Hallo,
hatte letztes Jahr im Juni´11 eine Tos Op re wegen starken Schmerzen im Unterarm, ausstrahlend bis in kleinen Finger/Ringfinger und starke Muskelatrophie Daumenballen, Hand (kleiner Finger, Ringfinger) und Unterarm.Nach Op war alles okay, bis ich wieder anfing zu arbeiten.
Op wurde am Hals, oberhalb Schlüsselbein durchgeführt.
Seitdem ich arbeite habe ich sehr starke Schmerzen im Op Bereich. War gestern wieder in Kernspint, hat nichts ergeben. Habe eine Cortison-Therapie schon hinter mir und bekomme jetzt als Schmerzmittel Ein Antiepileptikum. Das finde ich schon sehr heftig, aber die helfen mir wenigstens.
Kann mir jemand einen weiteren Rat geben, was ich machen kann/soll, was hat Euch geholfen??!!
Man findet so wenig im Internet dazu.
Vielen Dank für die Antworten, auf die ich warte.
Viele Güsse
Tigram
Hallo,
Schmerzen nach einer solchen OP sind nicht mal so selten (nur solche OPs nicht häufig).
Haben sich die Muskelatrophien an der Hand zurückgebildet? Sie lesen sich wie vorrangige Beschädigung der C8-Fasern.
Vermutlich hast Du Nervenschmerzen und bekommst Gabapentin dagegen. Ich kenne kaum etwas anderes, was gegen Nervenschmerzen gut hilft.
Versuchen kannst Du es mit B-Vitaminen (mal mit Dr. reden, Ampulle Vit. B-Komplex wäre der Versuch). Mal hörte ich von einem Betroffenen (schwere Nervenschmerzen), Teufelskrallen-Präparate hätten ihm geholfen. Um ein solches Präparat zu probieren, würde ich Dir aber raten, einen naturheilkundlich ausgebildeten Arzt aufzusuchen.
Letztlich fände ich es auch sinnvoll, Du wendest Dich an eine ausgewiesene Schmerzklinik. Eher zögerlich würde ich mich auf schwere „richtige“ Schmerzmittel einlassen (weil die u.U. für den Rest Deines Lebens zu Begleitern werden könnten; bei Gabapentin besteht keine solche Gefahr); aber vielleicht gibt es ja hilfreiche physikalisch-therapeutische oder krankengymnastische Anwendungen. Oder neuere Schmerzmittel gegen Nervenschmerzen, von denen ich nichts weiß.
Hattest Du vor der OP auch Schmerzen? Sind diese hier jetzt anders?
Vielleicht auch noch mal zum Neurologen gehen?
Gute Besserung, S.I.
Hallo,
ja, die Muskelatrophien bilden sich langsam zurück in der Hand. Wobei die Ärzte jetzt feststellen, dass diese Atrophie wohl die ganze re OE betrifft, von Hals an. Die Diagnose stelle man ja erst nach fast 18 Jahren. Vor 18 Jahren hatte ich diese ersten starken Schmerzen im Unterarm. Wurde auch auf andere Dinge untersucht (muskelerkrankungen usw, nichts, zum Glück)
Die Schmerzen waren vor der Op vom Ellebogen ausstrahlend in den kleinen - und Ringfinger. Einige Wochen vor Op Schmerzen in Achselbereich. Jetzt sind die Schmerzen innerlich von OP-Bereich (Op wurde an Hals, oberhalb Schlüsselbein Durchgeführt, ca 8 cm Schnitt) bis in den Nacken hinein…
Schmerzmittel nehme ich Carbamazepin, ist das gleich wie Gabapentin??
Habe Cortison Therapie hinter mir auch mit Vitamin B 12- Vielleicht muß man das länger machen??
Habe diese Woche mal wieder MRT machen lassen- kam nichts raus, alles soweit okay.
Bin bei Neurologen in BEhandlung, habe neuen Orthophäden, der viel mit Osteopathie, Kinesiologie, chinesische Akupunktur macht…
Soll jetzt demnächst intensivst mit KG… beginnen in einem speziellen Zentrum bei uns in der Nähe, die auch Sportler fit machen für Europa- und Weltmeisterschaften…
MAl sehen ob mein Arbeitgeber da so mitspielt, soll krank geschrieben werden.
MAn kann aber doch auch nicht mit solchen Schmerzen und Schmerzmittel arbeiten denke ich mir immer, wenn das einer mitbekommt??!
Danke für die Antwort!
VG Tigram
Hallo,
nein, Carbamazepin ist nicht Gabapentin. Ersteres Mittel kann etwas müde machen, übrigens (autofahren). Zweiteres ist ein neueres Mittel, auch Antiepilepticum, wird u.U. erfolgreicher als Carbamazepin bei Nervenschmerzen eingesetzt.
Voraussetzung für die Wirksamkeit gerade bei Nervenschmerzen ist hierbei, daß man ganz langsam einschleicht. Bis man auf die endgültige Dosierung kommt, dauert es Wochen! 3 oder sogar 4. Jede Woche Dosissteigerung. Ich schreibe Dir das, weil es noch nicht allzu weit verbreitet (in dieser Indikation) und die Handhabung darum oft nicht passend ist; geht man rasch auf die Enddosierung, ist sie nicht immer erfolgreich. Frage doch mal Deinen Neuologen nach diesem Mittel.
Ansonsten hört es sich ja ganz gut an, was an Bemühungen stattfindet.
Daß sich Deine Muskelatrophien zurückbilden, ist ein gutes und ermutigendes Zeichen. Vielleicht sind es sogar Deine Schmerzen, so merkwürdig das auch sein mag.
Erst funktionsfähigere Nerven können wieder arbeiten; ihre Arbeit ist, Informationen weiter zu geben: hinzu von Gehirn an Muskel (wonach Deine Muskeln an der Hand lange vergeblich „gerufen“ haben und dadurch zurück gingen), rückzu Empfindungen aller Art ans Gehirn. Und auch die Schmerzempfindung ist angewiesen auf funktionierende Nervenleitung. Womöglich fangen jetzt wieder Schmerzfasern an zu leiten, die es vorher schon gar nicht mehr konnten! Oder es sprießen sogar neue Fasern aus, was sie meist über eine Art „Versuch und Irrtums“-Aktivität tun. Das bringt naturgemäß Unruhe mit sich, auch im Schmerzempfindungsbereich.
Das Risiko dabei wäre eine Verfestigung von Schmerzempfindung-als-Gewohnheit (eine Konsequenz, die sich im Gehirn einstellen kann, „Schmerzschleife“)- das kennen Schmerzkliniken gut und das sollte auch unterbrochen werden, damit es nicht so bleibt. Darum wäre ein Versuch mit Gabapentin auch sinnvoll.
Im übrigen - kümmere Dich weiter, es ist gut, wie es läuft (nach dem, was Du schreibst).
S.I.
Hallo,
vielen Dank für die Info!!
Sie kennen sich aber gut aus im neurologischen Bereich. Sind Sie vom Fach?
Habe die letzetn Tage wieder mehr Schmerzen in kleinem Finger und Hand fühlt sich irgendwie nicht richtig an auch UA. Rufe die Tage mal Neurologen an und dann sehe ich weiter.
Vielen Dank nochmals für den Austausch, hat mir sehr geholfen!!
VG tigram