Nachhilfe

Hallo! ich gebe einem Schüler der 8. Klasse Nachhilfe und wollte einmal nachfragen, wie ich ihm am besten beibringen kann Texte zu schreiben. Es wäre toll wenn mir jemand dazu Materialien im Internet angeben könnte…Danke schon mal!

Hallo Christiana,

wievieltes Unterrichtsjahr? Welche Sprache? Was für ein Lehrplan? Welche Kenntnisse liegen vor, welche Schwerpunkte werden in diesem Halbjahr gesetzt?

BTW: Ich hab mich noch nie auf einen Posten als Pilot beworben. Warum nicht? Weil ich nicht weiß, wie man ein Flugzeug bedient.

Schöne Grüße

MM

Hallo,

BTW: Ich hab mich noch nie auf einen Posten als Pilot
beworben. Warum nicht? Weil ich nicht weiß, wie man ein
Flugzeug bedient.

Das stimmt schon. Aber cissl ist ja selbst Schüler und das ist oft eine gute Nachhilfeidee. Ich habe mit 16/17 einem aus dem Ausland zugezogenen 12jährigen Jungen auch Deutschnachhilfe gegeben (es wurde durch meinen Deutschlehrer vermittelt). Cissl scheint sich über einfache Hausarbeitshilfe hinaus, Gedanken zu machen, was ich gut finde. Trotzdem kann man nur wirklich helfen, wenn man ein bisschen mehr Ahnung über den Leistungsstand des Schülers hat.

Gruß
Elke

Hallo,

es wäre hilfreich, wenn du ein bisschen deutlicher wirst, was du suchst. Nicht nur, was den Wissensstand deines Nachhilfeschülers betrifft (er lernt also im 4. Jahr Englisch, wie gut ist er. etc.), sondern auch, wo das Problem liegt: willst du mit ihm freischreiben üben? Da möchte ich anmerken, dass das sehr schwer zu korrigieren sein kann ,wenn man nicht selbst Muttersprachler ist.

Gruß
Elke

Servus Elke,

Aber cissl ist ja selbst Schüler und das
ist oft eine gute Nachhilfeidee.

Das stimmt, und ich war da wohl ein bissel rüde in der Formulierung. Ich erinnere mich auch dran, dass ich als selber Schüler nachhilfegebenderweise eine ganz gute Antenne dafür entwickeln konnte, wo überhaupt die Schwierigkeiten liegen. Es ist wahr, dass man dafür nicht unbedingt Pädag- oder Philologe sein muss.

Und in der 8ten Klasse wird es wahrscheinlich um Englisch und um das ca. vierte Jahr gehen, diese Mutmaßung ist wohl nicht falsch. Also, wenn ich mich recht entsinne, bereits ziemlich umfangreiches Wortschatz- und idioms-Training, und die Hauptsache in der Grammatik bereits „vorbei“. Da wachsen eigene Texte wohl daran, wie reich die Inhalte sind, die man suchen und finden kann. Was ist da denn heutzutags so „angesagt“? Wovon erzählt man, was diskutiert man, wenn man jetzt grad vierzehn ist? Ich hab ungefähr zu diesem Zeitpunkt versucht, die Texte von „The Dark Side of the Moon“ und von Jethro Tulls „Passion Play“ zu übersetzen - aber das ist ja nicht das Schaffen eigener englischsprachiger Texte.

Nun, ein paar Muttersprachler und wenigstens eine quasi-Muttersprachlerin haben wir ja hier im Forum. Könnte, wenn die Quantitäten der durchzusehenden Texte nicht exzessiv werden, vielleicht ein ganz interessanter Weg sein, ganz unabhängig davon, ob die Nachhelferin dafür ein paar Euronen bekommt oder nicht - die ich ihr für ihr Engagement gern gönnen täte.

Schöne Grüße

MM

Hallo!
Danke an euch beide! Ich ahbe ganz vergessen das Lernjahr usw. mitzuteilen…naja also er ist wie gesagt in der 8. Klasse und im 2. Lernjahr in Französisch. Die Grammatik kann er eigentlich, aber freie Texte selber schreiben fällt ihm schwer, weswegen er seine Arbeiten „verhaut“. Er arbeitet mit dem Découverte Buch und wenn er einen eigenen texte schreiben soll, dann fällt dieser immer sehr knapp aus und er kann Dinge nicht formulieren , die er formulieren möchte oder er hat keine Ideen mehr, was er schreiben soll. Wenn ihr mir jetzt noch helfen könntet wäre das super…danke schon mal!

MOD: Überflüssiges Fullquote gelöscht.

