Nachbarschaftshilfe und Unfallversicherung

Hallo!

Bei mir auf dem Bau helfen gelegentlich einige Leute aus der Nachbarschaft. Selbstverständlich ohne jede Bezahlung, also reine Nachbarschaftshilfe. 2 Architekten stiefeln gelegentlich über die Baustelle. Auch das sind Freunde, die gratis arbeiten. Ich achte zwar sehr darauf, daß Helm, Schutzbrille, nötigenfalls Gehörschutz getragen wird, daß Leitern, Gerüste und Werkzeuge in Ordnung sind, daß nirgends ungesicherte Öffnungen sind, kurz: Unfallverhütungsvorschriften werden eingehalten. Trotzdem kann auf dem Bau immer etwas passieren. Nun hörte ich, daß man sich als Bauherr samt helfenden Nachbarn und helfenden Freunden bei der Berufsgenossenschaft gegen Unfall versichern kann. Weiß jemand darüber Näheres?

Außerdem arbeiten Leute von diversen Firmen in ihrer Freizeit auf der Baustelle und bringen schweres Gerät mit. Einer holt 30 Kubikmeter Betonbruch ab, ein anderer baggert das Loch für die Kläranlage. Das sind nun keine direkten Nachbarn, aber es sind Leute aus dem Ort oder aus dem Nachbardorf. Man kennt sich eben. Auch die arbeiten alle kostenlos. Allenfalls wechselt mal ein Fünfziger für Sprit den Besitzer.
Wie kann ich die Sache versicherungsmäßig abdecken, wenn dabei jemand mit Planierraupe, Bagger oder LKW zu Schaden kommt? Auch über die Berufsgenossenschaft? Läuft das noch unter Nachbarschaftshilfe?

Gruß
Wolfgang

Hallo Wolfgang,

ich gehe mal davon aus, dass du eine ordnungsgemäße Baugenehmigung für den Bau hast. Dann hat die zuständige Behörde die zuständige Berufsgenossenschaft automatisch über das Bauvorhaben informiert und die melden sich bei dir.
(So war es bei mir)

Wenn du jedoch nach so drei bis sechs Wochen nichts von denen gehört hast oder einfach sichergehen willst, kannst du dich auch von dir aus bei der BG melden und um die Formulare bitten. Die Adresse weiss sicher die Baugenehmigungsbehörde oder eine Baufirma in der Nähe.

Gruß
HaweThie

Dringend machen!
H Wolfgang,

zu Preisen oder Prozedere kann ich Dir nicht viel sagen, aber ich kann jedem nur den Rat geben, hier nicht am falschen Ende zu sparen.
Unabhängig davon, ob die Leute bezahlt oder unbezahlt (als Nachbarn oder Freunde) helfen, bist Du Arbeitgeber und mußt bei der BG unfallversichern. Dies ist völlig unabhängig von irgendwelchen Steuergeschichten in Richtung Schwarzarbeit.
Gerade auf Baustellen kann auch bei Einhaltung aller UVV schnell ein folgenschwerer Unfall passieren. Und ob ein Freund aus Freundschaft auf Schadensersatz verzichtet, ist zumindest fraglich. Die finanziellen Folgen kannst Du Dir sicher selbst ausmalen…
Frage doch einfach mal unverbindlich bei der BG nach, die werden sicher erschöpfend Auskunft geben.

Gruß Stefan

Bauhelferversicherung
Fast alle Versicherungen bieten eine Bauhelferversicherung an.

Die haben allerdings sehr hohe Preisunterschiede, musst Dich einfach mal erkundigen. Bei manchen Versicherungen musst Du jew. Name der Person angeben, bei anderen ist’s ein Pauschalbetrag.

Grüße NEtti *dieauchgeradebaut*

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Kann´s mir nicht verkneifen jetzt… :smile:

Hallo!

Bei mir auf dem Bau helfen gelegentlich einige Leute aus der
Nachbarschaft. Selbstverständlich ohne jede Bezahlung

Natürlich ! Wer hätte was anderes behauptet !

, also
reine Nachbarschaftshilfe. 2 Architekten stiefeln gelegentlich
über die Baustelle. Auch das sind Freunde, die gratis
arbeiten.

