Nach der Hochzeit

Hallo, liebes Forum,

ich suche nach einer logischen Erklärung (soweit es sie gibt), viell. aus psychologischer Sicht, warum viele Beziehungen nach der Hochzeit so ganz anders werden, als in den vielen Jahren dieser Beziehungen zuvor.
Womit ist dieses Phänomen zu erklären?
Viell. gibt es dazu Links oder Literatur. Finde im Moment nichts, weiss auch nicht so recht wonach man im Internet suchen sollte.
Wäre nett.

Danke und ein schönes WE.

Hallo Marie,

links oder Literatur dazu kenne ich leider nicht.

Ich habe mir darüber auch schon Gedanken gemacht. Vielleicht kommt man der Frage näher, wenn man sich die Argumentionen „pro Heirat“ überlegt.

Seit nun fast 20 Jahren stehen mein „labsch“ und ich vor der Frage, ob wir heiraten sollten oder nicht.

Ich war schon mal, er nicht.

Er sagt: das Zusammengehörigkeitsgefühl ist anders.
Das sehe ich nicht so.

Eine lebenslange Garantie, dass man mit dem Partner „bis das der Tod und scheidet“ zusammenbleibt, ist es auch nicht. Die Scheidungsraten sprechen dagegen.

Wir werden den Schritt vermutlich irgendwann gehen, allerdings aus rein materiellen Überlegungen (Erbrecht, was aufgrund verschiedener Nationalitäten nicht notariell in „Sack und Tüten“ gebracht werden kann).

Die einzige Literatur, die mir grad im Moment einfällt ist: „Aufstand gegen die Ehe“ von George Berhard Shaw.:wink:

Oje, ich fürchte, das war etwas „off topic“.

Vielleicht liegt es daran, dass viele Paare dann den Alltag leben müssen? Oder ein „Sicherheitsdenken“ im Kopf ist … „rechtlich abgesegnete Partnerschaft“ und man muss sich nicht mehr umeinander bemühen?

Liebe Grüße
usch

,… warum viele Beziehungen nach

der Hochzeit so ganz anders werden, als in den vielen Jahren
dieser Beziehungen zuvor.

Werden sie das denn? Und wie werden sie anders?

fragender Gruß
Maid

Hallo Marie,

viel kann ich dazu nicht sagen, aber vielleicht ein paar Denkanstöße geben.
Einen Tag nach meiner Hochzeit, fast vierzig Jahre her, hat´s mich gepackt!
Oh Gott, habe ich gedacht: „Was hast Du denn jetzt gemacht? Für´s ganze Leben an eine Frau gebunden, immer, morgens, mittags, abends, nachts immer mit einer Person zusammen sein? Das Ende jeder Freiheit?“

Meine Frau hat es damals direkt gemerkt und mich für ein paar Stunden allein gelassen. Was ich ihr heute noch hoch anrechne!
Bin damals im Wald herum gestolpert, hab mich an einen Baum gesetzt und nachgedacht. War auf der Hochzeitsreise.
So bin ich darauf gekommen, dass man ja nicht alles gemeinsam haben muss, dass es im Innersten der Seele, Räume gibt, die man mit niemand teilen kann und auch nicht teilen muss.
Während der Ehe habe ich mir immer wieder Freiräume gesucht und geschaffen, oft auf Kosten von Frau und Kindern, aber eine gewisse Freiheit braucht der Mensch.
Nach der Trennung, jetzt etwa 8 Jahre her, habe ich auch oft gedacht: „Oh Gott, was hast du denn jetzt gemacht!“
Die Person, die die größte Zeit deines Lebens mit dir geteilt hat, ist nicht mehr da, nicht mehr verfügbar, niemand mehr, dem du dein Leid klagen kannst, der zu Hause auf dich wartet!

Aber mit der Zeit wurde ein Gefühl überwältigend: Frei sein! Unabhängig sein! Keiner der ein Recht hat, zu fragen, wann und warum ich woher komme oder gehe!

