Narkose

Liebe/-r Experte/-in, eine sehr gute Bekannte hat am Dienstag nächste Woche ein Operation, ihr wird die Gebärmutter entfernt, sie hat sehr große angst davor das bei der Narkose etwas schief gehen kann, weil sie schon vor 3 Jahren die Eierstöcke entverntbekommen hat und sie fast nicht mehr aufgewacht ist , warum kann das sein und muss sie davor diesesmal wieder angst haben oder kann da eigentlich nichts passieren bei einer Narkose???

Ich habe jetzt auch angst um sie und weis nicht mehr weiter, könnt ihr mir Helfen???

Hallo Uli,
wenn keine besonderen Risikofaktoren vorliegen, dann ist das Narkoserisiko sehr, sehr gering. Es wird vor jeder Narkose ein Vorgespraech, im optimalen Fall mit dem entsprechenden Narkosearzt durchgefuehrt. Da werden solche Dinge auch besprochen. Vielleicht war die fruehere Operation ein Notfalleingriff, dabei ist das Risiko immer etwas groesser, aber auch nicht nur wegen der Narkose, sondern auch wegen der moeglichen Konplikationen der eigentlichen Operation.
Alles gute RK

Hallo,

grundsätzlich muss man sagen, dass Narkosen heutzutage sehr sicher geworden sind. Wenn man fast nicht mehr wach wird, kann das mehrere Ursachen haben. Einmal reagiert jeder Mensch anders auf ein Medikament- mal schwächer, mal stärker. Dazu kommt, dass fast jeder Mensch eine Erkrankung hat, die das Narkoserisiko unterschiedlich beeinflusst: wenn man schwer herzkrank ist zum Beispiel ist das Risiko größer als bei „ganz Gesunden“. Ob wesentliche Vorerkrankungen bestehen, kann ich in diesem Rahmen verständlicherweise nicht beurteilen.
Am besten ist es, beim Vorgespräch zur Narkose diese Angst vor der Narkose dem Anästhesisten zu sagen, ggfs. vorher aufschreiben, damit man es beim Gespräch nicht vergisst. Zusammen mit den angegebenen Vorerkrankungen kann der Narkosearzt/ärztin dann das individuelle Narkoserisiko besser abschätzen. Und besser auf die Person eingehen. (Als Anästhesistin denke ich, dass jeder Mensch Angst vor einer Narkose hat, mich eingeschlossen!, aber wenn so ein Erlebnis im Rahmen einer Narkose bereits aufgetreten ist, fragt man weiter- um eine mögliche Ursache herauszufinden und das Verfahren anzupassen. Es kann auch eine Allergie gegen ein Narkosemittel sein, derer man sich vorher nicht bewusst war. Soja-Allergie ist so ein Klassiker, das „Propofol“ ist in Sojaöl gelöst.)
Ich hoffe, dass ich Ihnen damit etwas weiterhelfen konnte. Falls meine Antwort neue Fragen aufgerufen hat, scheuen Sie bitte nicht davor zurück, mir diese zu stellen.
Mit den besten Grüßen und Wünschen für ein gutes Jahr

I. Hinz

Hallo Uli,

eine Narkose ist nicht gefährlich!

Die Angabe „fast nicht mehr aufgewacht“ ist natürlich etwas ungenau, ich gehe aber davon aus, dass Ihre Bekannte nach der Narkose noch einige Zeit im sogenannten Aufwachraum war. Dort werden Patienten nach Narkosen noch weiter überwacht (EKG, Blutdruckmessung, Schmerzbehandlung, Ausschluß einer Nachblutung, Laborwerte etc.). Die Patienten bleiben dort solange bis sie wieder ausreichend wach sind und alle Werte im Normbereich sind. Das kann je nach Operation 30 Minuten bis etliche Stunden dauern. Vielleicht gehörte ihre Bekannte zu den Patienten, die im Aufwachraum noch über eine einige Zeit immer wieder einschlafen und darüber klagen noch recht „schummrig“ zu sein. Das kommt manchmal vor - dabei sind aber alle Werte normal, man schläft halt noch die Narkose oder auch nur das Schlafmittel, das man vor der Narkose zur Beruhigung bekommen hat, aus.
Wie alle Medikamente hören auch Narkosemittel irgendwann zu wirken auf.
Und: Während einer Narkose und danach ist man so gut überwacht wie nie im Leben sonst! - das besagen schon die Vorschriften der deutschen Gesellschaft für Anästhesie und Intensivmedizin. Es ist immer ein Facharzt für Anästhesie und eine Anästhesieschwester in unmittelbarer Nähe, die Überwachungsgeräte werden ständig vom TÜV geprüft, die Alarme sind scharf gestellt etc. Der Anästhesist ist ein ausgebildeter Schlafbewacher, dessen einzige Aufgabe es ist auf die ihm anvertrauten Patienten aufzupassen.
Alle weiteren Fragen und auch Ängste kann Ihre Bekannte auch nochmal im obligaten Narkosegespräch vor der Operation mit einem Anästhesisten besprechen.

