Name f. rhetorische figur gesucht

hi

neulich in einer doku gehört …

„die frischen roggenbrote gehn weg wie warme semmeln“

und

„warum dieser ort „höllental“ heisst - das weiss der teufel“

gibt es einen ausdruck dafür, wenn man eine redewendung auf etwas anwendet dass inhaltlich in den gleichen bereich fällt?

kann man sich ja tausend weitere beispiele denken… „der laborchef und seine assistentin streiten sich wieder - zwischen denen stimmt die chemie wohl nicht“ oder „die beiden spieler halten sich auf dem brett gegenseitig in schach“ oder „die näherin hat den faden verloren“ oder oder oder…

wäre nett wenns dafür einen fachbegriff gäbe. danke!!

Das ist echt schwer…

Das erste ist einfach nur ein Vergleich, der Witz entsteht ja aber aus Ambiguität - Mehrdeutigkeit…

Vielleicht Katachrese: Bildbruch, Bildmissbrauch, falsche Verbindung zweier Bilder „Der Zahn der Zeit, der schon so viele Tränen getrocknet hat, wird auch Gras über diese Wunde wachsen lassen.“

oder Konzetto: Geistreich-witziges Gedanken- oder Wortspiel hierzu müsste aber ein ungewöhnliches Bild verwendet werden…

Aber speziell einen Begriff für die Verknüpfung von Redensarten kenne ich zumindest nicht…

Kannst ja hier nochmal gucken: http://de.encarta.msn.com/encyclopedia_761577842/Rhe…

Viele Grüße!

Hallo Bavaria79!

    1. Die frischen Roggenbrote gehn weg wie warme Semmeln.
    1. Warum dieser Ort „Höllental” heißt, - das weiß der Teufel.
    1. Der Laborchef und seine Assistentin streiten sich wieder,
      – zwischen denen stimmt die Chemie wohl nicht.
    1. Die beiden Spieler halten sich auf dem Brett gegenseitig in Schach.
    1. Die Näherin hat den Faden verloren.

gibt es einen ausdruck dafür, wenn man eine redewendung auf
etwas anwendet dass inhaltlich in den gleichen bereich fällt?

wäre nett wenns dafür einen fachbegriff gäbe. danke!!

Es handelt sich bei deinen Beispielen schlicht und einfach um die rhetorische Figur des Wortspiels und speziell hier um solche Wortspiele, die auf Zweideutigkeit beruhen.

Der Witz besteht darin, dass der Ausdruck hier gleichzeitig nicht nur im übertragenen Sinne als Redewendung, sondern auch ganz in seinem konkreten Sinne zu verstehen wäre.

http://de.wikipedia.org/wiki/Wortspiel#Arten

Einen allgemeinen Fachbegriff gibt es meines Wissens dafür nicht.

Für einen Spezialfall solcher Wortspiele gibt es aber einen Begriff:

Bei einem Zeugma im modernen Sinn entsteht der Witz dadurch, dass ein Satzteil eingespart wird und er dabei einmal im konkreten und einmal im übertragenen Sinne zu lesen ist.

http://de.wikipedia.org/wiki/Zeugma_%28Sprache%29

Wenn du die Komik in deinen Beispielsätzen abmildern willst, weil du z.B. keine Ironie beabsichtigst, könntest du das dadurch tun, indem du Adverbien wie buchstäblich oder wortwörtlich einfügst.

Dann ist der Witz weg, weil es beim Empfänger der Botschaft eines solchen dann nicht mehr bedarf.
:wink:

Gruß Gernot

Habe nun, ach! rhetorische Figuren
Durchaus studiert, mit heißem Bemühn.
Konnte wikipedia zu Rate ziehn
http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_rhetorischer_Figuren
Da steh’ ich nun, ich armer Tor,
Und bin so klug als wie zuvor!

Die ganze Liste bei wiki aber ich durchforstet und nichts gefunden. Anscheinend gibt es für diese Art von Sprachspiel noch keinen Terminus – also lasst uns einen basteln.
Da habe ich zwei wunderschöne Wörter gefunden, die ich bisher nicht kannte: Meronymie und Holonymie. Der Weg zum Fundort: http://de.wikipedia.org/wiki/Wortfeld -> http://de.wikipedia.org/wiki/Synset -> Meronymie/Holonymie

" Meronymie (griechisch) ist ein Begriff aus der Sprachwissenschaft. Er bezeichnet eine partitive Relation, das heißt eine Teil-von-Beziehung.
Beispiele:
* Kasus ist ein Teil von Deklination.
* Finger ist ein Teil von einer Hand."
http://de.wikipedia.org/wiki/Meronymie

" Ist ein Begriff A ein Holonym eines anderen Begriffes B, so bezeichnet der Begriff B einen Teil des Begriffes A.
Beispiel einer Holonymie: Gesicht enthält Nase. Somit ist Gesicht ein Holonym von Nase."
http://de.wikipedia.org/wiki/Holonymie

In Anlehnung an den existierenden Begriff schlage ich " meronymische Figur" bzw. " holonymische Figur" vor, je nachdem, von welcher Seite her man die Sache betrachtet.

„Roggenbrote“ und „Semmeln“ wären dann Meronyme zu dem nicht genannten Holonym „Backwerk“.
Der Teufel ist Meronym zum Kompositionselement Höllen tal.
Die beiden anderen Beispiele kann man analog aufdröseln.

Mit freundlich-forschem Forschergruß

Pit

P.S.:

wäre nett wenns dafür einen fachbegriff gäbe. danke!!

Hinkt da eine Katachrese in der Logik des Satzgefüges? ;-»

da fehlt ein Begriff - Mist!
In Anlehnung an den existierenden Begriff " etymologische Figur" schlage ich … vor