Nachtigall und Rose

Liebe Lyrikexperten,

seit einigen Tagen versuche ich den ganzen Text und den Autor eines Gedichtes zu finden. Aber weder in meiner Bibliothek, noch auf verschiedenen Seiten im Netz habe ich sie gefunden. Ich halte Wilhelm Müller, Heine und Oscar Wilde für mögliche Autoren, aber es kann auch jemand ganz anderes sein.

Hier nun die Zeilen, die ich im Kopf habe:

Zur Rose sprach die Nachtigall …

Was du als Duft mir anvertrauet,
Als Lied erhältst du´s wieder ???

Die Rose sprach zur Nachtigall,
Wie süß / schön sind deine Lieder

Was du als Lied mir anvertraut,
als Duft erhältst du´s wieder. ???

In welcher Reihenfolge diese Zeilen zu stehen haben, kann ich nicht sagen.

Kennt jemand Autor und genauen Text, oder weiß, wo die zu finden sind.

Ich danke im Voraus herzlich und beste Grüße

Fritz Ruppricht

Hallo,

ich kenne das Gedicht leider nicht, wage aber trotzdem einen Rateversuch:

Könnte es vielleicht auch aus einer Fabel von La Fontaine sein?

Gruesse,

HastaLavista

Hallo Fritz,

die Zeilen kommen mir irgendwie bekannt vor und eigentlich würde ich auf Oscar Wilde tippen (schon wegen der Oper, die auf diesem Märchen basiert).

Weißt Du noch, worum es in dem ganzen Gedicht ging???

So long

Tessa

Weißt Du noch, worum es in dem ganzen Gedicht ging???

Liebe Tessa,
in dem Gedicht loben sich Rose und Nachtigall gegenseitig und geben ihrem Neid Ausdruck. Auf das Lob der Nachtigall antwortet die Rose, ihr Duft sei nur die Antwort auf die Lieder der Nachtigall:
„Was du als Lied mir anvertraut, als Duft empfängst dus wieder.“

Umgekehrt meint die Nachtigall auf das Lob der Rose, dass ihre Lieder nur die Antwort auf den Duft der Rose darstellen:
„Was du als Duft mir anvertraut, als Lied empfängst dus wieder.“

Ich weiß nicht mehr, welche von beiden zuerst spricht.

Es gibt ja auch die Fabel, dass die Rose zuerst weiß war und erst eine Nachtigall, die singend und sterbend ihr Blut, nachdem sie sich selbst am Rosendorn gestochen hatte, über der Rose vergoss, ihr die rote Farbe gab.
Ich meine das gibt es auch bei Wilde. Eines seiner Märchen?

So viel weiß ich, es würde mich freuen, wenn das dir und mir weiterhülfe.
Herzlichen Gruß Fritz

Es gibt ja auch die Fabel, dass die Rose zuerst weiß war und
erst eine Nachtigall, die singend und sterbend ihr Blut,
nachdem sie sich selbst am Rosendorn gestochen hatte, über der
Rose vergoss, ihr die rote Farbe gab.
Ich meine das gibt es auch bei Wilde. Eines seiner Märchen?

Genau dies ist der Inhalt eines Märchens von Wilde, eingebettet in eine Rahmenhandlung (Student leidenschaftlich in junges Mädchen verliebt, diese will ihm nur ihre Gunst gewähren, wenn er ihr eine rote Rose schenkt. Er, betrübt, wird von Nachtigall belauscht, die sich auf die Suche nach roter Rose macht, findet nur weisse oder gelbe, erfährt, dass es eine Möglichkeit gibt, eine weisse Rose rot zu färben. Sie muss eine ganze Nacht singen, und sich dabei dicht an den Rosenstrauch pressen, so dass ihr Herzblut die Rose färbt. Nachtigall ist bereit zu diesem Opfer. Student findet am nächsten Morgen die wunderschöne Rose und die danebenliegende tote Nachtigall, pflückt die erstere und sucht hocherfreut das Mädchen auf, wird aber abgewiesen, da diese mittlerweile wertvolleres Geschenk von jemand anders erhalten hat. ich glaub, es waren Juwelen).

Zu Nachtigall und Rose gibt es auch von der viktorianischen Dichterin Christina Rossetti (1830-1894) ein Gedicht (natürlich in engl.). Ich konnte es bisher leider nicht auftreiben, und weiss auch nicht mehr, wo ich es gelesen habe. Vielleicht lohnt es sich aber, dieser Spur nachzugehen. Es könnte sich beim gesuchten Gedicht ja auch um eine Übersetzung handeln, oder?

HastaLavista