Nachbarschaftsstreit im Mietshaus

Hallo,

es klingt zwar vielleicht lustig aber ist es ganz und gar nicht. Mal angenommen, es geht um einen Nachbarschaftsstreit in einem Mietshaus zwischen Partei A (die Leute die im ersten Stock wohnen) und Partei B (die genau darüber wohnen).

Partei B hat ein sehr aufgewecktes (was ansich nicht negativ ist), aber unausgelastetes Kind (welches zudem alles darf), welches oft wie angestochen durch die Wohnung rennt, sich auf den Boden schmeißt oder hüpft - wodurch laute Trittgeräusche (richtiges Trampeln) entstehen, die nachteilig für Partei A sind, wenn diese ruhen, in Ruhe was machen oder nur in Ruhe TV sehen möchte. Hinzu kommt, dass die Wände etwas hellhörig sind und dass in der Küche der Partei B gefließt ist, wo genau darunter Partei A sein Wohnzimmer hat. Aber im Schlafzimmer der Partei A, wo oben drüber das Wohnzimmer (Auslegware) befindet, ist es auch nur bedingt leiser.

Partei B hat das Obergeschoss (was gleichzeitig Dachgeschoss ist) angemietet, also hat 2 Etagen, ein großes Kinderzimmer befindet sich oben. Es ist Partei B somit (wenn guter Wille vorhanden) möglich, das Kind zum Toben nach oben zu schicken.

Partei A hat mehrmals bei Partei B freundlich dargestellt, dass es sehr laut ist und diese sich gern davon in der unteren Wohnung der Partei A überzeugen könne, wenn es mal wieder so laut ist. Partei B ging nicht drauf ein, statt dessen sagt sie, dass sie in ihrer Wohnung so leben und sich bewegen möchte, wie es ihr gefällt.

Mittlerweile hat es sich so verhärtet, dass verstärkt, also mit Absicht! (auch durch Erwachsene, das hört man), laut aufgetreten und gehüpft wird (klingt als ob Elefanten darüber wohnen) als Schikane.

Was kann Partei A unternehmen, außer aus der Wohnung ausziehen? Die Wohnqualität leidet stark.

Viele Grüße
Bärchen

gar nichts
Hallo Bärchen,

Du hast vermutlich das Pech, in einem Haus zu wohnen, in dem die Geräuschdämmung nicht anständig gemacht ist. Z.B. viele Altbauten.

Was Du unten hörst, sind vermutlich keine absichtlichen Störversuche, sondern nur ganz normale Geräusche, die entstehen, wenn man eine Wohnung normal nutzt.

Diese Wohnungen sind halt nichts für lärmempfindliche Menschen.

Stell Dir vor, dein Nachbar würde von Dir verlangen, zu bestimmten Zeiten Deine Wohnung nicht zu benutzen wie Du es willst. Du würdest ihn doch auslachen, oder? Genau dasselbe würde passieren, wenn mich mein Nachbar auffordern würde, meine Kinder nach oben zu schicken, damit er es ruhiger hat.

Ist bestimmt nicht böse gemeint, aber versuch mal Dich in die Situation Deiner Nachbarn reinzudenken. Was würdest Du machen? Sei ehrlich.

Viele Grüße

Peter

Hallo Peter,

danke für Deine Antwort. Ja, das ist Altbau und die Innenwände sind halt dünn.

Aber bin schon der Meinung dass man etwas Rücksicht üben könnte. Ich habe selbst ein Kind (5 Jahre - Nachbarsjunge ist 6 J) und kein Verständnis dafür, dass aus Kindes langer Weile (beim Jungen oben ist es nichts anderes, er ist nicht ausgelastet, weil sich kaum mit ihm beschäftigt wird) in der Wohnung gerannt und so getobt wird, dass es so laut ist, wenn unter mir Leute wohnen. Das kann er draussen machen - dann gehe ich halt raus mit ihm - oder wenn man keine Rücksicht auf andere Leute nehmen muss (Einfamilienhaus).

Es ist halt sehr unangenehm, wenns über dir immer kracht und trampelt, wenn man gerade was in Ruhe machen möchte.

Viele Grüße
Bärchen

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Hallo Bärchen,

ich möchte nicht Partei ergreifen, bin ja selbst nicht vor Ort und kenne etliche ungezogene, nervende Kinder, aber hier könnte vielleicht auch ein Knackpunkt sein:

Aber bin schon der Meinung dass man etwas Rücksicht üben
könnte. Ich habe selbst ein Kind (5 Jahre - Nachbarsjunge ist
6 J) und kein Verständnis dafür, dass aus Kindes langer Weile
(beim Jungen oben ist es nichts anderes, er ist nicht
ausgelastet, weil sich kaum mit ihm beschäftigt wird) in der
Wohnung gerannt und so getobt wird, dass es so laut ist, wenn
unter mir Leute wohnen.

