Mysteriöser etappenweiser Dauerschnupfen

Hallo,

quasi als letzten Ausweg hoffe ich, daß mir hier jemand den entscheidenden Tipp geben kann, wie ich meinen Schnupfen endlich loswerde, der mich mittlerweile seit 3 1/2 Jahren quält.

Zunächst dachte ich, es sei ein erkältungsbedingter Schnupfen - nur wurde ich ihn bis dato nicht mehr los.

Diverse Pricktests und ein extrem erhöhter IgE-Wert führten zu der Diagnose Hausstaub-Allergie.

Zur „Heilung“ wurde mir eine Desensibilierung empfohlen, die ich aus zeitlichen Gründen ohne jeglichen Erfolg nach einem Jahr abgebrochen habe.

Eine beim Heilpraktiker durchgeführte Akupunktur verlief ebenfalls ergebnislos. Soweit zum Medizinischen.

Meine Logik jedoch stellt die diagnostizierte Allergie absolut in Frage. Wäre ich Allergiker, würde ich ständig Schnupfen haben.

Mein Schnupfen aber tritt etappenweise auf. Manchmal bin ich 4-6 Tage schnupfenfrei, an manchen Tagen kann ich die laufende Nase durch die Einnahme von 1-2 Spalt-Tabletten stoppen.

Die kritischen Tage hingegen sehen so aus, daß ich von jetzt auf gleich Nieß-Attacken bekomme, und dann nimmt das Drama für die nächsten 2-5 Tage seinen Lauf. Schätzungsweise 80 Taschentücher verbrate ich dann täglich…

Vor kurzem war ich so verzweifelt und wütend, daß ich mir innerhalb weniger Stunden 9 Thomapyrin reingeworfen habe, was auch nichts brachte. Ich weiß, daß das völlig unangebracht ist, aber in der Verzweiflung bleibt der Verstand eben außen vor.

Während der Desensibilisierung bekam ich übrigens das Anti-Allergikum Xsusal. Das hat den Schnupfen zwar etwas abgemildert, aber auch während dessen habe ich hin und wieder zusätzlich Spalt-Tabletten eingenommen, die den Schnupfen gänzlich stoppten.

Nur frage ich mich -und an dieser Stelle auch Euch- wie es weitergehen soll. Langfristig befürchte ich natürlich auch Leber-, Magen- und Nierenschädigungen.

Mein „Tagebuch“ brachte auch keinen Aufschluß. Ich habe mehrere Monate dokumentiert, was ich gegessen habe, wo ich war, welche Kleidung ich trug, wie ich geschlafen habe, wie ich mich fühlte etc.

Ich wäre sehr dankbar, schon bald eine Nachricht von Euch zu erhalten. Vielleicht kann mir ja auch jemand einen entsprechenden Arzt / Heilpraktiker oder eine Klinik benennen.

Ich wohne übrigens in Hamburg, würde aber, wenn es denn hilft, zur Behandlung auch sonstwo hinfahren.

Den Standard-Ratschlag der Ärzte habe ich übrigens nicht befolgt: Sowohl zu Hause als auch an meinem Arbeitsplatz gibt es noch Teppiche, und nach wie vor habe ich mein Auto nicht gegen eine Holzkutsche eingetauscht…:smile:

Hallo,

Du armer Wurm, das hört sich aber ganz schön schlimm an :frowning:

Zu den Abwehrmechanismen und IGE Wert hab ich Dir mal diesen Link herausgesucht:
http://www.med4you.at/laborbefunde/lbef_immunglobuli…
Hast Du einen Verlauf über Deinen Wert?

Die Desensibilisierung muss zwingend regelmäßig über mehrere Jahre durchgeführt werden. Du kannst nicht sagen, dass nach einem Jahr die Therapie erfolglos war, weil die Hyposensibilisierung zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht greift, jedenfalls nicht so, dass Du eine deutliche Besserung bemerken würdest. Für seine Gesundheit muss man sich schon die Zeit nehemen die sie braucht.
Chronische Nebenhöhlengeschichten wären ebenfalls möglich.
Wenn ich Du wäre, würde ich im akuten Stadium zu einem anderen HNO gehen und mich nochmal untersuchen lassen…möglicherweise ohne zu erwähnen, dass der IgE Wert schon gemessen wurde.
Also einfach eine weitere Meinung einholen.

