Nachfrage bei Absage?

Hallo,

habe mich (w, 30, Ingenieurin) auf eine Stelle in einem Automobilkonzern beworben, für die ich alle erfoderlichen Qualifikationen erfüllt hätte. Leider kam eine Absage, die Stelle ist allerdings noch unbesetzt. (Ich fürchte, es lag daran, dass ich eine Frau im „gebärfähigem“ Alter bin und das auch noch in der Automobilbranche.)

Da ich sehr gerne für diese Firma arbeiten würde, habe ich mir überlegt, den zuständigen Abteilungsleiter direkt anzumailen (statt den Weg über die Personalabteilung zu gehen) und höflich nach den Gründen der Absage zu fragen, mit der Begründung, dass ich sehr gerne für diese Firma arbeiten möchte und es ja möglicherweise andere Positionen gäbe, für die ich in Frage käme (natürlich besser formuliert). Oder sollte ich mich besser nur für andere Positionen anbieten, ohne nach Gründen zu fragen?

Wer hat schon mal Erfahrungen damit gemacht? Meine Angst ist, den Abteilungsleiter damit zu nerven und völlig in Ungnade zu fallen, andererseits habe ich natürlich die Hoffnung, dass meine „Hartnäckigkeit“ ihn doch umstimmen könnte?

Danke für die Unterstützung, Anna.

Hallo Anna

Da ich sehr gerne für diese Firma arbeiten würde, habe ich mir
überlegt, den zuständigen Abteilungsleiter direkt anzumailen
(statt den Weg über die Personalabteilung zu gehen) und
höflich nach den Gründen der Absage zu fragen, mit der
Begründung, dass ich sehr gerne für diese Firma arbeiten
möchte und es ja möglicherweise andere Positionen gäbe, für
die ich in Frage käme (natürlich besser formuliert). Oder
sollte ich mich besser nur für andere Positionen anbieten,
ohne nach Gründen zu fragen?

Wer hat schon mal Erfahrungen damit gemacht? Meine Angst ist,
den Abteilungsleiter damit zu nerven und völlig in Ungnade zu
fallen, andererseits habe ich natürlich die Hoffnung, dass
meine „Hartnäckigkeit“ ihn doch umstimmen könnte?

Deine Situation ist, dass Sie dich nicht in der Firma haben wollen.
Was kann dir jetzt noch passieren, wenn du den Chef nervst?
Es kann alles bleiben wie es ist, oder es kann besser werden.

Also ran ans Telefon. Meistens sind die Leute sehr nett. Und wenn
nicht, dann ist der Laden nicht so gut wie du glaubst.
E-Mail ist nicht so gut. Die kann man ignorieren.

Gruss, Tychi

Nur Mut, Du hast ja nichts zu verlieren.

Richtig! Ran an die Boulletten!
Denn wer nicht fragt, der hat ‚by default‘ aufgegeben -
und ein ‚Nein‘ kassiert.

Bemerkung:
Grosse Firmen sind aber gelegentlich auch dazu angehalten (Personalrat,…),
eine Stelle offiziell ‚öffentlich‘ auszuschreiben.
Intern ist aber bereits vorher schon ein Palladin erkoren worden.
Das wirst Du (am Telefon) allerdings niemals erfahren.

Hallo.

[…] (Ich fürchte, es lag daran, dass ich eine Frau im „gebärfähigem“
Alter bin und das auch noch in der Automobilbranche.)

Ingenieusen, wenn sie nicht hausgemacht sind oder den betreffenden Stallgeruch per Papaonkelsonstwas haben, werden allerdings nicht gerade bevorzugt behandelt - Chauvis gibt es in der Branche wahrlich im Überfluss.

Meine Angst ist, den Abteilungsleiter damit zu nerven und völlig in
Ungnade zu fallen, […]

Na und? Noch nichter als nicht wirst Du bestimmt nicht eingestollen. Auf dieser Seite hast Du also nichts zu verlieren - ein Auto verkaufen die Dir mit Sicherheit trotzdem noch.

Die Automobilhersteller brüsten sich übrigens gern mit ihrer Bereitschaft, qualifizierte Frauen (Achtung : contradictio in adiecto *SCNR*) zu engagieren. Versuch mal, herauszubekommen, wo die Frauenbeauftragte sitzt - und in einem Nebensatz zur Nachfrage kannst Du deren Namen (weiter nix) ganz beiläufig erwähnen. Hilft manchmal dem einen oder anderen Fossil in Führungsposition vom Steißbein :wink:

Gruß Eillicht zu Vensre

PW : (echt wahr) Rede eines Topmänätschers einer VDA-Firma „Wir haben uns in den vergangenen Jahren verstärkt um qualifizierte Nachwuchskräfte bemüht, sind aber mitz dem ergebnis nicht 100%ig zufrieden. Deswegen betreiben wir jetzt die Anwerbung von Frauen“.

Hallo Anna,

habe mich (w, 30, Ingenieurin) auf eine Stelle in einem
Automobilkonzern beworben, für die ich alle erfoderlichen
Qualifikationen erfüllt hätte.