Kinder sind unterschiedlich. Mit meiner ältesten Tochter hätte ich problemlos im noch so hellhörigen Altbaumehrfamilienhaus leben können, sie ist einfach eine ruhige Person. Mein Jüngster dagegen kam schon mit Hummeln im Hintern zur Welt, wenn ich ihn ständig ruhigstellen müßte oder, um Nachbarn nicht zu stören, rausgehen müßte, würden wir unsere Wohnung nur noch zum Schlafen benutzen :wink:.

Du unterstellst den Nachbarn Faulheit („der Junge ist nicht ausgelastet“). Ich behaupte mal, ein Außenstehender kann dies nun wirklich nicht beurteilen.

Vielleicht hast Du beim Gespräch mit den Nachbarn (eventuell unbewußt) den „pädagogischen Zeigefinger“ erhoben und so die Bereitschaft, Rücksicht zu nehmen, nicht unbedingt gefördert ? Ist nur ein Gedanke…

Ich denke, wenn Du nicht ausziehen möchtest, hilft langfristig nur, noch einmal das Gespräch mit den Nachbarn zu suchen. Vielleicht kann man ja feste Ruhezeiten ausmachen ?

oder wenn man keine Rücksicht auf
andere Leute nehmen muss (Einfamilienhaus).

Leider hat nicht jede Familie diese Möglichkeit.

Es ist halt sehr unangenehm, wenns über dir immer kracht und
trampelt, wenn man gerade was in Ruhe machen möchte.

Das kann ich absolut verstehen, ich hatte als Studentin eine Familie mit 3 ausgesprochen wilden, dauernd klingelputzenden kleinen Jungs über mit *örx*

Viele Grüße,

Inselchen

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Hallo Baerchen,

ich kann gut nachvollziehen, daß Dich dieser Krach stört.
Aber es ist für außenstehende nur schwer nachvollziehbar, ob es sich hier um einen Fall von „unterlassener Erziehungsleistung“ und absichtlicher Lärmbelästigung (ich will mich entfalten) ohne jegliche bereitschaft zur Rücksichtnahme handelt oder um einen peniblen Ruhefanatiker, der bei jedem kleinsten Geräusch bereits an die Decke geht. Vermutlich liegt die Wahrheit, wie so oft, in der Mitte.

Wenn die Fronten erstmal verhärtet sind, ist es auch schwierig, hier einen Kompromiss zu finden und ein gewisses maß an Rücksichtnahme zu erreichen und ein gewisses Maß an Lärmbelästigung zu ertragen (wenn man sich ärgert, empfindet man den Krach viel lauter).

Natürlich kann man was unternehmen, wenn der Lärm zu heftig wird. Man kann ( gute Buchführung vorausgesetzt) den Vermieter auffordern, für Rühe zu sorgen und (nach Rücksprache mit dem Mieterverein) eine Mietkürzung androhen.

Oder man kann entsprechenden Krach zu unangenehmen Zeiten (wenn das Kind gerade eingeschlafen ist) dagegensetzen (z. B. die Bachschen Orgelwerke oder Opernarien) und anschließend versuchen, auf diesem Krachniveau einen Kompromiß zu vereinbaren.

Beide Wege kosten aber reichlich Zeit und Nerven und haben einen sehr ungewissen Ausgang.

Ich kann nachvollziehen, daß Du Dich diese Rücksichtlosigkeiten (ist es wirklich Absicht?) auf die Palme bringen, aber das ist leider heute der Zeitgeist.

Grüße
Gordie

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Hallo Inselchen,

Du unterstellst den Nachbarn Faulheit („der Junge ist nicht
ausgelastet“). Ich behaupte mal, ein Außenstehender kann dies
nun wirklich nicht beurteilen.

