Nach Bachelor noch Master?

Hallo!

In zwei Monaten beende ich mein Studium zum Bachelor im Bereich Lebensmitteltechnologie.
Jetzt überlege ich, ob ich anschließend noch weiter studieren soll zum Master oder ob mir der Master letztendlich nicht viel bringen wird und ich lieber arbeiten sollte.
Vllt. weiß jemand von Euch, wie der Bachelor überhaupt von der Industrie angesehen wird.

Vor dem Bachelor habe ich bereits eine Ausbildung und eine Weiterbildung zum Techniker gemacht. Zwischen Ausbildung und Technikerschule habe ich bereits 3 Jahre gearbeitet.
Ich wäre mit 29 mit dem Master fertig. Bin also schon 27.

Vllt. kann mir jemand ein paar Tipps geben…

Danke und viele Grüße
Carsten

Hi,

aus dem Bauch heraus: Bachelor und Master sind beides wahnsinnig neue Abschlüsse. All diejenigen, die damit beschäftigt sind, Leute einzustellen, sehen in einem Bachelor nichts weiter als ein Vordiplom. Wenn du also einen Job haben willst, der deinen Vorstellungen von einem Uniabschluss entspricht, setz den Master drauf.

Die Franzi

Hallo Carsten,

in D ist mir in unserer Firma noch kein Bachelor über den Weg gelaufen. In anderen Ländern schon, dort haben sie in etwa die Arbeit gemacht, die hier Laboranten oder bestenfalls Techniker machen.
Warum dann studieren ?!

Nun gibt es in kaum einem Land ein System wie unsere Duale Berufausbildung, aber viele Personaler werden wohl noch einige Zeit brauchen, B. und M. halbwegs realistisch einzuschätzen.

Gandalf

Hallo,

der Bachelor ist in Deutschland nix anderes als ein Staatlich zertifizierter Studenabbruch. Zumindest wird das so gesehen. Von einigen Firmen/Betrieben/Institutionen weiß ich, dass auf der Bewerberliste zunächst mal die Dipl. dran kommen. Dann kommt laaaaaange nix, dann die Master und ganz unten die Bachelors…
Solange es noch Leute gibt, die das Glück hatten, ihr Studium vor Umsetzung dieser fürchterlichen Hochschulreform abschließen zu können wird die Nachfrage nach Bachelor relativ gering bleiben… Schließlich gibts in Deutschland ja traditionell garkeine Nachfrage nach einem solchen Abschluss… Da steht nur die Wirtschaft hintendran mit ihrem Drang nach verkürzten Ausbildungszeiten. Und unsere großartige EU und die weitsichtigem Politker hecheln dem natürlich hinterher und erzählen dann auch noch so offensichtliche Lügen von wegen der Bolognaprozeß sei ein voller Erfolg.
sry aber ich steck auch grad mitten im Bachelor…

Langer Rede kurzer Sinn:
Also an deiner Stelle würd ich, da du eh grad am Studieren bist, mitnehmen was geht. Schaden kanns nix.

Wenn du nämlich nachm Bachelor in den Beruf gehst und dann nach ein paar Jahren den Master nachmachen willst… das könnte problematisch werden:

  1. Viele Leute finden sich mit der Uni nichtmehr zurecht nachdem sie mal gearbeitet haben
  2. Wer finanzierts? Ein Arbeitgeber, der einen Bachelor will, ist nicht daran interessiert ein Masterstudium zu finanzieren und eine Stelle 2 Jahre lang vakant zu halten… das lohnt sich nicht.

hoffe keine Falschinformationen verbreitet zu haben.

gruß

betasator

Hi,

konnte dir leider nur einen Stern geben. hier sind noch ein paar ***********************************************************

Ich unterrichte an einer Beruflichen Oberschule, bei uns ist das Gros der zukünftigen Ingenieure. So lange sind die letzten Diplomabschlüsse noch nicht her, und ich erinnere mich gut, wie von den damaligen Absolventen berichtet wurde, dass sie darum bettelten, noch das Diplom machen zu dürfen. Die halbwegs informierten unter unseren Schülern wissen auch ganz genau, das man in den USA mit einem deutschen Diplom mit Handkuss genommen wird.

Die Franzi

So einfach geht es nicht im Ausland. Auch dort ist die Berufsanerkennung für reglementierte Berufe notwendig. Eine Bekannte hat da mit ihrem FH-Diplom schon Probleme, da es nichtmal als Bachelor angesehen wurde. Auch bei anderen ist es so ähnlich gewesen.

2 „Gefällt mir“

Hi,

ich wollte hier keinen Automatismus beschreiben, sondern nur aussagen, dass Leute im Ausland, die sich halbwegs auskennen, sehr wohl wissen, was sie von einem Diplom im Vergleich mit einem Master / Bachelor zu halten haben. Das vereinfacht zwar nicht den Zugang zu Universitäten, aber doch sicher im einen oder anderen Fall die Bewerbung bei einer Firma.

Die Franzi

Grüß Dich.

Die halbwegs informierten unter unseren Schülern wissen auch ganz :genau, das man in den USA mit einem deutschen Diplom mit Handkuss :genommen wird.

Das ist Unsinn und gehört in das Reich der Legenden!

Das Diplom ist in den USA so gut wie nicht bekannt; wer als Ingenieur dort nicht in US-amerikanischen Standorten deutscher Großkonzerne aufschlägt, muß die Gleichwertigkeit zu einem Bachelor oder Master nachweisen lassen bzw. ein Anerkennungsverfahren durchführen.

