Nachdenken über das Jahr 2001 und 'Tal total'

Da fahre ich doch mit meiner Enfield (mein berühmt berüchtigtes Diesel-Motorrad) Sonntags ein wenig spazieren und komme irgendwann halb geplant zur Rheinuferstraße, von Koblenz her kommend.
Irritiert von den vielen Schildern, wo „Tal total“ angepriesen wird, ohne Erklärung.
Mein Sprit wird wenig, mein Bargeld ist wenig, meine Ortskenntnisse sind wenig, aber am Ende der Rheinuferstraße ist ja Wiesbaden, wo ich Geld holen kann, tanken kann und wo ich weiß, wie ich heimkomme.

Dann kommt der Stau.
Dann kommt die Polizeisperre.
Dann kommt die Aussage „Es ist „Tal total“ und es dürfen nur noch Fußgänger, Skater und Radfahrer auf die Rheinuferstraße“
Und ein feundlich grinsender Polizist klärt mich auf, das der Rhein desegen auf beiden Seiten gesperrt ist und ich „außen rum“ nach Wiesbaden fahren muß.

„Außen rum“?
Wo ist das?
Wo bin ich?

Nachdem ich mehrere Stunden dann unterwegs war, sties ich jenseits des Elzer Berges wieder auf die A3 und fuhr diese Autobahn bis Limburg.
Jetzt wurde der Sprit sehr eng und ich hatte ja kein Geld zum tanken dabei.
Aber in Limburg war eine Radfahrer-Veranstaltung und die Durchfahrt war gesperrt.
Also auch wieder versucht „außen rum“ zu fahren, liegen geblieben, die Verwandschaft per Handy verständigt und „irgendwie“ zu mir bugsiert, die brachten einen Hänger mit und so kam ich wieder heim.

Letztendlich wurde aus einer wunderbaren Spazierfahrt bei schönstem Wetter ein Horrortrip für mich und meine Familie über mehrere Stunden.

Wie kann das eigentlich angehen, das eine Straße die von meinen Steuergeldern mitbezahlt wurde, für mich gesperrt wird, nur damit ein paar Leute mit Rädern und Rollschuhen darauf rumgurken, ohne das die auch nur eine Mark an Steuern bezahlen dafür?

Wer nimmt sich das Recht heraus, mir aufzuzwingen, keine öffentliche Straße nehmen zu dürfen?

Wie darf das eigentlich sein, das eine Hauptverkehrsader für ganze Regionen, für die es keine Umgehung gibt, vollständig gesperrt wird?
Wenn man wenigstens nur eine Rheinseite gesperrt hätte, aber gleich beide.

Alles sehr seltsam.
Oder

Winni the Pooh

immer sind die anderen Schuld…
…nicht man selbst!

Jeder Mensch weiß, daß man auf eine Fahrt genug Geld und eine Karte mitnimmt!
Nur weil du das nicht für nötig hältst mußte deine Familie sich auch noch den Tag um die Ohren schlagen- sehr rücksichtsvoll!

Bernd

…so ein alter Hase, und so intolerant…
muss mich den Worten meines Vorgängers anschliessen:
Wer ohne Karte und Kohle losfährt kann sich nicht als alter Hase bezeichnen.
Was erschwerend hinzukommt: Soweit ich weiss fährt der durchschnittliche Inder mit dem Bike ca. 1000 Km (oder gar Meilen?) mindestens mit einer Tankfüllung, also müsste man mit 10,- Hühnern den kompletten Rheingau wahrscheinlich 7 mal umkreisen können?

Fährst Du auch nackt, du altes Häschen :smile:

Gruss

Zaphod Bullet

Moin!

Mein Sprit wird wenig, mein Bargeld ist wenig, meine
Ortskenntnisse sind wenig, aber am Ende der Rheinuferstraße
ist ja Wiesbaden, wo ich Geld holen kann, tanken kann und wo
ich weiß, wie ich heimkomme.

