hallo du liebe 
naja, in einem der drei fächer wird sich ja vielleicht was
finden lassen.
ABER: was kann ich mir als dann frisch gebackene studentin
zutrauen? bis zu welcher klassenstufe?
Das ist schwierig zu sagen. Prinzipiell: Ist das „Jemandem-helfen“ organisch gewachsen oder entschließt Du Dich jetzt „einfach so“?
Sprich, bist Du es gewohnt, Leuten auch etwas zu erklären, Mitschülern oder Schülern niederer Klassenstufe? Hast Du Dich schon einmal mit anderen zu einer Lerngruppe zusammengefunden und dort ein wenig für Erleuchtung sorgen können?
Gehst Du gerne aus der Klasse, um - verbal flüssig! - Dinge vorrechnen, erklären, entwickeln (Schemata, Diagramme, …) zu können?
Falls nicht, wird das eine sehr ungewohnte Erfahrung, wenn es darum geht, daß Du Leuten Sachen nahebringen mußt, die Du verstehst, Deine Schützlinge aber nicht.
Auf Deine Frage mit der Klassenstufe gemünzt: Gymnasiale Oberstufe erfordert deutlich mehr Vorbereitung als Mittelstufe (Realschule, Gymnasium)! Nicht, damit Du irgendwie der Herausforderung gewachsen bist, sondern weil Dein Schützling durchaus unangenehm *fragen* kann.
Etwas vereinfacht: Mittelstufe kommt recht rasch komplett aus dem Handgelenk geschüttelt, aber Oberstufe - Vorsicht. Detailkenntnisse empfohlen.
wieviel geld wird beim studienkreis oder der schülerhilfe pro
zeiteinheit (45 min? 60 min? 90 min?) gezahlt?
wieviel geld könnte ich als privater nachhilfelehrer
verlangen?
Du mußt Dich entscheiden: Versuchst Du, Dich in einem relativ offiziellen Rahmen einzubringen oder willst Du einfach als Student privat nebenher Nachhilfe erteilen?
Preise sind schwierig. Diese Frage taucht periodisch hier immer wieder auf.
Es kommt vorallem darauf an, WO man wohnt. In den Neuen Ländern ist Nachhilfe *deutlich* billiger als in den Alten Ländern.
Um Dir eine Orientierung zu geben: In den Altern Ländern ist 10 EURO pro Stunde schon hinterhergeschmissen, 15, 20 EURO absolut keine Seltenheit. Ich habe schon Studenten erlebt, die 25 EURO pro Stunde verlangt *und bekommen* haben. Wohlbemerkt teilweise auf 45-Minuten-Einheiten bezogen und dann nur fürs Kommen und stringent den Stoff pauken. Bei solchen Erlebnissen zweifelt man am Verstand vieler Eltern.
Ich berechne 7,50 EURO/90 Minuten und komme grundsätzlich nachhause zu den entsprechenden Schülern.
Darüber hinaus solltest Du möglichst gut für Service sorgen - auch zum Selbstschutz.
Grundsätzlich IMMER die Aufzeichnungen aus dem Unterricht aushändigen lassen, um den Kenntnisstand zu ermitteln und vorallem den Stil des Fachlehrers kennenzulernen, NIEMALS gegen den Stil des Fachlehrers arbeiten - das verwirrt praktisch jeden Schützling über alle Maßen.
Darüber hinaus führe ich immer eine oder zwei kostenlose Teststunden durch. Mn merkt schnell, ob die Chemie stimmt und der Schüler zurechtkommt, aber man findet auch für sich selbst heraus, ob man sich dieses oder jenes Kind überhaupt antun möchte.
Man sollte auf keinen Fall blindwütig alles nehmen! Schon gar nicht, wenn man dann mal etabliert ist und sich einen kleinen Namen erkämpft hat.
Es gibt einfach solche Fälle, da beißt man sich mit selbst unter Aufwendung aller Tricks und Materialien die Zähne aus. Zumeist artet das oft in Streß aus, der über dem ertragbaren Maße liegt.
Einsichtig, oder?
Neben den Teststunden führe ich zum Auftakt erst einmal einen großen schriftlichen Test durch, in dem ich nach Kenntnissen frage, die der Schüler zu dem Zeitpunkt eigentlich haben sollte/müßte. Das verschafft zusätzlichen Überblick über Schwächen, Lücken, aber auch Stärken.
Was gäbe es noch zu sagen?
Erarbeite Dir individuelle Arbeitsmaterialien. Ich bereite zum Beispiel für die Stoffgebiete immer ein paar ausführliche Arbeitsblätter, Aufgabensammlungen und kurze Lernblätter auf. Besonders die Lernblätter stoßen auf große Resonanz, weil die Schüler meinen, es würde sich sehr gut mit solchen Übersichten lernen. Außerdem kommt eine gewisse Sauberkeit und Ordnung in den Hefter - die Heftführung vieler Schüler heutzutage ist KATASTROPHAL.
Hier mußt Du vorsichtig sein - wenn Du den Hefter auf den Stand des Stoffes prüfst, gehe davon aus, daß die Mitschriften unvollständig sind. Über das Internet bekommst Du problemlos die Lehrpläne jeder Schulform jedes Bundeslandes. Die sind eine echte Stütze, und beantworten wichtige Frage:
* Welche Anforderungen werden an den Schüler gestellt?
* Welche konkreten Inhalte fallen an/ sollten bekannt sein?
* Wie werden/sollen welche Inhalte empfohlenermaßen umgesetzt werden?
