Nachtspeicherofen

Hallo,

in einer Wohnung wird mit einem Nachtpeicherofen geheizt. Die Wohnung liegt in einem Altbau und nach Vermutungen ist die Heizung genauso alt, wie das Gebäude selbst.

Kann ein Mieter vom Vermieter verlangen, dass der Nachtspeicher gegen eine andere Heizungsart ausgetauscht wird? Oder gegen ein moderneres Modell?
Was kann der Mieter tun, damit dies durchgesetzt wird?

Wie kann der Mieter verhindern, dass er eine riesige Rechnung bekommt? Oder wie kann man mit einem Nachtspeicher günstig heizen?

Vielen Dank

Hallo!

Kann ein Mieter vom Vermieter :verlangen, dass der
Nachtspeicher gegen eine :andere Heizungsart :ausgetauscht wird?

Nein.

Oder gegen ein moderneres :Modell?

Nein.

Was kann der Mieter tun, :damit dies durchgesetzt wird?

Nichts.

Wie kann der Mieter :verhindern, dass er eine :riesige Rechnung bekommt? :open_mouth:der wie kann man mit einem :Nachtspeicher günstig heizen?

E-Heizung ist immer teuer.

Du hast die Wohnung mit Nachtspeicherheizung gemietet und kannst Dich deshalb hinterher nicht über die Heizungsart beschweren.

Gruß
Wolfgang

Moin,

die ganz alten Nachtspeicheröfen waren meines Wissens z.T. asbestverseucht. Du könntest auf eigene Kosten prüfen (lassen), ob es sich um eine solche handelt und ggf. dadurch einen Umbau der Heizung „erzwingen“. Allerdings kann es auch gut sein, daß der Vermieter dann nur die vorhandenen Nachtspeicheröfen umbauen lässt…

Gruß,
Tommy

Hallo Kinga,

soweit mir bekannt, kann man den Vermieter nicht „zwingen“ andere/neuere Heizöfen einbauen zu lassen, solange die Heizleistung gewährleistet ist.

Vielleicht bringt es was, allgemein mit dem Vermieter die Möglichkeit einer neuen Heizung durchzusprechen. Wenn im gesamten Haus allerdings nur Nachtspeicher vorhanden ist, wäre der Neuanschluss sicherlich ganz schön teuer. Die Vermieter bevorzugen Nachtspeicheröfen, da sie dann mit nix was zu tun haben, da der Mieter selbst abrechnet, etc.

Meine Nachtspeicherheizung hat mich 2-monatlich (vor der letzten Erhöhung der Nachtstromtarife) 45,-- Euro gekostet (63 qm-Wohnung). Das ist mit Sicherheit nicht besonders teuer, allerdings bin ich berufstätig und auch häufig länger unterwegs.

Ein Tip, Kosten zu sparen ist schlecht zu geben, deine persönliche „Wohlfühlwärme“ muss dazu in Ansatz gebracht werden. Bei mir haben jedenfalls alle immer gefroren und ich zum Schluss auch. War ein Grund die Wohnung samt ihren Nachtspeicheröfen zu verlassen (jetzt wird dort eine Heizung eingebaut!).

Gruss
Nita

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo,

die ganz alten Nachtspeicheröfen waren meines Wissens z.T.
asbestverseucht.

was heißt das? Das Asbest wird dann zum Problem, wenn daraus Staub entsteht, z.B. bei der Entsorgung. Die ist dann teuer. Der Betrieb der Öfen sollte kein Problem sein.

Gruß

Johannes

Hallo Kinga,

soweit mir bekannt, kann man den Vermieter nicht „zwingen“
andere/neuere Heizöfen einbauen zu lassen, solange die
Heizleistung gewährleistet ist.

Vielleicht bringt es was, allgemein mit dem Vermieter die
Möglichkeit einer neuen Heizung durchzusprechen. Wenn im
gesamten Haus allerdings nur Nachtspeicher vorhanden ist, wäre
der Neuanschluss sicherlich ganz schön teuer. Die Vermieter
bevorzugen Nachtspeicheröfen, da sie dann mit nix was zu tun
haben, da der Mieter selbst abrechnet, etc.

