Nach dem Abi: Studium oder Ausbildung?

Hallo zusammen!

Wir, Sohn und Eltern, überlegen schonmal wie die Zukunft aussehen könnte…

Mit Abitur 2007 NRW gehört unser Sohn zu den ersten mit Zentralabi in NRW, und er hat zwar Ideen zu einem Beruf, weiß aber nicht wirklich wie das in der Realität umzusetzen ist.

Seine Begabungen liegen eindeutig im sprachlichen Bereich.
(LKs in Deutsch und Englisch) Latinum hat er in der Tasche, Spanisch macht er bis zum Abi weiter. In allen sprachlichen Fächern steht er zwischen 1 und 2, das schon jahrelang.
Weiterhin interessieren ihn Politik, Sozialwissenschaften, Pädagogik und Philosophie. Bis auf Politik hat er auch diese Fächer belegt.

Aaaaaaaaaber.

Er ist ADS-ler und hat nach wie vor Probleme mit der Selbstorganisation.
Hier, im häuslichen Rahmen ist es soweit okay, aber er verdrömmelt immer wieder Termine und Aufgaben, findet Zettel nicht wieder, vergisst Details.
Dank eines tollen Freundeskreises hat er allerdings immer Leute, die er fragen kann, und die das nicht krumm nehmen.
Insofern hat er schon eigene Mechanismen entwickelt, mit seinem Handicap umzugehen.

Nun würde ich gerne wissen, wozu würdet Ihr einem jungen Menschen nun beruflich raten?

Er ist auch einer Ausbildung vor einem Studium nicht abgeneigt, hat aber auch keine Idee in welchem Bereich.
Bundeswehr/Zivildienst hat sich erledigt, er muss nicht hin.

Danke für Eure Vorschläge,
Angelika

Hallo Angelika,

seine Noten sind ja sehr gut und die Arbeitshaltung scheint auch mehr fleißig als faul zu sein. Gut, an der Selbstorgansiation hapert es, aber trotzdem hat er gute Leistungen.

Falls er gerne lernt und diese Förderung braucht (so scheint es), würde ich ein Studium empfehlen. Ich habe beides gemacht, also zuerst Ausbildung und jetzt studiere ich. Meine Eindrücke aus drei verschiedenen Ausbildungsberufen sind folgende: Langeweile bis leichte Förderung. Für mich ist / war das zu wenig. Ich persönlich brauche die Herausforderung. Auch wenn lernen anstrengend ist, macht mich das glücklich. Vielleicht geht es ihm auch so.
Mit dem normalen Schulstoff habe ich recht wenig anfangen können, aber die fachspezifischen Themen interessieren mich.
Allerdings müsste er bis zum Studium seine Selbstorganisation noch etwas üben. An der Uni bekommt man die organisatorischen Dinge nicht vorgegeben, sondern man muss sich um alles selbst kümmern.

Ich würde mal in die diversen Studiengänge reinschnuppern. Einfach hingehen und an der Vorlesung teilnehmen.
Ebenso helfen Praktika in verschiedenen Betrieben.

Ansonsten hier ein Auszug aus meiner Linkliste zu diesem Thema:

Berufswahl
http://www.machs-richtig.de/machsrichtig2003/framewo…
http://www.karriere.de/psjuka/fn/juka/SH/0/sfn/build…
http://www.studienwahl.de/
http://www.einstieg.com/
http://www.orientiere-dich.de/
http://www.abimagazin.de/
http://www.was-werden.de/04_1/

Berufswahltest
http://www.berufskompass.at/
http://www.machs-richtig.de/machsrichtig2003/framewo…
http://www.ausbildungplus.de/azubis/info_zq/berufswa…

Wo kann ich was studieren?
http://www.hochschulkompass.de/
http://www.fachhochschulen.info/
http://campus-germany.de/german (studieren --> alle Studiengänge)
http://www.studieren.de/

Berufe - Übersichten
http://www.sueddeutsche.de/app/jobkarriere/jobatlas/…
http://berufenet.arbeitsamt.de/
http://www.ausbildungplus.de/

Hallo Tato!

Danke und Sternchen für die tollen Infos.

Habe ich wirklich so geschrieben, als wenn Sohnemann fleißig lernen würde?
Nee, das ist nicht der Fall.
Er ist absoluter Minimalist und hat das große Glück, dass Sprache(n) an ihm klebenbleiben.

