Nachbar spielt verrueckt

Hallo ihr Kenner der menschlichen Seele

Meine Freundin und ich wohnen in einem normalen mehrstoeckigen
Mietshaus. Unter uns wohnt allein ein Mann von etwa 40 Jahren, der
uns sehr auf die Nerven geht. Er arbeitet auf Montage und ist Gott
sei Dank nur von Freitag Nachmittag bis Sonntag Abend zu Hause, aber
diese Zeit reicht aus, um uns zu terrorisieren. Er ist fast immer
voellig besoffen und wenn wir ihm begegnen, bruellt er die
schlimmsten Schweinereien und droht uns Schlaege an.
Einmal hat er auch schon mein Fahrrad in einem Gebuesch 100 m von
unserem Haus entfernt versteckt. Da bin ich dann morgens zu ihm
runter und habeihn zur Rede gestellt. Er war zu diesem Zeitpunkt nur
leicht angetrunken und halbwegs zugaenglich. Er sagte, dass wir ihm
zu laut trampeln wuerden und er verlangte, dass wir ab 22:00 nur noch
schleichen sollten. Ich antwortete, dass wir uns bemuehen wollten,
worauf er die Hand ausstreckte, um den „Vertrag“ zu besiegeln.

Dann ging es auch tatsaechlich eine Weile gut, aber letztes
Wochenende gingen die Poebeleien und Drohungen wieder von vorne los.
Angeblich wuerden sie ihm schon am Kiosk (Pennertraenke) erzaehlen,
was wir fuer einen Laerm veranstalten. Wahrscheinlich verwechselt er
den Unsinn, den er selbst dort von sich gibt mit dem, was er hoert.

Er selbst haelt sich uebrigens nicht an die Ruhezeiten, sondern hat
manchmal so laut Musik an, dass man sich kaum noch unterhalten kann.

Meine Frage ist nun: Wie soll ich mit diesem Idioten umgehen?
Am liebsten wuerde ich ihn ja in Jauche ersaufen lassen oder mit
einer Axt zerstueckeln, aber das darf man ja nicht. Hat jemand von
euch Erfahrung, welche Strategie bei solchen Leuten besser
funktioniert: Einschuechterung oder Beschwichtigung?
Ich koennte ihm ja drohen, dass wir uns beim Vermieter beschweren
(den ich schon informiert habe) oder ihn bei der Polizei anzeigen,
nur fuerchte ich, dass er, sobald er Post von den Obrigkeiten
bekommt, ganz ausrastet und etwas wirklich Schlimmes tut. Oder ist es
wahrscheinlicher, dass er dann Angst bekommt oder vielleicht sogar
einsichtig wird?

Danke, Tychi

Hallo Tychi
welche Strategie bei solchen Leuten besser

funktioniert: Einschuechterung oder Beschwichtigung?

Meiner Erfahrung nach ist bei solchen Charakteren mit Bschwichtigung nicht allzu viel zu löten. Das ICH dieser Menschen ist dermaßen stumpf, dass sie Beschwichtigung -ähnlich wie sonst im Tierreich- eher als Demutsgeste auffassen und weiter ihre vermeintliche Überlegenheit auskosten.
Ich würde hier die direkte deutliche Konfrontation vorziehen und auf solche seltsamen „Verträge“ ganz verzichten.
Gruß,
Branden

Hi Tychi,

m. E. wird am Ende der Geschichte die Frage stehen: Zieht er aus oder Ihr?

Wenn Du willst, dass er raus kommt, dann wirf´ nicht mit Wattebäuschchen, sondern Butter bei die Fische: Anzeige wegen Ruhestörung, Lärmbelastigung, Bedrohung, Sachbeschädigung usw., usf.

Merke: Holzköpfe ändern ihr Form nicht durch Streicheln - sie müssen bearbeitet werden!

Hallo Gunter

Das wuerde ich auch alles gerne tun, nur habe ich Angst, dass er auf
solche Provokationen voellig masslos reagiert, z.B. mit irgendwelchen
Saufkumpanen bei mir vor der Tuer steht, um mich oder vielleicht
sogar meine Freundin zusammenzuschlagen. Oder dass er in unsere
Wohnung einbricht, oder oder.
Oder kann man davon ausgehen, dass er das nicht tun wird?

