Namensformen auf Chinesisch

Hi!

Studienbedingt begegne ich immer wieder Autoren die einen Chinesischen Namen bekommen haben, der aber nicht unbedingt Lautähnlich zu ihrem eigentlichen Namen ist…
z.B. Der Autor Helmut Martin wird in China „Ma Hanmao“ genannt.
Es soll in den Touristenzentren Chinas sogar Shops geben, in denen man sich Stempel mit „seinem chinesischen Namen“ anfertigen lassen kann.

Meine Frage:
Wie, bzw. nach welchen Kriterien und mit welcher Ausführung wird die chin. Version eines westlichen (oder sonst wie fremdländischen) Namens bestimmt?

Und wie stellt man japanische/ koreanische Namen auf chinesisch dar?

lg
Kate

Haloo Kate,

Studienbedingt begegne ich immer wieder Autoren die einen
Chinesischen Namen bekommen haben, der aber nicht unbedingt
Lautähnlich zu ihrem eigentlichen Namen ist…
z.B. Der Autor Helmut Martin wird in China „Ma Hanmao“
genannt.
Meine Frage:
Wie, bzw. nach welchen Kriterien und mit welcher Ausführung
wird die chin. Version eines westlichen (oder sonst wie
fremdländischen) Namens bestimmt?

Bei der Anpassung ausländischer Namen wird versucht, dem originalen Klang irgendwie nahe zu kommen und gleichzeitig chinesische Silben mit einer angenehmen/gefälligen Bedeutung zu finden; da werden halt Kompromisse geschlossen (ich habe kürzlich eine TV-Sendung über die Namen deutscher Marken in China mitbekommen).

Eine düstere Erinnerung, die ich mal gelesen habe: Luxemburg heißt in etwa lu sen bao, und das bedeutet „Schloss im Schilfwald“ -ohne Gewähr, es ist lange her.

Es soll in den Touristenzentren Chinas sogar Shops geben, in
denen man sich Stempel mit „seinem chinesischen Namen“
anfertigen lassen kann.

Du kannst dir in so ziemlich jeder europäischen Großstadt deinen Namen in chinesischen Zeichen kalligraphisch schreiben lassen.

Und wie stellt man japanische/ koreanische Namen auf
chinesisch dar?

Japanisch und chinesisch haben dieselbe Wurzel, da gibt es keine großen Probleme. Koreanisch weiß ich nicht.

Grüße
gargas

Hallo,
Sehr schöne Erklärung. Berlin (Bolin) war z.B. der Pinienwald, wenn ich mich recht erinnere. Es gibt aber auch Städtenamen, die tatsächlich übersetzt werden, z.B. Oxford, was 牛津 „Niujin“ heißt — wörtlich „Rinderfurt“. :smile:

Ein Freund von mir, der mit Nachnamen „Keine“ heißt, hat diesen Namen anders umschrieben bekommen. Keine ist eine Verneinung im Deutschen, sie entspricht grob in etwa dem klassischen Chinesischen Wort 無 (wu). Das gibt es nicht als Nachnamen, aber ein ähnlich ausgesprochenes Wort 吴, das ein recht häufiger Nachname ist. Passt ja.

Und wie stellt man japanische/ koreanische Namen auf
chinesisch dar?

Japanisch und chinesisch haben dieselbe Wurzel, da gibt es
keine großen Probleme. Koreanisch weiß ich nicht.

Japanisch hat die Chinesischen Schriftzeichen übernommen und teilweise abgeändert (Hiragana & Katakana), aber die beiden Sprachen sind nicht verwandt, weisen also insofern keine gleichen Wurzeln auf. Auch mit Koreanisch nicht. Zumindest konnte da noch nichts glaubhaft nachgewiesen werden.
Im Japanischen gibt es Katakana und das Koreanische ist ohnehin eine Buchstabenschrift. Da kann man ausländishche Namen ganz einfach transkribieren.
Beispiel für meinen Vornamen:

Chinesisch: 安德烈 (Āndéliè, wörtl. „friedlich, Moral, intensiv“)
Japanisch: アンドレ (Andore, keine Bedeutung)
Koreanisch: 안드레 (Andeure, keine Bedeutung)

Gruß,

  • André

Hallo André,

eine Rückfrage an dich, da Du anscheinend vom Fach bist: mir hat mal jemand erzählt, ein Chinese könne einen japanischen Text lesen der in traditioneller Schrift verfasst ist. Nun sagst Du:

Japanisch hat die Chinesischen Schriftzeichen übernommen und
teilweise abgeändert (Hiragana & Katakana), aber die beiden
Sprachen sind nicht verwandt, weisen also insofern keine
gleichen Wurzeln auf.

