Und ein Sturm der Entrüstung nimmt schonmal Anlauf in der „slavophilen“ Ecke.
Dabei stutzte ich das erstemal bei meinem 1ten Polenbesuch 1984, als ich mir die Worte für 3 und 4 so gut zusammen merken konnte: trzy und czery, gesprochen etwa: tschy´ ( das y wie h ü bsch´) und tschtyry.´ drei´ und vier´ klingen ja noch ziemlich unverdächtig. Lat.: tre(i) - quadro, aber t und d??? Frz. "trois´ und qua_tre´ schon etwas anrüchig-erotischer. Und das d ist weg.
Griechisch: tria - teßera; die vier iss nur etwas mehr.
Ganz stutzig schließig machte mich gestern erst Walde-Hofmann (Latein. etymolg. Wörterbuch) mit:
triquetrus´ = dreieckig´, und: tres´ (ich zitiere etwas länger): "idg: tisr´…korn. ter, tyr (*tedres mit e von „vier“); mkymr. pedeir…dazu auch *quetores, *quetesres „vier“.
Und ein `cuadro´, ist das nicht ein (vierspitziges) Bild?
Wem das spanisch vorkommt: nur zu!
Soweit ich weiß: sanskrit catvara Stamm von „quator“, 4
Und schließlich wird drei - vier´ wieder schlüssiger, über tri - kwator´, wobei das häufig bei 4 auftretende p ja „lallologisch“ mit dem b/w verwandt ist, ähnlich wie das d und das t.
Nachdem ich mit der Idee zum Slawischen 7-8 (siedem - osiem) ausschließlich entrüstete Abwehrreaktionen hier im Forum erregte, traue ich mich gar nicht, einen Zusammenhang zwischen den Worten für 3 und 4 selbst anzudeuten. Es gibt hier ja soviele, die einen Slawen kennen, der schon weiter als bis 3 zählen kann, und auch bereit ist, meine Spekulationen fachkundig von vornherein von der Kralle zu weisen.
5 ist die volle Hand/Faust´ (gr. pugun´[?]), 4 die einhändige volle Kralle. 3 ein weniger/einer ab. Andersrum 9 = ein mehr als 8, daher nove´/neu(n)´.
Und was wäre, wenn aus der Quadriga´ auch eine Quatriga´ würde? Würden denn aus 4 Mächten wieder 3?
Die aufallende lautliche Ähnlichkeit der beiden Paare benachbarter Zahlen 3,4 und 7,8 läßt sich auch mit noch so großem „wissenschaftlichen“ Getöse wohl nicht verdecken.
Ich lege dieses Material hier vor, weil ich immer noch
die Vermutung hege, hier den einen oder anderen kreativen Sprachwissenschaftler mit Phantasie anzutreffen und auch zu begeistern. Da die bestellten Bücher zum Sanskrit und zu den griechischen Relikten in den europäischen Sprachen noch unterwegs sind, werden es wohl, wenn nicht schon von dieser Seite, erst später weitere Erkenntnisse von mir kommen.
Ich verfolge dabei auch verstärkt den repräsentativen Aspekt der Zahlwörter. Mit 3 Fingern hat man den stabilen Druck/Stand. Ein Stuhl mit 4 Beinen ist ja schnell wackelig. Aber wem sage ich das. Die ´Geschichte der latein. Zahlzeichen deutete ich ja schon an. Die Diskussion 7-8 hatte ich wohl in „Fremdsprachen“ geführt.
Je serais très heureux et ultérieurement obligé
d´avoir quelques réponses sympas de votre côté.
Danke für euer Geles (weil, ihr hört ja nix),
Saluti cordiali, moin, manni