Gruss, Tychi

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo

Meine Freundin und ich


Er ist fast immer voellig besoffen und
wenn wir ihm begegnen, bruellt er die
schlimmsten Schweinereien und droht uns Schlaege an.

Dein Spezi ist psychisch „auffällig“ und
selbstwertgestört und Du hast mit Deiner
Freundin die „Funktion“, jemand „unter
ihm“ liegendes darzustellen.

In diesem Universum kann er seinen
Selbstwert steigern (noch dazu mit
dem Trick „Alkohol“), die regelmässigen
„Konfrontationen“ sind von seiner Seite
aus die „Rache“ für Eure Schandtaten,
von welchen die schlimste darin besteht,
dass ihr existiert.

So ist er in dem Widerspruch gefangen,
Euch „bekämpfen“ zu müssen, obwohl er
Euch für diesen Kampf dringend braucht.

Was soll man tun? Ich weiss es nicht.
Er würde das, was er tut, nicht tun
a) wenn er wo anders wohnen würde
(dann hätte sein anderer Nachbar
das „Glück des Kampfbedarfs“)
b) wenn er fürchten müsste, dass
ein Schlechtverhalten sofortige physische
Vernichtung seiner selbst nach sich zieht,
d.h., er sieht Euch nicht mehr „unter sich“.

Nun, welche Optionen hast Du? Kannst Du
a) durchsetzen? Kannst Du b) glaubhaft
demonstrieren? Ich kenne Dich nicht :wink:

Mein Senf.

Grüße

CMБ

Hallo Tychi

Nach allem was Du geschrieben hast, würde ich Dir raten:

  1. Dieser Sache mit einer mutigen Entschlossenheit zu begegnen, was ihn zweifelslos beeindrucken wird und ihn kompromissbereiter macht. Auf diese Art kann sogar eine Feindschaft in eine Freundschaft verwandelt werden.

oder

  1. Du wechselst die Umgebung. Es scheint doch eher ein proletarisches Milljö zu sein. Das heißt natürlich nicht, daß Du dieser Art von Problemen dadurch gänzlich ausweichen kannst, denn es kann auf einer anderen Ebene wiederkommen.

rolf

hallo tychi

es wird dir sicher nicht viel helfen, dir das seelenleben deines nachbarn darzulegen, was du suchst sind ein paar handfeste und für dich umsetzbare tips wenn ich dich richtig verstanden habe.

Ihr beide, der Nachbar und du, ihr passt perfekt zusammen.

Er, siehe auch andere beiträge, sucht seine bestätigung im konflikt mit dir.
du lässt dich auf diesen konflikt ein.

Unter uns wohnt allein ein Mann von etwa 40 Jahren, der
uns sehr auf die Nerven geht.

er ist der stärkere, du der schwächere.

das solltest du ändern indem du dich nicht mehr von ihm beeindrucken läßt, was immer er tut oder sagt, bleib ruhig, sage ihm deutlich was du von ihm erwartest und welche konsequenzen es haben wird wenn er sich nicht daran hält.
das ist nicht einfach aber du kannst dich innerlich darauf vorbereiten, die meisten seiner reaktionen kennst du ja bereits.
sollte er handgreiflich werden wollen- und das scheint deine größte sorge zu sein- sag ihm, dass du darauf nur gewartet hast, dass er dir mal richtig eine scheuert, denn dann hast du endlich einen grund ihn sofort bei der polizei wegen körperverletzung anzuzeigen.
achte bitte dabei aber immer auf den alkoholpegel, ist der zu hoch geh schweigend weiter, deine chance kommt.
wenn du das nicht konsequent durchziehen kannst wird dir nichts anderes übrig bleiben als auszuziehen.

maddin

Hallo,

da er ja nioch arbeitet, muß wohl auch noch ein rest von verstand da sein. Also würde ich davon ausgehen wollen, daß er nicht total ausrastet, wenn ihm die Polizei ins Haus kommt. Wahrscheinlkich wird er eher ganz klein und handzahm werden erst einmal. Gerade Alkoholiker verdecken ja mit Alkohol oft nur ihr eigenes fehlenden Sekbstwertgefühl (deshalb ist er ja stark, wenn er gesoffen hat und legt sich dann mit Dir an).
Im Übrigen - wenn er Dir die Tür einschlägt, dann ist es eigentlich das beste,m was DIr passieren kann. Denn das ist dann Hausfreidensbruch udn eine Straftat - und dann kommt er vor den Kadi. Und wen ihn da nicht zähmt, weiß ich auch nicht, was sonst. Außerdem muß dannd er Vermieter handeln und ihm zumindest mit Rausschmiß ernsthaft drohen.