Um so etwas künftig zu vermeiden: Normalerweise hat man ja einen Schlüssel oder ähnliches dabei. Am Schlüsselbund mit meinem Moppedschlüssel habe ich ein winziges Etui befestigt, in dem sich stets ausreichend Geld für mindestens eine Tankfüllung befindet. Auf diese Weise macht es mir nichts aus, wenn ich meine Geldbörse in der Vorfreude aufs Fahren mal vergesse oder die Geldbörse überraschenderweise mal leer sein sollte.

Also auch wieder versucht „außen rum“ zu fahren, liegen
geblieben, die Verwandschaft per Handy verständigt und
„irgendwie“ zu mir bugsiert, die brachten einen Hänger mit und
so kam ich wieder heim.

Noch ein Tip für die Zukunft: Halte an einer beliebigen Tankstelle. Sage an der Theke, daß Du bedauerlicherweise Dein Geld vergessen hast. Gegen Hinterlegung Deines Ausweises wird man Dir Dein Gefährt sicher volltanken, soviel geht ja da nicht rein.

Natürlich mußt Du dann nochmal zur Tanke, um zu bezahlen und Deinen Ausweis abzuholen, aber der Familienfriede sollte Dir das wert sein.

Letztendlich wurde aus einer wunderbaren Spazierfahrt bei
schönstem Wetter ein Horrortrip für mich und meine Familie
über mehrere Stunden.

Mir ist völlig unverständlich, wieso Du so hilflos warst. Deshalb noch ein Tip: Wenn Du schon ohne Karte unterwegs bist, kannst Du durch vage Kenntnis der Gegend, in der Du unterwegs bist, halbwegs die Himmelsrichtung ermitteln, in die Du fahren mußt. Die Sonne geht im Osten auf, steht mittags im Süden und geht im Westen unter. Wirklich die Orientierung verlieren kann daher nur in gänzlich unbekannten Regionen passieren, doch selbst dort könnte man sich notfalls noch durchfragen oder an einer Tanke einen Blick in eine Karte werfen, wenn man schon so dämlich war, seine eigene Karte daheim zu lassen.

Wie kann das eigentlich angehen, das eine Straße die von
meinen Steuergeldern mitbezahlt wurde, für mich gesperrt wird,
nur damit ein paar Leute mit Rädern und Rollschuhen darauf
rumgurken, ohne das die auch nur eine Mark an Steuern bezahlen
dafür?

Die Straße war für Dich nicht gesperrt. Du hättest die Enfield durchaus auch durchschieben können.

Bei einer guten Routenplanung hättest Du das übrigens vorher wissen können. Ganz ohne Routenplanung, Karte und Geld loszufahren, mag für die kurze Runde um den Block noch in Ordnung sein. Bei der von Dir beschriebenen Tour und die Reichweite der Enfield im Hinterkopf habend kann ich eigentlich nur sagen: Selbst Schuld.

Wer nimmt sich das Recht heraus, mir aufzuzwingen, keine
öffentliche Straße nehmen zu dürfen?

Stell’ Dir vor, die Straße wäre wegen Bauarbeiten oder eines Unfalls gesperrt gewesen. Was hätte das geändert, außer, daß es Dich vielleicht weniger erregt hätte?

Zudem gab es ganz sicher eine kürzere Umfahrung, als die, die Du genommen hast. Ein Umweg von vielleicht 20km ist wohl durchaus zumutbar.

Munter bleiben… TRICHTEX

Spitzen-Story, Bravo
Genau SO ist es wirklich.
Wie schön das man Steuern zahlt um sich dann die Rechte vorzuenthalten läßt.
„Tal total“ ist in meinen Augen „Horror total“ und … ist das gesetzlich überhaupt einwandfrei?

Petra

Bravo, Winfried, Du hast vollkommen Recht.
Und auch Petra kann ich nur zustimmen.
Straßensperrungen für die, die mit ihren Kfz-Steuern die Straßen bezahlt haben, sind unter den Sozis echt in Mode gekommen, aber die sind ja für alles, was den Individualverkehr behindert. Meinungen von Neunmalklugen wie Gunther Richter sind
nur Öl ins Feuer der Gegner des motorisierten Individualverkehrs.
–Peter–

Moin!