Und die Sache mit der Selbstorganisation üben wir eigentlich, seitdem wir wissen dass er ADS hat.
Es war früher schon schlimmer, aber da gab die Schule auch ein recht strenges Gerüst vor.
Jetzt, in der Oberstufe, verdaddelt er häufig seine Zeit und macht - wenn überhaupt - die geforderten Sachen auf den letzten Drücker.

Manchmal ist es uns ein Rätsel, dass er immer noch so gute Noten mitbringt.

Angelika

Also. Die Möglichkeiten sind doch recht vielschichtig.

  1. Möglichkeit in Richtung Ausbildung.
    „EUROschule“; Problem dabei ist nur, daß hier die Akzeptanz je nach Region stark schwankt. Eine Bekannte „erlernt“ (es grenzt mehr an ein Studium) dort Fremdsprachenassistentin (oder sowas) mitsamt einer stark wirtschaftlichen Ausbildung. Die Sprachausbildung umfaßt auch linguistische Themen und Litheraturästetik (= den Epochen zugrundeliegenden philosophischen Weltbildern). Ich kann ihr zwar trotzdem Paroli bieten in einer Fachdiskussion, aber auch nur weil ich mich seit Jahren hobbymäßig mit diesen Themen befasse. Deshalb kann ich auch sagen, daß die Schule, an der sie gelandet ist, sehr gut ausbildet.

Jedoch: Eine ehemalige Klassenkameradin von mir war auch an einer guten EUROschule, zog dann jedoch aus der Lausitz nach Frankfurt am Main und konnte absolut nicht punkten mit ihrer Ausbildung, eildieweil es dort eine EUROschule (in der Nähe ihres Arbeitsumfeldes) gab, die absolut drittklassig und schlecht ausbildetete und somit die EUROschule entsprechend unten durch war.

Eine normale Lehre empfiehlt sich natürlich auch, wenn man sich gut informiert und immer die Aufstiegschancen im Hinterkopf behält.
Da er Abitur erwirbt, ist später ein berufsbegleitendes Studium und die für unsere Generation obligate lebenslange Weiterbildung kein Problem.

Da wo ich herkomme, war es viele Jahrzehnte üblich, daß man erst einen Beruf erlernt und dann studiert, so daß man praktisch ausreichend vorbelastet ist und sein Handwerk schon in Grundzügen versteht.

  1. Möglichkeit in Richtung Studium.

2.1 Berufsakademie ==> BA.

Immer zu empfehlen, wenn das Studium zügig und sehr praxisnah stattfinden soll. Allerdings nicht zuviel Theorie erwarten. Es wird theoretisch nur das absolut Notwendige gezeigt, man ist viel in der „freien Natur“ (Praxis) tätig. Inwiefern es an den BAs sprachliche Richtungen gibt, weiß ich nicht ganz genau, sollte aber durch Information in ERfahrung gebracht werden können. Nachfragen!

2.2 Fachhochschulen ==> FH.

Balanceakt zwischen universitärer und berufsakademischer Ausbildung.
Straffes, durchorganisiertes Studium mit deutlichem Praxisbezug. Nur zu einem geringeren Teil Eigenverantwortlichkeit. Relativ zügiges Studium mit deutlich mehr einschlägiger Theorie als an der BA.
Man bekommt einen vollgeladenen Stundenplan übergestülpt, der allerdings dann bis auf wenige Dinge alles abdeckt = wenig eigenverantwortliche Selbstarbeit zuhause.

Hinweis: Durch den massiven Umbau des Hochschulsektors in Deutschland wird in Zukunft der noch merkbare Unterschied FH - Uni wegfallen, da man an der FH in Zukunft auch nur noch einen BACHELOR oder MASTER erwirbt; ohne Kennzeichnungen wie momentan „Diplomingenieur (FH)“.
Somit wird die Wertigkeit eines FH-Abschlusses erhöht und erbringt automatisch keine gewissen Nachteile mehr.