Wie ist es dann, wenn ein neuer Mieter einzieht. Kann dieser verlangen, dass ausgetauscht wird, wenn sowieso renoviert wird? Anschlüsse sind schon verlegt worden und die anderen Mieter im Haus haben auch schon eine neue Heizung.

Hallo,

in einer Wohnung wird mit einem Nachtpeicherofen geheizt. Die
Wohnung liegt in einem Altbau und nach Vermutungen ist die
Heizung genauso alt, wie das Gebäude selbst.

Kann ein Mieter vom Vermieter verlangen, dass der
Nachtspeicher gegen eine andere Heizungsart ausgetauscht wird?
Oder gegen ein moderneres Modell?
Was kann der Mieter tun, damit dies durchgesetzt wird?

Wie kann der Mieter verhindern, dass er eine riesige Rechnung
bekommt? Oder wie kann man mit einem Nachtspeicher günstig
heizen?

Hallo,

da die anderen Antworten überwiegend zutreffend oder anregend sind, hier noch ein Tipp. Sollte mit dem Nachtspeicherofen eine Raumtemperatur von 20 Grad nicht zu erreichen sein muss der VM nach Mängelanzeige des Mieters Abhilfe schaffen. Ob er hier dann den Nachtspeicher austauscht oder lediglich erweitert ( wobei der Energieversorger hier wohl auch noch zustimmen muss ) ist dem VM überlassen.

Ansonsten: Bestehen keine Mängel; ist der Nachtspeicherofen auch nicht schadhaft, hat der Mieter keine Ansprüche.

Gruss Günter

Hallo!

Wie ist es dann, wenn ein :neuer Mieter einzieht. Kann :dieser verlangen, dass :ausgetauscht wird, wenn :sowieso renoviert wird?

Der Mieter ist völlig frei in seiner Entscheidung, ob er die Wohnung haben will oder nicht. Ist der Mieter mit der Heizung nicht einverstanden, liegt es allein beim Vermieter, ob er etwas verändern will oder die Wohnung lieber an jemanden vermietet, der sie nimmt wie sie ist. Wenn ein Mieter die vorhandene Heizungsart bei Abschluß des Mietvertrages akzeptiert, kann er im Nachhinein keine Veränderungen durchsetzen.

Gruß
Wolfgang

Danke erst aml für die vielen Antworten, waren mir eine Hilfe.

Jetzt aber nochmal, wie sollte man mit einem Nachtspeicher richtig heizen? Kann das jemand erkären, da der Mieter keine Erfahrung mit Nachtspeicher hat.

Hi,

wie sollte man mit einem Nachtspeicher richtig heizen?

da kannst Du nicht viel falsch, aber auch wenig richtig machen. Zum Prinzip: Der Speicher wird nachts, wenn der Strom günstig ist, aufgeladen, über Tag wird die Wärme in den Raum abgegeben. Wenn Dir zu kalt ist, drehst Du den Thermostat höher, dann wird die Wärme etwas schneller in den Raum geblasen und der Speicher kühlt dementsprechen mehr aus. Das führt in der nächsten Nacht zu höherem Stromverbrauch, weil ja die Entnahme ausgeglichen werden muss.

Nachtspeicher sind in der Anschaffung unglaublich billig und im Betrieb dafür um so teurer, deshalb findet man sie nur in Mietwohnungen oder in Häusern der RWE- / E.on- / EnBW-Angehörigen. Kurz gesagt: Wer als Mieter mit Nachtspeicher heizen muss, hat die A…karte gezogen.

Gruß Ralf

Danke erst aml für die vielen Antworten, waren mir eine Hilfe.

Jetzt aber nochmal, wie sollte man mit einem Nachtspeicher
richtig heizen? Kann das jemand erkären, da der Mieter keine
Erfahrung mit Nachtspeicher hat.

Hallo Kinga,

„richtig“ heizen mit dem Nachtspeicher, mmhh. Also eine Antwort ist schon gegeben worden, die auch richtig ist.

