Narkose unter Anabolen Steroiden

Hallo,
Faktisches Beispiel:
X hat diese Woche noch eine OP unter Vollnarkose!
X benutzt Testosteron-Enantat 250mg alle 7 Tage und Drostanolon-Enantat 200mg alle 7 Tage!

Gibt es Komplikationen bei der Narkose unter diesen Mitteln?

Nebenbei nimmt er noch 200mg - 600mg Coffein jede Woche, 50mg - 100mg Zink, diverse Supplemente zum Muskelaufbau!

Gruß und dank

P.S. X Spricht am Freitag mit Narkosearzt und möchte sich aber vorher schonmal Infos holen

Die Gefahr potentiell lebensbedrohlicher Komplikationen ist definitiv erhöht.

Darunter fallen:

  • Herzrhythmusstörungen aller Art (ST-Streckenveränderungen, Bradykardien, AV-Block, Tachykardien, Tachyarrhythmien, Wenkebach-Phänomene, Arrhythmien, plötzlicher Herztod …) aufgrund von Elektrolytverschiebungen und Herzmuskelveränderungen (v.a. linksventrikuläre Hypertrophie)

  • gesteigertes Thromboserisiko und damit auch gesteigertes Embolierisiko / Schlaganfallrisiko / Herzinfarktrisiko durch Erhöhung der Blutviskosität, Verschlechterung der Fliesseigenschaften des Blutes, anabolikainduzierte Polyzythämie und pathologische Veränderungen des Fettstoffwechsels

  • ggfls. schwerwiegende Gefäßveränderungen mit entsprechend erhöhter Embolie-Disposition

  • ggfls. endokrine Veränderungen im Schilddrüsen- und Insulinhaushalt

  • ggfls. Abfall der Thrombozytenkonzentration mit entsprechend verlängerter Blutungszeit und entsprechende Gefahr von unkontrollierbaren Blutungen

  • Störungen des enzymatischen Leberstoffwechsels / ggfls. Leberschaden mit Gefahr des erhöhten Anästhetikabedarfs kombiniert mit Verzögerungen im Abbau der Narkosemittel > „Hangover“ sowie Gerinnungsstörungen aufgrund gestörter intrahepatischer Proteinsynthese (Gerinnungsfaktoren usw.)

  • Erhöhung der fettfreien Körpermasse und damit unkalkulierbare Veränderungen des Verteilungsvolumens für pharmakologische Substanzen

usw.

Die Frage kann man insofern klar mit „Ja“ beantworten.

Mehr Infos unter:
http://edoc.ub.uni-muenchen.de/5689/1/Kistler_Luitpo…

Gruß, Jan

Achso:

Etwaig signifikant gesteigerte Infektanfälligkeit durch Linksverschiebungen im großen Blutbild, also aufgrund der vermehrten Ausschwemmung von unreifen Granulozyten in die periphere Blutbahn hatte ich noch vergessen …

Gruß, Jan

Hallo Jan,

Die Gefahr potentiell lebensbedrohlicher Komplikationen ist
definitiv erhöht.

Definitiv?
Mag ja sein, aber wie endgültig hoch sind die aufgeführetn Risiken?

Darunter fallen:

  • Herzrhythmusstörungen aller Art (ST-Streckenveränderungen,
    Bradykardien, AV-Block, Tachykardien, Tachyarrhythmien,
    Wenkebach-Phänomene, Arrhythmien, plötzlicher Herztod …)
    aufgrund von Elektrolytverschiebungen und
    Herzmuskelveränderungen (v.a. linksventrikuläre Hypertrophie)

  • gesteigertes Thromboserisiko und damit auch gesteigertes
    Embolierisiko / Schlaganfallrisiko / Herzinfarktrisiko durch
    Erhöhung der Blutviskosität, Verschlechterung der
    Fliesseigenschaften des Blutes, anabolikainduzierte
    Polyzythämie und pathologische Veränderungen des
    Fettstoffwechsels