Gernot Geyer

Hi Tychi,

diese eine Frage, um deren Beantwortung Du herumschleichst, bleibt:

Zieht er aus oder Ihr?

Wenn Du Angst vor dem Typen oder vor der Konfrontation mit ihm, die er ja bereits längst begonnen hat, hast, dann solltest Ihr wegziehen.

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Hallo, Tychi!

Schwieriges Problem, das. Aber eine Frage hätte ich noch dazu:

Ich koennte ihm ja drohen, dass wir uns beim Vermieter
beschweren(den ich schon informiert habe) oder ihn bei der Polizei
anzeigen,

Was hat denn der Vermieter dazu gesagt? Gab es von dieser Seite bereits eine „Verwarnung“ in irgendeiner Form? Denn (und da gebe ich den Vorrednern recht) für mich sieht es so aus, als könnte man da nicht viel machen, außer: Einer von Euch zieht aus. Was sagen denn die anderen Parteien dazu? Sind die nicht auch von Schreiereien, Lärm, etc. betroffen? Ich kann mir fast nicht vorstellen, daß die davon nix mitkriegen. Oder hat er sich dermaßen auf Euch „eingeschossen“, daß Ihr die einzigen seid, die’s abkriegen?

Mir fällt da auf Anhieb echt nur ein: Nochmal mit dem Vermieter reden und dort die Situation klarmachen (kann ja auch nicht in seinem Interesse sein, so nen Hoschi im Haus wohnen zu haben), konkret Position beziehen („Wenn Sie so weitermachen, muß ich Sie anzeigen, da es ja im Guten nicht funktioniert“) und dann auch wirklich konsequent die Polizei hinzuziehen, mal bei anderen Hausbewohnern nachhören. Wenn alles nichts hilft und er sich nicht gibt, müßt Ihr Euch auf die Dauer wohl nach ner anderen Wohnung umsehen…

Viel Erfolg und Grüße,

Smiri

Hallo Smiri

Schwieriges Problem, das. Aber eine Frage hätte ich noch dazu:

Ich koennte ihm ja drohen, dass wir uns beim Vermieter
beschweren(den ich schon informiert habe) oder ihn bei der Polizei
anzeigen,

Was hat denn der Vermieter dazu gesagt? Gab es von dieser
Seite bereits eine „Verwarnung“ in irgendeiner Form?

Ich habe dem Vermieter einen Bericht gegeben ueber die Vorkommnisse
der Tage zuvor. Damit verband ich aber die Bitte, noch keine Mahnung
rauszuschicken, weil wir noch abwarten wollten. Jetzt brauche ich nur
noch anzurufen, um die Mahnung zu aktivieren.

Denn (und
da gebe ich den Vorrednern recht) für mich sieht es so aus,
als könnte man da nicht viel machen, außer: Einer von Euch
zieht aus.

Wir sind ja erst vor ein paar Monaten eingezogen und die Wohnung
gefaellt uns sehr.

Was sagen denn die anderen Parteien dazu? Sind die
nicht auch von Schreiereien, Lärm, etc. betroffen? Ich kann
mir fast nicht vorstellen, daß die davon nix mitkriegen.

Die wissen teilweise auch davon, aber er attackiert nur uns.
Ich habe auch erfahren, dass die Frau, die unsere Wohnung vor uns
bewohnte, seinetwegen ausgezogen ist.

Mir fällt da auf Anhieb echt nur ein: Nochmal mit dem
Vermieter reden und dort die Situation klarmachen (kann ja
auch nicht in seinem Interesse sein, so nen Hoschi im Haus
wohnen zu haben), konkret Position beziehen („Wenn Sie so
weitermachen, muß ich Sie anzeigen, da es ja im Guten nicht
funktioniert“) und dann auch wirklich konsequent die Polizei
hinzuziehen, mal bei anderen Hausbewohnern nachhören.