Woher weißt Du das? Hat der Entscheider Dir das gesagt?

Leider kam eine Absage, die
Stelle ist allerdings noch unbesetzt.

Woher weißt Du das?

(Ich fürchte, es lag
daran, dass ich eine Frau im „gebärfähigem“ Alter bin und das
auch noch in der Automobilbranche.)

Woher kommt Deine Befürchtung? Opfersyndrom?

Da ich sehr gerne für diese Firma arbeiten würde, habe ich mir
überlegt, den zuständigen Abteilungsleiter direkt anzumailen
(statt den Weg über die Personalabteilung zu gehen) und
höflich nach den Gründen der Absage zu fragen, mit der
Begründung, dass ich sehr gerne für diese Firma arbeiten
möchte und es ja möglicherweise andere Positionen gäbe, für
die ich in Frage käme (natürlich besser formuliert).

Willst Du wirklich eine andere Stelle in dem Konzern? Dann frag in der Personalabteilung und nicht beim AL, der Dich abgelehnt hat.
Oder willst Du den AL ggf. schwitzen sehen, weil Du meinst, er sei frauenfeindlich? Dann rufe ihn an, aber erwarte nicht zu viel, die Blöße wird er sich sicher nicht geben …

Oder
sollte ich mich besser nur für andere Positionen anbieten,
ohne nach Gründen zu fragen?

Du darfst schon nach den Gründen fragen, aber bitte bei denjenigen im Konzern, die dazu da sind, solche Fragen zu beantworten: Der Personalabteilung. Nebenbei: Dort solltest Du Dich auch erkundigen, ob eine weitere Bewerbung überhaupt sinnvoll ist. Wenn Du dort generell „verbrannt“ wärest, würde sich die Pers. ganz schön veräppelt vorkommen, wenn sie keine 3 Wochen nach der Absage wieder eine Bewerbung ggf. auf eine ähnliche Stelle beim gleichen Entscheider von Dir bekämen.

Wer hat schon mal Erfahrungen damit gemacht? Meine Angst ist,
den Abteilungsleiter damit zu nerven und völlig in Ungnade zu
fallen, andererseits habe ich natürlich die Hoffnung, dass
meine „Hartnäckigkeit“ ihn doch umstimmen könnte?

Das glaubst Du nicht wirklich, oder? Wenn ich jemanden ablehne, dann ist fini und ich wäre natürlich genervt, wenn man mich überzeugen wollte, dass meine Meinung falsch gewesen sei. Wenn ich ihn haben wollte oder könnte, dann hätte ich ihn genommen. Wenn nicht, dann passt er nicht. Punkt.

Zu meinen Fragen oben:
Dass eine Stelle trotz Bewerbungsverfahren nicht besetzt wird, kann an vielem liegen. Es kann z.B. ein kurzfristiger Einstellungsstopp dazwischen kommen. Es kann ein Führungswechsel dazwischen kommen …
Und was ich ehrlich nicht leiden kann, sind Vorurteile gegenüber Entscheidern, die auf ein Opferkriterium als Begründung abzielen. Es gibt auf jede Stelle >10 Bewerbungen. Es werden bei jeder Stelle >5 Bewerber angeschaut, die formal alle passen. Trotzdem erhält max. 1:wink: die Stelle. So ist das eben. Und manchmal eben keiner, weil sie alle nicht passen. Oder eben weil die Zeit nicht reif ist.

Grüße
Jürgen

Moin,

habe mich (w, 30, Ingenieurin) auf eine Stelle in einem
Automobilkonzern beworben, für die ich alle erfoderlichen
Qualifikationen erfüllt hätte. Leider kam eine Absage, die
Stelle ist allerdings noch unbesetzt. (Ich fürchte, es lag
daran, dass ich eine Frau im „gebärfähigem“ Alter bin und das
auch noch in der Automobilbranche.)

Die Frage lässt sich sehr schnell beantworten. Gibt es in dem Unternehmen Frauen in ähnlichem Alter in ähnlichen Positionen?

Wer hat schon mal Erfahrungen damit gemacht? Meine Angst ist,
den Abteilungsleiter damit zu nerven und völlig in Ungnade zu
fallen, andererseits habe ich natürlich die Hoffnung, dass
meine „Hartnäckigkeit“ ihn doch umstimmen könnte?

Ich denke auch, was hast du zu verlieren? Du kannst es ja etwas umformulieren, z.B. derart, dass du nachfragst, ob du für sie überhaupt nicht in Frage kommst, oder ob es für dich Sinn machen würde, dich auf eine andere Stelle nochmal zu bewerben, und woran es liegt.

Mir hat ein Kleinbetrieb in einer männerlastigen Branche mal auf Nachfrage am Telefon geantwortet, in seinem Betrieb gäbe es nur eine Herrentoilette, deshalb würden sie keine Frauen einstellen :smile:

Lieben Gruß und lass den Kopf nicht hängen
Marion

Hallo Anna,

ich arbeite bei einem der größten Lebensmittelproduzenten der Welt (sehr großer Konzern) in der Personalabteilung und bin unter anderem auch für die Auswahl der Bewerber zuständig.

