Nahrungsanhang an Samen von Nymphaea lotus?

Hallo Aquarianer,

wenn die Samenkapsel der Nymphaea aufgesprungen ist, kann man erkennen, daß die Samen behaart bzw. mit Pflanzenfasern bestückt sind und zunächst auf der Wasseroberfläche schwimmen. Nach und nach gehen sie dann unter, um (in der Natur) von der Wasserströmung davongetragen zu werden. So sichert sich die Pflanze ein großes Verbreitungsgebiet ab. Meine Fische im Aquarium finden diese Samen äußerst lecker und fressen sie weg. Auch in Ordnung. Was ich hierzu wissen möchte: Zielen diese Pflanzenfasern an den Samen auf die Nahrungsinteressen pflanzenfressender Fische ab?

Z.B. gibt es das Waldliliengewächs Trillium. Wenn da die Samenkapsel aufspringt, haben die Samen auch einen Nahrungsanhang, der auf die Nahrungsinteressen der Ameisen abzielt und diese die Samen in ihren Bau tragen. Dabei gehen natürlich hier und da welche „verloren“. Dieses „Verlorengehen“ von Samen ist natürlich beabsichtigt.

Also kann einer von Euch mal tief in der vielleicht vorhandenen Wasserpflanzenökologie-Literatur graben?

Ich freue mich auf Eure Antworten.

Liebe Grüße
Margitta

Hallo Margitta,

zunächst sollte ich gleich sagen, daß das was ich schreibe nicht ganz sicher ist (ich bin nicht direkt Botaniker und erst recht kein Aquarianer und mit der Ökologie von Wasserpflanzen kenn ich mich nicht wirklich aus).

Aber ich glaube nicht, daß die beschriebenen haarartigen Strukturen als ein Elaiosom zu betrachten sind. Derartige Gebilde sind gedacht (wie Du beschrieben hast z.B. für Ameisen), die Verbreitung der Samen voranzutreiben. Aber Seerosen sind ja im Wasser und auch deren Samen.
Ob die Fische die Haare nahrhaft finden, weiß ich nicht, aber ich tippe nein, denn: vermutlich finden sie den Samen-Inhalt viel nahrhafter;

Natürlich sind bei Samen allgemein und im Speziellen bei solchen die für Tierverbreitung vorgesehen sind, Verluste von der Evolution „einberechnet“. Aber ein Same mit Elaiosom geht meist selbst gar nicht verloren, nur das Elaiosom wird abgeknabbert. Wenn Deine Fische nun diese Samen einfach als „Futter“ betrachten, so glaube ich weniger, daß die Pflanze dies selbst auch noch unterstützt.

Grüße
Peter