Nachts wach wg. Kreislaufproblemen

Hallo,
seit einigen Tage habe ich nachts dermaßene Kreislaufbeschwerden das ich wach werde und meinen Puls unter Wasser halten muss. An Nachtruhe ist nicht mehr zu denken. Erst schlafe ich deshalb nicht ein, Herzrasen… und immer das Gefühl gleich ohnmächtig zu werden, irgendwie so, als ob ich mich innerlich verschlucke - bin ich dann mal eingeschlafen werde ich kurz drauf wieder wach und denke ich falle „weg“. Wasser auf den Puls hilft, Wasser trinken verschlimmerts eher.
Ich habe allerdings vor 1ner Woche die Pille abgesetzt, kann es vielleicht daran liegen?
Zudem hab ich seit heute Nackenschmerzen und einen leicht schweren linken Arm, der auf Druck weh tut. Steht das wohl auch im Zusammenhang?
Es kann evtl. auch sein, das es psychisch bedingt ist, habe mich vor wenigen Tagen von meinem Lebensgefährten getrennt.

Hat jemand einen Tipp für mich, was ich tun kann um durchzuschlafen?
Oder muss ich denn doch zum doc?

Für alle Tipps 1000 Dank
Sabine

Hallo Sabine!

Es kann verschiedene Ursachen haben, dass du probleme mit dem Kreislauf hast.
Ob die probleme psychischen ursprungs sind, kannst nur du alleine beurteilen, zB, ob du Angst hast, die dir bisher noch nicht aufgefallen ist( gibts ja), oder eben, ob es an der Trennung liegt…

Es kann natürlich auch sein, dass es an dem hohen Ozongehalt in der Luft liegt( bei mir ist das manchmal so).
Das müßte dann eventuell auch am Tag zu spüren sein…da bin ich mir allerdings nicht so sicher.

Vielleicht liegt es auch an einer Über-,Unterfunktion der Schulddrüse.

Ich würde mal zu deinem Hausarzt gehen, oder zu einem Kardiologen.

Es ist schon seltsam, dass es immer in der Nacht ist.
Am Tag wirklich gar nicht?

Horch mal in dich, ob du Angst verspürst, oder ein sehr starkes Angespanntsein, wegen irgendwas.

Viele Grüße
Pia

Hallo Pia,

tagsüber kommt es auch vor, aber sehr selten. Wenn ich mich dann aufsetze und tief durchatme verschwindet es, wenn ich mich jedoch nachts hinsetze kann ich gar nicht tief durchatmen (wird dann schlimmer), da hilt nur der Gang ins Bad zum Wasserkran.

Angst habe ich eigentlich nicht, aber angespannt bin ich schon. Die Angst das mir was passiert kommt allerdings hoch, wenn ich im Bett keine Ruhe finde, und die körperlichen Probleme kriege.

Viele Grüße
Sabine

Hi Sabine,

hört sich sehr unangenehm an, was Du da schilderst… ich würde mich auch unwohl fühlen und mich fragen was mit mir nicht stimmt oder ob es schlimm ist wenn ich diese Symptome an mir wahrnehmen würde.

Es ist natürlich nicht möglich Dir per Ferndiagnose mit Sicherheit aufzuschlüsseln was die Ursache der geschilderten Beschwerden ist - das ist Dir bestimmt klar. Ich wollte es auch nur nochmal erwähnen…

Wir haben ja immer die Angewohnheit bei jeder Ursache nach einer Wirkung zu suchen, für jede Beschwerde einen Auslöser zu finden. Nur macht es uns unser Körper manchmal nicht ganz einfach, weil er nicht immer gleich auf denselben Auslöser reagiert, und weil sich oft auch verschiedene Körpersysteme beeinflussen, sowohl positiv wie auch negativ.

Ich bin als Rettungsassistent normalerweise gewöhnt mit „knallharten Notfällen“ umzugehen, und wer in diesem Business tätig ist rümpft über „Psycho-Kacke“ gerne die Nase. Ich weiß aus eigener Erfahrung aber auch daß man den Einfluß der Psyche auf den Organismus nicht unterschätzen sollte: als ich vor ein paar Jahren mal sehr unglücklich verliebt war bekam ich wie aus dem Nichts ab und zu „Herzkasper“, was für einen 28jährigen eigentlich eher ungewöhnlich ist. Im EKG sah man dann auch… nichts.