2.3 Universität

Starke Theorielast, Praxisnähe ist mehrheitlich eigenverantwortlich zu organisieren. Der Stoff ist in vielen Bereichen stark durch Selbststudium nachzubereiten, vorzubereiten und teilweise auch allein zu erwerben. Man hat jedoch die Vorteile, daß man bei entsprechendem Arbeitsaufwand ein wesentliches Theoriegebäude an der Hand hat. Der praktische Bezug wird immer wieder durch intensive Praktika zumindest angedeutet und in Grundzügen gesichtert. Der große Praxisteil kommt zum Ende des Studiums hin mit wissenschaftlichen Arbeiten, Fachsemestern, Auslandssemestern et cetera. Der Stundenplan muß oft selbst zusammengebaut werden, so kann sichergestellt werden, daß man sich nicht überfordert; es öffnet natürlich auch Raum für „Rumhängen“ und Partystudenten. Wie es konkret für Sprachen aussieht, weiß ich nicht, da ich eine Ingenieurwissenschaft und Mathematik studiere.

Hier muß man dann auch noch einschränken, daß generell eine kleine Uni einer großen vorzuziehen ist als Faustformel. Kleine Unis bedienen sich mehrheitlich der Methoden aus der FH: Ein Studenplan wird als Empfehlung ausgegeben, so daß man es in der Regelstudienzeit schaffen kann, wenn man sich an den Plan hält, die Betreuung ist deutlich besser als an großen Unis usw. usw. - man muß eben entscheiden, ob die „Studierbarkeit“ schwerer wiegt als der vermeintliche „internationale Ruf“.
Auf jeden Fall sind überfüllte Hörsäle, verschlampte Scheine, Massenabfertigung, das reine Friß-oder-stirb an kleineren Unis wesentlich seltener und defacto unbekannt. Natürlich gilt auch hier, daß man sich vorher intensiv informieren muß und sich gegebenenfalls verschiedene Universitäten vor Ort anschauen muß.

Soviel als Grundgerüst! Informieren Sie sich RECHTZEITIG, UMFASSEND und GEZIELT! Rufen Sie in den Unis an, schreiben Sie per eMail Studienberater an, tragen Sie Fakten zusammen, …

MfG Robert

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

… Litheraturästetik …

Oh mein Gott. Ich meinte Literaturästhetik. :smile:

Entschuldigung.

@FAQier: diese Linksammlung…
…wäre das nicht ne tolle Ergänzung für die Linkliste/FAQ?

*wink* und Stern für Tato :smile:

Petzi

Berufswahl
http://www.machs-richtig.de/machsrichtig2003/framewo…
http://www.karriere.de/psjuka/fn/juka/SH/0/sfn/build…
http://www.studienwahl.de/
http://www.einstieg.com/
http://www.orientiere-dich.de/
http://www.abimagazin.de/
http://www.was-werden.de/04_1/

Berufswahltest
http://www.berufskompass.at/
http://www.machs-richtig.de/machsrichtig2003/framewo…
http://www.ausbildungplus.de/azubis/info_zq/berufswa…

Wo kann ich was studieren?
http://www.hochschulkompass.de/
http://www.fachhochschulen.info/
http://campus-germany.de/german (studieren --> alle
Studiengänge)
http://www.studieren.de/

Berufe - Übersichten
http://www.sueddeutsche.de/app/jobkarriere/jobatlas/…
http://berufenet.arbeitsamt.de/
http://www.ausbildungplus.de/

Hallo Angelika,

ich studiere Informatik an der Universität und würde deinem Sohn von einem Studium an der Universität eher abraten. Da man sein Studium sehr frei gestalten kann, ist es wichtig, dass man sich sehr gut organisiert und auch sehr motiviert ist. Schließlich achtet keiner darauf, ob man Prüfungen macht, ob man zu den Vorlesungen geht oder ob man Prüfungsanmeldetermine versäumt oder nicht.

Ich würde da eher zu einer Fachhochschule raten. Außerdem gibt es ziemlich interessante „Kombi-Studiengänge“ in Kooperation mit der Wirtschaft, das heißt Studium mit Ausbildung kombiniert.

Auf jeden Fall würde ich mich nach „Schnuppertagen“ an Unis, Fachhochschulen oder großen Konzernen in eurer Nähe erkundigen und rechtzeitig, am Besten jeweils zu Beginn des (Winter-)Semesters mal in Vorlesungen hereinschauen. Am Anfang des Wintersemesters beginnen ja auch immer die Vorlesungen, die Grundlagen behandeln, da hat man es dann mit dem Stoff etwas leichter.

Ich wünsche deinem Sohn viel Glück,

Sandra

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

…wäre das nicht ne tolle Ergänzung für die Linkliste/FAQ?

