Nachteile Transrapid

Ich habe schon sehr viel über die Vorteile des Transrapid gehört(geringer Energieverbrauch, hoher Komfort, geringer Zeitverlust bei Unterbrechungen, etc.), doch diese Propagandaveranstaltungen der Teststreckenbetreiber spiegeln kaum die Schwächen der Magnetschebebahn wider. Und auf den offiziellen Homepages erfährt man darüber auch nichts. Auch die Kosten im Vergleich zum ICE würden mich interessieren, wo man doch beim Transrapid kaum Wartungskosten aufbringen muss!
Kann mir da vielleicht jemand weiterhelfen???

Heiko

Kann mir da vielleicht jemand
weiterhelfen???

Wer sagt denn, dass der Transrapid kaum Wartungskosten hat? Durch die Verlagerung des Antriebs in die Fahrtstrecke muss man nicht ein Fahrzeug, sondern die gesamte Strecke warten. Dadurch werden doch alle Vorzüge der „Reibungsfreiheit“ mindestens wieder aufgezehrt. Und wenn auch nur einmal ein Ziegelstein auf der Strecke liegen sollte… (Und man kann mir nicht erzählen, dass das nicht passieren wird!)

Aber egal… Schau mal hier:
http://home.t-online.de/home/rsdhanstein/rh_2.htm
(sagt eigentlich alles …)
http://www.bund.net/mv/bundmv/transr.htm
http://www.bund.net/pressearchiv1998/msg00080.html
http://www.svz.de/forum/transrapid/antitrans.html
http://ourworld.compuserve.com/homepages/vrb/TRWTITE…

Speziell die ständig nach oben korrigierten Kostenschätzungen und nach unten korrigierten erwarteten Fahrgastzahlen lassen Übles erwarten:

1993
Fahrweg 5,6 Mrd. / Betriebssystem 3,3 Mrd. DM

1996
Fahrweg 7,88 Mrd. / Betriebssystem 4,56 Mrd. DM

1998
Festlegung der Obergrenze von 6,1 Mrd. DM für den Fahrweg, die der Bund zu tragen hat.

1999
Kostenschätzung von 10 Mrd. DM für den Fahrweg

Ich sag nur eins: Schade ums Geld…

Reinhard

Hallo Heiko!

Gibt es eigentlich einen vernünftigen Grund, gegen den Transrapid zu wettern? Was bitte spricht denn gegen ein neues, schnelles Verkehrsmittel? Ich höre immer, man solle doch lieber vorhandene Strecken ausbauen und ICE-tauglich machen. Das passiert ja tatsächlich und ich halte das mit Verlaub für Schwachsinn. Hochgeschwindigkeitsstrecken sind nämlich für Güterverkehr nicht mehr nutzbar, weil sich Verkehrsmittel mit kurzer Taktzeit und unterschiedlichen Geschwindigkeiten nicht auf gleicher Trasse betreiben lassen. Diese einfache und für jeden Laien nachvollziehbare Überlegung taucht in den Diskussionen praktisch nicht auf, dafür aber viele Argumente aus dem Bauch heraus.

Die Diskussion um einen einzigen Streckenabschnitt dauert nun schon Jahre. Es fehlt aber ein Gesamtkonzept, um Güter von der Straße auf die Schiene zu bringen und gleichzeitig auf neuen Trassen mit welcher Technologie auch immer den schnelleren Personenverkehr zu bewerkstelligen.

Gruß
Wolfgang

Aber egal… Schau mal hier:
http://home.t-online.de/home/rsdhanstein/rh_2.htm
(sagt eigentlich alles …)

Ich habe mir deine Seite genau angeschaut: Da sind die unobjektiven Darstellungen der Hersteller wirklich in das Reich der Fantasie zu setzen.
Nur bei 2 Punkten bin ich noch unschlüssig:

  1. Der Flächenverbrauch
    Soll es nicht so sein, dass die geplante Strecke Ham - Ber größtenteils an Autobahnen, schon bestehenden Zugstrecken etc. gebaut werden soll? Dies würde dann zu einem nicht nennenswerten neuen Platzverbrauch führen.

  2. Die Fahrtzeit
    Zwar wird in deinem Artikel gesagt, auch hohe max.Geschwindigkeiten führen nur zur einen geringen Zeitersparnis, aber was ist mit der Beschleunigung? In den Informationsbroschüren wird gesagt, das ein Zwischenstopp nut zu einem Zeitverlust von 2, bei einer Vergleichbaren Eisenbahn zu 10 Minuten führt. Dies findet man auch auf den offiziellen Transrapid Homepages.

