Namenskonventionen

Hallo,

gibt es irgendwo im Netz eine Liste von Namenskonventionen für ausländische Namensregelung, die nicht der üblichen Regel Vor- und Nachname entsprechen?

tschö und danke
Thomas

??? Was meinst du???
Hi Thomas!

Hallo,

Namenskonventionen für ausländische Namensregelung, die nicht der
üblichen Regel Vor- und Nachname entsprechen?

Was verstehst du unter „üblichen Regel Vor- und Nachname“? Meinst du die deutschen Regeln? Denn zB bei uns in Spanien (und ganz Südamerika) sehen diese Regel wirklich ganz anders aus. Und wiederum in der Staaten der damaligen Sowjetunion, wieder anders…

tschö und danke
Thomas

tschö und gerne
schöne Grüße
Helena

Hallo Helena,

es geht drum, sämtliche Namen aus aller Herren Länder in einer Datenbank richtig zu händeln. Da in der Datenbank Vor- und Nachname getrennt sind und auch getrennt gesucht wird, kommt es bei bei Namen, die nach anderen Konventionen aufgebaut sind, zu Fehlern. D.h., sie werden bei einer Suche nicht gefunden. Um mir einen Überblick zu verschaffen, auf was alles zu achten ist um das Problem zu beheben, brauch ich ne Liste, wie Namen in den jeweiligen Ländern aufgebaut sind. Gibts sowas irgendwo? Wenn ich im Internet nach Namenskonventionen oder so suche, finde ich nur Programmierzeugs.

tschö
Thomas

Hallo Thomas
um eine gewisse Redundanz wirst Du nicht herumkommen.
A.a.O. in einer Antwort auf Deinen Namensvetter Thomas Miller hat Angelika bereits die Probleme mit internationalen Namensverzeichnissen aufgezeigt. http://www.wer-weiss-was.de/cgi-bin/forum/showarchiv…

Mehrfachaufnahmen werden also unumgänglich sein, wobei dann die entsprechenden Querverweise gesetzt werden müssen.
Grüße
Eckard.

und wie ist es z.B. bei Namen islamischer Herkunft? Ich hab mal gehört, dort besteht der Name aus einem eigenen Namen, dem Namen des Vaters und des Großvaters. Stimmt das?

und wie ist es z.B. bei Namen islamischer Herkunft?
Ich hab
mal gehört, dort besteht der Name aus einem eigenen Namen, dem
Namen des Vaters und des Großvaters. Stimmt das?

großvater nicht unbedingt, sonst liegst du richtig:
osama bin (sohn von) laden.

gruß
datafox

Hallo !

und wie ist es z.B. bei Namen islamischer Herkunft?
Ich hab
mal gehört, dort besteht der Name aus einem eigenen Namen, dem
Namen des Vaters und des Großvaters. Stimmt das?

großvater nicht unbedingt, sonst liegst du richtig:
osama bin (sohn von) laden.

Doch, Grossvater auch. Wird aber nur bei Prinzen benutzt (die ja nur mit Vornamen tituliert werden): Mohammad bin Abdul Aziz bin Saud heisst wahrscheinlich (nicht immer :wink: offiziell Abdul Aziz Saud oder Abdul Aziz Shabatli. Fuer die Prinzen kann man das theoretisch in endlos Reihe fortsetzen.
Genauso kann man einen Mann auch ueber seinen aeltesten Sohn definieren: Abu Nofal ist der Vater von Nofal. Das sind aber, bei den normalen Leuten, nur Rufnamen, die schon mal auf eine Visitenkarte kommen und auch immer so benutzt werden, aber nicht unbedingt der, der im Pass steht.

Bei Osama ist das ein klein wenig anders. Binladen ist ein (ziemlich verbreiteter) saudischer Familienname, also vergleichbar mit Gulbranson oder Matterson.

Zu der Sache mit dem „offiziellen“ Namen. Das ist auch in Afrika ein Problem. Ein Mensch hat gewoehnlicherweise nicht nur einen Namen. Ich kenne das aus Suedafrika so: Da gibt es den „Kindernamen“ (den die Eltern rausgesucht haben), dann den Namen, den er von westlichen Menschen gekriegt hat, weil sie den afrikanischen nicht aussprechen koennen (beruehmtestes Beispiel Rohihlala Nelson Mandela). Im Pass stand - zumindest frueher meistens der englische/afrikaanse Name, seine engste Familie kennt ihn mit dem „Babynamen“, seine SChulfreunde meist mit einem Namen, den er sich irgendwie durch ein bestimmtes Verhalten oder Ereignis „verdient“ hat. Dann gibt es noch Ehrenbezeichnungen (z.B. Madiba), die auch zum Teil Familiennamen sind.
Dieses Konzept mit dem westlichen Beduerfnis, eine Person auf einen Namen festzulegen, zu vereinigen ist ein Problem.
Ein anderes Beispiel ist Gatsha Buthelezi. So war der suedafrikanische Politiker jahrelang bekannt. Weil aber Gatsha ein bisschen abfaellig ist, hat er sich auf einen frueheren, anderen Namen besonnen, und nennt sich seither Mangosutho. Mr Buthelezi empfindet es heute als Beleidigung, Gatsha genannt zu werden(und reagiert sehr boese, wenn das in der Presse geschieht - macht eigentlich niemand mehr).

Eine Datenbank steht dem afrikanischen wie auch dem arabischen Namenskonzepten ziemlich quer gegenueber.

Gruesse, Elke

.
Hier in der SUB Goettingen wird es versucht, die landes-ueblichen Form zu benutzen. Da wir, als grosse Forschungsbibliothek, viele Mitarbeiter von diversen Laendern haben ist das oft gelungen. Dazu, wenn wir Dissertationen elektronisch veroeffentlichen, fragen wir die Doktoranden selbst, wie wir das machen sollen (wobei die Antworte nicht immer gleich sind, z.B. mit Koreanern). Im OPAC ist es dann nicht so schlimm, weil wir etliche Varianten erlauben.