Wie isses denn nun - ich kenne mich nicht aus.

Danke
gargas

P.S.: Luxembourg - prononciation : lú sēn bǎo
http://www.chine-informations.com/mods/prenoms/?nom=…
:wink:)

Guten Morgen Kate,
schau mal in diesen Link, da kannst Du viele Namen kalligraphieren lassen, sogar in verschiedenen Schriftarten:
http://www.chine-informations.com/mods/prenoms/?tail…
Falls Du kein Französisch kannst, klick das englische Fähnchen an.

Viel Spaß!
gargas

japanische Schriften
Hallo gargas

Ich mische mich mal ungefragt ein, denn ich
finde, André habe sich sehr missverständlich
ausgedrückt!
(Ich darf doch hoffen, dass der «Experte
schlechthin» es eigentlich besser weiss.)

Hiragana & Katakana sind Silbenschriften (also
nicht Ideogramme wie die klassische chinesische
Schrift), die in neuerer Zeit den chinesischen
Zeichen zur Seite gestellt wurden (unter
anderem, um nicht-japanische Lehn- und
Fremdworte darstellen zu können).
Typische japanische Texte (z.B. Zeitungen oder
Inserate) bestehen aus einem Mischmasch aller
drei Schriften.
Hiragana & Katakana bestehen aus «kurzen» (=
einfacheren, wenige Einzelstriche enthaltende)
Zeichen, die wie die klassischen Zeichen den
Duktus des Pinselschreibens verraten.

mir hat mal jemand erzählt, ein Chinese
könne einen japanischen
Text lesen der in traditioneller
Schrift verfasst ist.

Dem stimme ich zu.

Freundliche Grüsse
Rolf

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Hallo gargas,

mir
hat mal jemand erzählt, ein Chinese könne einen japanischen
Text lesen der in traditioneller Schrift verfasst ist.

das ist (mit gewissen Einschränkungen) richtig - wenn man unter ‚traditioneller Schrift‘ die im 5. Jahrhundert in Japan eingeführten chinesischen Schriftzeichen (Kanji) versteht.

Japanisch hat die Chinesischen Schriftzeichen übernommen und
teilweise abgeändert (Hiragana & Katakana)

Das wiederum ist nicht ganz in Ordnung so. Hiragana und Katakana sind keine abgeänderten Kanji, sondern zwei selbständige Silbenschriften (mit unterschiedlichen Funktionen). Das Japanische mit seiner völlig anderen Struktur kann ausschließlich mit Kanji nur eingeschränkt wiedergegeben werden und so entstanden zwischen dem 9. und 11. Jahrhundert die Hiragana (‚Frauenschrift‘) und Katakana (‚Mönchsschrift‘). Als agglutinierende Silbensprache kann Japanisch mit diesen (aus jeweils 46 Zeichen bestehenden) Silbenschriften wiedergegeben uneingeschränkt werden, wobei jedoch die große Anzahl von Homonymen ein semantisches Problem darstellt.

In der Praxis werden daher heute bei japanischen Texten alle drei Schriftsysteme verwendet. Substantiva (die ca. 60% des japanischen Wortschatzes ausmachen) werden idR durch Kanji wiedergegeben, Partikel (praktisch die gesamte Grammatik) durch Hiragana, Fremdwörter durch Katakana. Der Trend geht dahin, konpliziertere und selten gebräuchliche Kanji zunehmend durch Hiragana zu ersetzen. Das japanische Kultusministerium empfiehlt, sich auf die sog. ‚Jôyô-Kanji‘ (1945 Zeichen, die auch an den Schulen gelehrt werden) zu beschränken. Das ist weniger einfach, als es auf den ersten Blick scheint - diese 1945 Kanji haben etwa 4000 verschiedene Lesarten. Grundsätzlich gibt es bei Kanji die sinojapanische (an das chinesische Original angelehnte) on-Lesart sowie die rein japanische (häufig mehrsilbige) kun-Lesart (v.a. bei Verben).