Bitte antworten!

Heiko

Ich habe mir deine Seite genau
angeschaut: Da sind die unobjektiven
Darstellungen der Hersteller wirklich in
das Reich der Fantasie zu setzen.
Nur bei 2 Punkten bin ich noch
unschlüssig:

  1. Der Flächenverbrauch
    Soll es nicht so sein, dass die geplante
    Strecke Ham - Ber größtenteils an
    Autobahnen, schon bestehenden Zugstrecken
    etc. gebaut werden soll? Dies würde dann
    zu einem nicht nennenswerten neuen
    Platzverbrauch führen.

Zum einen stimmt das so nicht - auch auf den offiziellen Transrapidseiten kann man sehen, an wie vielen Stellen die Trasse neben oder sogar unterhalb der Autobahn geführt werden soll (auf über 55% der Strecke!). Und auch bei der aufgeständerten Bauweise ist das Land unter und neben der Trasse doch verloren - da werden dann Schallschutzwände usw. gebaut werden müssen. Kommt noch hinzu, dass an vielen Stellen die Transrapidtrasse gar nicht der Autobahn folgen kann. (Z.B. im Bereich Barsbüttel soll die TR-Trasse im grossen Bogen 35 m über die Autobahn hinweggeführt werden. Ich lade jeden, der meint, dass da kaum Flächen verbraucht werden, gern zu einer Ortsbesichtigung ein!

Es steht im Wesentlichen auch alles auf den „offiziellen“ Transrapid-Seiten (http://www.maglev.de/pages/sch-hol.html)
Zitat:

Die Magnetschnellbahn-Strecke verläuft weitestgehend eng gebündelt mit der A 24 auf deren Nordseite. Dort, wo die Autobahn enge Kurvenradien aufweist, denen die Magnetschnellbahn-Trassierung aus fahrdynamischen Gründen nicht unmittelbar angepaßt werden kann, rückt sie so weit wie erforderlich von der Autobahn ab. In Ortsnähe bzw. Bereichen mit trassennaher Bebauuung ist die Strecke zur Verminderung von Schall- und Sichtwirkungen möglichst tief gelegt.
— Zitat Ende —

  1. Die Fahrtzeit
    Zwar wird in deinem Artikel gesagt, auch
    hohe max.Geschwindigkeiten führen nur zur
    einen geringen Zeitersparnis, aber was
    ist mit der Beschleunigung? In den
    Informationsbroschüren wird gesagt, das
    ein Zwischenstopp nut zu einem
    Zeitverlust von 2, bei einer
    Vergleichbaren Eisenbahn zu 10 Minuten
    führt. Dies findet man auch auf den
    offiziellen Transrapid Homepages.

2 Minuten pro Zwischenstopp? Wenn so etwas machbar wäre, dann doch wohl auch für einen ICE - oder wird man in den Transrapid per Pressluft hineinkatapultiert?

Sicher KÖNNTE der Transrapid (etwas) besser beschleunigen als der ICE, aber er darf es ja aus Schallschutzgründen gar nicht. Das gibt ja im übrigen auch die MPG zu; der Transrapid wird erst weit hinter Hamburg seine Nenngeschwindigkeit fahren:

http://www.maglev.de/pages/hamburg.html
Ich zitiere:
Zwischen Hamburg Hauptbahnhof und Station Hamburg Moorfleet maximal 200km/h
Anschließend Beschleunigung auf maximal 250 km/h bis zur Landesgrenze Schleswig-Holstein.
— Zitat Ende —
Da der Transrapid auf Hamburger Gebiet erst einmal einen Schlenker hinunter nach Moorfleet macht, sind es im Endeffekt über 35 km, auf denen unter 250 km/h gefahren wird (und dann noch ein Zwischenstopp in Moorfleet eingelegt wird). Bis dahin wäre ein ICE schon an der Landesgrenze SH/MVP…

Das gleiche gilt übrigens für den Schlenker hinauf nach Schwerin. Man muss sich nur einmal auf der Karte die Umwege anschauen, die da gefahren werden sollen!

Reinhard

Hallo Heiko!

Gibt es eigentlich einen vernünftigen
Grund, gegen den Transrapid zu wettern?
Was bitte spricht denn gegen ein neues,
schnelles Verkehrsmittel?

