Hallo Anna,
habe mich (w, 30, Ingenieurin) auf eine Stelle in einem
Automobilkonzern beworben, für die ich alle erfoderlichen
Qualifikationen erfüllt hätte.
Woher weißt Du das? Hat der Entscheider Dir das gesagt?
Leider kam eine Absage, die
Stelle ist allerdings noch unbesetzt.
Woher weißt Du das?
(Ich fürchte, es lag
daran, dass ich eine Frau im „gebärfähigem“ Alter bin und das
auch noch in der Automobilbranche.)
Woher kommt Deine Befürchtung? Opfersyndrom?
Da ich sehr gerne für diese Firma arbeiten würde, habe ich mir
überlegt, den zuständigen Abteilungsleiter direkt anzumailen
(statt den Weg über die Personalabteilung zu gehen) und
höflich nach den Gründen der Absage zu fragen, mit der
Begründung, dass ich sehr gerne für diese Firma arbeiten
möchte und es ja möglicherweise andere Positionen gäbe, für
die ich in Frage käme (natürlich besser formuliert).
Willst Du wirklich eine andere Stelle in dem Konzern? Dann frag in der Personalabteilung und nicht beim AL, der Dich abgelehnt hat.
Oder willst Du den AL ggf. schwitzen sehen, weil Du meinst, er sei frauenfeindlich? Dann rufe ihn an, aber erwarte nicht zu viel, die Blöße wird er sich sicher nicht geben …
Oder
sollte ich mich besser nur für andere Positionen anbieten,
ohne nach Gründen zu fragen?
Du darfst schon nach den Gründen fragen, aber bitte bei denjenigen im Konzern, die dazu da sind, solche Fragen zu beantworten: Der Personalabteilung. Nebenbei: Dort solltest Du Dich auch erkundigen, ob eine weitere Bewerbung überhaupt sinnvoll ist. Wenn Du dort generell „verbrannt“ wärest, würde sich die Pers. ganz schön veräppelt vorkommen, wenn sie keine 3 Wochen nach der Absage wieder eine Bewerbung ggf. auf eine ähnliche Stelle beim gleichen Entscheider von Dir bekämen.
Wer hat schon mal Erfahrungen damit gemacht? Meine Angst ist,
den Abteilungsleiter damit zu nerven und völlig in Ungnade zu
fallen, andererseits habe ich natürlich die Hoffnung, dass
meine „Hartnäckigkeit“ ihn doch umstimmen könnte?
Das glaubst Du nicht wirklich, oder? Wenn ich jemanden ablehne, dann ist fini und ich wäre natürlich genervt, wenn man mich überzeugen wollte, dass meine Meinung falsch gewesen sei. Wenn ich ihn haben wollte oder könnte, dann hätte ich ihn genommen. Wenn nicht, dann passt er nicht. Punkt.
Zu meinen Fragen oben:
Dass eine Stelle trotz Bewerbungsverfahren nicht besetzt wird, kann an vielem liegen. Es kann z.B. ein kurzfristiger Einstellungsstopp dazwischen kommen. Es kann ein Führungswechsel dazwischen kommen …
Und was ich ehrlich nicht leiden kann, sind Vorurteile gegenüber Entscheidern, die auf ein Opferkriterium als Begründung abzielen. Es gibt auf jede Stelle >10 Bewerbungen. Es werden bei jeder Stelle >5 Bewerber angeschaut, die formal alle passen. Trotzdem erhält max. 1:wink: die Stelle. So ist das eben. Und manchmal eben keiner, weil sie alle nicht passen. Oder eben weil die Zeit nicht reif ist.
Grüße
Jürgen