Ich denke jetzt auch, dass es besser ist, Staerke zu zeigen und auf
Konfrontation zu gehen.

Gruss, Tychi

Hallo, Tychi!

Ich habe dem Vermieter einen Bericht gegeben ueber die
Vorkommnisse
der Tage zuvor. Damit verband ich aber die Bitte, noch keine
Mahnung
rauszuschicken, weil wir noch abwarten wollten. Jetzt brauche
ich nur
noch anzurufen, um die Mahnung zu aktivieren.

Dann wäre es jetzt an der Zeit, besonders, wenn schon jemand seinetwegen ausgezogen ist. Ist doch auch für den Vermieter blöd, wenn er alle paar Monate seinetwegen neue Mieter ins Haus holen muß.

Wir sind ja erst vor ein paar Monaten eingezogen und die
Wohnung
gefaellt uns sehr.

Und genau deswegen solltet Ihr diese Verwarnung aussprechen. Begebt Euch in die stärkere Position, macht ihm klar, daß der Vermieter auf Eurer Seite ist und er am kürzeren Hebel sitzt, sprich: Er kann das mit Euch nicht machen, Ihr werdet nicht ausziehen, er kriegt Stress, wenn er sich nicht benimmt. Und macht ihm auch klar, daß Ihr es im Guten versucht habt und ihn nicht „einfach so“ rausschmeißen wollt, sondern er sich einfach nur zu benehmen braucht, es also an ihm liegt, was passiert.

Ich denke jetzt auch, dass es besser ist, Staerke zu zeigen
und auf
Konfrontation zu gehen.

Genau. Laßt Euch nicht unterbuttern, Ihr seid eindeutig im Recht und sitzt am längeren Hebel. Wenn Ihr richtig Angst habt, vor dem Wochenende und so, dann holt Euch Freunde in die Wohnung, falls er ausrastet, habt Ihr Zeugen und seid in der Überzahl. Ich glaube zwar nicht, daß viel passieren wird, aber sicher ist sicher.
Ich wünsche Dir und Deiner Freundin, daß sich das Problem schnell löst und Ihr ungestört weiterwohnen könnt!
Viel Glück und Grüße,

Smiri

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Hallo,

ganz klar, Maßnahmen ergreifen und sich zur Wehr setzen - mit den offiziellen Mitteln. Ist leider nervenaufreibend, aber es hilft ja nix.

Es gibt da so Bücher über Mietrecht. Da steht schon viel Nützliches drin. Einfach mal im Buchladen stöbern; Dein Problem ist nicht neu.

Erster Schritt: Fortgesetzte Beschwerde bei der Hausverwaltung, Zeugen ausfindig machen, Störungen mitprotokollieren -> Daraus kann eine Abmahnung an ihn folgen. Fortgesetzte Abmahnungen sind ein Grund für Rausschmiß.

Zweiter Schritt: Anwalt einschalten, Anzeige. Die vorher angefertigten Protokolle und Zeugen helfen, und die Beschwerde bei der Hausverwaltung.

Insgesamt ist es unerfreulich, man will ja keinen Streit, aber man hat nicht immer die Wahl.

Gruß
Moriarty

diese Zeit reicht aus, um uns zu terrorisieren. Er ist fast
immer
voellig besoffen und wenn wir ihm begegnen, bruellt er die
schlimmsten Schweinereien und droht uns Schlaege an.
Einmal hat er auch schon mein Fahrrad in einem Gebuesch 100 m
von
unserem Haus entfernt versteckt.

Ich hatte auch mal so einen pöbelnden Nachbarn.
Der hat sich allerdings nicht nur mit meiner Familie, sondern auch mit anderen Nachbarn angelegt.
Ich habe schließlich den Dorfsheriff (Ombutsmann) angerufen und ihn gebeten er soll doch mal für Ordnung sorgen.
Zum Glück wurde diesem Pöbler die Wohnung gekündigt und jetzt ist Ruhe.

Du solltest auf jeden Fall alle Vorfälle schriftlich festhalten.
Auch Zeugen sind wichtig.
Und versuche heraus zu finden ob es noch andere Leidtragende gibt.
Wenn ja, schließt euch zusammen.

RK