Kannst du mir solche Gratisarbeiter mal vorbeischicken ?

Ich achte zwar sehr darauf, daß Helm, Schutzbrille,
nötigenfalls Gehörschutz getragen wird, daß Leitern, Gerüste
und Werkzeuge in Ordnung sind, daß nirgends ungesicherte
Öffnungen sind, kurz: Unfallverhütungsvorschriften werden
eingehalten. Trotzdem kann auf dem Bau immer etwas passieren.
Nun hörte ich, daß man sich als Bauherr samt helfenden
Nachbarn und helfenden Freunden bei der Berufsgenossenschaft
gegen Unfall versichern kann. Weiß jemand darüber Näheres?

Die normalen Unfallversicherungen des Betreffenden greifen, wenn sich ein Unfall ereignet. Aber du kannst dir sicher sein, dass in dem Falle die Umstände des Ereignisses genauestens unter die Lupe genommen werden. Sorry, aber dass komplett jedwede Bauleistung für nichts und null übernommen wird, nimmt dir keiner ab. Hier wird abgeschätzt, ob es sich wirklich nur um Nachbarschaftshilfe oder um einen Schwarzbau im großen Stil handelt - und der Eindruck Letzteren drängt sich mir nach deinen Schilderungen auf, so sehr ich mich dagegen auch wehre.

Außerdem arbeiten Leute von diversen Firmen in ihrer Freizeit
auf der Baustelle und bringen schweres Gerät mit. Einer holt
30 Kubikmeter Betonbruch ab, ein anderer baggert das Loch für
die Kläranlage. Das sind nun keine direkten Nachbarn, aber es
sind Leute aus dem Ort oder aus dem Nachbardorf. Man kennt
sich eben. Auch die arbeiten alle kostenlos. Allenfalls
wechselt mal ein Fünfziger für Sprit den Besitzer.

da gehen ja die Probleme schon los - der Baggerfahrer erwischt einen anderen mit der Baggerschaufel. Hat der Eigentümer des Arbeitsgerätes, also die den Führer beschäftigende Baufirma, ihr Einverständnis gegeben ? Kann ich mir nicht vorstellen - mir würde nie einfallen, einem Mitarbeiter den Runterschleiß meiner Werkzeuge geradezu für Jontev zu gestatten, und das schon gar nicht im geschilderten Umfang.

Wie kann ich die Sache versicherungsmäßig abdecken, wenn dabei
jemand mit Planierraupe, Bagger oder LKW zu Schaden kommt?
Auch über die Berufsgenossenschaft? Läuft das noch unter
Nachbarschaftshilfe?

Nachbarschaftshilfe ist, wenn mir einer eine lose Tapetenbahn hie und da festklebt. Das komplette Wohnzimmer tapezieren ( es kommt immer auf die Umstände an - ist´s mein Schwager und ich gebe ihm dabei 5 Bier und eine Pizza , mag das sein – hingegen ist es der Bruder meines Nachbarn und ich gebe ihm 50 Euro dafür … der Unterschied wird schnell klar ! )
geht eher schon in die Richtung Schwarzarbeit.

Gruß
Wolfgang

An deiner Stelle wäre ich da seeeeeeehr vorsichtig !

HM

Hallo Wolfgang,

also Nachbarschaftshilfe ist toll, vor allem Wohnort irgendwo in 2xxxx und Baustelle im Ossiland, da passt was nicht.

Bei mir auf dem Bau helfen gelegentlich einige Leute aus der
Nachbarschaft. Selbstverständlich ohne jede Bezahlung, also
reine Nachbarschaftshilfe.

Das ist bestimmt was für unsere eifrigen Behörden, die gerne mal überfallartig die Baustellen, auch samstags, „besuchen“.
Wird wohl schwierig, das dann glaubhaft nachzuweisen, alles nur Freundschaftsdienste.
Bei uns in der Gegend sind diese Leute echt fleissig, werktags besuchen die auch immer regelmässig Baufirmen, auch Firmen, bei denen sie schon jahrelang nichts gefunden haben.

Gruss

Gerd

PS: Dieses Posting hätte ich Dir nicht zugetraut! Warum auch immer!