Dazu muss noch gesagt werden, dass man den Ofen natürlich möglichst nicht zustellen sollte, damit die Heizleistung erhalten bleibt. Wie gesagt: am Ofen selbst gibt es meist einen Regler der erst einmal eingeschaltet werden muss, damit der Ofen überhaupt Wärme aufnimmt in der Nacht. Oft ist die Einteilung recht einfach in Stufe 1, 2 und 3 (z.Beispiel) aufgeteilt. Natürlich ist bei 1 der Ofen nicht sooo heiss, bei 2 und 3 wird das Ding dann schon ganz schön warm.

Wenn man zusätzlich abends etwas fröstelt, kann man an einem anderen Regler (entweder auch am Ofen selbst oder zentral im Raum) das Gebläse anstellen.

Als Beispiel aus meinen Nachtspeicher-Tagen: Im Wohnraum, wo der grössere Ofen stand, war ein Zentralregler hinter der Tür mit einer Temperaturanzeige. Dort konnte man z.B. 21 Grad eingeben und wenn der Fühler eine niedrigere Raumtemperatur anmaß, ging am Ofen das Gebläse an.
Im Schlafzimmer mit dem kleineren Ofen gab es am Gerät selbst einen zweiten Regler ohne Temperaturanzeige, die das Gebläse anstellte.

So, also: Ofen aufheizen mit Regler Nr. 1, wenn am nächsten Tag warm und Temperatur nicht befriedigend, Gebläse an. Immer bedenken, dass man erst am nächsten Tag den Erfolg des Nachregelns hat, da ja nur nachts Strom gezogen wird. Also wenn der Besuch sagt: Kalt hastes hier, dann geht nur Gebläse an und sonst für den nächsten Tag wieder einladen!

Hoffe, dies war eine Hilfe.

Gruss
Nita

Hallo Johannes,

Der Betrieb der Öfen sollte kein Problem sein.

Was ist bei Einsatz eines eingebauten Lüfters, der ja das Asbest anpustet und evt. Staub im Zimmer verteilt?
Ein Nachtspeicherofen ist nicht immer ein geschlossenes System.
Gruß
Axel

Hallo Axel,

der Asbest bröselt doch nicht permanent, sodass der Lüfter den Staub dauernd verteilt. Wenn man Eternit in einem Haus verbaut ist es auch kein Problem, wenn man die übliche Anzahl Löcher reinbohrt um Regale usw. zu befestigen. Erst wnn das Haus z.B. umgebaut oder abgerissen wird, hast Du das Problem mit der Entsorgung.

Gruß

Johannes

Hallo,

Was ist bei Einsatz eines eingebauten Lüfters, der ja das
Asbest anpustet und evt. Staub im Zimmer verteilt?
Ein Nachtspeicherofen ist nicht immer ein geschlossenes
System.

Die Oma meiner Freundin hat in einer Wohnung mit Nachtspeicherofen gewohnt. Vor einigen Jahren kamen dann in alle Wohnungen des Hauses Arbeiter in „Raumanzügen“, haben „Zelte“ um die Öfen gebaut und die enthaltenen asbestverseuchten Platten gegen unbedenkliches Material ausgetauscht. Deswegen auch mein Hinweis, darauf vielleicht mal zu prüfen.

Gruß,
Tommy

Hallo,

möchte gerne noch wissen, ab wann der günstige Nachstrom läuft? Wann muss man abends die Heizung anmachen und wann morgens wieder aus? Damit man nicht mit dem Tagesstrom heizt!

Vielen Dank

Hallo,

möchte gerne noch wissen, ab wann der günstige Nachstrom
läuft? Wann muss man abends die Heizung anmachen und wann
morgens wieder aus? Damit man nicht mit dem Tagesstrom heizt!

AFAIK heizt so ein Ofen immer mit Nachtstrom - der wird über einen Impuls vom E-Werk angekündigt. Die Entnahme der gespeicherten Wärme erfolgt dann während des Tags.

LG
Stuffi

Hallo Stuffi,

AFAIK heizt so ein Ofen immer mit Nachtstrom - der wird über
einen Impuls vom E-Werk angekündigt. Die Entnahme der
gespeicherten Wärme erfolgt dann während des Tags.

Was ist den „AFAIK“? Läuft die Heizung dann automatisch an, wenn der Impuls kommt und was ist dieser Impuls (wie macht er sich bemerkbar?) ?