  • ggfls. schwerwiegende Gefäßveränderungen mit entsprechend
    erhöhter Embolie-Disposition

  • ggfls. endokrine Veränderungen im Schilddrüsen- und
    Insulinhaushalt

  • ggfls. Abfall der Thrombozytenkonzentration mit entsprechend
    verlängerter Blutungszeit und entsprechende Gefahr von
    unkontrollierbaren Blutungen

  • Störungen des enzymatischen Leberstoffwechsels / ggfls.
    Leberschaden mit Gefahr des erhöhten Anästhetikabedarfs
    kombiniert mit Verzögerungen im Abbau der Narkosemittel >
    „Hangover“ sowie Gerinnungsstörungen aufgrund gestörter
    intrahepatischer Proteinsynthese (Gerinnungsfaktoren usw.)

  • Erhöhung der fettfreien Körpermasse und damit
    unkalkulierbare Veränderungen des Verteilungsvolumens für
    pharmakologische Substanzen

usw.

Die Frage kann man insofern klar mit „Ja“ beantworten.

Nein, kann man natürlich nicht!
Ich will jetzt gar nicht auf die einzelnen Punkte und deren inkohärenz für die Narkose (eher für den behandelnden Arzt) eingehen, sondern glaube, deine Antwort ist gutgemeint aber so nicht haltbar.
Mich erinnert es an die Aufklärungspflicht zu den allgemeinen Risiken
bei Änästhesien. Alleine die Tatsache das die verschiedensten Komplikationen möglich sind (ich sage nicht ausgeschlossen) heißt noch nicht, dass sie auch eintreten (wreden). Ich vergleiche die Aufklärungspflicht über die Risiken zur Narkose immer mit der Situation des Menschen, den man über die Risiken des Straßenverkehrs aufklähren müsste, bevor er aus dem Haus geht, um an diesem teilnehmenden…
Es ist wahrscheinlicher im Straßenverkehr zu verunglücken, als unter der Narkose einen Schaden zu erleiden!
Deshalb erachte ich dieses

Mehr Infos unter:
http://edoc.ub.uni-muenchen.de/5689/1/Kistler_Luitpo…

als unnütze Angstmacherei!

Ich will nicht auf die Dummheit der Einnahme von Anabolika (zum kosmetischen Muskelaufbau) eingehen. Natürlich sollte dieses auch dem prämedizierenden Arzt mitgeteilt werden. Aber auch ein selektiver Eingriff bedarf dann eines sehr langen Aufschubs um alle Eventualitäten (so sie den auch nur annähernd begründet sind) und wie sie oben aufgeführt wreden, als Ursächlichlichkeit für irgendetwas, ausschließen.
Also, keine OP (Narkose) wegen Testosteroneinnahme…? Das zu sagen ist in hohem Maße unseriös!

Gruß, Jan

Wieviel Narkosen hast du schon gemacht?

Gruß
rollifern

Hallo,

Hallo,

…Spricht am Freitag mit Narkosearzt

der wird ihm alle nötigen Informationen geben!

und möchte sich aber vorher schonmal Infos holen

Infos sind gut, aber wie will er selektiern, welche für ihn nützlich sind und welche nicht?
Der Anästhesist wird ihm seine Fragen -bei der Komplexität des Themas- am Besten beantworten könne!

Gruß
rollifern

Nachtrag!

Deshalb erachte ich dieses

Mehr Infos unter:
http://edoc.ub.uni-muenchen.de/5689/1/Kistler_Luitpo…

als unnütze Angstmacherei!