Nach dem erhöten Wert zu urteilen liegt die Vermutung einer Allergie schon recht nahe…in Deinem Tagebuch, hast Du da auch das Wetter mit einkalkuliert?
Also Pollenflug, Regnwetter usw?
Gegen was bist Du lt.Pricktest denn alles allergisch (Anzahl + im Pass?)
Wenn es eine Allergie ist, dann müssten die Symptome mit Antihistaminen deutlich besser werden. Die gibts rezeptfrei in der Apo.
Wie zB. Cetirizin:
http://www.medicine-worldwide.de/pharmakologie/arzne…
Fenistil:
http://www.netdoktor.de/medikamente/100002898.htm
Und diverse andere Präparate mit unterschiedlichen Wirkmechanismen:
http://www.aerzte-zeitung.de/docs/2003/05/05/365f161…

Schleimhautverletzungen, oder zu trockene Schleimhäute regen mitunter auch die Schleimproduktion an. Auch tiefsitzende borstige Nasenhaare können einem zur Triefnase verhelfen und Niesanfälle provozieren.

Vielleicht hast Du aber auch von irgendwas „Die Schnauze/Nase voll“? Manchmal finden seelische Beschwerden den Weg einem auch körperlich zu zeigen wo es besser nicht mehr langgeht.

Vielleicht kannst Du damit ja schon was anfangen.

Gruß und gute Besserung
Maja

Hallo Maja,

vielen Dank für Deine Mitteilung. Werde gleich mal in aller Ruhe die Infos zum IgE-Wert lesen.

Bei aller Akribie in der „Tagebuchführung“: Pollen und Wetter habe ich immer außer acht gelassen und werde ab sofort mal darüber Buch führen.

Schön, daß es bei aller Ernsthaftigkeit auch immer etwas zum Schmunzeln gibt: Was Du nicht wissen kannst, ist daß ich extrem „positive“ Erfahrungen mit dem von Dir empfohlenen Cetirizin habe: Am ersten Abend wurde ich nach der Einnahme angenehm müde, am zweiten Abend extrem müde und als ich nach Einnahme der 3. Tablette aus einem komatösen Schlaf erwachte, mußte ich erstmals blindlings ins Bad taumeln, um meine zugekleisterten Augen auszugraben :smile: Mit anderen Worten: Die Tabletten helfen wirklich!

Nochmals vielen Dank und liebe Grüße, Andreas

Hallo.
Als langjähriger Leidensgenosse will ich dir ein paar Denkanstösse geben, die mir auch in den Sinn gekommen sind, oder die ich recherchiert habe.
Es gibt eine Menge allergieauslösende Stoffe, die bei einem Test so nicht erkannt werden, denen wir aber im alltäglichen ausgesetzt sind, ohne es bewusst wahrzunehmen (vergiss das Tagebuch, soviel kann man da gar nicht reinschreiben). Ich habe jahrelang beobachtet, warum und wie lange ich meine Allergien hatte, die sich in Niesanfällen und laufende Nase widerspiegelten. Zuerst sei gesagt, dass ich nahezu gegen alle Gräser, Blüten, Bäume und Pilze , sowie gegen Katzenhaare und Hausstaub allergisch bin. Trotzdem konnte ich in verstaubten Hotelzimmern ohne Probleme übernachten, kann Katzen steicheln. Wobei ja zu beachten ist, dass man bei einer Hausstauballergie nicht gegen den Staub ansich allergisch ist, sondern gegen den Kot der Milbe, die sich dort auffhält, wo genug Nahrung in Form von Hautschuppen vorliegt. Daher meine genauen Beobachtungen, die bei mir zu Niesanfällen führten und führen:
Holzspäne (auf einer Baustelle oder im Innenausbau/Renovierung)
Papierstaub und Druckfarbe (Beim Lesen einer Druckfrischen Zeitung oder eines Buches)
-Wohnungen oder Kleidungsstücke aus Wohnungen, in denen Katzen wohnen(Katzenallergie geht von den abgefallenen Haaren aus).
-Schimmelpilz (kann sehr heimtückisch unsichtbar sein, z.B. hinter Tapeten, oder im Blumentopf usw.)
-Schimmelpilz draussen, gerade im Herbst, wenn das ganze Laub rumliegt und vergammelt, entstehen sehr viele Schimmelpilzsporen, die überall rumfliegen.
-Schimmelpilz und Milben in Turnschuhen oder in Sportklamotten (eklig, ich weiss. Aber gerade wenn man Sportkleidung mal ein paar Tage in der Tasche lässt)
-Schimmelpilz oder Milben in Kleintierkäfigen wie Hamster usw.
-Bestimmte Zimmerpflanzen.
-Parfüm, Aftershave oder andere Duftstoffe, auch im Duschgel. Auch bei dem Partner im Haar usw.
-Lang benutzte Möbel. (Milben)
-Bier oder Sekt. (eventuelle Kreuzallergie)

Du siehst, der Teufel steckt überall, und leider kann man vieles nicht Testen lassen. Da musst du viel Geduld mitbringen und einige Dinge meiden.