Also. Die Möglichkeiten sind doch recht vielschichtig.
- Möglichkeit in Richtung Ausbildung.
„EUROschule“; Problem dabei ist nur, daß hier die Akzeptanz je nach Region stark schwankt. Eine Bekannte „erlernt“ (es grenzt mehr an ein Studium) dort Fremdsprachenassistentin (oder sowas) mitsamt einer stark wirtschaftlichen Ausbildung. Die Sprachausbildung umfaßt auch linguistische Themen und Litheraturästetik (= den Epochen zugrundeliegenden philosophischen Weltbildern). Ich kann ihr zwar trotzdem Paroli bieten in einer Fachdiskussion, aber auch nur weil ich mich seit Jahren hobbymäßig mit diesen Themen befasse. Deshalb kann ich auch sagen, daß die Schule, an der sie gelandet ist, sehr gut ausbildet.
Jedoch: Eine ehemalige Klassenkameradin von mir war auch an einer guten EUROschule, zog dann jedoch aus der Lausitz nach Frankfurt am Main und konnte absolut nicht punkten mit ihrer Ausbildung, eildieweil es dort eine EUROschule (in der Nähe ihres Arbeitsumfeldes) gab, die absolut drittklassig und schlecht ausbildetete und somit die EUROschule entsprechend unten durch war.
Eine normale Lehre empfiehlt sich natürlich auch, wenn man sich gut informiert und immer die Aufstiegschancen im Hinterkopf behält.
Da er Abitur erwirbt, ist später ein berufsbegleitendes Studium und die für unsere Generation obligate lebenslange Weiterbildung kein Problem.
Da wo ich herkomme, war es viele Jahrzehnte üblich, daß man erst einen Beruf erlernt und dann studiert, so daß man praktisch ausreichend vorbelastet ist und sein Handwerk schon in Grundzügen versteht.
- Möglichkeit in Richtung Studium.
2.1 Berufsakademie ==> BA.
Immer zu empfehlen, wenn das Studium zügig und sehr praxisnah stattfinden soll. Allerdings nicht zuviel Theorie erwarten. Es wird theoretisch nur das absolut Notwendige gezeigt, man ist viel in der „freien Natur“ (Praxis) tätig. Inwiefern es an den BAs sprachliche Richtungen gibt, weiß ich nicht ganz genau, sollte aber durch Information in ERfahrung gebracht werden können. Nachfragen!
2.2 Fachhochschulen ==> FH.
Balanceakt zwischen universitärer und berufsakademischer Ausbildung.
Straffes, durchorganisiertes Studium mit deutlichem Praxisbezug. Nur zu einem geringeren Teil Eigenverantwortlichkeit. Relativ zügiges Studium mit deutlich mehr einschlägiger Theorie als an der BA.
Man bekommt einen vollgeladenen Stundenplan übergestülpt, der allerdings dann bis auf wenige Dinge alles abdeckt = wenig eigenverantwortliche Selbstarbeit zuhause.
Hinweis: Durch den massiven Umbau des Hochschulsektors in Deutschland wird in Zukunft der noch merkbare Unterschied FH - Uni wegfallen, da man an der FH in Zukunft auch nur noch einen BACHELOR oder MASTER erwirbt; ohne Kennzeichnungen wie momentan „Diplomingenieur (FH)“.
Somit wird die Wertigkeit eines FH-Abschlusses erhöht und erbringt automatisch keine gewissen Nachteile mehr.
2.3 Universität
Starke Theorielast, Praxisnähe ist mehrheitlich eigenverantwortlich zu organisieren. Der Stoff ist in vielen Bereichen stark durch Selbststudium nachzubereiten, vorzubereiten und teilweise auch allein zu erwerben. Man hat jedoch die Vorteile, daß man bei entsprechendem Arbeitsaufwand ein wesentliches Theoriegebäude an der Hand hat. Der praktische Bezug wird immer wieder durch intensive Praktika zumindest angedeutet und in Grundzügen gesichtert. Der große Praxisteil kommt zum Ende des Studiums hin mit wissenschaftlichen Arbeiten, Fachsemestern, Auslandssemestern et cetera. Der Stundenplan muß oft selbst zusammengebaut werden, so kann sichergestellt werden, daß man sich nicht überfordert; es öffnet natürlich auch Raum für „Rumhängen“ und Partystudenten. Wie es konkret für Sprachen aussieht, weiß ich nicht, da ich eine Ingenieurwissenschaft und Mathematik studiere.
Hier muß man dann auch noch einschränken, daß generell eine kleine Uni einer großen vorzuziehen ist als Faustformel. Kleine Unis bedienen sich mehrheitlich der Methoden aus der FH: Ein Studenplan wird als Empfehlung ausgegeben, so daß man es in der Regelstudienzeit schaffen kann, wenn man sich an den Plan hält, die Betreuung ist deutlich besser als an großen Unis usw. usw. - man muß eben entscheiden, ob die „Studierbarkeit“ schwerer wiegt als der vermeintliche „internationale Ruf“.
Auf jeden Fall sind überfüllte Hörsäle, verschlampte Scheine, Massenabfertigung, das reine Friß-oder-stirb an kleineren Unis wesentlich seltener und defacto unbekannt. Natürlich gilt auch hier, daß man sich vorher intensiv informieren muß und sich gegebenenfalls verschiedene Universitäten vor Ort anschauen muß.
Soviel als Grundgerüst! Informieren Sie sich RECHTZEITIG, UMFASSEND und GEZIELT! Rufen Sie in den Unis an, schreiben Sie per eMail Studienberater an, tragen Sie Fakten zusammen, …
MfG Robert
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