Folgender Fall könnte sich so oder ähnlich zugetragen haben:
Eine Familie war am gestrigen Samstag mit einem Auto unterwegs. Sie standen an einer roten Ampel, als ein anderes Fahrzeug der Familie von hinten rammte.
Der Vater fragte kurz nachdem Aufprall seine Kinder (5+7 Jahre), ob alles in Ordnung ist.
Das ältere Kind hatte Schmerzen am Hals und Nacken und Kopf. Der Vater rief sofort die Feuerwehr.
Die Feuerwehr rückte mit einem Gerätewagen und einem Rettungswagen an. ca. 10 Feuerwehrleute plus zwei Polizisten.
Der Sohn wurde von der Feuerwehr aus dem Auto geholt, weil ich nicht wollte, dass er aussteigt, und wurde in den RTW getragen.
Er kam ins Krankenhaus und wurde durchgecheckt. Zur Vorsicht trotzdem Halskrause für ein paar Tag und zu Hause weiter beobachten.
Nun ist es so, dass der Junge nach ersten Gesprächen mit den Eltern nicht mehr Auto fahren möchte.
Was würdet ihr in diesem Fall raten? Soll ich ihm erst einmal noch Zeit geben oder Kinderarzt aufsuchen?
Es ist wichtig, dass er wieder vertauen hat, ins Auto zu steigen…, da der Vater ihn täglich zur Schule fahren muss, um danach zur Arbeit weiter zu fahren.
Nun ist es so, dass der Junge nach ersten Gesprächen mit den
Eltern nicht mehr Auto fahren möchte.
Schätze mal, der Junge ist traumatisiert. Kann man ja auch verstehen. Das war sicherlich ein Schock und er möchte so etwas nie wieder erleben.
Was würdet ihr in diesem Fall raten? Soll ich ihm erst einmal
noch Zeit geben oder Kinderarzt aufsuchen?
Vor allem würd ich mit dem Jungen reden! Er muss das Geschehene verarbeiten, und das geht sicher nicht von alleine.
Wenn er in Gesprächen mit den Eltern nicht das Vertrauen wiedergewinnt, dann sollte man zum Psychologen gehen. Der Kinderarzt ist aber sicher die erst Ansprechperson.
Es ist wichtig, dass er wieder vertauen hat, ins Auto zu
steigen…, da der Vater ihn täglich zur Schule fahren muss,
um danach zur Arbeit weiter zu fahren.
Es ist vor allem wichtig, dass er das traumatische Erlebnis verarbeiten kann, und nicht nur aus pragmatischen Gründen.
bei dem Aufwand - Polizei, Feuerwehr, Krankenhaus, Halskrause - sitzt der Schock beim Kind wohl sehr tief.
Ich war als Kind auch bei einem Auffahrunfall mit meinen Eltern im Auto - Polizei wurde geholt und meine Befindlichkeiten (Hals- und Nackeschmerzen) wurden beobachtet, es wurde wieder besser und die Geschichte war schnell vergessen.
Ihr solltet wohl warten, bis euer Sohn von allein wieder ins Auto steigt. Vor allem immer wenn es die Situation hergibt mit ihm über das erlebte verständnisvoll reden.
So wie ich das verstehe ist es Dir wichtig, dass er wieder ins Auto steigt um in die Schule zu kommen - Vorschlag von mir: Zur Schule laufen oder mit dem Rad fahren - wenn es nicht gerade 5 km und mehr zur Schule sind. Das tut Dir gut (frische Luft macht gute Laune am Morgen) und Dein Sohn findet es entweder gut oder er sitzt schnell wieder im Auto (fände ich schade, denn auf dem Schulweg „ausgetobte“ Kinder sind wesentlich konzentrierter in der Schule).
Gib ihm Zeit! Wir hatten auch mal einen ähnlichen Unfall mit Schleuder-Trauma. Mein Freund, dessen Wagen dabei geschrottet wurde, hat sich auch einige Monate geweigert, wieder selbst Auto zu fahren, obwohl er an dem Unfall keine Schuld hatte (wir standen am Stauende). Ich habe ihm zwar angeboten, sich mein Auto zu leihen, aber fast immer lehnte er ab.
Einige Monate später ging es dann wieder. Sein neues Auto fuhr er allerdings wie ein Rentner. Erst nach 2 Jahren fing er wieder an, zu fahren wie vor dem Unfall.
