In Würzburg gibt es den Studiengang nanostrukturtechnik.
Meine Frage, gibt es Nachfrage nach Nanostrukturtechnik-Ingenieuren, oder werden lieber Physiker eingestellt??
Bitte um ernsthafte Antworten, und nicht werbeslogens wie
„NS ist die Technik der Zukunft!!“
Danke
Hi Miklo,
Leute die Dir heute sagen können, welche Qualifikation in sagen wir mal vier Jahren gesucht werden, sind entweder Hellseher oder Lügner.
Wovon gibt es mehr? - alles klar oder?
Aber im Ernst.
Ob diese spezielle Qualifikation demnächst gefragt ist, kann Dir ernsthalt keiner mit Sicherheit sagen, vielees spricht allerdings dafür.
Auf der anderen Seite ist es so, daß dieses Studium nicht losgelöst von ‚klassischen‘ Fächern gelehrt werden kann, da wird sicher eine Menge Werkstoffkunde, Mathe, Physik, Chemie … beigebracht und damit kann sich frau/man sicher auch in artverwandten Disziplinen bewerben.
Wenn sie also Spaß an sowas hat, nur zu. Ich rate unseren Schülerpraktikanten immer, das zu studieren/lernen, was ihnen am meisten liegt und weniger auf irgendwelche ‚Trends‘ zu setzen. Mit einer guten Ausbildung und ich behaupte mal, daß ein Studium normalerweise dazugehört, ist man immer gut dabei.
Gandalf
Hi
In Würzburg gibt es den Studiengang nanostrukturtechnik.
Meine Frage, gibt es Nachfrage nach
Nanostrukturtechnik-Ingenieuren, oder werden lieber Physiker
eingestellt??
Zunächst Allgemein:
Uff, das ist schwer zu sagen. (Gleich zu Deiner Info: Ich bin Lehrbeauftragter für Nanotechnik, habe aber relativ wenig Einblick in die Industrie in diesem Bereich.) Aber es gibt einen grundlegenden Unterschied zwischen beiden Studiengängen: Ein Diplom-Physiker ist ein Naturwissenschaftler mit breitem Basiswissen und wenig Spezialwissen (Falls jemand protestiert: Ich bin selbst Physiker und weiss wovon ich rede.), ein Nanostrukturtechnik-Ingenieur ein spezialisierter Fachmann (Auch hier weiss ich, wovon ich spreche, da ich Maschinenbau-Ingenieure mit Vertiefungsrichtung Nanotechnik ausbilde).
Ich rekrutiere zur Zeit selbst Mitarbeiter im Bereich Nanotechnik (Hochschule). Frisch diplomierte Fachleute sind fast nicht zu bekommen. Physiker haben ein breites Grundwissen, allerdings fehlt es häufig beim Spezialwissen, das man sich erst während der Promotion aneignet. Hier ist eine lange Einarbeitungszeit abzusehen. Allerdings fehlt den Ingenieuren die Breite. Schon Dinge, die nur ein wenig abseits liegen erfordern ebenfalls eine lange Einarbeitungszeit.
Schlagwortartig: Du hast die Wahl zwischen Breite und Tiefe.
Was ein Personalchef in ein paar Jahren will? Wer weiss das heute. Wie es in der Industrie aussieht, wenn Du mit dem Studium fertig bist kann ich nicht sagen. Dafür gibt es zuviele Unsicherheiten (Boomt die Wirtschaft oder nicht, sind die entsprechenden Firmen in D oder in USA/Asien usw.).
Trotz des Nano-Booms darf man auch nicht vergessen: Chemie war schon immer Nano, genauso Molekularbiologie oder Teilbereiche der Physik (Oberflächenph., Teilbereiche der Biopysik ) etc.
Auf der Seite der Ingenieurwissenschaften geht die Mikrostrukturtechnik immer weiter in Nanostrukturtechnik über (teilweise alleine schon aufgrund der Miniaturisierung, ohne dass hier wirklich neue Konzepte entwickelt wurden).
In beiden Fächern kannst Du Dir ähnliche Fachkompetenzen aneignen.
Bis hier:
Bis hierher ein klares Unentschieden. Du musst selbst wissen, ob Du eher eine Forschernatur oder eine Problemlösernatur bist.