In Bezug auf die Narkose, NICHT auf die Einnahme! Stelle also die Untersuchung als solche nicht in Frage!!!

rollifern

Ich teile im Prinzip deine Meinung. Aber das hier:

Mich erinnert es an die Aufklärungspflicht zu den allgemeinen
Risiken
bei Änästhesien. Alleine die Tatsache das die verschiedensten
Komplikationen möglich sind (ich sage nicht ausgeschlossen)
heißt noch nicht, dass sie auch eintreten (wreden). Ich
vergleiche die Aufklärungspflicht über die Risiken zur Narkose
immer mit der Situation des Menschen, den man über die Risiken
des Straßenverkehrs aufklähren müsste, bevor er aus dem Haus
geht, um an diesem teilnehmenden…
Es ist wahrscheinlicher im Straßenverkehr zu verunglücken, als
unter der Narkose einen Schaden zu erleiden!

stimmt so definitiv nicht! Es gibt in Deutschland rund 4000 Verkehrstote, dem gegenüber stehen über 40.000 Menschen, die unter Narkose sterben. Natürlich bedeutet letztere Zahl nicht, dass sie WEGEN der Narkose gestorben sind - aber du hast diese Abgrenzung ja noch nicht einmal voraus gesetzt.

Um es bei der Gelegenheit aber auch zu erwähnen: Die Anästhesisten gehören wohl zu der Arztgruppe (neben den Gynäkologen), die ihre Statistiken noch am längsten und am gewissenhaftesten führen.

Wieviele Narkosen ?

Eine ausreichende Anzahl, um zu wissen, dass das Risiko erhöht ist.

Und ja, jede Risikokalkulation ist eine Wahrscheinlichkeitsrechnung. Und bei Usern von anabolen Steroiden ist das Risiko nunmal definitiv erhöht. Und zwar von vorne bis hinten, d.h. von der ersten Injektion des Anästhetikums bis zur postoperativen Infektions- und Thrombosegefahr.

Auch wenn das die starken Männer mit den dicken Armen nich so gerne hören wollen, aber is leider so.

Und eine Sache, die ich dabei noch nicht mal erwähnt habe, ist die Tatsache, dass Bodybuilder oft nicht vernünftig zu intubieren sind.

Wenn Du dann einen unerfahrenen Anästhesisten hast, kann das Geschrei groß sein. Kaum Hals, völlig übertrainierte Hals- und Brustmuskeln, ggfls. eingeschränkte Beweglichkeit der Halswirbelsäule usw. - der kriegt den Schnorchel ggfls. nicht rein.

Mit entsprechend höherem Risiko von Verletzungen im Mund- und Rachenraum, weil irgendwann wirds oft hektisch.

Allein die mechanischen Risikofaktoren machen krass was aus.

Von den ganzen anderen unkalkulierbaren Rikiken im Zusammenhang mit Herz / Kreislauf / Pharmakokinese ganz zu schweigen.

Auch wenns im OP ist, darum gehts nicht. Es geht um Anabolikakonsum. Und da ist das Risko erhöht.

Is leider so.

Jan

szmmctag

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Hallo Janina,

Ich teile im Prinzip deine Meinung. Aber das hier:

Mich erinnert es an die Aufklärungspflicht zu den allgemeinen
Risiken
bei Änästhesien. Alleine die Tatsache das die verschiedensten
Komplikationen möglich sind (ich sage nicht ausgeschlossen)
heißt noch nicht, dass sie auch eintreten (wreden). Ich
vergleiche die Aufklärungspflicht über die Risiken zur Narkose
immer mit der Situation des Menschen, den man über die Risiken
des Straßenverkehrs aufklähren müsste, bevor er aus dem Haus
geht, um an diesem teilnehmenden…
Es ist wahrscheinlicher im Straßenverkehr zu verunglücken, als
unter der Narkose einen Schaden zu erleiden!

stimmt so definitiv nicht! Es gibt in Deutschland rund 4000
Verkehrstote, dem gegenüber stehen über 40.000 Menschen, die
unter Narkose sterben.

O.K., um weiteren Missverständnissen bei der Auslegung von Statistiken vorzubeugen; ich meine damit: es ist ein schmaler Grad bei der Pflicht über die Aufklährung von Narkoserisiken zwischen notwendiger Aufklährung und dem Angstmachen durch Nennung dessen, was alles bei einer Narkose pasieren kann (einschließlich der Mortalität). Man stelle sich einmal vor, jeder wird vor aus dem Haus gehen über diue Risiken des Straßenverkehsr aufgeklährt. Das wird sich jeder anhören und denken: ach, mir wird schon nichts passieren! Die Gefahr dass etwas passiert (nichttödlich) ist größer, als durch die Narkose…
Will sagen: am Straßenverkehr teilnehmen ist gefährlicher als nakotisiert zu werden!

