Nachts Aufwachen - die Hölle

Guten Morgen,

seit einigen Jahren plagt mich ein Problem, das sich zur Zeit - warum? - drängend aufstaut. Ich wache nachts auf, meist am sehr frühen Morgen, gegen 1, 2 Uhr und schlafe im schlimmsten Fall bis zum Aufstehenmüssen nicht mehr ein. Das geht an bis zu 5 Tagen pro Woche so, und ich fühle mich zunehmend besch… . Die Schlafmangeltage sind fast immer katastrophal, ich bin müde - was Wunder - , unkonzentriert, wehleidig bis kurz vor einem Weinkrampf, launisch, körperlich schlapp, schwitze aus nichtigem Anlass, gehe mir und anderen gehörig auf die Nerven.
Einschlafen tue ich wunderbar, akute Probleme und Sorgen zum Plagen habe ich nicht, eher ein generelles Unwohlsein an dieser Welt, den oberbelastenden Job, während dessen die Beschwerden begannen, konnte ich glücklicherweise bereits vor Jahren (!) aufgeben.

Ja, ich treibe Sport, ernähre mich sehr zuträglich, bekomme Shiatsumassagen, versuche Meditations- und Einschlafübungen (bei denen laufen mir aber immer die Gedanken weg), habe ein ruhiges und dunkles Schlafzimmer, einen beständigen Lebenswandel - eigentlich ist alles, wie es sein soll. Trotz alledem diese mich immer mehr belastenden Schlafstörungen.

Weiß jemand irgendeinen Rat??? Den würde ich dafür in den Himmel wünschen…

danke, dalga

Aus der Hölle ein Wohnzimmer machen
Hallo dalga
So merkwürdig es klingt: die besten Erfolge habe ich (bei mir selbst und meinen Patienten) bei Schlafstörungen, wenn ich mich nicht darum kümmere - jedenfalls nicht so, wie man das gewöhnlich macht. Bloß nicht den „versäumten“ Schlaf nachholen wollen oder sich schonen! Schlafmangel ausgleichen wllen ist der falsche Weg! Im Gegenteil - ignoriere soweit du kannst diese Schlafdefizite, geh erst spät ins Bett, viel später als du es sonst machst, auch wenn du um 20 Uhr schon totmüde bist, geh nicht vor 23 Uhr ins Bett!
Noch besser: Versuche, so lange aufzubleiben, wie du kannst.
Es ist ähnlich paradox wie bei Angsterkrankungen: Man darf der Angst / dem Schlafbedürfnis nicht nachgeben. Sowie man Angst trainiert, so sollte man Perioden mit weniger Schlaf trainieren.
Gruß,
Branden

Hallo,

bei einer so langen Zeitspanne mit Schlafproblemen und den anderen daraus erwachsenen (?) Symptomen würde ich Dir zum Besuch Deines Hausarztes, eines Neurologen oder Psychologien raten. Die köären dann ab, warum du morgens so früh wach bist und warum du nicht mehr einschlafen kannst. Gegebenenfalls wird eine schlafmedizinische Untersuchung in einem Schlaflabor durchgeführt. Dabei werden deine Gehrinreaktionen aufgezeichnet und man kann weitere Diagnostik durchführen. Ansonsten solltest Du versuchen, Deinen Schlaf nachzuholen, das ist allgemein als das gesündeste anerkannt. Vielleicht ist ein kurzer, vielleicht einstündiger Mittagsschlaf möglich? Ferner ist „Schlafhygiene“ wichtig für gesunden Nachtschlaf - z.B. sollte man in Bett und Schlafzimmer ausschließlich schlafen und nicht fernsehen, lesen etc. weiter ist es für viele hilfreich, die Uhr auf dem Nachttisch umzudrehen, damit man nicht nach dem nächtlich Aufwachen draufschaut und sich selbst unetr Druck setzt: „jetzt habe ich noch 3 Stunden Nacht, bevor ich wieder aufstehen muss - also muss ich jetzt unbedingt noch einschlafen“.

Viele Grüße,
Joachim

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Ansonsten solltest Du versuchen, Deinen Schlaf nachzuholen,
das ist allgemein als das gesündeste anerkannt.

Herrlich, dieser „gesunde Menschenverstand“ aus der BILD-Zeitung. Ich lach mich tot.

Vielleicht ist
ein kurzer, vielleicht einstündiger Mittagsschlaf möglich?

Vielleicht ist es dir auch möglich, eher zu Fragen Stellung zu beziehen, von denen du ein ganz klein wenig Ahnng hast?