Vielleicht hast Du beim Gespräch mit den Nachbarn (eventuell
unbewußt) den „pädagogischen Zeigefinger“ erhoben und so die
Bereitschaft, Rücksicht zu nehmen, nicht unbedingt gefördert ?
Ist nur ein Gedanke…

Ja, Kinder sind unterschiedlich. Aber ich kenne den Jungen und die Eltern persönlich. Ich wohne 2 Jahre im Haus, anfangs hielt ich mich mehr oben als unten auf. Aber auf Grund ständiger Dispute hatte ich den Kontakt beendet. Weil die Eltern sich nichts, aber auch gar nichts mal annehmen. Der Mann ist cholerisch und hat grundsätzlich Recht. Mein Sohn war immer der Looser bzw selbst Schuld, wenn Nachbarssohn ihn oft gehaun, ihm böse Ausdrücke vorgesprochen, ihn „klein“ gemacht hatte, er hat agressives Potential in sich oder anerzogen. Und die Eltern haben nie eingegriffen. Er darf Horrorfilme mitsehen, spielt Konsolenspiele mit Gewalt. Vater ist der Ansicht, es muss ein echter Kerl werden. Irgendwann war damit eben Schluss und jetzt komme ich auch mit Sohn wieder besser klar, seit dem das mit dem kleinen Teufel von oben erledigt ist. Aus diesem Ganzen resultiert auch mein Ärger über diese Trampelei, weil ich weiß, wie der Junge ist bzw erzogen wird. Er ist der King im Haus.

Wenns „nur“ ein hyperaktives Kind wäre, wo man als Eltern nichts dafür bzw nicht viel dagegen machen kann, wäre es ganz was anders als so. Auch wenn die Eltern 2-3 aktive Kinder in dem Alter hätten, was sicher dann nicht einfach ist, diese immer in Zaum zu halten. Aber so…

Ich denke, wenn Du nicht ausziehen möchtest, hilft langfristig
nur, noch einmal das Gespräch mit den Nachbarn zu suchen.
Vielleicht kann man ja feste Ruhezeiten ausmachen ?

ja, nützt ja nichts, ich kann momentan nicht ausziehen. Das mit den festen „Ruhezeiten“ ist gut, werde nochmal drauf ansprechen, vielleicht finden wir ja noch einen Konsens.

Danke Dir, Inselchen
Viele Grüße
Bärchen

Hi Gordie

danke für Deine Antwort.

ich kann gut nachvollziehen, daß Dich dieser Krach stört.
Aber es ist für außenstehende nur schwer nachvollziehbar, ob
es sich hier um einen Fall von „unterlassener
Erziehungsleistung“ und absichtlicher Lärmbelästigung (ich
will mich entfalten) ohne jegliche bereitschaft zur
Rücksichtnahme handelt oder um einen peniblen Ruhefanatiker,
der bei jedem kleinsten Geräusch bereits an die Decke geht.Vermutlich liegt die Wahrheit, wie so oft, in der
Mitte.

siehe hierzu meine Antwort an Inselchen…

Wenn die Fronten erstmal verhärtet sind, ist es auch
schwierig, hier einen Kompromiss zu finden und ein gewisses
maß an Rücksichtnahme zu erreichen und ein gewisses Maß an
Lärmbelästigung zu ertragen (wenn man sich ärgert, empfindet
man den Krach viel lauter).

da hast Du Recht, wenn man sich ärgert, empfindet man den Krach viel lauter… Ich ärgere mich halt über so viel „Arsc.ruhe“ von den Eltern, weil sie so passiv sind und das Kind alles darf. Und wenn ich mit Sohn grad was in Ruhe machen oder abends dann Exlosiv und Nachrichten schauen möchte, nervt das einfach gewaltig.

Natürlich kann man was unternehmen, wenn der Lärm zu heftig
wird. Man kann ( gute Buchführung vorausgesetzt) den Vermieter
auffordern, für Rühe zu sorgen und (nach Rücksprache mit dem
Mieterverein) eine Mietkürzung androhen.

das mit der Buchführung ist auch eine gute Idee, das werde ich machen und dann nochmal mit dem Vermieter sprechen. Vielleicht gibts ja doch ein Weg zur Änderung. Er wird die Miete keinesfalls kürzen (ich habe schon eine sehr, sehr günstige Wohnung durch ihn mit Extras/Schnickschnack), aber er kann vielleicht mit dem Vermieter von Partei B sprechen (dass der auf Partei B einwirkt) und um Einigung bitten. Vielleicht…

Oder man kann entsprechenden Krach zu unangenehmen Zeiten
(wenn das Kind gerade eingeschlafen ist) dagegensetzen (z. B.
die Bachschen Orgelwerke oder Opernarien) und anschließend
versuchen, auf diesem Krachniveau einen Kompromiß zu
vereinbaren.

…musste grad lachen, das ist gut. Aber leider juckt sie egal was für Musik nicht, obwohl mit Klassik hab ichs noch nicht probiert *lachlach :o) Na mal sehen. Heute wars erstaunlich ruhig, obwohl sie da waren. Vielleicht hat das deutlich werden doch was bewirkt.

viele Grüße
Bärchen