Natürlich bedeutet letztere Zahl nicht,
dass sie WEGEN der Narkose gestorben sind -

Ein entscheidender Punkt für eine Statistik wg. Narkoserisikos!

aber du hast diese
Abgrenzung ja noch nicht einmal voraus gesetzt.

Warum sollte ich? Aber du hast sie ja nun gemacht! Nicht jeder Unfall ist tödlich, unabhängig von der Ursache.

Um es bei der Gelegenheit aber auch zu erwähnen: Die
Anästhesisten gehören wohl zu der Arztgruppe (neben den
Gynäkologen), die ihre Statistiken noch am längsten und am
gewissenhaftesten führen.

Das mag sein… Noch einmal: mir kommt es darauf an zu vermitteln, dass jemand der anabole Steroide zu sich nimmt, nicht automatisch (definitiv) ein größerers Narkoserisiko (für was auch immer) hat als jemand, der keine bekannten anamnestischen Besonderheiten mitbringt…nicht mehr und auch nicht weniger. Über die Dummheit und über die Aus(Neben)wirkungen durch die Einnahme, brauchen wir ja wohl nicht diskutieren!

Gruß
rollifern

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unter der Narkose einen Schaden zu erleiden!

stimmt so definitiv nicht! Es gibt in Deutschland rund 4000
Verkehrstote, dem gegenüber stehen über 40.000 Menschen, die
unter Narkose sterben.

O.K., um weiteren Missverständnissen bei der Auslegung von
Statistiken vorzubeugen;

Du hattest die (in meinen Augen zu allgemeine) Formulierung „unter der Narkose Schaden zu erleiden“ verwendet…

ich meine damit: es ist ein schmaler
Grad bei der Pflicht über die Aufklährung von Narkoserisiken
zwischen notwendiger Aufklährung und dem Angstmachen durch
Nennung dessen, was alles bei einer Narkose pasieren kann

Ist der Grad wirklich so schmal? Oder liegt es nicht auch ein gutes Stück daran, wie ich dem Patienten gegenüber trete und wie ernst ich ihn nehme, mit zu entscheiden, was mit ihm passiert? Und liegt es nicht auch am WIE diese Aufklärung passiert?

(einschließlich der Mortalität). Man stelle sich einmal vor,
jeder wird vor aus dem Haus gehen über diue Risiken des
Straßenverkehsr aufgeklährt. Das wird sich jeder anhören und
denken: ach, mir wird schon nichts passieren! Die Gefahr dass
etwas passiert (nichttödlich) ist größer, als durch die
Narkose…
Will sagen: am Straßenverkehr teilnehmen ist gefährlicher als
nakotisiert zu werden!

Ist es das? Genau habe ich in Zweifel gezogen. Zumindest halte ich diese Behauptung für gewagt. Du kannst nämlich nicht einfach gegenüber stellen Herrn Meier im Straßenverkehr und Herr Meier in Bezug auf Narkose, wenn Herr Meier in absehbarer Zeit nicht operiert wird. Man müsste nachsehen. Aber ich behaupte mal, dass bezogen auf die Zahl derer, die sich haben narkotisieren lassen auf der einen Seite und die Zahl, die als Verkehrsteilnehmer unterwegs ist die Narkose das riskantere Geschäft ist.

Warum sollte ich? Aber du hast sie ja nun gemacht! Nicht jeder
Unfall ist tödlich, unabhängig von der Ursache.

Auch nicht jeder Narkosezwischenfall - um nicht nur von Fehlern zu reden.

