Nachbarschaftsproblem Grundstücksgrenze

Hallo,

unser neues Haus ist noch nicht gebaut und schon geht das Theater los.

Die Situation:
Reihenhaus, auf einer Seite (links) Häuser schon fertig, andere Seite (rechts) wird mit unserem zusammen gebaut. Grundstück fällt nach hinten leicht ab.
Linker Nachbar hat mit Erdaushub den Garten aufgefüllt, so dass er jetzt einen ebenen Garten mit einer Böschung am Ende hat. Mein Plan war, es genauso zu machen.
Jetzt hat der zukünftige rechte Nachbar angerufen und mitgeteilt, dass er das Gefälle in seinem Garten beibehalten will, um hinten einen PKW-Stellplatz bauen zu können. Damit hätte ich die Abstützung der Böschung zu seinem Grundstück sicherzustellen.

Frage: Wer muss was zahlen?
Ich kenne eine Regelung, wonach bei solchen Grundstücken immer der Zaun zum rechten Nachbarn erstellt werden muss. Ist das überall so oder kommt es vielleicht auf die Gemeindesatzung oder so an? Würde dies auch auf die Böschungsbefestigung zutreffen?

Danke

Ronald

Hallo Ronald,

Antwort vom juristischen Laien nur mit „gesundem Menschenverstand“: Du schüttest Dein Grundstück auf. Dann hast Du auch dafür zu sorgen, daß davon keine Beeinträchtigungen für das Nachbargrundstück ausgehen. Du hast die Aufschüttung also entsprechend zu befestigen. Du kannst nicht allen Ernstes glauben, daß Du etwas baust und Dein Nachbar hat dadurch entstehende Kosten zu tragen.

Zur Vermeidung von Nachbarschaftsärger solltest Du auch für eine Entwässerung Sorge tragen. Wenn Du aufschüttest, liegt das Nachbargrundstück danach tiefer und könnte bei starken Niederschlägen oder Schneeschmelze absaufen. Dieser Effekt tritt nur durch Deine Baumaßnahme auf und auch dafür sehe ich Dich in der Haftung.

Gruß
Wolfgang

Hallo Ronald,

ich schließe mich Wolfgang an.

Zur rechtlichen Situation (Nachbarschaftsrecht ist Ländersache) solltest du bei Gemeinde, Kreisbauamt oder einer ähnlichen Stelle fragen.

Allerdings: Deinen Nachbarn hast du „ewig“. Von daher ist zu überlegen, was wichtiger ist: daß man Recht hat oder Recht bekommt, oder ein gutes Verhältnis mit dem Nachbarn. Sehr schnell hat man - auch wenn man im Recht ist - einen ausgewachsenen Nachbarschaftsstreit am Hals. Von daher würde ich überlegen, ob der Aufwand für Böschung, Stützmauer oder etwas ähnliches nicht diese Sache wert sind.

Es ist vielleicht auch interessant zu wissen, wie groß dein Grundstück ist und wie hoch der Höhenunterschied sein muß.

Gruß
Jörg Zabel

P.S.: Auf Wunsch meiner Nachbarin habe ich auch eine Wand für einen vierstelligen Betrag auf der Grenze hochziehen müssen.

Schau mal als erstes in den Bebauungsplan, ob der hinsichtlich der Aufschüttung was hergibt.

Gruß
Gisela