Angenommen, der Name besitzt ein Adelsprädikat, wie zum Beispiel:
„Friedrich Daniel von Recklinghausen.“
Nun lese ich in der Wikipedia über diesen Pathologen. Ohne den Vornamen zu nennen, fangen alle Sätze mit seinem Nachnamen groß geschrieben an, also Von Recklinghausen…
Nun gibt es weiterhin Adelsprädikate die sowohl groß als auch klein geschrieben werden, wie zum Beispiel der Name " de Haan, bzw. De Haan"
Wie in aller Welt weiß ich nun, wenn am Satzanfang grundsätzlich das Prädikat groß geschrieben wird, wer gemeint ist?
ich weiß, wie es Bibliothekare handhaben, bzw. warum gerade Wikipedia es so handhabt
Angenommen, der Name besitzt ein Adelsprädikat, wie zum
Beispiel:
„Friedrich Daniel von Recklinghausen.“
Nun lese ich in der Wikipedia über diesen Pathologen. Ohne
den Vornamen zu nennen, fangen alle Sätze mit seinem Nachnamen
groß geschrieben an, also Von Recklinghausen…
das ist eine Quasi-Übernahme aus einem anderen Sprachraum. Man betrachtet in den USA generell solche Namenspartikel als unabtrennbaren Teil des Namens.
Du findest einen noch lebenden Herrn von Recklinghausen in einem US-Telefonverzeichnis unter VonRecklinghausen nicht unter Recklinghausen
In Deutschland ist es genau anders herum
Nun gibt es weiterhin Adelsprädikate die sowohl groß als auch
klein geschrieben werden, wie zum Beispiel der Name " de Haan,
bzw. De Haan"
auch hier gilt eine ähnliche Regel:
kommt de Haan aus den Niederlanden, schreibt man ihn in NL und in D de Haan und sortiert ihn im Telefonbuch unter Haan
Ist DeHaan aber Amerikaner findest Du ihn unter DeHaan
Wie in aller Welt weiß ich nun, wenn am Satzanfang
grundsätzlich das Prädikat groß geschrieben wird, wer gemeint
ist?
Du weißt es leider nicht.
btw wird das noch verwirrender bei Spaniern und Portugiesen …
Gibt es da eine Regel?
ich habe sie genannt, doch wird sie außer in Bibliothekskatalogen und Lexika selten konsequent angewendet
es könnte damit zu tun haben, dass „von“ als Namensbestandteil gar nicht mal so oft auf einen Adelstitel hindeutet,sondern eine schlichte Herkunftsbezeichnung ist.
Mit von Recklinghausen führst du ein passendes Beispiel an.
Gerade in dieser Ecke Deutschlands, also Niederrhein, Münsterland kommt es gar nicht so selten vor, dass der Herr von Recklinghausen ein Adeliger ist, sondern dass der Ahnherr einfach aus Recklinghausen stammte.
Man vergleiche hier nur mal die Massen von „van“ in den benachbarten Niederlanden und Flämisch-Belgien.
Keiner davon ist adelig.
Insoweit wäre es vorstellbar, dass die Schreibregel eine Unterscheidung zwischen echtem Adel und scheinbarem Adel vornimmt.
Die Unterscheidung ist natürlich selten einfach.
Offensichtlich wäre es, wenn wir einen Herrn von Recklinghausner hätten.
Dann hätten wir nämlich einen Herrn Recklinghausner (da ist die Herkunftsbezeichnung schon drin), der später ein „von“ dazu verliehen bekommen hätte.
Die Herkunftsbezeichnungen in Namen werden innerhalb des deutschen Sprachgebiets unterschiedlich gebildet.
Im Norden herrscht der Herr Recklinghausen vor.
Im Westen der Herr von/van Recklinghausen.
Und im Süden der Herr Recklinghausner.
Und um die Verwirrung komplett zu machen, würden auch die Schweizer mal Recklinghausner und mal von Recklinghausen sagen.
Und dann gibt es natürlich noch Mischgebiete, wo alle Formen etwa gleich häufig auftauchen.
Gerade las ich über Schiller und seine Freundschaft mit Goethe…
Wir wissen, dass Goethe ebenfalls „von“ ist.
Nun beginnt ein Satz:
Von Goethe erwirkte Schiller…
Ist das nicht alles verwirrend!?
Andererseits ist die absolute Hauptfrage noch nicht so recht geklärt:
Wird nun tatsächlich immer am Anfang groß geschrieben, oder kann es in diesem Fall auch klein sein, wenn Baron von Münchhausen auf der Kanonenkugel reitet?
von Münchhausen fliegt also wieder.
Ich glaube, hier müsste man tatsächlich klein beginnen!?
Angenommen, der Name besitzt ein Adelsprädikat, wie zum
Beispiel:
„Friedrich Daniel von Recklinghausen.“
Nun lese ich in der Wikipedia über diesen Pathologen. Ohne
den Vornamen zu nennen, fangen alle Sätze mit seinem Nachnamen
groß geschrieben an, also Von Recklinghausen…
Wie in aller Welt weiß ich nun, wenn am Satzanfang
grundsätzlich das Prädikat groß geschrieben wird, wer gemeint
ist?
Das ergibt sich aus dem Kontext des jeweiligen ganzen Satzes:
Von Recklinghausen nach Herten fährt die Straßenbahn. Von Recklinghausen fährt nach Herten mit der Straßenbahn.
Wie in aller Welt weiß ich nun, wenn am Satzanfang
grundsätzlich das Prädikat groß geschrieben wird, wer gemeint
ist?
Gibt es da eine Regel?
nach Duden (Richtiges und gutes Deutsch):
„Der Namenszustaz (Adelsprädikat) von wird am Satzanfang (Von Gruber erschien zuerst) und in substantivischen Aneinanderreihungen wie Von-der-Recke-Straße großgeschrieben.“
Es gibt zu diesem Thema auch einen Artikel aus der Sprachberatung der Gesellschaft für deutsche Sprache.
kommt de Haan aus den Niederlanden, schreibt man ihn in NL
und in D de Haan und sortiert ihn im Telefonbuch unter Haan
Dazu noch eine Bemerkung, die zwar ins Fremdsprachenbrett gehört, ich aber vollständigkeitshalber machen möchte.
Im Niederländischen gilt folgende Regel zur Groß- oder Kleinschreibung bei Namen mit Vorsilbe (NL - voorvoegsel, z. B. „de“ Haan, „van de“ Berg, „van der“ Berg, „van den“ Berg):
Wenn Vornamen oder Initiale vor dem Nachnamen genannt werden, wird der erste Teil der Vorsilbe kleingeschrieben. Fehlen Vorname(n) oder Initiale, wird der erste Teil der Vorsilbe großgeschrieben.
Beispiele: (Meneer = Herr)
Meneer D e Haan ist 38 Jahre alt.
Meneer V an den Berg ist erst 21 Jahre alt.
Meneer Johan d e Haan ist 38 Jahre alt und meneer Peter v an den Berg erst 21.
J. d e Haan ist 38 Jahre alt.
P. v an der Berg ist 24 Jahre alt.
Anm.: Kursives müsste natürlich eigentlich auf Niederländisch geschrieben werden.
Gruß
Marianne de Ruyter de Wildt (Doppelname, keineswegs adlig)