Nachgefragt: Kopftuch

Was würde denn nun passieren, wenn ich als Vater dagegen klage, dass meine Tochter im „Angesicht des Kopftuches“ lernen muss - analog zu den Kruzifixgeschädigten, die ja mit derselben Argumentation die Kreuze aus den Schulen vertreiben. Außerdem: Gibt es eine rechtlich definierte Grenze, was man denn nun aanziehen darf? Darf eine Nonne an einer staatlichen Schule in Ordenstracht Erdkunde unterrichten? Darf ein lehrer als Baghwan-Jünger im orangenen Kittel erscheinen?

Viele Grüße!!

Gerd

Ich würde abwarten!
Hi!

Ich denke mal, dass die meisten Bundesländer ein entsprechendes Gesetz verabschieden werden und sich dieses Problem somit von selbst löst…

Grüße
Guido

Hallo Gerd,

wie schon gesagt, wird es vermutlich demnächst auf Länderebene Gesetze geben, die das Problem regeln werden.

Das Problem ist danach genau so lange gelöst, bis eine Lehrerin - hellhäutig, blauäugig, arisch mit gesundem Erbgut, katholisch, im Gesangs-, Schützen- und Taubenzüchterverein organisiert und mithin unverdächtig - in einem unbedachten Moment auf die Idee kommt, sich ein Kopftuch als Kopfschmuck um das Haupt zu wickeln, um so geschmückt Unterricht abzuhalten.

Außerdem müssen wir ab sofort unseren wachsamen Blick nach Paris und alle Modezentren dieser Welt richten. Nur so bemerken wir rechtzeitig, wenn einer der Modezaren in besonderer Weise gewickelte Kopftücher als letzten Schrei unter die Damenwelt bringt. Dann müssen wir in den Länderparlamenten rechtzeitig Wickelgesetze verabschieden, die bestimmte Wickelarten als jugendgefährdend und entartet verbieten. Natürlich gelten alle Regelungen nur an öffentlichen Schulen und dort auch nur für Lehrkräfte. Die Putzfrauen in der Schule sollen natürlich ihr Kopftuch tragen - schon allein wegen des Lerneffekts für die Schüler. Sie sollen immerhin rechtzeitig mitbekommen, in welche Position der eine oder andere Glaube führt. Dagegen halte ich die Gefahr für eher gering, daß die Menschen weniger glauben und statt dessen mehr denken.

Gründlich wie wir Deutschen nun einmal sind, brauchen wir selbstverständlich eine Farbverordnung. Sonst kommt womöglich ein Lehrer in rotem, schwarzen oder gelben Outfit in die Schule und beeinflußt mit dieser eindeutig politischen Geste die armen Schüler. Alle Farben haben politisch korrekt genau ausgewogen in der Lehrerbekleidung aufzutauchen. Das ließe sich vollautomatisch schon auf dem Schulweg des Lehrers per Videokamera und Spektrometer an den Mautbrücken überwachen und protokollieren.

Mir liegt es wie immer fern, ein erstes Problem ins Lächerliche zu ziehen. Ich gebe nur zu bedenken, was wir alles zu berücksichtigen haben, damit in diesem Land endlich alles seine umfassend geregelte Ordnung hat. Ich sag’s ja schon immer: Wir brauchen mehr Gesetze und mehr Verordnungen. Kaum wird irgendwo eine Lücke entdeckt, herrschen Freiheit und Individualität.

Gruß
Wolfgang

Das Problem ist danach genau so lange gelöst, bis eine
Lehrerin - hellhäutig, blauäugig, arisch mit gesundem Erbgut,
katholisch, im Gesangs-, Schützen- und Taubenzüchterverein
organisiert und mithin unverdächtig - in einem unbedachten
Moment auf die Idee kommt, sich ein Kopftuch als Kopfschmuck
um das Haupt zu wickeln, um so geschmückt Unterricht
abzuhalten.

Nichts für ungut, aber das ist für mich saublödes Gebabbel. Das Kopftuch ist nun mal Ausdruck und Teil einer Religion und die ist vom Unterricht strikt zu trennen. Kruzifixe mussten auch abgehängt werden, weil sie Teil einer Religion sind und den Schüler beeinflussen können. Ist zwar unwahrscheinlich aber da geht es um den gleichen Grund wie mit dem Kopftuch.
Aber immer auf der „arischen“ Schiene rumrutschen wie Du es tust ist sowas von unqualifiziert, das nervt mich ehrlich.
Grüße, Thomas.

2 „Gefällt mir“

Das Problem ist danach genau so lange gelöst, bis eine
Lehrerin - hellhäutig, blauäugig, arisch mit gesundem Erbgut,
katholisch, im Gesangs-, Schützen- und Taubenzüchterverein
organisiert und mithin unverdächtig - in einem unbedachten
Moment auf die Idee kommt, sich ein Kopftuch als Kopfschmuck
um das Haupt zu wickeln, um so geschmückt Unterricht
abzuhalten.

Hallo Thomas,

Das Kopftuch ist nun mal Ausdruck und Teil einer Religion…

Wenn Du meinst…! Verrate mir bitte, was genau mit der oben beschriebenen katholischen Lehrerin werden soll, die ein Kopftuch als Kopfschmuck verwendet. Dann hätte ich gerne noch gewußt, ob Lehrerinnen ein Stirnband tragen dürfen. Ich nehme an, Du hast nichts dagegen. Was aber, wenn sich eine Lehrerin ein Tuch um ihre Stirn wickelt, was gewiß Millionen Frauen hierzulande tun? Ich möchte bitte die Vorschrift haben, also etwa Stirnband ist erlaubt oder ein Tuch ist erlaubt, wenn soundsoviel Prozent Haut und Haar sichtbar ist oder wie bitteschön soll das Verbot aussehen?