Wenn man jetzt noch in Betracht zieht, dass etliche der Jôyô-Kanji praktisch außer Gebrauch sind, dafür aber andere gerne ‚ersatzweise‘ gebraucht werden - z.B. weil sie leichter zu erlernen und zu schreiben sind - kann man wohl nachvollziehen, warum Japanisch als eine der am schwierigsten zu schreibenden Sprachen gilt.

Freundliche Grüße,
Ralf

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Hi Gargas,

Japanisch und chinesisch haben dieselbe Wurzel, da gibt es
keine großen Probleme. Koreanisch weiß ich nicht.

das Japanische und das Chinesische sind als Sprache überhaupt nicht verwandt.
Mit wurde als Beispiel Deutsch und Finnisch genannt, die auch wenig gemein haben.

Und genauso wie die von uns verwendete Schrift eigentlich für unsere Sprache recht ungeeignet ist (man erkennt das an der Unzahl von Umlauten und Diphtongen), ist auch das Kanji für die Japanische Sprache eher ungeeignet.

Gandalf

Leider nicht so einfach… :smile:
Hi Kate,

eine etwas schwierige und auch umstrittene Sache, die Du da ansprichst. Auch nach hundertfünfzig Jahren europäischer sinoligischer Forschung gibt es leider noch immer keine allgemeingültige ‚Regel‘, was die ‚Übersetzung‘ westlicher Namen ins Chinesische anbelangt.
Dies liegt vor allem daran, da sich deutsche (und auch andere nichtchinesische) Silben nur schwer mit chinesischen Schriftzeichen wirklichkeitsnah darstellen lassen, und umgekehrt. Prinzipiell kann man aber sagen, daß es zwei Möglichkeiten gibt:

  1. Eigennamen jeglicher Art, die seit (Ur-)Zeiten verwendet werden und auch in China bekannt waren bzw. sind (z.B. Mittelmeer, Europa, Frankreich, Deutschland, Russland, aber auch Marco Polo oder Ludwig XIV.), stehen fest und sind über die Jahrhunderte übernommen worden. Dabei handelt es sich oft um kompromißbehaftete, phonetische Übertragungen. Eine sinnvolle Übersetzung kann, muß jedoch nicht immer gegeben sein: Frankreich - Land des Rechts; Deutschland - Reich der Tugend; Bremen - Stadt am Fluß; Russland - keine sinnvolle Übersetzung, eben eine phonetische Übertragung;

Man versuchte und versucht also, den (für Chinesen) fremden Klang der Silben und Laute mit chinesischen Silben bzw. Schriftzeichen darzustellen. Oft mit dem Ziel, dem Ergebnis auch bezüglich einer Übersetzung einen entpsrechenden Sinn zu geben. Dies gelingt und gelang nicht immer, begründet durch die Struktur der chinesischen Sprache. Gute Beispiele sind etwa Coca Cola - Viel Spaß mit gutem Geschmack, oder auch Mercedes Benz - schnelles Fahren;

Da (anders als im Westen) neue Begriffe (z.B. Internet, E-Mail, UMTS, SMS, Michael Schumacher, Angela Merkel) in China (meist) nicht einfach übernommen werden können, weil den Chinesen lateinische Buchstaben ebenso fremd sind, wie uns deren Schriftzeichen, ist die Namensfindung in China ein stetiger Prozeß. Jedes Jahr kommen also neue chinesische Begriffe hinzu, dagegen wir auch englische Begriffe einfach übernehmen können.

Mit Namen von westlichen Politikern und bekannten Personen verhält es sich analog:

Präsident Bush - Bu Shi Zong Tong (布什总统)
Präsident Putin - Pu Jing Zong Tong (普京总统)
Bill Gates - Bi Er Ga Ci (比尔盖茨)

Abgesehen davon, daß in den beiden oberen Beispielen Zong Tong mit Präsident übersetzt werden kann, haben alle anderen Schriftzeichen hier keinen anderen Sinn, als einen phonetischen.

Aus „Andreas“ wir so An De Li YA SI, aus „Peter“ wird Bi DE.

Die (oftmals) ausschließlich phonetische Übertragung ist also die eine Möglichkeit. Wenn diese mit einer sinnvollen Übersetzung einhergeht (bzw. einhergehen kann), um so besser. Doch dies ist nur selten der Fall.