Ich denke, ihr habt auch mit der Feuerwehr, dem Krankenwagen und der Halskrause überreagiert. So etwas kann für ein Kind traumatisch sein und eine Halskrause soll eigentlich in solchen Fällen gar nicht besonders hilfreich sein. Ohne kommt man besser klar. Wir hatten den Vergleich. Mein Freund mit Halskrause hatte länger Probleme als ich ohne.
Also, lasst das Kind zur Ruhe kommen, lasst es mit dem Auto in Ruhe, solange bis es selbst wieder mitfahren will. Der Unfall war nicht seine Schuld - also quält es nicht weiter und lasst es selbst entscheiden, wann und wo es wieder mal mitfahren möchte.
Mein Freund ist damals - zu meiner großen Verwunderung - oft mit dem Bus gefahren. Als ob Busse sicherer wären! Aber es geht hierbei nicht unbedigt um rationale Entscheidungen, sondern um Gefühle.
Hallo!
Ja, gebt dem Kind die Möglichkeit durch Gespräche zu verarbeiten, was da passiert ist und um dem Schock und die dadurch bedingte Angst leichter zu überwinden könnt Ihr ihm auch Bachblüten, z.b. Notfall-Tropen (Rescue-Remedy) sowie Mimulus anbieten oder alternativ das homöopathische Mittel Aconitum (z.B. 1x2 globuli C30 und dann erst wieder bei akutem Angst-Anfall)
Schönen Gruß
Sandy
Ich denke, ihr habt auch mit der Feuerwehr, dem Krankenwagen
und der Halskrause überreagiert.
Ich möchte die Eltern sehen, die nach einem Autounfall für Ihr Kind keinen Krankenwagen rufen würden, wenn es Schmerzen hätte - vor allem an wichtigen Körperteilen wie Kopf, Hals und Nacken.
bei dem Aufwand - Polizei, Feuerwehr, Krankenhaus, Halskrause
sitzt der Schock beim Kind wohl sehr tief.
Yep, kann schon sein, dass der Aufwand groß war. Aber auch für die Eltern war dies der erste Unfall mit Ihren Kindern. Dennoch würde man immer wieder die Feuerwehr rufen, wenn es angemessen ist. Und die Entscheidung war auch richtig so.
Ich staune, dass darüber hier überhaupt diskutiert wird.
Ich habe mich vor dem Unfall mit dem Thema Schleudertrauma nicht beschäftigt, jetzt dafür umso mehr. Auch durch Gespräche mit Ärzten kam heraus, dass man soetwas nicht auf die leichte Schulter nehmen sollte.
Denn Folgeschäden durch HWS sind nicht abschätzbar und auch die akuten Schäden können immens sein - angefangen von leichten Schmerzen bishin u.a. zu Wirbelverschiebungen.
Ich war als Kind auch bei einem Auffahrunfall mit meinen
Eltern im Auto - Polizei wurde geholt und meine
Befindlichkeiten (Hals- und Nackeschmerzen) wurden beobachtet,
es wurde wieder besser und die Geschichte war schnell
vergessen.
Das finde ich einfach fahrlässig, aber vllt. bzw. anscheinend ist es bei Dir ja gut gegangen.
Vor allem immer wenn es die Situation hergibt mit
ihm über das erlebte verständnisvoll reden.
Ja, dass wird mittlerweile schon getan - danke dennoch für den Tipp.
So wie ich das verstehe ist es Dir wichtig, dass er wieder ins
Auto steigt um in die Schule zu kommen.
Ich habe mich beim erstellen des Themas ungünstig ausgedrückt. Die Genesung des Jungen steht definitiv im Vordergrund.
Zur Schule gehts auch anders… das bekommen wir in den Griff.
Der Weg zur Schule wurde natürlich anders organisiert und steht auch nicht im Vordergrund - wichtig ist die psychische und physische Genesung des Jungen.
Ich denke, ihr habt auch mit der Feuerwehr, dem Krankenwagen
und der Halskrause überreagiert. So etwas kann für ein Kind
traumatisch sein und eine Halskrause soll eigentlich in
solchen Fällen gar nicht besonders hilfreich sein.
Ach klar, die Halskrause war traumatisch, nicht der Unfall!
Hä?
Ich glaube, das kannst du nicht beurteilen, nur weil du selbst mal einen Unfall erlebt hast. Wenn ein Kind im Spiel ist, kann man nicht vorsichtig genug sein.