Merkt wirklich keiner, auf welchem schmalen Brett man hier herumwackelt? Was da verboten werden soll, läßt sich schlicht nicht verbieten, es sei denn, man würde das Verbot an Menschen bestimmten Glaubensbekenntnisses oder bestimmter Herkunft knüpfen. Herzlichen Glückwunsch zu solchem Ansinnen!

Gruß
Wolfgang

Mal eine ganz andere Perspektive
Hi!

Unabhängig davon, das ich auch gegen ein islamisches Kopftuch bin (steht das überhaupt irgendwo im Koran?)…

Ich kann mich recht gut daran erinnern, dass bei uns das Tragen von Kopfbedeckungen jeglicher Art verboten war (während des Unterrichts). Es hatte was mit Respektlosigkeit zu tun. Und da unsere Lehrer versucht haben, uns mit Respekt zu behandeln, galt diese Regelung auch für Lehrer/innen.

Einmal gab es eine Ausnahme, als ein Schüler seine Chemo-bedingte Glatze verbergen wollte, was er auch mit einem Baseballcappy durfte…

Ich suche den von Dir beschriebenen schmalen Grat - wenn ich mir meine Schulzeit anschaue, finde ich ihn jedoch nicht!

Liebe Grüße
Guido

1 „Gefällt mir“

Hi Wolfgang,

Merkt wirklich keiner, auf welchem schmalen Brett man hier
herumwackelt? Was da verboten werden soll, läßt sich schlicht
nicht verbieten, es sei denn, man würde das Verbot an Menschen
bestimmten Glaubensbekenntnisses oder bestimmter Herkunft
knüpfen. Herzlichen Glückwunsch zu solchem Ansinnen!

es ist doch völlig unnötig eine solche Vorschrift an bestimmte Menschen zu knüpfen. Es wird in einem solchen Gesetz sicher auch nicht explizit von Kopftüchern die Rede sein. Aber was spricht dagegen, Lehrern das Tragen von Kleidungsstücken zu verbieten, die Ausdruck einer Religionsanschauung sind?
Die Beurteilung ob ein konkretes Kleidungsstück dies erfüllt oder nicht wäre dann im Konfliktfall einem Richter vorbehalten. Dieser Fall dürfte aber höchst selten eintreten, da Menschen die aus religiösen Gründen bestimmte Kleidung tragen dies kaum leugnen werden.

Interessant wird es dann in der Tat bei Nonnen und Mönchen. In öffentlichen Schulen werden sie dann wohl kaum mehr unterrichten dürfen (sofern sie das überhaupt tun). Und wenn doch, bin ich mal auf die Argumentation diesbezüglich gespannt…

Gruß Stefan

Wenn Du meinst…! Verrate mir bitte, was genau mit der oben
beschriebenen katholischen Lehrerin werden soll, die ein
Kopftuch als Kopfschmuck verwendet. Dann hätte ich gerne noch
gewußt, ob Lehrerinnen ein Stirnband tragen dürfen. Ich nehme
an, Du hast nichts dagegen. Was aber, wenn sich eine Lehrerin
ein Tuch um ihre Stirn wickelt, was gewiß Millionen Frauen
hierzulande tun? Ich möchte bitte die Vorschrift haben, also
etwa Stirnband ist erlaubt oder ein Tuch ist erlaubt, wenn
soundsoviel Prozent Haut und Haar sichtbar ist oder wie
bitteschön soll das Verbot aussehen?

Das ist genau das, was ich an der ganzen fadenscheinigen Argumentation so liebe. Wer soll den die Lehrerin sein, die Du beschreibst? Gibt es Sie? Natürlich nicht, also ist die ganze Argumentation von Dir für die Katz. Was mich stört ist ganz einfach, dass sobald man etwas gegen unsere islamischen Mitbürger sagt, oder etwas anzweifelt was ihre Kultur betrifft, sofort in die rechte Schublade gesteckt wird, alles wird dann mit dem ganzen arischen Scheiß argumentiert. Fakt ist doch, dass das Kopftuch nicht zur Zierde sondern Ausdruck ihres Glaubens ist. Und das hat im Unterricht nichts zu suchen. Wenn Du jetzt natürlich in Deiner verletzten Eitelkeit mit solchem Quatsch argumentierst, das Stirnbänder und andere Kopfbedeckungen dann auch verboten werden müssen, dann hast Du nicht den Sinn dieses Sreites verstanden und solltest vielleicht nochmals nachlesen um was eigentlich ging.
Thomas.

2 „Gefällt mir“

Abwarten ist wohl das geschickteste!
Fürchte nur, das die Gesetze den formalen Anforderungen (wg. Grundrechtseinschränkung) nicht genügen werden. Es werden wohl wieder Verfassungsbeschwerden kommen wegen:

  1. Einschränkung der Freiheitsrechte der Religiösen
  2. Einschränkung der Freiheitsrechte der Nicht-Religiösen
  3. Nicht-Beachtung der staatlichen Neutralitätspflicht
  4. Über-Einhaltung der staatlichen Neutralitätspflicht.

Wie man’s macht - man macht’s falsch :wink:

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo,
meine meinung ist(bin selber Moslem) das kein lehrer egal welchen glauben er hat,privat seinen glauben ausführen soll.Aber in der schule sollten die lehrer sich zurück halten.Die schüler sollten aber ihren glauben in der schule ausführen oder demonstrieren können.Es sollen bloss keine lehrer die schüler in irgend einer weise beeinflussen können.Mit gesetzen kann man sowas selten regeln.Was man macht,es ist immer falsch.
Bye