Nachteile: Die Möglichkeit einer sinnvollen Übersetzung ist oft nicht möglich. Die meisten westlichen Silben lassen sich kaum wirklich mit chinesischen Schriftzeichen darstellen. (Beispiel Andreas: Es gibt kein chin. Schriftzeichen für die Silbe ‚dre‘ in Andreas.)

  1. Insbesondere chinesische Personennamen bestehen zumeist aus zwei, oft drei, ausgesprochen selten aus vier Schriftzeichen. Niemals jedoch aus fünf, sechs oder gar noch mehr Zeichen. Daher erscheinen Chinesen westliche Namen, die (nach dem ersten Beispiel) rein phonetisch übertragen wurden, eben immer auch sehr fremd, sehr exotisch, und keinesfalls asiatisch. Der Name ‚Michael Jackson‘ - Mi Ke Er Jie Ke Xun (麦克尔杰克逊) signalisiert Chinesen (neben dem Wissen, wer gemeint ist) schon bezüglich der Silben, der ist nicht von hier, der ist keiner von uns, das ist ein Ausländer, der ist uns fremd, der kann unsere Kultur nicht wirklich kennen und verstehen.

Ebenso wie Chinesen, die sich längere Zeit im Ausland aufhalten, im Alltags- und Geschäftsleben kaum ihren tatsächlichen Namen (also auch geschrieben in chinesischen Schriftzeichen) verwenden können (Formulare ausfüllen, Konto eröffnen, Bibliotheksausweis beantragen usw.), machen es (professionelle und sprachkundige) „Langnasen“, also westliche Ausländer in China, die sich dort z.B. beruflich längere Zeit aufhalten. Chinesen schreiben ihre Namen außerhalb Chinas also mit lateinischen Buchstaben, nämlich in „Pinyin“. Mehr oder weniger können wir das aussprechen und lesen.

Für westliche Ausländer in China gilt dies analog, wenngleich es etwas schwieriger ist, da eben viele westliche Silben für Chinesen unausprechbar und auch nicht darstellbar sind. Man versucht, z.B. mit Hilfe eines sprachkundigen Chinesen, einen Namen zu finden, der zu einem passt. Es sollte bei Frauen also unbedingt ein Name sein, der weiblich ist. Es sollte außerdem ein Name sein, der auch hinsichtlich Geburt, Charakter, Erscheinung und (chinesischer) Kultur zu einem passt. Chinesische Eltern geben sich ausgesprochen Mühe, bei der Namensfindung ihrer Kinder. Sehr Vieles muß dabei bedacht werden, es ist eine eigene ‚Wissenschaft‘ für sich.

Hat man als Ausländer in China (mit Hilfe eines Sprachkundigen, sonst kann man viel falsch machen!) aber einmal einen passenden ‚guten‘ Namen gefunden, kann man diesen dort getrost führen, etwa auf Visitenkarten vermerken, diesen bei Ämtern und Behörden als zweiten, eben chinesische Namen, mit eintragen usw. Ausländer in China, mit einem „richtigen“ chinesischen Namen, finden schneller Zugang zur chinesischen Kultur und Geschäftswelt, sie erregen Aufmerksamkeit und Interesse, finden schneller Freunde und Bekannte.

Chinesen erkennen sofort mit Bewunderung und Hochachtung, wenn sich ein westlicher Ausländer (eine Langnase) ernsthaft Gedanken über seinen auf Chinesisch geschriebenen Namen gemacht hat und diesen vielleicht sogar schreiben kann, anstatt einfach eine rein phonetische Silbenübertragung zu benutzen, die Chinesen immer ausgesprochen fremdartig vorkommen wird, auch wenn der Name mit noch so vielen chinesischen Schriftzeichen geschrieben wird.

Dein Beispiel mit Helmut Martin ist treffend. Er ist ein weltweit anerkannter Sinologe und Autor und hat natürlich einen ‚guten‘ chinesischen Namen, und nicht nur eine (schlechte) phonetische Silbenübertragung.