Bei Deinen Schilderungen macht mich der zeitliche Zusammenhang zu Deiner Trennung stutzig. Dazu kommt vielleicht die Hitze draussen, die den Organismus belastet, vielleicht hast Du auch allgemein viel um die Ohren…? Und nachts, wenn der Körper eigentlich zur Ruhe kommen könnte gelingt es nicht, wirklich mal abzuschalten… Das ist durchaus nicht ungewöhnlich, denn man kann statistisch sehr gut nachweisen daß Herzprobleme sehr oft nachts, also wenn die Anstrengungen des Tages eigentlich vorrüber sind, auftreten. Das fällt wieder in das Kapitel daß sich der Körper nicht wie eine Maschine steuern läßt und viele Einflüsse eine Rolle spielen können.

Wenn Du das nächste Mal nachts wach wirst kühlst Du dich wieder mit Wasser, weil Du merkst daß es gut tut. Bestimmt hilft auch frische Luft, und am sinnvollsten lagerst Du dich mit leicht erhöhtem Oberkörper - das entlastet das Herz. Versuche dich auf Deine Atmung zu konzentrieren, am besten ist es wenn man tief ein- und ausatmet und dabei nicht zu schnell ist, sondern möglichst ruhig atmet. Manchmal beginnt man unbewußt schneller zu atmen, das kann auch eine Ursache für Taubheit oder Kribbeln in den Fingern oder das Gefühl, schlecht Luft zu bekommen, sein (weil sich zuviel Sauerstoff im Körper anreichert und zu wenig CO2 ausgeatmet wird).
Sage Dir ansonsten das es eine ganz normale körperliche Reaktion ist, die zwar nicht angenehm, aber auch nicht gefährlich ist. Die Symptome werden bald genauso schnell verschwinden wie sie aufgetreten sind.

Vielleicht nutzt Du das Wochenende und das schöne Wetter - ich hoffe auch in Deiner Gegend - um mal aus dem Alltagstrott herauszukommen und etwas zu tun was dich entspannt. Mach einfach ein „Sabine-Wohlfühl-Wochenende“, zum Beispiel :smile:
Ich kenne Deine Vorlieben nicht, aber fahr irgendwohin, wo es Dir gefällt, geh ein bißchen Shoppen, frische Luft schnappen, unter Leute kommen oder Freundinnen besuchen, die Du immer schon mal wiedersehen wolltest, gut essen und vergiß so gut es geht den Job und die Trennung… einfach ein wenig Ablenkung.

Ich bin mir sicher daß Dir das gut tun wird und sich alle Beschwerden demnächst in Luft auflösen. Falls es wider Erwarten doch nicht besser wird - nochmal, ich kann wie jeder andere nur mutmaßen und keine definitiv richtige Diagnose per Internet hervorzaubern - solltest Du doch mal Deinen Hausarzt aufsuchen und die Lage mit ihm besprechen.

Ich wünsche Dir jedenfalls daß diese unangenehmen Symptome bald verschwinden und Du wieder gut schlafen kannst.

Viele liebe Grüße,

MecFleih

PS: Sabinen sind mir immer sehr sympathisch, aber das ist ne andere Geschichte :smile:

Hallo Sabine,

die fehlende Pille ist es sicher nicht, und eine Schilddrüsenüberfunktion manifestiert sich nicht derart spürbar, genau seit „n“ Tagen.

Du schreibst:
„vor wenigen Tagen von meinem Lebensgefährten getrennt.“
und „seit einigen Tage habe ich nachts dermaßen Kreislaufbeschwerden das ich wach werde“, „Herzrasen“, „Nackenschmerzen„

Deine genannten Symptome gehören zu den bekannten psychischen Reaktionen auf schwere Belastungen - .

Dazu gehört eben auch die Trennung vom Lebenspartner. Man steckt es nicht einfach weg. Es muss verarbeitet werden. Hat man z. B. aus Zeitgründen keine Verarbeitungsmöglichkeit dieser neuen, schmerzhaften Phase, dann wird häufiger mit psychosamatischen Symptomen reagiert (Beruf, Stress, fehlender Mensch/Freundin der/die gut zuhören kann).

So kannst du aber im Moment nicht weitermachen. Hast du nicht eine liebe Freundin oder einen anderen Menschen, mit dem du über deine Sorgen öfter mal sprechen kannst? – Denn so kannst du die Zentnerlast deiner Psyche abarbeiten.

Baldrian hat eine beruhigende Wirkung auf das vegetative Nervensystem und hilft bei Beschwerden, die aufgrund von Nervosität entstehen, wie Schlaflosigkeit, nervöse Herzbeschwerden und Angstzustände. Für den Anfang, um überhaupt zu ein- und durchzuschlafen, kann Baldrian in diesem Fall gut helfen. Wegen optimaler Dosierung von z. B. Baldrianperlen Packungsbeilage lesen.

