hallo liebe eltern (oder auch lehrer, die hier vll. mitlesen),
es geht um einen nachhilfeschüler (7. klasse gymnasium) von mir, der äußerst unkonzentriert, desinteressiert, zappelig und aufsässig ist und dementsprechend (obwohl er nicht doof ist) schlechte noten hat. vor allem in rechtschreibung ist er sehr schlecht und merkt sich nichts. außerdem schummelt er. ich habe irgendwie den eindruck, dass die eltern das problem sind: sie scheinen zu glauben, je mehr sie ihn kontrollieren und unter druck setzen, umso besser wird er in der schule. das sieht so aus, dass er täglich nachhilfe bekommt und zusätzlich noch alleine lernen soll. ab und zu kriegt er das heft um die ohren gehauen, ständig wird seitens der eltern genörgelt und gemotzt: an der handschrift, an der sitzhaltung, daran, dass er keine hausaufgaben aufhat („er lügt ja sowieso“). dort im hause herrscht eine stimmung, in der es sogar mir unangenehm ist, zu arbeiten. soll es einen da wirklich wundern, dass er keine lust zum lernen hat und sich nicht konzentrieren kann? wenn *meine* eltern mich so behandelt hätten, hätte ich wahrscheinlich auch keinen spaß an der schule gehabt.
was meint ihr: gibt es wirklich kinder, mit denen man so streng sein muss, weil sie sonst nichts tun würden?
meiner meinung nach würde doch jeder gerne lernen, wenn er in ruhe gelassen wird, oder nicht?
schätze ich die lage richtig ein, dass so ein „schwieriger“ schüler zwar zuerst mal vollkommen absacken würde, wenn man ihn in ruhe ließe, aber irgendwann von alleine lernen würde?
ich kann die Eltern und die Atmosphaere, die du
beschreibst nicht beurteilen.
Aber:
verlangst du nicht was Uebermenschliches damit von den Eltern :
schätze ich die lage richtig ein, dass so ein „schwieriger“
schüler zwar zuerst mal vollkommen absacken würde, wenn man
ihn in ruhe ließe, aber irgendwann von alleine lernen würde?
ist es richtig, daß Du zu Deinem Schüler hingehst, um mit ihm zu lernen? Kann er nicht zu Dir kommen? Ich habe gerade neulich hier irgendwo gelesen, daß das sowieso besser ist… dann wärt Ihr beide aus der „dicken Luft“ draußen und könntet besser arbeiten.
Ich glaube aber, Deine Theorie mit dem „in Ruhe lassen“ kann man nicht verallgemeinern. Sicher gibt es Kinder die „Selbstläufer“ sind - andere wiederum brauchen ständige Anleitung und auch einen gewissen Druck.
Meine Cousine ist alleinerziehend mit 2 Kindern - beide wachsen unter den selben Bedingungen auf (nämlich ohne viel Druck und Kontrolle, da die Mutter arbeiten geht) - das Mädchen ist ein „Selbstläufer“ - die zweitbeste in der Klasse - und der Junge ist jetzt sitzen geblieben - statt zu lernen hängt er lieber den ganzen Nachmittag vor irgendeinem Computerspiel (das jetzt konfisziert wurde - etwas spät vielleicht).
schätze ich die lage richtig ein, dass so ein „schwieriger“
schüler zwar zuerst mal vollkommen absacken würde, wenn man
ihn in ruhe ließe, aber irgendwann von alleine lernen würde?
Hielte ich auch fuer das Wahrscheinlichste, aber kann man ja nicht wissen, und ferner wird dies doch wohl bei deinem Nachhilfeschueler sowieso nicht passieren.
Hallo,
also ich finde es richtig, wenn du den Eltern einfach mal ganz ehrlich sagst, was Du denkst. Vielleicht bemerken sie ja gar nicht, dass sie was „falsch“ machen.
Es ist wahrscheinlich auch echt besser, wenn der Schüler zu Dir nach Hause kommt, dann habt ihr Eure Ruhe und er kann sich vielleicht besser darauf einlassen zu lernen.
Bei einem meiner Nachhilfeschüler war das auch so nd der war dann ganz überrascht als er in Englisch plötzlich mal nicht ne 5 geschrieben hat und da war der Groschen dann gefallen.
also ich finde es richtig, wenn du den Eltern einfach mal ganz
ehrlich sagst, was Du denkst. Vielleicht bemerken sie ja gar
nicht, dass sie was „falsch“ machen.
das habe ich der mutter gegenüber schonmal anklingen lassen. der höflichkeit halber nicht ohne vorher zu fragen, ob sie meine einschätzung hören wolle.
die reaktion war, dass ich mich nicht von dem jungen einlullen lassen solle, er verwende nur faule ausreden (ich frage mich allerdings, wozu er ausreden braucht, wenn er nicht wirklich unter druck steht …);
und es mich außerdem nichts anginge.
da hat sie zwar einerseits recht, aber ist man andererseits, gerade wenn es um kinder geht, nicht auch verpflichtet, etwas zu sagen, wenn einem etwas unangenehm auffällt?
ansonsten interessiert mich die situation auch rein theoretisch, weil ich mich eben frage, ob es bei manchen kindern vielleicht wirklich nicht anders geht?