Hallo,

okay, 2. Jahr (wenn auch französisch) ist ja noch nicht so schwer. Ich habe eine Zeitlang Deutsch als Fremdsprache unterrichtet. Da war es immer am einfachsten, Themen zu finden, die die Schüler schon vorher interessiert hat ODER normale Alltagsszenen. Dialoge schreiben sich leichter als Geschichten. Also z.B.: Du bist in einer Bar und bestellst dir was… (ich vergesse nie den Yogi, der bei mir Deutsch lernte und das immer auf die lustigste Weise umbog: Haben Sie Yogi-Tee? Nein. Dann nehme ich einen Caro-Kaffee…). Du siehst ein Mädchen in der Disco und möchtest sie ansprechen. Du erklärst mir jetzt, wie man einen Fisch angelt.
Sites kenne ich dafür leider keine (meine Tätigkeit war lange vor dem Internet).

Gruß
Elke

1 „Gefällt mir“

Servus,

für „Trockenübungen“ sind Elkes Empfehlungen, glaube ich, gut geeignet: Wenn ich einen Text über etwas schreibe, was mich interessiert, ist die Blockade erstmal behoben. Insofern ist die Situation „Nachhilfe“ viel besser dazu geeignet als die Klasse, weil man dann auf die Person eingehen kann und auf das, was sie interessiert. – Ich habe in der Grundschule, wo man so ähnliche Sachen auf Deutsch schreibt, immer ziemlich ordentliche Aufsätze geschrieben, außer zweien, die ich komplett verhauen habe, einen davon komplett boykottiert, gipfelnd in großer Schreierei mit der Lehrerin (das war 1967 nicht ganz ohne…). Es ging dabei um Themen, die ich deswegen vollkommen albern und unsinnig fand, weil sie keinen Inhalt hatten, der irgendwas mit mir zu tun gehabt hätte. Eines hieß „Vorsicht Glatteis!“ - der Lehrer erwartete da alle möglichen Kapriolen und clowneske Schwänke, aber wir lebten in rauhem Klima auf 600 m Höhe, und wenns im Winter Neuschnee oder Glatteis gab, richtete man sich drauf ein und gut war: Nix besonderes darüber zu schreiben. Das andere hieß „Wir ziehen um“ - vom einzigen Umzug, den ich erlebt hatte, hatte ich weiter nichts zu berichten, weil der gut organisiert und völlig undramatisch über die Bühne gegangen war. Wieauchimmer: Wenn man schreiben will, ists immer gut dafür, wenn man was zu erzählen hat. Und was das ist, hängt von der Person ab.

Unabhängig von Trockenübungen noch eine Empfehlung, die allerdings davon abhängt, wie nahe man an der Grenze lebt. Wir haben selber keinen Nachwuchs, aber sind in verschiedenen engeren und weiteren Zusammenhängen als „Onkel und Tante“ engagiert. Jeder Französisch-Schüler in dieser Umgebung hat von uns einen Samstag in Strasbourg bekommen. Es ist faszinierend, wie die Blockaden fallen, wenn ein Lernender in Strasbourg vor dem (französisch beschrifteten) Fahrkartenautomat gestanden hat, und am Schluss kam wirklich die Fahrkarte raus, die er haben wollte. Oder wenn er auf dem Wochenmarkt ein Pfund Karotten haben wollte und dieses auch bekommen hat und den Preis, den die Marktfrau gesagt hat, hat er auch richtig zusammengezählt gekriegt, einschließlich „viermalzwanzigundfünfzehn“. Oder wenn er in der Brasserie erfolgreich fragt, ob er statt Reis nicht auch Pommes haben kann? - Die Marktfrauen zu Strasbourg haben sich da sehr kooperativ gezeigt: Sie sind ja Kummer damit gewöhnt, dass Elsässer von deutschen Touristen als „eine Art Deutsche“ betrachtet werden, und spielen das Französisch-Szenario auch aus Lokalchauvinismus gerne mit, obwohl sie meistens mehr oder weniger gut Deutsch können. - Auf der langweiligen Fahrt im Zug das Oberrheintal entlang wurde die Exkursion vorbereitet mit einem Spielchen „Französische Höflichkeit“: Sag immer „Excusez-moi“, bevor Du jemandem auf den Fuß latschst, aber „Pardon“ erst, wenn Du schon draufstehst. Man darf sich zwei vitale dreizehnjährige Mädels vorstellen, die mit diesem Spiel einen ganzen Großraumwagen unterhalten.

Schöne Grüße

MM

1 „Gefällt mir“