Ich bin davon übrigens selbst betroffen. Ich gehöre zu der Gruppe derer, die ein erhöhtes Narkoserisiko haben (nicht wegen schlechtem Lebenswandel :wink:). Ich erwarte im Aufklärungsgespräch nicht nur eine saubere Aufklärung, sondern ich erwarte genauso, dass mich ein Anästhesist einbezieht in die Abwägung, welches Verfahren und / oder welches Medikament nun im konkreten Fall verwendet wird.

Das mag sein… Noch einmal: mir kommt es darauf an zu
vermitteln, dass jemand der anabole Steroide zu sich nimmt,
nicht automatisch (definitiv) ein größerers Narkoserisiko (für
was auch immer) hat als jemand, der keine bekannten
anamnestischen Besonderheiten mitbringt…

Hat er nicht? Ich bin kein Anästhesist wohl gemerkt! Aber ich habe beruflich wie privat mitbekommen, was so alles zu einem erhöhten Narkoserisiko führen kann. Mich würde wundern, wenn Anabolika da nicht bei wären. Und das ist der erste Googletreffer zum Thema:
http://www.springerlink.com/content/q30ek54yyxuaupgb/
Und dann war da doch noch das prominente Beispiel von Sexy N/Cora, bei der auch im Verdacht stand, ob sie Anabolika nimmt, was zu einem erhöhten Risiko geführt hätte.

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Hallo Jan,

Wieviele Narkosen ?

Eine ausreichende Anzahl, um zu wissen, dass das Risiko erhöht
ist.

das will ich jetzt einfach einmal so im Raum stehen lassen…
Ich habe wirklicht versucht in diplomatischer Art u. Weise zu formulieren, dass das

…jede Risikokalkulation ist eine
Wahrscheinlichkeitsrechnung. Und bei Usern von anabolen
Steroiden ist das Risiko nunmal definitiv erhöht. Und zwar von
vorne bis hinten, d.h. von der ersten Injektion des
Anästhetikums bis zur postoperativen Infektions- und
Thrombosegefahr.

nicht unbedingt falsch sein muss, aber D U hast den Begriff „definitiv“
verwendet. Was du geschildert hast ist, was bei übermäßigem Konsum mit einem" User" wie du es formulierst, passieren k a n n…!
Es hat aber überhaupt nichts mit der Narkose zu tun…wenn wir uns noch einmal an die Ausgabngsfrage erinnern.

Auch wenn das die starken Männer mit den dicken Armen nich so
gerne hören wollen, aber is leider so.

Einigen wir uns auf: es könnte so sein?
Mein Gott, wir gehen doch Kondom miteinander! Du reißt bei mir offene Türen ein wenn es um den Sinn bzw. Unsinn dieser Mittel geht!

Und eine Sache, die ich dabei noch nicht mal erwähnt habe, ist
die Tatsache, dass Bodybuilder oft nicht vernünftig zu
intubieren sind.

Das ist nun -sorry- ausgekochter Unsinn! Sie sind genauso oft schlecht bzw. gut zu intubieren wie jeder andere nicht Bodybuilder auch…

Wenn Du dann einen unerfahrenen Anästhesisten hast, kann das
Geschrei groß sein. Kaum Hals, völlig übertrainierte Hals- und
Brustmuskeln, ggfls. eingeschränkte Beweglichkeit der
Halswirbelsäule usw. - der kriegt den Schnorchel ggfls. nicht
rein.

  1. Hier ging es doch bisher um die Einnahme dieser Leckerlies bzw. Riskofolgen für eine Vollnarkose. Von ausgeprägter Muskulatur war diesbezüglich noch nicht die Rede.
  2. Selbst mit dieser: wo liegt dass Problem?
  3. Intubationsschwierigkeiten hat man ja wohl eher abhängig von andern Dingen, wie z.B. der Physiognomie: Pykniker o. Leptosom, Kurzhals (Stiernacken) o. nicht, fliehendes Kinn, Mundöffnung (Rigidität), Zahnstatus etc. etc .etc. Da kann eine ausgeprägte Muskulatur vielleicht etwas erschwerend hinzu kommen…

Mit entsprechend höherem Risiko von Verletzungen im Mund- und
Rachenraum,

Durch Anabolika gestählte Muskulatur?

weil irgendwann wirds oft hektisch.