Ein weiterer wichtiger Punkt: Disziplin und kontinuierliches Lernen. Sicher, Du sollst geduldig erklären und Zugang zum Schüler finden, doch ohne irgendein produktives Arbeitsklima geht es nicht. Es geht strikt nach Deinen Spielregeln, ansonsten bleibt’s. Du brauchst Dir weder Vorlaut auf der Nase herumtanzen zu lassen, noch mußt Du Dich von Eltern drangsalieren lassen.
Denk immer daran: Für regelmäßige Nachhilfe müssen Spaß und Gesundheit erhalten bleiben. Es ist nicht Sinn der Sache, daß Du Dich aufreibst und geistig-nervlich verschleißt!
Kontinuierliches Lernen: Stichwort Übungsaufgaben. Sprich den Stoff ausreichend theoretisch durch und versuche dann, Übungsaufgaben durchzuziehen. Bei den von Dir genannten Fächern ist das sicher genauso gut möglich, wie in den Naturwissenschaften oder der Mathematik. Am besten bereitest Du die Aufgaben in einer Art Aufgabensammlung auf, die Du gleich zu Beginn eines Stoffkomplexes austeilst und dann Schritt für Schritt durchgehst.
Dazu kommen Hausaufgaben und freiwillige Hausaufgaben - dieses System kann ich rundum empfehlen. Die Pflichtaufgaben muß/sollte der Schützling erledigen. Diese kannst Du dann in der jeweils nächsten Stunde ausführlich durchsprechen. Den freiwilligen Teil stellst Du - wie der Name schon sagt
- zur Wahl. Der Schützling kann ihn bearbeiten, oder nicht. In der darauffolgenden Stunde solltest Du ihm die Möglichkeit geben, zum freiwilligen Teil Fragen zu stellen. Stellt er keine, übergehst Du die Aufgaben einfach. Die Lösungen gibst Du ihm einfach so, ohne Lösungsweg, rein die von Dir erwarteten Ergebnisse.
Ziel ist es, daß das Kind nachhaltig udn eigenverantwortlich lernt. Die ganze Nachhilfe-Show nützt nichts, wenn der Schüler wieder in das Nichts-tun zurückverfällt, sobald derjenige nicht mehr da ist, der sonst immer streng und fordernd über die Schulter geschaut hat.
Nach und nach solltest Du deshalb die Pflichtaufgaben im Umfang mehr und mehr reduzieren und die freiwilligen Aufgaben dagegen ausbauen. Meine Erfahungen: Es funktioniert beim Großteil der Schüler. Anfangs werden keine oder kaum Fragen gestellt, doch dann bearbeiten sie den freiwilligen Teil intensiver, also eigenverantworlich. Sie beschäftigen sich damit, versuchen die Aufgaben zu knacken. Dabei geht es primär nicht um die vollständige Richtigkeit, sondern darum, *DASS* sie überhaupt herumknobeln.
Über den Daumen würde ich sagen, klappt das (vorallem in Mathe) bei 75% der Kinder.
Was gäbe es noch? Wiederhole viel. Immer 'mal wieder elementare Aufgaben für die Grundfertigkeiten einstreuen. Eingangstests schreiben lassen und quasi Noten vergeben. Damit kannst Du dann auch hübsch Statistik betreiben und Fortschritte et cetera dokumentieren/ visualisieren/ feststellen.
Denk aber immer daran. Nicht zuviel Mühe. Investiere zu Anfang einmalig richtig viel Zeit, um Dir für Deine Schwerpunkte AUSFÜHRLICHE Ausarbeitungen anzulegen. Diese kannst Du dann recht einfach auf die individuellen Bedürfnisse des Schülers zuschneiden. Ähnliches führst Du bei den Aufgaben und Lernblättern durch. Nicht immer dasselbe dem Schüler vor die Nase werfen, dennoch clever von einem soliden, ausführlichen Grundstock an Material profitieren! Viel am Computer rationalisieren, damit die Vorbereitungszeiten klein bleiben. Sonst ist der finanzielle Gewinn bald in keiner Relation mehr mit dem Aufwand. Das ist ebenfalls nicht Sinn der Sache.
Lasse Dir - falls Du viel Materialien verteilst - auch hier und da einen Bonus in Sachen Druckkosten berechnen. Eine einmalige Pauschale pro Quartal oder was auch immer. Denk Dir etwas aus. Natürlich nicht zu teuer.
Halte Deine Materialien auch aktuell, speziell in Geographie ist das ein nicht zu unterschätzendes Problem, denn es erfodert Rechechere, geopolitisches Interesse und gute Ohren, um keine neue Entwicklung auf dem Globus zu verpassen.
im generellen: was verlangen nachhilfeschüler? wird da mehr
neben dem eigentlichen lehrplan hergelernt oder sagen die mir
am anfang übungsschwerpunkte?
Siehe oben. Generell erst einmal nahe am notwendigen Stoff bleiben. Du hast es mit Schülern zu tun, nicht mit Studenten. Einem Schüler - so traurig es klingt - bringt es selten etwas, wenn man Unmengen zusätzlichen Stoffes bespricht, selbst wenn es hochinteressant sein sollte. Hier mußt Du Dich zügeln - die Verlockung ist groß, in einer Art euphorischem Anfall von Idealismus alles Mögliche in den Schützling einprägen zu wollen.
wie lang dauert so ein arbeitsverhältnis? so lang wies
schuljahr oder bis einer keine lust mehr hat?
Letzteres. Geschickt ist es natürlich, gleich zu Anfang daraufhinzuweisen, daß nur eine regelmäßige Nachhilfe ohne Lücken udn anderem Kokolores etwas bringt. Adressaten sind hier die Eltern - diese mußt Du überzeugen.
MfG