*****
Mein Name in China ist übrigens 李斯 (Li Si). Ich „bekam“ ihn schon vor Jahren von meinem Chinesisch-Professor. Der Name passt zu mir (hoffe ich :smile:, da sich beide Silben auch in meinem ‚echten‘ Namen wiederfinden. Außerdem ist der Name ausgesprochen männlich, signalisiert (für Chinesen) Weisheit, Zielstrebigkeit, Durchhaltevermögen und andere Tugenden.

Und schließlich: Auch der Kanzler (Li Si, 280 bis 208 v. Chr.) des ersten chinesischen Kaisers hieß ebenso. Jedes Kind in China kennt ihn. Er vereinheitlichte Maße, Gewichte und Normen, reformierte das Verwaltungsystem des Staates und führte das Papiergeld ein, um nur Einiges zu nennen. Er starb zwar hingerichtet und zuvor kastriert, was jedoch seiner Berühmtheit in China keinesfalls schmälert. :smile:

Gruß, Andreas

Moin,

eine Rückfrage an dich, da Du anscheinend vom Fach bist: mir
hat mal jemand erzählt, ein Chinese könne einen japanischen
Text lesen der in traditioneller Schrift verfasst ist.

Entgegen der Aussage meiner Vorgänger halte ich das für ein Gerücht. Denn im klassischen Japanisch werden zwar nur die Kanji, also chinesischen Schriftzeichen, verwendet, aber bedingt durch den komplett anderen Aufbau der Sprache in völlig anderer Anordnung.
Was ich für möglich halte, ist, daß Chinesen den groben Inhalt kurzer, einfacher japanischer Texte erfassen können, mehr jedoch kaum.

Japanisch hat die Chinesischen Schriftzeichen übernommen und
teilweise abgeändert (Hiragana & Katakana), aber die beiden
Sprachen sind nicht verwandt, weisen also insofern keine
gleichen Wurzeln auf.

Zur Entstehung von Hiragana und Katakana hast Du ja nun schon eine Menge Infos bekommen. Übrigens bestehen längere japanische Texte oft sogar aus einer Mischung von vier Schriften, da gerne Akronyme in lateinischen Buchstaben verwandt und auch unsere Zahlen gerne benutzt werden.

Gruß

Kubi

Danke an Alle!
Erstmal möchte ich mich bei allen hier Antwortenden bedanken für die reiche Information, besonders bei dir, Andreas :smile:

Hat man als Ausländer in China (mit Hilfe eines
Sprachkundigen, sonst kann man viel falsch machen!)

Reicht hier „irgendein“ Sprachkundiger, sprich Chinese, oder muss man dafür die spezialisierten aber auch recht teuren Namenskundler aufsuchen?
(Namenskundler wär ja auch ein Job für mich, aber als nicht-Chinese hab ich da wohl kaum ne Chance XD)
Ich würde später gerne (zumindest für eine Weile, vielleicht für immer) in China leben, darum interessiert mich das ^^

Chinesen erkennen sofort mit Bewunderung und Hochachtung, wenn
sich ein westlicher Ausländer (eine Langnase) ernsthaft
Gedanken über seinen auf Chinesisch geschriebenen Namen
gemacht hat und diesen vielleicht sogar schreiben kann,
anstatt einfach eine rein phonetische Silbenübertragung zu
benutzen, die Chinesen immer ausgesprochen fremdartig
vorkommen wird, auch wenn der Name mit noch so vielen
chinesischen Schriftzeichen geschrieben wird.

Das kann ich mir vorstellen ^^

*****

Außerdem ist der

Name ausgesprochen männlich, signalisiert (für Chinesen)
Weisheit, Zielstrebigkeit, Durchhaltevermögen und andere
Tugenden.

Und schließlich: Auch der Kanzler (Li Si, 280 bis 208 v. Chr.)
des ersten chinesischen Kaisers hieß ebenso. Jedes Kind in
China kennt ihn. Er vereinheitlichte Maße, Gewichte und
Normen, reformierte das Verwaltungsystem des Staates und
führte das Papiergeld ein, um nur Einiges zu nennen. Er starb
zwar hingerichtet und zuvor kastriert, was jedoch seiner
Berühmtheit in China keinesfalls schmälert. :smile:

Das nenn ich chiqué XD Und dann auch noch Geschichtskunde hier, vielen Dank!

lg
Kate

Gern geschehen! + Antwort

Hat man als Ausländer in China (mit Hilfe eines
Sprachkundigen, sonst kann man viel falsch machen!)