Also ich entscheide, wer mit den Bewerbungsunterlagen bei uns durchkommt.

Klar kannst du es probieren, würde ich an deiner Stelle auch probieren.

Aber ehrlich gesagt gebe ich dir keine allzu große Hoffnung, denn wenn mich jemand anruft, und nachfragt, muss ich den Bewerber leider vertrösten, da wir auf Anzeigen hunderte von Bewrbungen bekommen und da kann man sich wirklich nicht erinnern. Wenn ich noch Liste führen würde, weshalb der Bewerber eine Absage bekommen hat, würde es die Arbeit um ein Wesentliches erschweren.

Des Weiteren gebe ich dir einen Tip, schicke perfekte Bewerbungsunterlagen los. Bei uns sind es i.d.R. 7 von 10 Bewerbungen, die in den Müll landen, aufgrund von schlechten Noten & allgemeine schlechte Bewerbungen. Es kann also auch evtl. an deinen Bewerbungsunterlagen liegen, was ich dir nicht unterstellen möchte.

Was ich zum Teil für Anschreiben durchlese, da kann man nur mit dem Kopf schütteln.

Die IHK oder das Arbeitsamt bieten in solchen Fällen bestimmt Hilfe bei Bewerbungen…

Aber versuch dein Glück und bleibe am Ball!

Liebe Grüße & viel Erfolg!

Jan

Hi,

eine einfache und unauffällige Methode ist, dort anzurufen
und nachzufragen was mit Deiner Bewerbung ist, da Du seit
x-Wochen keine Antwort erhalten hast. Der betreffende wird
dann nachsehen und Dir mitteilen, dass die Sachen zurückgeschickt
wurden mit ner Absage. Dann hast Du ihn am Apparat und kannst
nachhaken…

Alex

Hallo,

ich möchte mich für die zahlreichen Antworten bedanken. Ihr habt mich in meiner Idee bestärkt, dort einfach mal nachzufragen. Schließlich habe ich nichts zu verlieren.
Der Grund, warum ich einfach nochmals mehrere Meinungen einholen wollte, ist der, dass ich eben die gleichen kritischen Argumente hatte, die auch Jürgen angesprochen hat.

Ich wäre sicherlich nie auf die Idee gekommen, nach einer Absage nachzuhaken, wenn ich nicht kürzlich erst in einem Interview zum Thema „Umgang mit Absagen auf Bewerbungen“ gelesen hätte, dass manchmal ein Nachhaken doch noch zum Erfolg führen kann.

Wenn nicht, weiss ich dann aber sicher, ob ich grundsätzlich nicht in die Abteilung passe (für die ich mich interessiere). Und es ist sicherlich nicht meine Absicht, den AL mit irgendwelchen Unterstellungen in die Enge zu treiben, aber ich denke schon, dass nur er mir sagen kann, ob ich grundsätzlich für dieses Team in Frage kommen könnte oder nicht. Bei einem großen Konzern, wo die Personalabteilung die einzelnen Abteilungen nicht persönlich kennt, kann ich nicht davon ausgehen, eine Antwort auf diese Frage zu bekommen.

Anna.

Hi Jan,

ist das wirklich so? Du entscheidest alleine wer bei Euch in die Auswahl kommt? Das soll jetzt bitte wirklich nicht abwertend sein, aber Du bist doch noch ziemlich jung. Oder bist Du für bestimmte Hierarchien zuständig?

Fragt sich C.

Hi,

Was ich zum Teil für Anschreiben durchlese, da kann man nur
mit dem Kopf schütteln.

Was sind denn aus Deiner Sicht die schlimmsten Fehler bei einem Anschreiben? Man lernt ja gerne dazu.

Gruß bobesch

Hallo Anna,

zuerst einmal kannst du natürlich machen, was du möchtest. Mich nach einer Absage aber noch ein bisschen aufzudrängeln, hätte für mich einen faden Nachgeschmack. Das würde ich bestenfalls tun, wenn es schon kurz vor 12 ist, ich also schon seit einem Jahr einen Job suche oder sonstiges. Nicht zu verwechseln damit, dass man den Grund für die Absage erfahren möchte. Das können 1. Fehler in der Bewerbung sein oder 2. schlicht und einfach die Tatsache, dass man auf den ersten Blick nicht ist, was gesucht wird. Bei beidem würde ich dann vom Unternehmen Abstand halten, weil 1. peinlich ist und 2. nicht zu ändern ist.
Ich würde es auch für zwecklos halten, mich auf eine andere Stelle im Unternehmen zu bewerben. Hätte man beim Durchsehen deiner Unterlagen bemerkt (voraussgesetzt man tut dies mit einer gewissen Aufmerksamkeit), dass du für eine andere Position ideal wärst, hätte man deine Bewerbung mindestens einbehalten. Ziel ist nämlich immer, eine offene Stelle mit dem optimalen Bewerber zu besetzen.
Das, was du vor hast, ist zwar in der Tat nicht schlecht, hat für mich aber etwas von hinterherrennen. Jetzt musst du wissen, ob das Not tut.