Speziell Uni-Würzburg:
Jetzt kommt das grosse ABER: Die Uni Würzburg ist eine Universität und keine Technische Hochschule. Es kann also gut sein, dass dort die ingenieurswissenschaftliche Ausbildung ein paar Jahre braucht, um internationalen Standard zu erreichen. Auf dem Gebiet der Ingenieurswissenschaften muss sich Würzburg einen guten Ruf erst noch erarbeiten.
Wie ich sehe, ist das Grundstudium ein Physikgrundstudium. Das Hauptstudium ist Verfahrenstechnik / Werkstofftechnik, Mikrostrukturtechnik bzw. biomedizinische Technik (um die klassischen Bezeichnungen ohne Nano-Blendwerk zu nennen).
Im Studium gibt es z.B. keine Regelungstechnik (anscheinend auch nicht als Wahlfach), Mechatronik, Robotik, keine arbeitswissenschaftliche Vorlesung etc… Klassische Ingenieursfächer fehlen hier! Das kann (muss aber nicht) ein Minuspunkt bei der Akzeptanz in der Industrie sein. Das kann auch ein Vorteil sein. Ein Wechsel zwischen beiden Fächern nach dem Vordiplom dürfte mit geringem Zeitverlust möglich sein (Du bist jetzt kurz vor dem Vordiplom?).
Im Klartext: Wenn Du Dich für diesen Studiengang entscheidest, nimmst Du an einem Experiment teil. Es kann glücken oder auch nicht (Sowohl was die Qualität der Ausbildung angeht, als auch die späteren Berufsaussichten.).
Du hast also die Wahl zwischen einem (vielversprechendem) Experiment und einem traditionellen Fach.
Ich hoffe, Dir genügend Denkanstösse gegeben zu haben
Rossi
Hallo Miklo,
der ganze Bereich um die Nanotechnologien ist etwas kompliziert. Er erstreckt sich nämlich über die komplette Breite der Industrie, Medizin… kurz er tangiert alles.
Ob es sinvoll ist, dort überhaupt eine spezielle Studienrichtung anzubieten, ist fraglich. Als Elektroingenieur mit speziellem Tiefenwissen in z.B. Starkstromtechnik wirst du dafür genauso gefragt sein wie ein Chemiker, Gießereiingenieur, Maschinenbauer oder Arzt.
Worum du nicht kommen wirst, ist ein weiter vertiefendes Studium spezieller Probleme. Uns fehlt jetzt schon als Hersteller nanoskaliger Pulver jegliche Technologieanbindung in Deutschland (Dtl. ist hier noch Entwicklungsland). Beginnend beim Maschinenbau bis hin zur Anwendung, selbst in der Forschung hat man noch Verständnisprobleme.
Ich rate dir, irgendein x-beliebiges Studium zu beginnen, vorher aber die Lehrmeister anzuschauen. Ein tiefgründiges Physikstudium mit Spezialrichtung Plasmaphysik/Werkstoffkunde/Kernphysik ist imho empfehlenswert. Des weiteren ist ein tieferes Chemieverständnis sowie zu Anwendungstechnologien von Nöten. Analytik ebenso.
Einige wenige Anwendungsbeispiele von typischen nanoskaligen Stoffen und Möglichkeiten findest du auf unserer alten Homepäitsch
:
http://kds-nano.de/images/kds-nano.pdf
Gruß
Frank
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Hallöchen!
Bei uns in Aachen gibt es die Maschinenbau-Vertieferrichtung Mikrosystemtechnik.
Ist zufällig genau das, worin meine Freundin in Kürze ihren Abschluß macht.
Kannst dich ja mal durchklicken…
Viele Grüsse!
Denis
Hallo,
wenn Du Werbung machst, dann werde ich das auch tun 
http://www.mavt.ethz.ch (Maschinenbau und Verfahrenstechnik)
http://www.mat.ethz.ch/d-werk/Welcome.html (Werkstoffwissenschaften)
Ciao Rossi
Hallo,
wenn Du Werbung machst, dann werde ich das auch tun
http://www.mavt.ethz.ch (Maschinenbau und Verfahrenstechnik)
http://www.mat.ethz.ch/d-werk/Welcome.html
(Werkstoffwissenschaften)
wer kommt denn schon in die Schweiz 
ciao
ralf