Hi Sabine,
hört sich sehr unangenehm an, was Du da schilderst… ich würde mich auch unwohl fühlen und mich fragen was mit mir nicht stimmt oder ob es schlimm ist wenn ich diese Symptome an mir wahrnehmen würde.
Es ist natürlich nicht möglich Dir per Ferndiagnose mit Sicherheit aufzuschlüsseln was die Ursache der geschilderten Beschwerden ist - das ist Dir bestimmt klar. Ich wollte es auch nur nochmal erwähnen…
Wir haben ja immer die Angewohnheit bei jeder Ursache nach einer Wirkung zu suchen, für jede Beschwerde einen Auslöser zu finden. Nur macht es uns unser Körper manchmal nicht ganz einfach, weil er nicht immer gleich auf denselben Auslöser reagiert, und weil sich oft auch verschiedene Körpersysteme beeinflussen, sowohl positiv wie auch negativ.
Ich bin als Rettungsassistent normalerweise gewöhnt mit „knallharten Notfällen“ umzugehen, und wer in diesem Business tätig ist rümpft über „Psycho-Kacke“ gerne die Nase. Ich weiß aus eigener Erfahrung aber auch daß man den Einfluß der Psyche auf den Organismus nicht unterschätzen sollte: als ich vor ein paar Jahren mal sehr unglücklich verliebt war bekam ich wie aus dem Nichts ab und zu „Herzkasper“, was für einen 28jährigen eigentlich eher ungewöhnlich ist. Im EKG sah man dann auch… nichts.
Bei Deinen Schilderungen macht mich der zeitliche Zusammenhang zu Deiner Trennung stutzig. Dazu kommt vielleicht die Hitze draussen, die den Organismus belastet, vielleicht hast Du auch allgemein viel um die Ohren…? Und nachts, wenn der Körper eigentlich zur Ruhe kommen könnte gelingt es nicht, wirklich mal abzuschalten… Das ist durchaus nicht ungewöhnlich, denn man kann statistisch sehr gut nachweisen daß Herzprobleme sehr oft nachts, also wenn die Anstrengungen des Tages eigentlich vorrüber sind, auftreten. Das fällt wieder in das Kapitel daß sich der Körper nicht wie eine Maschine steuern läßt und viele Einflüsse eine Rolle spielen können.
Wenn Du das nächste Mal nachts wach wirst kühlst Du dich wieder mit Wasser, weil Du merkst daß es gut tut. Bestimmt hilft auch frische Luft, und am sinnvollsten lagerst Du dich mit leicht erhöhtem Oberkörper - das entlastet das Herz. Versuche dich auf Deine Atmung zu konzentrieren, am besten ist es wenn man tief ein- und ausatmet und dabei nicht zu schnell ist, sondern möglichst ruhig atmet. Manchmal beginnt man unbewußt schneller zu atmen, das kann auch eine Ursache für Taubheit oder Kribbeln in den Fingern oder das Gefühl, schlecht Luft zu bekommen, sein (weil sich zuviel Sauerstoff im Körper anreichert und zu wenig CO2 ausgeatmet wird).
Sage Dir ansonsten das es eine ganz normale körperliche Reaktion ist, die zwar nicht angenehm, aber auch nicht gefährlich ist. Die Symptome werden bald genauso schnell verschwinden wie sie aufgetreten sind.
Vielleicht nutzt Du das Wochenende und das schöne Wetter - ich hoffe auch in Deiner Gegend - um mal aus dem Alltagstrott herauszukommen und etwas zu tun was dich entspannt. Mach einfach ein „Sabine-Wohlfühl-Wochenende“, zum Beispiel 
Ich kenne Deine Vorlieben nicht, aber fahr irgendwohin, wo es Dir gefällt, geh ein bißchen Shoppen, frische Luft schnappen, unter Leute kommen oder Freundinnen besuchen, die Du immer schon mal wiedersehen wolltest, gut essen und vergiß so gut es geht den Job und die Trennung… einfach ein wenig Ablenkung.
Ich bin mir sicher daß Dir das gut tun wird und sich alle Beschwerden demnächst in Luft auflösen. Falls es wider Erwarten doch nicht besser wird - nochmal, ich kann wie jeder andere nur mutmaßen und keine definitiv richtige Diagnose per Internet hervorzaubern - solltest Du doch mal Deinen Hausarzt aufsuchen und die Lage mit ihm besprechen.
Ich wünsche Dir jedenfalls daß diese unangenehmen Symptome bald verschwinden und Du wieder gut schlafen kannst.
Viele liebe Grüße,
MecFleih
PS: Sabinen sind mir immer sehr sympathisch, aber das ist ne andere Geschichte 