Hä?

Allein die mechanischen Risikofaktoren machen krass was aus.

Was bitteschön, sind mechanische Risikofaktoren bei einer Vollnarkose?
Oder meinst du dass der Laryngoskopspatel die Schleimhäute aufreißen, oder Zähne ausbrechen kann…Was hat das mit der Einnahme von Anabolika zu tun, bzw. mit von ihr aufgeblähter Muskulatur? Das ist das Risiko einer jeden Intubation, mit entsprechend schlechten pysiologischen Voraussetzungen.

Von den ganzen anderen unkalkulierbaren Rikiken im
Zusammenhang mit Herz / Kreislauf / Pharmakokinese ganz zu
schweigen.

Du meinst, Risiken durch solche Pillen verursacht, sind schlechter zu kalkulieren?

Auch wenns im OP ist, darum gehts nicht. Es geht um
Anabolikakonsum. Und da ist das Risko erhöht.

Für was bitte…ganz konkret für was! Nicht pauschal, und nicht hätte, könnte, würde…! Ich muss keine Anabolika nehmen um arrhytmisch zu werden das kann mir auch so passieren. Und wenn du behauptest dass eine höhere Warscheinlichkeit besteht nach Anabolikaeinnahme unter der Narkose doch welche zu bekommen, begründe es!

Is leider so.

Ja, ja…!

Jan

Gruß
rollifern

szmmctag

Hallo und danke für eure Antworten,

X musste heute schon zum Narkosearzt da die OP drängt…
Laut Arzt ist es nicht schön und Gesund aber stellt insoweit kein Risiko dar!

Grüße und dank

Hallo Janina,

Ist der Grad wirklich so schmal? Oder liegt es nicht auch ein
gutes Stück daran, wie ich dem Patienten gegenüber trete und
wie ernst ich ihn nehme, mit zu entscheiden, was mit ihm
passiert? Und liegt es nicht auch am WIE diese Aufklärung
passiert?

Der Grad wird bestimmt von der (forensischen) Pflicht der Aufklärung und dem Grad der verängstlichbarkeit des aufzuklärenden. D.h. ich muss ihn einerseits über bestimmte Dinge aufklären damit er hinterher nicht sagen kann „wenn ich das gewust hätte…“, wenn andererseits diese Informationen soviel Angstpotential beinhalten, dass man damit der Realität dieser Gefahren (im Sinne von unwahrscheinlich) nicht gerecht wird… Natürlich spielt dabei die Art und Weise eine Rolle, aber man kannn nicht immer abschätzen wie ängstlkich der Gegenüber ist.

(einschließlich der Mortalität). Man stelle sich einmal vor,
jeder wird vor aus dem Haus gehen über diue Risiken des
Straßenverkehsr aufgeklährt. Das wird sich jeder anhören und
denken: ach, mir wird schon nichts passieren! Die Gefahr dass
etwas passiert (nichttödlich) ist größer, als durch die
Narkose…
Will sagen: am Straßenverkehr teilnehmen ist gefährlicher als
nakotisiert zu werden!

Ist es das? Genau habe ich in Zweifel gezogen. Zumindest halte
ich diese Behauptung für gewagt. Du kannst nämlich nicht
einfach gegenüber stellen Herrn Meier im Straßenverkehr und
Herr Meier in Bezug auf Narkose, wenn Herr Meier in absehbarer
Zeit nicht operiert wird. Man müsste nachsehen. Aber ich
behaupte mal, dass bezogen auf die Zahl derer, die sich haben
narkotisieren lassen auf der einen Seite und die Zahl, die als
Verkehrsteilnehmer unterwegs ist die Narkose das riskantere
Geschäft ist.

