosten unter 10 €, sind 10 Tabletten drin, Name ist Eubiolac. (Auf die Tabletten bestehen, gibt mittlerweile auch Flüssigzeugs -finde ich aber nicht so wirkungsvoll).
Jeden zweiten Abend im Bett einführen, so lange wie sie die AB noch nimmt, ruhig eine Woche drüber raus.
Nach der dann folgenden Periode am besten Termin beim Frauenarzt, dass der einen Abstrich macht und und unterm Mikroskop schaut wie die Flora aussieht, ob noch Pilze da sind usw.
Ich selbst habe glücklicherweise in der Hinsicht keine Probleme -meine Schwester muss nur das Wort ANTIBIOTIKA hören, hat sie nen Pilz
Vaginalmykosen sind unter Antibiotikagabe (da reichen durchaus
auch schon nur 10 Tage AB-Einnahme bei ner Angina o.Ä.) sehr
häufig
Stimmt.
und kein Grund zur Panik(mache).
Weshalb?
Ich selbst habe glücklicherweise in der Hinsicht keine
Probleme -meine Schwester muss nur das Wort ANTIBIOTIKA hören,
hat sie nen Pilz
Lies einfach mal zu "Standard"einnahmedauer (7-10 Tage. Hier ist die Rede von einem Vielfachen dieser Dauer) und Nebenwirkungen (Pilzerkrankungen werden nicht einmal erwähnt) des Medikaments nach.
Wie kommst du auf deine verniedlichenden Annahmen?
vorab vielen Dank für die ausführlichen Antworten bis hierher an alle Autoren.
Die Pathophysiologie erklärt sich mir eigentlich relativ leicht und die Vagina ist nun mal - leider - eine Prädilektionsstelle für eine Mykose bei einer Antibiose.
Sie hatte im letzten Jahr schon einmal eine Vaginalmykose durch Antibiotika entwickelt. Da hat der Gynäkologe ihr auch „irgendein“ Antimykotikum verschrieben. Da die Rahmenbedingungen ihr vergleichbar schienen und die Symptomatik der Mykose exakt dieselbe war, hat sie diesen Schritt unternommen.
Mir erschien es bisweilen auch nicht so dramatisch. Würden anderweitige Mykosen nicht auffallen im Rahmen einer Klinik?
Würden anderweitige Mykosen nicht auffallen im Rahmen einer Klinik?
Wegen der unterschiedlichen Arten von Mykosen (oberflächlich, subkutan, systemisch) in Verbindung mit den unterschiedlichen Diagnose-Möglichkeiten wird man erst bei länger anhaltenden und offensichtlichen Problemen Untersuchungen in Angriff nehmen. Zudem denkt man beispielsweise bei zahlreichen Erkrankungen wie Sinusitis zuerst an bakterielle Ursachen, es können aber durchaus Pilzinfektionen dahinter stehen (oder Beispiel Sepsis). Das Erkennen von Pilzinfektionen ist relativ schwierig, die Nachweisverfahren haben relativ hohe Unsicherheiten. Ob sich neben einer offensichtlichen, hier Vaginalmykose, parallel andere Mykosen entwickeln, kann man nicht vorhersagen.
Mykosen sind an sich keine Erkrankung im eigentlichen Sinne, sie nutzen meist nur Immunschwächen aus. Häufigere oder länger andauernde Antibiotikaeinnahmen schwächen nun mal das Immunsystem (an einem intakten Immunsystem ist die Darmflora mit 1-2kg Bakterien mehrheitlich beteiligt). Daher stehe ich skeptisch dieser laxen Einstellung zu Antibiotika gegenüber, insbesondere bei Kleinkindern, deren Immunsystem im Aufbau ist, und bei Wiederholungsfällen. Einmal abgesehen von MRSA/ORSA/VRSA, MRSE, ESBL und und und.