Ja, ich hatte schon mal einen Auszug gepostet und diesen für die FAQ empfohlen. Darauf ist aber keiner eingegangen.
Ich habe übrigens noch mehr Links zu diesem Thema…

Schau mal:

Berufswahl
http://www.machs-richtig.de/machsrichtig2003/framewo…
http://www.karriere.de/psjuka/fn/juka/SH/0/sfn/build…
http://www.studienwahl.de/
http://www.einstieg.com/
http://www.orientiere-dich.de/
http://www.abimagazin.de/
http://www.was-werden.de/04_1/

Berufswahltest
http://www.berufskompass.at/
http://www.machs-richtig.de/machsrichtig2003/framewo…
http://www.ausbildungplus.de/azubis/info_zq/berufswa…

Wo kann ich was studieren?
http://www.hochschulkompass.de/
http://www.fachhochschulen.info/
http://campus-germany.de/german (studieren --> alle Studiengänge)
http://www.studieren.de/

Berufe - Übersichten
http://www.sueddeutsche.de/app/jobkarriere/jobatlas/…
http://berufenet.arbeitsamt.de/
http://www.ausbildungplus.de/

Studium – Informationen und Foren
http://studis-online.de/
http://www.studis-online.de/Fragen-Brett/ (Forum: Studium)
http://www.studis-online.de/Fragen-Brett/list.php?f=11 (Forum: Karriere)
http://www.uni24.de/
http://www.audimax.de/
http://www.unicum.de/ (mit Forum für Karriere, Beruf und Studium)
http://www.studserv.de/
http://www.studentenpilot.de/
http://www.unimagazin.de/
http://www.studentenseite.de/
http://www.study-board.de/
http://www.uni-protokolle.de/foren/ (Forum für Karriere, Beruf und Studium)

Zentrale Vergabe für einige Studienplätze
http://www.zvs.de/

Studienabbrecher-Forum
http://forum.studienabbrecher.net/

Fernstudium
http://www.markus-jung.de/ (mit Forum)
http://www.studieren-im-netz.de/fmg.htm

Ausbildungs- und Weiterbildungsangebote
http://infobub.arbeitsagentur.de/kurs/index.jsp

BAföG - BAföG-Rechner & BAföG-Forum
http://www.das-neue-bafoeg.de/
http://www.bafoeg-rechner.de/

Wie lerne ich richtig?
http://www.wissen.de/xt/default.do?MENUNAME=PS_L_O_L…

Bewerben
http://www.jova-nova.de/

Deutung von Arbeitszeugnissen
http://www.jobworld.de/artikel/arbeitszeugnis/

Bewerben, Berufswechsel, Neuorientierung
http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3593375524/qid… (ich finde dies ein gelungenes Buch für alle Unentschlossenen - muss man nicht kaufen, kann man sich auch in der nächsten Bücherei ausleihen)

Gehaltsrechner
http://www.karrierefuehrer.de/gehaltsrechner/gehalts…

und Stern für Tato :smile:

Danke!

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Das ist auch kein Wunder…(bez. FAQs)
Hallo,

…wäre das nicht ne tolle Ergänzung für die Linkliste/FAQ?

Ja, ich hatte schon mal einen Auszug gepostet und diesen für
die FAQ empfohlen. Darauf ist aber keiner eingegangen.

durchaus nachvollziehbar, da für dieses Brett kein FAQ-Betreuer (und somit auch keine FAQs) existiert, wie man oben erkennen kann.

Alles weitere siehe FAQ:746

Gruß Alex

Hallo.

…wäre das nicht ne tolle Ergänzung für die Linkliste/FAQ?

Ja, ich hatte schon mal einen Auszug gepostet und diesen für
die FAQ empfohlen. Darauf ist aber keiner eingegangen.

So wie es aussieht ist für dieses Brett keine FAQ vorgesehen, da die Fragen wohl doch zu unterschiedlich sind. Bei FAQ-Betreuern leuchtet nämlich ein zusätzlicher Eintrag in der Aktionsleiste auf. Siehe zum Vergleich http://mitglied.lycos.de/schachspielen/faq_it.png & http://mitglied.lycos.de/schachspielen/faq_uni.png
(frag’ mich aber keiner, warum ich in IT-Sicherheit FAQ-berechtigt bin. Offiziell ‚nur‘ VoIP…)

HTH
mfg M.L.