Um die Suche zu erleichter: Warentrenner
Die Frage lautete: Wie kommen Dinge zu ihren Namen?
Datum: 7.1.2001 12:50 Uhr
Lieber Herr Jannasch,
probieren Sie es doch selbst einmal.
Finden Sie einen passenden, prägnanten, allgemein akzeptablen Ausdruck für des Stück Holz oder Plastik, das in Supermärkten auf den Warenlaufbändern an den Kassen die Waren des einen Kunden von denen des nächsten trennt.
Haben Sie so einen Ausdruck gefunden, müssen Sie nur noch die Mitmenschen davon überzeugen, dass Ihr Vorschlag der „beste“ ist und die anderen dazu bringen, ihn zu verwenden.
So ist das wohl bei allen Gegenständen einmal gegangen. Entweder hat der Erfinder, Erbauer, Erstbenutzer sie benannt. Oder es gab sie vielleicht lange ohne Bezeichnung, dann ergab sich der Wunsch, den Gegenstand zu benennen. Es wurden vielleicht zu verschiedenen Zeiten und an verschiedenen Orten verschiedene Benennungsversuche unternommen, die einige Zeit miteinander konkurrierten. Endlich setzte sich einer durch und fand Aufnahme in den allgemeinen Sprachgebrauch und schließlich auch in den Duden.
Ein jüdischer Witz formuliert das so:
Ein Talmudschüler fragt den anderen: Warum heißt ein Tisch eigentlich Tisch? Sagt der andere: Schau, er sieht aus wie ein Tisch, ist gebaut wie ein Tisch, fühlt sich an wie ein Tisch, kann gebraucht werden wie ein Tisch, warum also bitte sollte man ihn nicht Tisch nennen? 
Datum: 8.1.2001 00:57 Uhr
Liebe Gesprächsteilnehmer,
den Warentrenner hat ja nun schon Uwe Rill eingebracht.
Lasst uns nun die Neubenennung zu Ende bringen!
Gut deutscher Tradition folgend - á la Streetball, das keine Amerikaner kennt und Händi, das weder Amerikaner noch Engländer kennen -, begnügen wir uns aber keineswegs mit dem deutsche Wort, sondern wählen selbstverständlich eine englische Kombination und zwar „products separator“ (Produkteseparierer).
Es trifft sich gut, dass es das Wort „separator“ im Englischen schon gibt, allerdings mit einer etwas anderen Bedeutung, nämlich: Zentrifuge! Somit wären wir knapp daneben und doch vorbei.
Und natürlich kürzen wir dieses lange Doppelwort ab. So entsteht: „prod sep!“ Dies wird nun durch ständigen Gebrauch immer mehr germanisiert bis daraus ein: Brotsepp! geworden ist.
Und damit HEUREKA!!!: Das Ding heißt BROTSEPP! Und jetzt geht hin und kündet aller Welt davon! Im Namen des Duden, und des Wahrig und des Hl. Kluge, AMEN!
Heidi brachte „Nexter“ ein.
Datum: 16.1.2001 18:26 Uhr
„Brotsepp“ ist das Ergebnis einer satirischen Gedankenkette.
„Nexter“ ist „originärem deutschen Sprachgrund und -boden“ entwachsen. (Ich verbitte mir jede Assoziazion zu „Blut und Boden“.)
Trotzdem hat es Anklänge ans Englische. Herz, was begehrst du mehr!?!
Damit erst haben wir das beste Wort für dieses Ding. Ich ziehe hiermit den „Brotsepp“ zurück und propagiere von nun an den Nexter.
Für mich ist diese Bezeichnung so einleuchtend wie seinerzeit der „Pümpel“, als ich dies Wort kennen lernte. Uns zu Hause fehlte ein wirklich passendes Wort; wir nannten es „Gummistopfer“, was aber offensichtlich so falsch ist, wie der „Anrufbeantworter“, der allenfalls „Anrufentgegennehmer“ heißen dürfte.
Ich bitte um Verzeihung, dass ich auf diese Weise meinem Affen reichlich Zucker gebe. Aber es ist für viele vielleicht einfacher so, als die ganze Reihe der Artikel von damals aufzusuchen und zu lesen.
Gruß FR