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Hallo, Dalga,
da Du beruflichen Stress und belastende Gedanken ja ausschließt, könnte die Ursache sein, dass Du zu früh zu Bett gehst und gegen 02:00 Uhr morgen doch schon relativ „ausgeschlafen“ bist.
Statt Dich nun bis zum Weckerklingeln im Bett herumzuwälzen und diech zu ärgern, dass Du nicht einschlafen kannst (was Dich ja wieder am Einschlafen hindert) nimm Dir einfach etwas zu Lesen vor, trink einen Schluck. Je weniger Du über das Nicht-Schlafen-Können nachdenkst, desto besser.
Gruß
Eckard

Hallo!

Ergänzend zu Brandens ausführlicher Antwort hätte ich noch folgendes…

Welchen Sport treibst Du? An frischer Luft abends nach Feierabend?
Das macht auch müde. Jogge, walke oder gehe einfach stramm spazieren an 2 - 3 Abenden in der Woche.

Ich lese gerne abends noch ein paar Seiten, bevor ich das Licht ausmache.

In Deiner Situation hat man ja regelrecht Angst davor, ins Bett zu gehen, denn man weiß ja, wie es endet. Das ist natürlich auch übel, schlafen sollte positiv sein, also regelrecht „Spaß machen“.

Gute Besserung!

Gruß
Carmen

hallo dalga-
ich weiss dein alter leider nicht,aber falls du mitte 40 oder aufwaerts bist,solltest du an das klimakterium denken.neben vielen wiederlichen symptomen,sind schlafstoerungen eines davon.falls du noch juenger bist-wie waers mit einnahme von melatonin(schlafhormon der zirbeldruese).ich nehme seit 10 jahren abends vor dem schlafen 3 mg und habe seit dem sehr gute traeume,ungestoerte tiefschlafphasen und bin nach 6 stunden schlaf fit.ich weiss,dass es melatonin bei euch in deutschland nicht offiziell gibt,aber im rest der grossen weiten welt.kleiner nebeneffekt des melatonin:langsamere alterung und weniger bzw.gar nicht krank(1 schnupfen in 10 jahren und sonst nix!)

gruss von barbara

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Hi,
ich bin gerade - wirklich zufällig - auf das hier gestoßen:
http://health.ivillage.com/sleep/slinsomnia/0,sbcc_…

vielleicht hilft es dir. Du musst allerdings Englisch können.

Gruß
Nelly

Hallo dalga,

Dir laufen immer die Gedanken weg… Kann es sein, dass Dich diese Gedanken aufregen und noch wacher machen?

An Deiner Stelle würde ich zwei Dinge tun: Einmal wirklich richtig spät ins Bett gehen, wie Dir das schon jemand empfohlen hat. Dazu würde ich mir einen MP3-Player besorgen und neben das Bett legen. Wenn Du nachts aufwachst, hörst Du Dir ein schönes, aber nicht aufregendes, Hörbuch über den MP3-Player als Einschlafgeschichte an. Das vertreibt alle störenden Gedanken. Wenn ich das mache, komme ich kaum über Kapitel 3-4, das entspricht ca. 15 Minuten. Danach bekomme ich nichts mehr mit. Das hilft besser als selbst lesen. Mich beruhigt dabei auch der Gedanke, dass dadurch die Zeit wenigstens sinnvoll genutzt wird und ich nicht nutzlos herumliege.

Viel Erfolg

Anne

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Tipp:
(so klappts zumindest bei mir)

  • nachmittags od. gg Abend weiter Sport an der frischen Luft machen
  • Mittagsschläfchen/ lange Rumhängphasen vermeiden
  • Baldrian-Hopfen-Tabletten, oder einfach nur Baldrianzeugs vorm Schlafengehen nehmen (musst du aber nicht und vorallem nicht ständig)
  • Geräuschkulisse eindämmen, wenn du z.B. an einer Strasse mit lauten Autogeräuschen wohnst oder so… betreffendes Fenster zu machen
  • Licht aus, alles dunkel machen, ganz dunkel!!!
  • wenn du wieder aufwachst, nicht auf die Uhr schauen, dann regst du dich nur auf, dass es noch zu früh ist und wirst nervös
  • über nichts nachdenken was dich belasten könnte
  • nicht plötzlich aufstehen wenn du aufgewacht bist, oder licht anmachen oder so… einfach rumdrehen und versuchen weiterzuschlafen