Reicht hier „irgendein“ Sprachkundiger, sprich Chinese, oder
muss man dafür die spezialisierten aber auch recht teuren
Namenskundler aufsuchen?
(Namenskundler wär ja auch ein Job für mich, aber als
nicht-Chinese hab ich da wohl kaum ne Chance XD)
Ich würde später gerne (zumindest für eine Weile, vielleicht
für immer) in China leben, darum interessiert mich das ^^

Hi Kate,

jeder Chinese (aber auch jeder Nicht-Chinese), der Chinesisch beherrscht, kann Dir da weiterhelfen und Dich bei der Namensfindung unterstützen. Genannte Personen meinte ich mit „Sprachkundige“. Man muß dazu nicht unbedingt Wissenschaftler sein. Die Beherrschung der chinesischen Sprache sollte genügen.

Und, ganz nebenbei, dies sollte kein Geld kosten. Es bedarf keiner großen Mühe, wenn man Chinesisch spricht.

So, wie im deutschen Sprachraum jeder weiß, das der Name „Inge“ beispielsweise gemeinhin weiblich ist, kann sich jemand, der männlich ist, auf Chinesisch nicht etwa „Li Ping“ nennen. Denn dieser Name ist z.B. auch immer zwingend weiblich.

Automatische „Namensgeneratoren“, wie man sie häufig im Internet findet, sind aus meiner Sicht untauglich. Da kommt oft nur ‚Mist‘ raus.

Und schließlich:
Eine sehr gute!!! und umfassende Quelle, was Übersetzungen (Englisch/Chinesisch/Englisch) angeht, auch bezüglich Erklärungen zu Namen bzw. Eigennamen, ist folgender Link:

http://www.zhongwen.com

Beste Grüße, Andreas

Nochmal Dankeschön, vielleicht krieg ichs ja irgendwann mal selbst hin XD

Automatische „Namensgeneratoren“, wie man sie häufig im
Internet findet, sind aus meiner Sicht untauglich. Da kommt
oft nur ‚Mist‘ raus.

Oh ja, ich hab grad mal den Link von gargas ausprobiert, sehr lustig :smile:

lg

Kate

Das wiederum ist nicht ganz in Ordnung so. Hiragana und
Katakana sind keine abgeänderten Kanji, sondern zwei
selbständige Silbenschriften (mit unterschiedlichen
Funktionen). Das Japanische mit seiner völlig anderen Struktur
kann ausschließlich mit Kanji nur eingeschränkt wiedergegeben
werden und so entstanden zwischen dem 9. und 11. Jahrhundert
die Hiragana (‚Frauenschrift‘) und Katakana (‚Mönchsschrift‘).
Als agglutinierende Silbensprache kann Japanisch mit diesen
(aus jeweils 46 Zeichen bestehenden) Silbenschriften
wiedergegeben uneingeschränkt werden, wobei jedoch die große
Anzahl von Homonymen ein semantisches Problem darstellt.

…und woraus sind die Hiragana und Katakana damals entstanden? Richtig — aus chinesischen Schriftzeichen. Das war, was ich damit meinte. :smile:

Gruß,

  • André

Hiragana & Katakana sind Silbenschriften (also
nicht Ideogramme wie die klassische chinesische
Schrift), die in neuerer Zeit den chinesischen
Zeichen zur Seite gestellt wurden (unter
anderem, um nicht-japanische Lehn- und
Fremdworte darstellen zu können).
Typische japanische Texte (z.B. Zeitungen oder
Inserate) bestehen aus einem Mischmasch aller
drei Schriften.
Hiragana & Katakana bestehen aus «kurzen» (=
einfacheren, wenige Einzelstriche enthaltende)
Zeichen, die wie die klassischen Zeichen den
Duktus des Pinselschreibens verraten.

Das ist richtig. Aber m.W. habe ich nichts anderes behauptet. Die Hiragana und Katakana sind ursprünglich ja aus chinesischen Schriftzeichen entstanden; bei manchen erkennt man mit etwas Phantasie sogar noch das Ursprungsschriftzeichen. Das war’s was ich meinte.
Tut mir Leid, falls das irgendwie missverständlich rüberkam, will niemanden verwirren. =)

Gruß,

  • André