LG
Kinga

Hallo,

Was ist den „AFAIK“?

As Far As I Know (soweit ich weiß).

Läuft die Heizung dann automatisch an,
wenn der Impuls kommt und was ist dieser Impuls (wie macht er
sich bemerkbar?) ?

seit langem ist es möglich, geringe Mengen an Informationen über das Stromnetz zu versenden (Powerline war der mäßig erfolgreiche Versuch, auch größere Mengen zu transportieren = Internet aus der Steckdose).
Mit solchen Informationen kann man Geräte schalten wie zB eine Heizung.

In der Nacht, wenn der allgemeine Stromverbrauch sinkt, werden vom E-Werk die Nachtspeicherheizungen aus der Ferne eingeschaltet. Das hat für das E-Werk den Vorteil, dass schlecht regelbare Kraftwerke (zB Atomkraftwerke) nicht heruntergefahren werden müssen. Mit dem Einschalten beginnt die Heizung sich aufzuladen (sie heizt also noch nicht den Raum). Am nächsten Tag kannst du dann die gespeicherte Wärme entnehmen.

Ältere Nachtspeicherheizungen wurden nicht ferngeschaltet sondern über eine Zeitschaltuhr gesteuert.

Gruß, Niels

Hallo Johannes,

der Asbest bröselt doch nicht permanent, sodass der Lüfter den
Staub dauernd verteilt.

Sogar Felsen zerbröselt durch Temperaturunterschiede. Warum sollte das bei Eternit nicht der Fall sein? Wo doch grad beim Nachtspeicherofen die Temperaturunterschiede und auch das Temperaturgefälle nicht grad gering sind?

Wenn man Eternit in einem Haus verbaut
ist es auch kein Problem, wenn man die übliche Anzahl Löcher
reinbohrt um Regale usw. zu befestigen.

Wäre mir aber ein wenig zu gefährlich - ich atme auch, wenn ich eine Bohrmaschine benutze.
Grad die Grenzwerte bei krebserzeugenden Stoffen wie Asbest sind ja keine ‚Unschädlichkeitsgrenze‘, sondern nur eine ‚Wahrscheinlichkeitsminimierungsgrenze‘. Weshalb ja auch Raucher Krebs bekommen, die nur ganz wenig rauchen - ist halt nur weniger wahrscheinlich, nicht unschädlich.

Erst wnn das Haus z.B.
umgebaut oder abgerissen wird, hast Du das Problem mit der
Entsorgung.

Das ist natürlich noch ein ganz anderes Thema.

Gruß
Axel

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Anmerkung/Ergänzung
Hallo,

In der Nacht, wenn der allgemeine Stromverbrauch sinkt, werden
vom E-Werk die Nachtspeicherheizungen aus der Ferne
eingeschaltet.

Und dabei nicht alle gleichzeitig, sondern so verteilt, daß es keine Belastungsspitzen gibt. Und nicht jeden Tag zur selben Zeit, sondern abhängig vom sonstigen Verbrauch im Netz.
Zumindest in älteren Installationen kann man bei Bedarf aber auch mit teurerem Tagstrom aufladen (zwei Zähler installiert, Schalter zur Überbrückung des Einschaltsignals) - was man natürlich tunlichst vermeiden sollte.

Mit dem Einschalten beginnt
die Heizung sich aufzuladen (sie heizt also noch nicht den
Raum). Am nächsten Tag kannst du dann die gespeicherte Wärme
entnehmen.

Die Wärme kann natürlich auch sofort entnommen werden (Lüfter einschalten). Der Speicher heizt ansonsten nicht erst am nächsten Tag, sondern sobald die Wärme die Außenseite erreicht hat, was aber natürlich einige Zeit dauert.

Btw., es gibt (gab?) sogar Nachtspeicheröfen ohne Lüfter, die sich also ausschließlich über die Aufladetemperatur im Voraus ‚regeln‘ lassen - wenn überraschend die Sonne scheint oder Schnee fällt, hat man eben Pech gehabt. Meine Schwiegereltern haben sowas noch in Betrieb - zum Glück ziemlich ungenutzt im Schlafzimmer.

Gruß
Axel