Mit freundlichen Grüßen
Dr. Josef Fischer

Hallo Uli,

das läßt sich aus Deiner Frage heraus nur schwer beantworten, dazu müßte ich wissen, was genau Du mit „fast nicht mehr aufgewacht“ meinst. Hat sie länger als gewöhnlich geschlafen oder mußte die Narkose nach der OP verlängert werden, weil ihr Zustand hinterher eine Behandlung auf der Intensivstation nötig gemacht hat?

Schöne Grüße & ein gesundes neues Jahr

CHristian

Hallo,
leider habe ich die Mail heute erst in meinem Briefkasten entdeckt - und wenn ich richtig verstanden habe ist ja schon morgen die OP ?!
Es ist natürlich schwierig aus der Ferne zu beurteilen was beim letzten Mal passiert ist. Normalerweise muß man sich keine Gedanken machen, daß man nicht wieder aufwacht - allerdings kann es sein, daß einige Narkosemittel länger gewirkt haben, als man vermutet hat, so daß man am Ende der OP überrascht war, warum Ihre Bekannte nicht aufgewacht ist. Es gibt vorallem die Veranlagung daß ein Medikament, das für die Lähmung der Muskeln verantwortlich ist, bei manchen länger wirkt (bis zu Stunden) als gewöhnlich (wenige Minuten) und der Narkosearzt am Ende der Narkose rätselt warum jemand nicht aufwacht - das kann man aber während der OP leicht messen - und es ist nur eine Frage der Zeit (leider manchmal 1 Stunde länger als geplant) bis man wieder aufwacht und sich bewegen kann - letztendlich kann man sagen daß es manchmal nur etwas länger dauern kann bis man wieder wach ist und es gibt keinen Grund sich sorgen zu machen.
Wenn es das gleiche Krankenhaus ist, sollten sie die Probleme im Aufklärungsgespräch schildern, dann kann man das alte Protokoll nochmal einsehen und gegebenfalls andere Medikamente verabreichen. Wenn es ein anderes Krankenhaus war und es war ein wirlich ernstes Problem bekommt man normalerweise einen „Anästhesieausweis“ ausgestellt, den man dann mit zur nächsten Narkose mitnehmen sollte.
Also ich denke Sie brauchen sich keine Sorgen machen - Gefährliche Zwischenfälle bei einigernaßen Gesunden während der Narkose sind extrem !!! selten.
Also wie gesagt - wenn von „Nicht-Aufwachen“ die Rede ist, wundert sich der Narkosearzt nur warum sie jetzt noch nicht aufwacht und muß wohl und übel warten…

Alles Gute für Ihre Bekannte - vielleicht können Sie ja schreiben, ob alles Gut gegangen ist.

Viele Grüße

Ich bitte vilemals um Entschuldigung, dass ich ihre Anfrage nicht beantworten konnte, da ich Um den Jahreswechsel rum Probleme mit meiner Internet-Verbindung hatte.

Die Operation ist höchstwahrscheinlich bereits vorbei, und ich hoffe, dass es ihrer Bekannten schon wieder gut geht.

Ich versuche jedoch trotzdem nochmal ihre Frage (auch für möglicherweise Zukünftige Unklarheiten) zu beantworten.
Bei einer Narkose „fast nicht mehr aufzuwachen“ kommt relativ selten vor, und endet auch noch seltener mit schwerwiegenden Folgen.
Den Grund, wegen dem sie nicht mehr aus der Anästhesie aufgewacht ist, ist mir natürlich leider nicht bekannt.
Sollte sie nach diesem hoffentlich gelungenem Eingriff immernoch Angst vor Narkosen haben, sagen sie ihr, dass es völlig unbegründet sei. Sie muss(te) und wird auch keine Angst haben müssen. Sie wird gut bewacht.
Man braucht schon schwere Vorerkrankungen, um durch eine Narkose wirklich irreperable Schäden davonzutragen.

Die Gründe nach einer Narkose "nicht mehr aufzuwachen " sind verschieden!

Eine Narkose besteht bekanntlich aus 3 verschiedenen Substanzen. Einem Hypnotikum(Einschläfernd), einem Muskelrelaxantium(lähmt / entspannt die Muskulatur) und einem Analgetikum (also Schmerzmittel).

Wird ein Muskelrelaxantium eingesetzt, wird die Atemmuskulatur gelähmt, (das klingt schlimmer als es ist!) und der Patient muss Intubiert werden. Wenn der Tubus nach dem Eingriff wieder aus der Luftröhre entfernt wird, kann es sein, dass die Spontanatmung nicht sofort wieder einsetztz. In diesem Fall muss der Patient nochmal in Narkose gelegt werden, und langsamer wieder „zurück geholt“ werden.
Dies ist der häufigste Grund.

Weitere Gründe können wie schon erwähnt Vorerkrankungen (zum Teil sogar simple Erkältungen oder Fieber), eine Unverträglichkeit des Narkosemittels oder Interoperative Schäden (In diesem Fall ist der Operatuer schule) sein.

Zuletzt genannte sind aber eher selten.

Ich hoffe, dass ich sie im Nachhinein trotzdem noch darüber informieren konnte, und sich hoffentlich in dieser Zeit auch an jemanden anders gewandt haben, und nicht die ganze Zeit voller Angst verbracht haben.

Mit freundlichen Grüßen

Alexander Viebig