Naja. Die Idee, das Problem über den - offenbar nicht einmal
persönlich bekannten - Lehrer anzugehen, streift doch wohl
eher eine andere „Bürgerpflicht“, die von Denunziation nicht
Ich hatte die Begriffsbestimmung ja schon gepostet, zitiere
aber gerne nochmal:
Unter Denunziation versteht man die – häufig anonyme und/oder
öffentliche – Beschuldigung oder Anzeige einer Person oder
Gruppe aus nicht selten niedrigen persönlichen oder oft
politischen Beweggründen , von deren Ergebnis der Denunziant
sich selbst oder den durch ihn vertretenen Interessen einen
Vorteil verspricht.
Kannst Du diese Definition auch nur ansatzweise mit Deiner
Aussage in Einklang bringen? Ich nicht.
Ich schon. Die Schule ist NICHT die richtige Stelle, das zu melden. Sie hat mit der Angelegenheit gar nichts zu tun! Entweder, es liegt ein begründeter Verdacht vor oder nicht. Liegt er vor, gibt es zwei zuständige Ansprechpartner: Jugendamt und / oder Polizei.
Wenn nun der Nachbar nicht zu den Behörden gehen will, warum will er das nicht? Weil er sich nicht sicher ist? Dann ist das erst recht kein Grund, einen Verdacht dort zu säen, wo er auch heftigen Schaden anrichten kann, so er sich als falsch herausstellt.
Eigene Verantwortung beginnt ganz sicher darin, überhaupt
tätig zu werden. Man kann nicht verlangen, dass der
aufmerksame und besorgte Bürger alles selbst in die Hand zu
nehmen hat.
Man kann aber verlangen, dass der Bürger die „ordentlichen“ Wege und die dafür vorgesehen Behörden einschaltet und nicht nach Lust und Laune sich irgendeinen Ansprechpartner heraussucht, den er mit solch einem wuchtigen Verdacht konfrontiert. Das hat übrigens auch etwas mit der eventuellen oder eben nicht vorhandenen Schweige- und Handlungspflicht der Betreffenden zu tun.
Wo ist denn da deine Grenze? Darf im Hort angezeigt werden? Bei der Tagesmutter? Im Sportverein? Darf der Nachbar des vermeintlich prügelnden Ehegatten den Verdacht bei dessen Arbeitgeber anzeigen? Wozu haben wir denn überhaupt zuständige Behörden, wenn sich dann gleich jeder selbst aussuchen kann, wem er was erzählt? Ganz egal, ob echte, begründete Sorge oder doch eher ein wenig Else Kling, der nur der „falsche“ Lebenswandel der Nachbarn ein Dorn im Auge ist.
Fakt ist: Nichtstun kann großen Schaden anrichten, falsches Tun aber auch! Opfer von Missbrauch und Vernachlässigung haben einen schweren Stand. Wer aber gar keine Lobby hat und völlig aus dem Auge ist, sind die, welche zu Unrecht ins Visier geraten. Hier sind mir gleich mehrere Fälle persönlich bekannt, wo keiner sich hinterher einen Deut darum kümmert, dass Knicke und heftige Schläge in privaten und beruflichen Lebensläufen entstehen. Darunter übrigens mehrere Beispiele übereifriger Lehrer, die dann selbst Null Verantwortung für ihr Handeln übernehmen und Schulterzuckend sich darauf zurückziehen, dass bei dem Verdacht ja jedes Mittel recht sei.
Das soll ganz sicher keinen davon abhalten, tätig zu werden. Aber dafür haben wir in solchen Fälle zuständige Behörden. DIE und nur die sind die richtigen Ansprechpartner!