schreibt man „mit geringem finanziellem Aufwand“ ODER „mit geringem finanziellen Aufwand“?
Eigentlich war ich mir sicher wie es richtig ist, aber die Word-Rechtschreibhilfe sagt es anders als mein Porf. Und daher bin ich mir nicht mehr sicher. Kann mir bitte jemand helfen?
Vielen Dank schon mal!!
schreibt man „mit geringem finanziellem Aufwand“ ODER „mit
geringem finanziellen Aufwand“?
Du schreibst: „mit geringem Aufwand“ oder „mit finanziellem
Aufwand“ -> „mit geringem finanziellem Aufwand“.
Wieso sollte sich plötzlich der Fall ändern?
früher war deine Lösung mit Sicherheit falsch: beim Dativ Singular wurde das zweite Adjektiv schwach gebeugt.
heute sagt der Duden das Gegenteil: 1.2.1 nach langem, schwerem Leiden / nach langem schweren Leiden
(Deklination mehrerer attributiver Adjektive oder Partizipien): Stehen bei einem Substantiv zwei oder mehrere Adjektive oder Partizipien, dann werden diese in gleicher Weise (parallel) gebeugt: ein breiter, tiefer Graben. Das gilt auch für den von einer Präposition abhängenden Dativ Singular: auf bestem, holzfreiem Papier; nach langem, schwerem Leiden. Auch wenn das unmittelbar vor dem Substantiv stehende Adjektiv mit dem Substantiv einen Gesamtbegriff (eine so genannte Einschließung) bildet und deshalb kein Komma zwischen dieser Fügung und dem zusätzlichen Adjektiv steht, wird parallel gebeugt: bei dunklem bayrischem Bier; auf mit schwarzem Samt bespanntem rundem Tablett; nach anerkanntem internationalem Strafrecht.
Die frühere Regel, dass in diesen Fällen beim Dativ Singular das zweite Adjektiv schwach gebeugt werden müsse (bei dunklem bayrischen Bier) gilt nicht mehr. Im Dativ Singular Maskulinum und Neutrum wird allerdings das zweite Adjektiv gelegentlich schwach gebeugt: eine Flut von weißem elektrischen Licht ergoss sich breit in den Saal (Th. Mann); auf schwarzem hölzernen Sockel (Carossa); mit frischem, roten Gesicht (Döblin); nach schnellem materiellen Erfolg (Mannheimer Morgen).
allerdings: mit der Einschränkung am Schluss sind wir genau so klug wie vorher
allerdings: mit der Einschränkung am Schluss sind wir genau so
klug wie vorher
Nein: Ich habe meinen Schülern bezüglich der Adjektivdeklination bei zweitem Attribut oder nach Artikel auch vor der Rechtschreibreform schon immer beigebracht:
Nach „-em” kommt „-en” …
… einfach, weil man dann keinen Fehler machen kann, weder nach veralteter noch nach „neuer” Rechtschreibung, die ja nun auch wirklich nicht mehr so neu ist!
… einfach, weil man dann keinen Fehler
machen kann, weder nach veralteter noch
nach „neuer” Rechtschreibung, die ja nun auch wirklich nicht
mehr so neu ist!
Wenn Du das besser weisst, was soll ich denn dazu sagen?
„umstritten“ ist relativ. Canoo.net ist eindeutig, Duden zitiert Thomas Mann, der sich nicht mehr darüber freuen kann, und Deine Quelle wartet auf die nächste Reform.
Das macht doch Hoffnung, dass die Sprache weiter leben tut
„umstritten“ ist relativ. Canoo.net ist eindeutig, Duden
zitiert Thomas Mann, der sich nicht mehr darüber freuen kann,
und Deine Quelle wartet auf die nächste Reform.
Das macht doch Hoffnung, dass die Sprache weiter leben tut
Keine Angst, das tut sie: Ich für meinen Teil werde jedenfalls weiterhin dozieren, dass solange kein Komma dazwischen steht, nach „-em” immer „-en” kommt und die Interjektion „gottseidank”, die ich auch als Atheist durchaus auch benutze, werde ich auch zukünftig (übrigens vor wie nach der Rechtschreibreform) selbstverständlich zusammen- und kleinschreiben!
vielen Dank für eure Hilfe! Auch wenn es ein wenig verwirrend war/ist. Scheinbar hat jeder Recht. So kann ich wenigstens nichts falsch machen und komme mit meinem Prof. nicht in Konflikt
Ich für meinen Teil werde jedenfalls
weiterhin dozieren, dass solange kein Komma dazwischen steht,
nach „-em” immer „-en” kommt
Zur Unterstützung dieser Ansicht biete ich ein Zitat aus dieser Antwortfolge, aber etwas weiter oben. Dort wurde ausführlich beschrieben warum und wieso und warum das Ganze nicht mehr gilt (besser: gelten soll): Zitat:
auf schwarzem hölzernen Sockel (Carossa);
So, jetzt ersetze ich das „schwarzem“ mal mit „dem“
auf dem hölzernen Sockel
Und hier wird wohl keiner ernsthaft behaupten wollen, dass es heißen müsste
auf dem hölzerneM Sockel.
Für mich, als sprachwissenschaftlichem Laien, ist es völlig unerheblich, ob ich die genauere Bezeichnung „schwarzem“ oder die (unter Umständen genauso genaue) Bezeichnung „dem“ verwende.
Da halte ich auch durchaus Kritik von Fachleuten aus, die (vielleicht) behaupten, das sei ganz etwas anderes. Für mich ist das Jacke wie Hose, einfach das Gleiche.