Hallo!
meine philippinische Freundin hat bereits einige Wochen
Herzschmerzen (stechen, ziehen), die zuletzt auch in die Arme
ausgestrahlt haben.
Jetzt habe ich sie endlich überreden können, zum Arzt zu gehen
und sie auch gebeten, den Arzt die Diagnose aufschreiben zu
lassen. Letzteres hat sie natürlich nicht gemacht.
Verschrieben hat er ihr Naproxen Sodium 500 mg und Vitamin C
Complex. Sie soll am Montag wiederkommen.
Deuten diese Medikamente auf eine Herzmuskelentzündung hin?
Die Symptome passen vermutlich dazu.
Eine Herzmuskelentzündung (=Myokarditis) kann sich auch einmal durch Schmerzen äußern, aber oft stehen andere (oder auch gar keine!) Symptome im Vordergrund. Aufgrund der knappen Schilderung zu entscheiden, ob eine Myokarditis vorliegt, ohne die Patientin gesehen, befragt und untersucht zu haben, ist unmöglich.
Die Medikamente sprechen auch nicht unbedingt zwingend dafür. Naproxen ist - vergleichbar mit dem in Deutchland eher verbreiteten Ibuprofen - ein Schmerzmittel, das zusätzlich auch entzündungshemmend und fiebersenkend wirkt. Man kann sich sicherlich vorstellen, daß es im Rahmen einer Myokarditis-Behandlung unterstützend eingesetzt wird, aber genauso bei irgendwelchen fieberhaften Entzündungen oder auch - was nicht unwahrscheinlich scheint - bei Schmerzen, die in Zusammenhang mit dem „Bewegungsapparat“ stehen, also mit Muskeln, Knochen, Sehnen, Bändern und Gelenken. Gerade Schmerzen im Bereich des Brustkorbes (gerne auch in die Arme o.ä. ausstrahlend) haben ihre Ursache oft im Bereich der Hals- und Brustwirbelsäule haben (Verspannungen, Fehlhaltungen, Bandscheibenschäden und Abnutzungserscheinungen usw.), nicht immer stecken dahinter gefährliche Erkrankungen von Herz und Lunge…
Insgesamt kann man also sagen, daß aufgrund der wenigen Informationen (und insbesondere aufgrund der angegebenen Medikamente) keine zuverlässigen Rückschlüsse auf die vorliegende Erkrankung gemacht werden können. Grundsätzlich ist auch zu betonen, daß keine noch so besorgte Beratung aus der Ferne (oder durch Internetforen…) die Untersuchung und Behandlung durch einen „leibhaftigen“ Arzt vor Ort ersetzen kann.
Grüße!