Ich denke noch oft an meine Ex und öfter ist auch ein Gefühl des Bedauerns dabei. Ich hätte auch oft gern wieder Kontakt zu ihr.
Naja, sie hat einen andern genommen…der schrecklich eifersüchtig ist.

Aber mich eng binden, zusammen wohnen, nein, das möchte ich nie mehr, auch nicht mit irgend einer anderen.

Freiheit ist ein kostbares Gut!
Man sollte es niemals aufs Spiel setzen!

Gruß Nemo.

Hallo Marie!

Eine Erklärung, die ich bislang hierzu gehört habe (dafür jedoch vermehrt), ist die:
Vor der Hochzeit, als Paar, als Liebesbeziehung, ist man ständig um den Partner bemüht. Oftmals, mal mehr, mal weniger stark, ist doch noch der Gedanke, die Befürchtung vorhanden, der Partner könnte einen verlassen.
Man will dem Partner gefallen, imponieren, will ihn halten, will mit ihm zusammen sein und deshalb bemüht man sich, sich von der besten oder zumindest von einer guten Seite zu zeigen.
Ist man dann -endlich- verheiratet und hat man sich geschworen „füreinander da zu sein in guten wie in schlechten Zeiten“, dann muss man sich ja nicht mehr anstrengen. Kann sich dort, wo man sich ständig bemüht hat, doch ein wenig fallen lassen, denn der andere ist einem ja jetzt sicher. (Etwas überspannt formuliert)

Psychologisch ist das vielleicht damit zu erklären, dass der Mensch häufig faul ist, sprich, die Bequemlichkeit des einfachen Weges dem des sich-bemühens vorzieht.

Die bereits genannte Angst davor, nun für alle Tage an einen Partner „gebunden“ zu sein, was man nach der Hochzeit womöglich erst richtig realisiert, könnte ich mir auch als einen wichtigen Faktor vorstellen.

Was mir gerade noch kommt als Idee ist der Gedanke von den Zielen. Dass sich, sobald sie sich erfüllen, neue Ziele folgen müssen, um auf Dauer eine Perspektive zu haben.
Ist mein Ziel zu heiraten und ist dieser dann erfüllt, kann es sein, dass ich vielleicht enttäuscht bin, dass mit dem Erreichen des Zieles keine große Veränderung einherging oder auch, dass ich in ein Loch falle, weil ich gerade gar kein Ziel mehr habe, auf das ich zustrebe.
Bei Paaren, bei denen sich nach der Hochzeit nicht allzu verändert, waren vielleicht andere Ziele da und das Heiraten stand nicht so im Vordergrund.
Aber wie gesagt, reine Theorie aus dem Stehgreif und ohne eigene Erfahrung.

Viele Grüße,
jeanne

,… warum viele Beziehungen nach

der Hochzeit so ganz anders werden, als in den vielen Jahren
dieser Beziehungen zuvor.

Werden sie das denn? Und wie werden sie anders?

Ja, bei vielen Paaren werden sie anders.
Habe gerade eine Scheidung (Bekanntenkreis) nach nur 7 Monaten Ehe und 8 Jahren Beziehung vorher erlebt. Von den Gegebenheiten hat es sich nichts nach der Heirat verändert, also keine räumliche Veränderung oder ähnliches.
„Wir verstehen uns nicht mehr“ sagte mir die Geschiedene.
Und vermutlich geht es vielen nicht anders. Und da ich selber nichts gegen den Trauschein habe, möchte ich das Phänomen nachvollziehen, um dagegen gewappnet zu sein, falls es mal so weit sein sollte. :smile:

fragender Gruß
Maid

Gruß

Hallo Jeanne,
vielen Dank für Deine Antwort. Die Idee mit der Ehe als Ziel leuchtet mir persönlich von allen hier vorgestellten am ehesten ein.
Die beiden anderen Denkanstöße widersprechen sich, aus meiner Sicht.

Ich werde mich mal weiter umhören.

Vielen Dank.

MOD: Vollzitat gelöscht