Ich beziehe mich auf Statistische Zahlen die gelesen habe, ich habe die Statistik nicht selbst erstellt. Frage einfach einmal 100 Leute die operiert (und in welcher Art auch immer, Anästhesiert) worden sind, ob sie oder auch andere Bekannte von einen Narkosezwischnefall betroffen sind, oder auch nur davon Wissen. Und dann fragst du 100 Verkehrsteilnehmer in Bezug auf einen Unfall jedweder Art…
Ich hoffe, du weist was ich meine? Nur so am Rande:
Es ist außerdem so, dass manche (kranke) Leute unter der Narkose gesünder Leben, als während ihrer autonomen Vitalität: Normaler Blutdruck, normale Herzfrequenz normale Sauerstoffsättigung!

Warum sollte ich? Aber du hast sie ja nun gemacht! Nicht jeder
Unfall ist tödlich, unabhängig von der Ursache.

Auch nicht jeder Narkosezwischenfall - um nicht nur von
Fehlern zu reden.

Nein, das weiß die ärztliche Kunst zu verhindern :wink:

Ich bin davon übrigens selbst betroffen. Ich gehöre zu der
Gruppe derer, die ein erhöhtes Narkoserisiko haben (nicht
wegen schlechtem Lebenswandel :wink:). Ich erwarte im
Aufklärungsgespräch nicht nur eine saubere Aufklärung, sondern
ich erwarte genauso, dass mich ein Anästhesist einbezieht in
die Abwägung, welches Verfahren und / oder welches Medikament
nun im konkreten Fall verwendet wird.

Ich bin davon überzeugt, dass er das auch tut. Wenn es bei dir erhöhte anästesiologische Risikofaktoren gib, (und sei es auch nur z. B. eine familienanamnestisch vorgekommene MH (Überhitzung), so wird dich der Anästhesist darauf hinweisen, das du deinen Eingriff z. B. am Knie in einer Teilbetäubung machen läßt…

Das mag sein… Noch einmal: mir kommt es darauf an zu
vermitteln, dass jemand der anabole Steroide zu sich nimmt,
nicht automatisch (definitiv) ein größerers Narkoserisiko (für
was auch immer) hat als jemand, der keine bekannten
anamnestischen Besonderheiten mitbringt…

Hat er nicht? Ich bin kein Anästhesist wohl gemerkt! Aber ich
habe beruflich wie privat mitbekommen, was so alles zu einem
erhöhten Narkoserisiko führen kann. Mich würde wundern, wenn
Anabolika da nicht bei wären. Und das ist der erste
Googletreffer zum Thema:
http://www.springerlink.com/content/q30ek54yyxuaupgb/
Und dann war da doch noch das prominente Beispiel von Sexy
N/Cora, bei der auch im Verdacht stand, ob sie Anabolika
nimmt, was zu einem erhöhten Risiko geführt hätte.

Es gibt auch genügend Literatur zu anderen, möglichen Narkosezwischenfällen, durch as auch immer. Und: ist publiziert worden, dass der wie auch immer geartete Zwischenfall ohne die Gabe oder dem Missbrauch von irgendetwas nicht stattgefunden hätte?

Gruß
rollifern

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Der Grad wird bestimmt von der (forensischen) Pflicht der
Aufklärung und dem Grad der verängstlichbarkeit des
aufzuklärenden.

Oh Gott, was für ein Satz! Die „Verängstlichbarkeit des Aufzuklärenden“… Auch wenn ich glaube zu ahnen, was du meinst…

Aber die Pflicht zur Aufklärung ist keine forensische. Ich denke, du zielst auf die unmittelbare juristische Ebene ab, die im Zusammenhang mit Fehlern greift. Das ist aus Blickwinkel des Handelnden möglicherweise in Bezug auf die Eigenabsicherung bedingt noch nachvollziehbar. Aber ärztliche Aufklärung hat einen ganz anderen Sinn. Die ärztliche Aufklärung basiert darauf, den Patienten als selbstbestimmtes Gegenüber wahrzunehmen, dessen Einwilligung unabdingbare Voraussetzung für das eigene Handeln ist. Die Aufklärung dient dazu, den Patienten zu befähigen, dass er diese Einwilligung geben kann!

