letztes Jahr hatten wir zu Weihnachten eine Tanne im Topf gekauft und den Baum gleich im Januar in den Garten gepflanzt. Jetzt schaut er ganz trostlos und armselig aus. Er hat ganz braune Nadeln, nur oben noch ein paar Äste grün und er verliert die ganzen braunen Nadeln, die Äste sind fast alle taub - das heisst - er ist nicht angewachsen, was ist da passiert? Wir hatten schon mal einen Weihnachtsbaum im Topf verpflanzt, da war das gleiche Problem, aber ganz spät Ende August ist er angewachsen und hat kleine grüne Triebe bekommen. Vertrocknet kann die Tanne nicht sein, ich habe sie genug gegossen. Wer kennt sich damit aus? Was für biologische Vorgänge passieren? Vielen Dank für einen Tipp.
Hallo.
Was Du erlebt hast ist normal. Der Baum hat im Freien gestanden und wird im Dezember, zu einer Zeit der Vegetationsruhe, rausgerissen, eingetopft und kommt in ein warmes Zimmer mit 20 - 25 Grad. Durch die Zimmerwärme verdunstet der Baum Flüssigkeit. Da er aber „schläft“, kommt von den Wurzeln kein Nachschub an Feuchtigkeit und der Baum vertrocknet nach kurzer Zeit. Den Wärmeschock überleben die Meisten nicht.
Mein Tipp: Entsorge den Baum und leg Dir neues Pflanzgut zu. Auch wenn er wider Erwarten doch neu treiben sollte, er wird jahrelang ein mikeriges Bild abgeben, bevor er sich erholt.
Bei neuem Pflanzgut achte drauf, das in dem Pflanzgefäss ober auf der Erde Unkraut oder Moos gewachsen ist. Das ist ein sicheres Zeichen, dass der Baum im Pflanzgefäss gezogen worden ist. Ist oben drauf schöne saubere Erde, ist der Baum kurz vor dem Verkauf neu eingetopft worden. Solche Baumschulware tut sich schwer mit anwachsen.
Gruss Peter
Neben allem, was Peter sehr richtig dazu sagt, ist das der Hauptgrund. Die Bäume werden nicht gestochen, so dass ein Minimum an Ballen entsteht, sondern gerodet, heißt die Wurzeln werden mit dem Spaten abgehackt und der restliche Baum wandert mit etwas Erde in den Topf. Guckt ja keiner nem Baum in den Topf…
Ich will euch beileibe nicht widersprechen, aber komischerweise sind bei mir, bis auf einen, den ich zu lange im Zimmer gehalten habe, alle Weihnachtsbäume im Topf mit Wurzeln angegangen.
Ich habe allerdings auch immer reichlich Bittersalz gegeben, wenn die Nadeln braun wurden.
Ich hab’s dann ganz aufgehört, weil ich ja eigentlich mit einem Tannenwald im Garten nichts anfangen konnte, aber schön war’s trotzdem, die Kandidaten so nach Jahres-Größen zu sehen.
Als ich Kind war, hatte ein Freund eine hübsche Fichte im Garten, von der er Stein und Bein schwor, dass er selbige ohne Wurzeln, nur einfach so in den Boden gesteckt hätte. Eigentlich glaub ich’s bis heute nicht, andererseits hatte er keinen Grund zu lügen.