Hauptsächlich die Tatsache, dass die Industrie das Projekt nur mit Steuergeldern leisten kann und will. (Was ja eigentlich schon alles über die Wirtschaftlichkeit sagt.)
Und dass wir Steuerzahler bezüglich der Kosten-/Nutzenrechnung verarscht werden.

Ich höre immer,
man solle doch lieber vorhandene Strecken
ausbauen und ICE-tauglich machen. Das
passiert ja tatsächlich und ich halte das
mit Verlaub für Schwachsinn.

Das ist mit Verlaub kein Schwachsinn, denn wenn wir in den nächsten 50 Jahren überhaupt mit öffentlichen Verkehrsmitteln fahren werden, dann auf den Schienen der Bundesbahn. (Oder meinst du, unsere Volkswirtschaft kann sich in absehbarer Zeit ein komplettes Transrapid-NETZ leisten? Daran glaubt doch noch nicht einmal die MPG, sonst würden die Bahnhöfe nicht als Kopfbahnhöfe ausgelegt!)

Hochgeschwindigkeitsstrecken sind nämlich
für Güterverkehr nicht mehr nutzbar, weil
sich Verkehrsmittel mit kurzer Taktzeit
und unterschiedlichen Geschwindigkeiten
nicht auf gleicher Trasse betreiben
lassen. Diese einfache und für jeden
Laien nachvollziehbare Überlegung taucht
in den Diskussionen praktisch nicht auf,
dafür aber viele Argumente aus dem Bauch
heraus.

Das stimmt zwar - hat aber mit dem Transrapid kaum etwas zu tun. Oder meinst du, die Bahn wird den ICE einstellen, nur weil es den Transrapid (Wie gesagt, wenn überhaupt: auf einer einzigen, schon jetzt kaum bezahlbaren und im Endeffekt unrentablen Strecke) gibt?

Die Diskussion um einen einzigen
Streckenabschnitt dauert nun schon Jahre.
Es fehlt aber ein Gesamtkonzept, um Güter
von der Straße auf die Schiene zu bringen
und gleichzeitig auf neuen Trassen mit
welcher Technologie auch immer den
schnelleren Personenverkehr zu
bewerkstelligen.

Warum eigentlich schneller? Der Transrapid ist doch gar nicht schneller als das Rad-/Schiene-System. Und: wer es wirklich eilig hat, kann (und wird auch weiterhin!) fliegen. Denn auch die Fluggesellschaften werden sich nicht die Butter vom Brot nehmen lassen, nur weil ein paar Leutchen von der (Uralt-)Technik des Transrapid schwärmen.

Im übrigen kann ich dir nur http://home.t-online.de/home/rsdhanstein/rh_2.htm empfehlen - weitaus weniger als ich (als teilweise Betroffener) „aus dem Bauch heraus“, aber dafür mit fundierten Zahlen und nachprüfbaren Quellenangaben. (Im übrigen kann man’s auch selbst mit den Zahlen der MPG nachrechnen …)

Reinhard

Transrapid & Schnee
Hi,

was soll der Transrapid eigentlich machen, wenn Schnee auf der Trasse liegt ?
Räumen stelle ich mir schwierig vor. Elektrisch abtauen ist sicher einfach, aber absoluter Unfug.

Sigi

Es gibt schon Gründe, weshalb die Strecke zwischen Hamburg und Berlin gebaut werden soll!
Wir haben hier ja kaum Schnee im Winter - und auch keine Steigungen. Wenn man sich mal die Daten von Thyssen bezüglich Tunnelquerschnitten und Geschwindigkeit anschaut, weiss man auch, was aus einem „Transrapid-Netz“ wird.

Neben Schnee kann ja auch alles mögliche andere auf der Strecke herumliegen: der erwähnte Ziegelstein, aber auch Wild oder Selbstmörder (die werden sich darum reissen, der erste sein zu dürfen, der vom TR zerfetzt wird!). Und die Strecke ist ja, wie gesagt, nur auf 45% aufgeständert, der Rest ebenerdig oder sogar unter dem Erd-Niveau. (So z.B. an prominenter Stelle im Sachsenwald - gleich hinter der Autobahnausfahrt Witzhave. Da können potenzielle Ziegelsteinwerfer in 20 Minuten per Auto aus Hamburg anreisen - sehr praktisch…)

Reinhard

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So langsam bin ich auchdavon überzeugt, dass der Transrapid ein teurer Riesenscheiss ist, der im Betrieb miese macht und den auch kein anderes Land haben will wenn es Alternativen gibt…

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