D.h. ich muss ihn einerseits über bestimmte
Dinge aufklären damit er hinterher nicht sagen kann „wenn ich
das gewust hätte…“,

„Damit er hinterher nicht sagen kann“ ist auch eine Formulierung, die eindeutig darauf gepolt ist, nur die Perspektive des Handelnden einzunehmen. Anders ausgedrückt: Damit er mir hinterher nicht an die Karre pinkeln kann.

Ziel der Aufklärung soll aber nicht sein, dass er das nicht sagen kann, sondern dass er hinterher nicht sagen muss: Wenn ich gewusst hätte… Über den Unterschied lohnt sich nachzudenken!

wenn andererseits diese Informationen
soviel Angstpotential beinhalten, dass man damit der Realität
dieser Gefahren (im Sinne von unwahrscheinlich) nicht gerecht
wird… Natürlich spielt dabei die Art und Weise eine Rolle,
aber man kannn nicht immer abschätzen wie ängstlkich der
Gegenüber ist.

Dann ist des Job des Aufklärenden, sich selbst in die Lage zu versetzen, diese Einschätzung zu gewinnen. Das tut man A. durch Schulung B. durch Training und C. in dem man auf den Patienten eingeht, was D. voraus setzt, dass man diesen Prozess eben nicht als Prozess zur Eigensicherung betrachtet.

Ich beziehe mich auf Statistische Zahlen die gelesen habe, ich
habe die Statistik nicht selbst erstellt. Frage einfach einmal
100 Leute die operiert (und in welcher Art auch immer,
Anästhesiert) worden sind, ob sie oder auch andere Bekannte
von einen Narkosezwischnefall betroffen sind, oder auch nur
davon Wissen. Und dann fragst du 100 Verkehrsteilnehmer in
Bezug auf einen Unfall jedweder Art…

Das ist doch wohl nicht vergleichbar! Bist du irgendwie an Studien und Statistiken beteiligt? Dann hoffentlich mit einem anderen Verständnis von Vergleichen.

Was vergleichst du denn da? Ob Herr Müller, zwei Mal im Leben operiert, insgesamt 2 Stunden im Leben unter Narkose schon mal mit Narkosezwischenfällen zu tun hatte oder sich im Schnitt 2 Stunden täglich im Verkehr bewegt und es dort zu Zwischenfällen kam. Selbst wenn du von Narkose auf Arztkontakt allgemein ausdehnen würdest, wäre da so immer noch nicht vergleichbar unter diesem Blickwinkel.

Ich hoffe, du weist was ich meine? Nur so am Rande:
Es ist außerdem so, dass manche (kranke) Leute unter der
Narkose gesünder Leben, als während ihrer autonomen Vitalität:
Normaler Blutdruck, normale Herzfrequenz normale
Sauerstoffsättigung!

Es gibt auch Leute, denen tut es gut, mal durch einen Autounfall „aus dem Verkehr“ gezogen zu werden :wink:

Ich bin davon überzeugt, dass er das auch tut. Wenn es bei dir
erhöhte anästesiologische Risikofaktoren gib, (und sei es auch
nur z. B. eine familienanamnestisch vorgekommene MH
(Überhitzung), so wird dich der Anästhesist darauf hinweisen,
das du deinen Eingriff z. B. am Knie in einer Teilbetäubung
machen läßt…

Wenn er das so ultimativ tun würde, hätte ich damit ein Problem. Denn es gibt in meinem Fall keine eindeutig beste Variante. Es gibt nur Abwägung. Und die möchte ich mit meinem Arzt gemeinsam treffen! Unangenehm wird es vor allem für mich.

Die Methode, nicht über den Kopf des Patienten hinweg zu entscheiden, ist übrigens nur oberflächlich betrachtet die schwierigere. Sie hat nicht nur den Vorteil für den Patienten, dass er ernst genommen wird, sondern auch den Vorteil für den Arzt, dass er ein Stück Verantwortung abgibt bzw. nicht mehr alleine trägt.

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