Hi,
neulich beim Surfen im www über einen Gründer der die Solarbranche revolutionieren wollte/will: http://www.manager-magazin.de/lifestyle/artikel/0,28…
„(…) Seither war Meyers Weg ein steiniger. Nicht weil er nach zehn Jahren und mit 115 Millionen Euro Wagniskapital an Bord noch immer keinen Cent Gewinn ausweist - das ist für Hochtechnologiegründungen vor allem in der Solarwelt „nicht ungewöhnlich“, sagt Wolfgang Hummel, Direktor des Zentrums für Solarmarktforschung in Berlin, „ein neues Material einzuführen und zu testen ist wie ein Marathonlauf“.(…)“
Drei Fragen:
a) wie kann dieser Mensch ruhig schlafen wenn er seit 10 Jahren keinen Cent Gewinn gemacht hat, aber 110 Mio. Wagniskapital im Rücken hat?
b) was sagen die Investoren denen die 110 Mio gehören hierzu?
c) was ist wenn die Firma es nicht schafft? Sie haftet, je nach Rechtsform der Firma, mit dem eingetragenen Kapital und dann ist der Rest weg? Wie genau funktioniert sowas bei Wagniskapital wenn man erst Geld einsammelt und dann feststellt dass der Businessplan nicht funktioniert?
Danke für ein paar Gedanken hierzu
Gruss
K
Hallo,
b) was sagen die Investoren denen die 110 Mio gehören hierzu?
das kommt darauf an, was man ihnen vorher erzählt hat. Daß man nicht von heute auf morgen große Gewinne mit einer Neugründung erzielt, ist nichts neues und erst recht nicht in der Branche.
c) was ist wenn die Firma es nicht schafft? Sie haftet, je
nach Rechtsform der Firma, mit dem eingetragenen Kapital und
dann ist der Rest weg?
Das Unternehmen haftet mit seinem Vermögen und nicht mit seinem Kapital (das ist Sache der Gesellschafter - also genau die andere Perspektive).
Wie genau funktioniert sowas bei
Wagniskapital wenn man erst Geld einsammelt und dann
feststellt dass der Businessplan nicht funktioniert?
Viel mehr als meckern und das Management austauschen kann man als Kapitalgeber nicht machen.
Gruß
C.
Hallo!
a) wie kann dieser Mensch ruhig schlafen wenn er seit 10
Jahren keinen Cent Gewinn gemacht hat, aber 110 Mio.
Wagniskapital im Rücken hat?
110 Mio. im Rücken können sehr beruhigend wirken. Das ist das Geld von Investoren, nicht von Kreditgebern. Investoren sind beteiligt, gehen also ins unternehmerische Risiko. So finanziert sich das Unternehmen mindestens zum beträchtlichen Teil aus Eigenkapital.
b) was sagen die Investoren denen die 110 Mio gehören hierzu?
Die werden gewusst haben, auf was sie sich einlassen. Natürlich kann vorher niemand wissen, wie sich das Geschäft im Detail entwickeln wird, aber dass man langen Atem braucht, ist ganz sicher vorher klar.
c) was ist wenn die Firma es nicht schafft? Sie haftet, je
nach Rechtsform der Firma, mit dem eingetragenen Kapital und
dann ist der Rest weg? Wie genau funktioniert sowas bei
Wagniskapital wenn man erst Geld einsammelt und dann
feststellt dass der Businessplan nicht funktioniert?
Ob natürliche oder juristische Person, gehaftet wird stets mit allem, was da ist. Ist viel vorhanden, gibt es viel zu verteilen. Ist nichts mehr da, gibts auch nichts zum Verteilen.
Es gibt keine Besonderheiten und läuft wie bei jeder anderen Kapitalgesellschaft. Das eingesetzte Kapital kann durchaus verloren sein. Der Erwartung guter Verzinsung des eingesetzten Kapitals steht ein Risiko gegenüber - wie übrigens überall.
Beteiligungskapital ist Eigenkapital für ein Unternehmen. Das sind keine Verbindlichkeiten. Und wären es Verbindlichkeiten mit persönlicher Haftung des Gründers, schliefe es sich mit Schulden in 3stelliger T€-Höhe deutlich unruhiger als bei Schulden im 3stelligen Mio-Bereich. Den 3stelligen T€-Betrag wollen Gläubiger vom Vollhafter nämlich ernsthaft zurück haben, aber nicht den 3stelligen Mio-Betrag. Falls doch- mehr als pleite geht nicht. Der Betrag ist dann sowas von egal…
Gruß
Wolfgang
Danke euch beiden. Klar, Unterschied zwischen Kredit und Investor. Bei meinem Aktienfond weiss ich ja auch dass ein Risiko da ist und wenn der Manager alles richtig macht aber die Kurse fallen ist das Geld auch weg…
Alles klar jetzt!
Gruss
K