Hallo Marie,
viel kann ich dazu nicht sagen, aber vielleicht ein paar Denkanstöße geben.
Einen Tag nach meiner Hochzeit, fast vierzig Jahre her, hat´s mich gepackt!
Oh Gott, habe ich gedacht: „Was hast Du denn jetzt gemacht? Für´s ganze Leben an eine Frau gebunden, immer, morgens, mittags, abends, nachts immer mit einer Person zusammen sein? Das Ende jeder Freiheit?“
Meine Frau hat es damals direkt gemerkt und mich für ein paar Stunden allein gelassen. Was ich ihr heute noch hoch anrechne!
Bin damals im Wald herum gestolpert, hab mich an einen Baum gesetzt und nachgedacht. War auf der Hochzeitsreise.
So bin ich darauf gekommen, dass man ja nicht alles gemeinsam haben muss, dass es im Innersten der Seele, Räume gibt, die man mit niemand teilen kann und auch nicht teilen muss.
Während der Ehe habe ich mir immer wieder Freiräume gesucht und geschaffen, oft auf Kosten von Frau und Kindern, aber eine gewisse Freiheit braucht der Mensch.
Nach der Trennung, jetzt etwa 8 Jahre her, habe ich auch oft gedacht: „Oh Gott, was hast du denn jetzt gemacht!“
Die Person, die die größte Zeit deines Lebens mit dir geteilt hat, ist nicht mehr da, nicht mehr verfügbar, niemand mehr, dem du dein Leid klagen kannst, der zu Hause auf dich wartet!
Aber mit der Zeit wurde ein Gefühl überwältigend: Frei sein! Unabhängig sein! Keiner der ein Recht hat, zu fragen, wann und warum ich woher komme oder gehe!
Ich denke noch oft an meine Ex und öfter ist auch ein Gefühl des Bedauerns dabei. Ich hätte auch oft gern wieder Kontakt zu ihr.
Naja, sie hat einen andern genommen…der schrecklich eifersüchtig ist.
Aber mich eng binden, zusammen wohnen, nein, das möchte ich nie mehr, auch nicht mit irgend einer anderen.
Freiheit ist ein kostbares Gut!
Man sollte es niemals aufs Spiel setzen!
Gruß Nemo.