Straßensperrungen für die, die mit ihren Kfz-Steuern die
Straßen bezahlt haben, sind unter den Sozis echt in Mode
gekommen, aber die sind ja für alles, was den
Individualverkehr behindert.

Ohne eine politische Diskussion anzetteln zu wollen: Die besagten Straßensperrungen gab es zu allen Zeiten unter allen Regierungen. Beispielsweise bei Festumzügen. Zudem dürfte die Genehmigung solcher Aktionen eher bei den Kreisverwaltungen einzuholen sein, die Bundes- oder Landesregierung wird dazu wohl kaum gefragt.

Meinungen von Neunmalklugen wie Gunther Richter sind
nur Öl ins Feuer der Gegner des motorisierten Individualverkehrs.

Da Du mich schon persönlich angreifst, will ich Dir auch persönlich antworten: Meine Meinung ist, daß man sich auf längere Touren vorbereiten sollte. Ich gab dazu sogar Tips.

Zudem ist die von mir geäußerte Meinung, daß eine Sperrung wegen eines Festes zwar ärgerlich ist, sich aber von der Tatsache der Sperrung her nicht von Bauarbeiten oder Unfällen unterscheidet, wohl kaum Wasser auf die Mühlen der Gegner des Individualverkehrs. Die Straßen sind für alle da, nicht nur für die, die sie mit ihren Steuern glauben, bezahlt zu haben, denn: Steuern sind im Gegensatz zu Abgaben nicht zweckgebunden. Außerdem ist eine intolerante, zornige Reaktion viel eher angetan, die Gegner des Individualverkehrs zu bestärken: Wenn noch nichtmal solche Feste möglich sind, haben wir eindeutig zuviel Individualverkehr. Toleranz hingegen kann auch den Gegnern zeigen, daß ein harmonisches Miteinander möglich ist.

Alle Teilnehmer am Straßenverkehr sollten partnerschaftlich miteinander umgehen.

Nicht der Individualverkehr gehört abgeschafft, sondern der tägliche Krieg auf den Straßen, zu dem Du, lieber Peter, mit Deinem Posting Deinen Beitrag geleistet hast.

Munter bleiben… TRICHTEX

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Hallo Gunther!
Obwohl nicht immer ganz deiner Meinung muß ich sagen daß du mit diesem Posting den Nagel auf den Kopf getroffen hast und noch dazu sehr schön formuliert.

ktrsd
Armin

Ekel Alfred…
Hi Peter und Winfried (wohl inklusive Petra:wink:)),
wie ist´s mit den vielen Besuchern dieses mir unbekannten Festes, die weil Halter mindestens eines Fahrzeugs auch KFZ-Steuern bezahlt haben? Die haben dann wohl zu Recht die Straße benutzt. (Mal angenommen, die Steuern würden tatsächlich zum Straßenbau verwendet - was ja nicht mal so ist!). Oder sind wir alle verpflichtet, die Straße nur mit Kfz zu benutzen? Dürfen Fußgänger und Radfahrer Eures Erachtens die Straße nicht benutzen?
Was ist mit Sperrungen auf Grund politischen Demos? Wollt Ihr diese Grundrechte verbieten?
Asphaltieren wir nicht mit diesen Beton- und Teerbändern die Natur zu, die uns ALLEN gehört? Gehören diese Flächen nur, weil sie nunmehr der Natur entzogen wurden, nur noch Kfz-Benutzer? Warum sollten Bürger innerhalb eines Kreises nicht ihre Flächen so nutzen, wie es die Mehrheit will?
Auerdem - wer nur für sein Vergnügen Kfz benutzt und schon die Umwelt schädigt, der sollte auch anderen ihr Vergnügen lassen!
Übrigens, Dein Ausspruch, Peter, erinnert mich sehr stark an die klasse Fernsehserie „Ekel Alfred“ - Die Sozis sind sowieso an allem Schuld! Gut, dass ich keine Frau bin, sonst würde ich jetzt vielleicht „Dumme Kuh“ genannt… :wink:))

Kai
*DerSelbstAusSpaßMotorradFährt*

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