Da deine Beschwerden aber zur Zeit sehr stark sind, solltest du dir einen Termin bei deinem Arzt holen und kurz über deine Verfassung sprechen. Er sollte psychologisch erfahren sein. Oder man geht gleich zu einem „Neurologen“ bzw. „Nervenarzt“, der bei entsprechender Dringlichkeit erst zum Psychologen überweisen muss, damit die Krankenkasse mitzieht.
Es gibt heute gute, nicht süchtigmachende Medikamente (unterschiedliche Antidepressiva), die bei leichten Depressionen gut helfen, hierdurch Herzrasen verhindern und wieder zum Schlaf finden lassen und die man dann ganz langsam wieder absetzt, wenn die psychische Verarbeitung der Situation geschafft ist.
Lerne, die Freude wiederzufinden. Welche Dinge, machen dir Freude? Im Moment nicht viele? Raffe dich trotzdem auf, sei gut zu dir selbst und überlege, was dir jetzt gut tun würde.

Besuche auch ruhig mal etwas weiter oben das Brett „Psychologie“.

Viel Glück wünscht dir

Renate

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Hallo Sabine

Also, wenn ich das richtig verstehe, dann bekommst du Nachts Herzrasen. Es ist das Herzrasen, was du fühlst? Und dann hilft nichts anderes mehr, als der Gang zum Wasserhahn?!
Hmm…also…es hört sich für mich schon so an, als ob es von der Psyche herkommt.
Natürlich ist es schwer zu sagen, weil ich dich und deine Situation nicht kenne.
Aber ich habe dieses Herzrasen auch immer dann, wenn ich angespannt bin und Angst habe, dass etwas schief laufen könnte, verstehst du?
Das Herzrasen wäre dann eine Auswirkung einer Psychischen Ursache, und meist zeigt diese sich auch bevor die Ursache( also in dem Falle Angespanntsein, Angst) an die Oberfläche kommt.
Es ist nicht zwingend so, dass du zu erst die Angst fühlst und dann erst das Herzrasen.

Wenn du wirklich Gewissheit darüber haben willst, was es ist, dann geh zu deinem Hausarzt, der wird dir am ehesten helfen können!

Viele Grüße
Pia

Liebe Renate,

es kann ganz gut sein, das der psychologische Moment der Auslöser ist. Drüber reden kann ich schon, haben viele meiner Freunde in den letzten Tagen „herhalten müssen“. Baldrian wäre vielleicht eine ganz gute Idee, aber Antidepressiva o.ä. kommen mir nicht ins Haus, habe bei zuvielen Leuten mitansehen müssen, wie sie sich durch solche Medikamente eigentlich mehr oder weniger selbst ins Knie geschossen haben.
Beruhigend wirkt gerade auf mich, das es evtl. kein organisches Prob ist, und ich mittels aktiver Alltagsgestaltung (wenn des denn im Moment klappen würde) mein eigens Antidepressivum sein könnte … und wenn es mir ein bichen besser geht und ich vor allem endlich wieder schlafen kann (seit 10 Tagen) sieht die Welt bestimmt eh wieder besser aus. Ich habe auch den Tipp von MecFleih beherzigt und mit erhöhtem Oberkörper „geschlafen“, das hat auch ein wenig geholfen - so habe ich letzte Nacht wenigstens fast 4 h am Stück schlafen können.

Vielen Dank und viele Grüße
Sabine

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Lieber MecFleih,

vielen dank für Deine liebe Antwort die mir sehr geholfen hat. Was Du geschrieben hast klingt richtig plausibel und es hat mir sehr gut getan. Vor allem ist die Angst - das mir nachts jetzt was ganz fürchterliches im Schlaf - oder um den Schlaf herum - passieren könnte stark gemindert. Wenn die Symptome eher auf die Situation zurückzuführen sind, werden sie ja mit Sicherheit irgendwann verschwinden, und vor allem habe ich jetzt nicht mehr eine so große Angst zu all dem auch noch krank zu sein. Der Tipp mit dem erhöhten Oberkörper war auch super, es hat sogar etwas geholfen, heute Nacht musste ich nur 4-5 mal raus, das war richtig erfreulich. Aktive Freizeitgestaltung würde mir sicherlich sehr gut tun, aber das kann ich noch nicht, im Moment habe ich auf nichts Lust, das kommt aber bestimmt auch demnächst wieder.

Nochmals vielen lieben Dank und viele Grüße
Sabine