Eine sehr gute Approximation:

FH-Diplom —> B.Eng, BSc (Bachelor)

Univ-Diplom —> M.Eng, MSc (Master)

Was seit einigen Jahren auch zu beobachten ist:
Es gibt durchaus Amerikaner, die der Ansicht sind, daß das Diplom keinen besonderen Wert hat und generell einem Bachelor entspricht, da die Diplomarbeit ein besseres Semesterprojekt sei und in den Staaten für einen Master mehr gemacht werden müsse. Der Doktoringenieur sei dem PhD.Eng ebenfalls unterlegen.

Das kann man halten, wie ein Dachdecker.

Tschüß

2 „Gefällt mir“

Wie schon unten beschrieben, ist die Berufsanerkennung als Professional Enginner Bedingung, um bessere Jobs mit mehr Verantwortung und Gehalt zu bekommen. Auch einer mit Diplom muß da durch.

Grüß Dich.

Den PE zu kriegen, ist nicht einfach. :wink:
Zunächst muß das EIT absolviert werden, was einer Prüfung gleichkommt, die in einem Ruck aus allen Grundlagenfächern leichtes-schweres Wissen zum Wissenstand am Ende des Vordiploms abfragt.

Für den PE erfolgt dann eine weitere Prüfung, die an mehrere Jahre Berufserfahrung geknüpft ist und im wesentlichen die EIT-ähnliche Hauruckaktion für Wissen des Hauptstudiums abdeckt.

Mein Eindruck von den Tests war: Wer halbwegs ordentlich an einer der herausragenden Technischen Hochschulen studiert hat (Dresden, Ilmenau, Chemnitz, Braunschweig usw.) hat keine ernsthaften Probleme. Ja, es ist sozusagen eine konzentrierte Vordiplomprüfung bzw. eine konzentrierte Diplomprüfung, aber wer vorher den Stoff mit ingenieurwürdigen Mitteln und einem Minimum an Fleiß wiederholt, der kommt gut durch. :smile:

Und dann hat man den PE in der Regel nur für den Bundesstaat, in dem man die Prüfung abgelegt hat. Einige Bundesstaaten haben da wohl Kooperationen, bspw. mein ich mich zu erinnern, daß ein PE in New Jersey in Pennsylvania anerkannt wird und umgekehrt. Das sind aber relativ lokale Phänomene.

Den PE klemmen sich deshalb die meisten Ingenieure da; und nicht wenige fallen ein-, zwei-, dreimal durch.

Ich wollte eigentlich bloß ausdrücken, daß die junge Deutsche sich bitte nicht wie Graf Koks aufführen sollen. Für ein Diplom rollt einem keiner in den USA den Roten Teppich aus und auch mit einem Univ-Diplom kann es ein harter Kampf werden, den gerechtfertigten Master anerkannt zu bekommen.

Es schadet zumindest nicht, die Abiturstufe zu erwähnen und entsprechende Dokumente bereitzuhalten, da das Reifezeugnis mit guter Näherung als das 1. Studienjahr higher education gelten kann. Und diese 30-40 Leistungspunkte können den Unterschied zwischen Bachelor und Master machen…

Viele liebe Grüße :smile:

Grüß Dich.

Den PE zu kriegen, ist nicht einfach. :wink:

Hallo DDR-Bildungsbürger. Der PE ist wirklich ein Hammer. Meist wird direkt nach dem Bachelor die Prüfung zum EIT abgelegt und nach einigen Jahren Berufspraxis die zum PE. Wer da durchkommt, hat diverse Vorteile im Berufsleben (Verantwortung, Gehalt, Ansehen etc). Wahrscheinlich kommt es hier auch noch so.

Es schadet zumindest nicht, die Abiturstufe zu erwähnen und
entsprechende Dokumente bereitzuhalten, da das Reifezeugnis
mit guter Näherung als das 1. Studienjahr higher education
gelten kann. Und diese 30-40 Leistungspunkte können den
Unterschied zwischen Bachelor und Master machen…

Es gibt beim Bachelor schon einen allgemeinbildenden Teil. Nur betrifft es nicht Naturwissenschaften und Ingenieurwesen, d.h. dort geht es gleich zum Thema los. Das hat auch jemand aus Nordamerika berichtet. Also ist u.a. bei deinen geliebten Geisteswissenschaften am Anfang viel Allgemeines.

Hi,

du hast schon bemerkt, dass ich von leuten sprach, die das deutsche Bildungssystem kennen? Sowas soll es selbst in den USA geben. Das ist nichts flächendeckendes, das weiß ich.
Und bei den US-Abschlüssen ist es so, dass man extrem gucken muss, von welcher Uni etc der Kandidat kommt, weil die sich so extrem unterscheiden, dass das ein Deutscher sich in seinen wildesten Träumen nicht vorstellen kann. Aber wir werden das auch bald lernen, wenn unsere Unis mehr von Studiengebühren abhängen und den Unis mit wenig attraktiven Standorten (Möglichkeiten zum Ausgehen, Verkehrsanbindung… so Dinge mit grooooßem Einfluss auf die Qualität der Lehre) kaum noch Geld haben und dort die Lehre dann wirklich schlecht wird…
Aber es wird ja besser :smile::smile::smile::smile::smile::smile:

Die Franzi