hallo,
langsam mache ich mir sorgen und ich bin weder über google noch die archiv-suche fündig geworden. meiner schwiegermutter geht es seit fast vier wochen sehr schlecht, seit sie an der schilddrüse operiert wurde. ihr arzt meinte, das sie auf die narkose allergisch reagieren würde und das bis zu sechs wochen dauern könne bis das narkosemittel vollständig abgebaut ist. sie hat auch ihre letzte narkose sehr schlecht vertragen und auch damals ging es ihr längere zeit sehr schlecht. nun ist es aber so das ihr zustand schon ungewöhnlich lange anhält und sie eigentlich eher abbaut als das es wieder aufwärts geht. sie ißt praktisch nichts mehr (ein stückchen semmel am tag) da sie nichts (also auch keine flüssigkeit) bei sich behalten kann. heute ist sie schon fast nicht mehr wiederzuerkennen. sie hat kaum kraft zum sprechen… sicher sollte nochmals ein arzt (gegebenen falls ein anderer) aufgesucht werden. aber wie das so ist bei den älteren leutchen, vor allem wenn sie vom land sind, die gehen ja erst mit dem kopf unterm arm. ich würde nun also gerne wissen, ob es im weitesten sinne noch „normal“ ist, so auf eine narkose zu reagieren oder ob doch evt. dringender handlungsbedarf besteht (bitte mit begründung, denn wenn es nach mir gehen würde, wären wir schon längst unterwegs). ich denke auch darüber nach, das sie doch recht viele medikamente nimmt
(meniere-syndrom, epilepsie, unruhige beine (dopamin) und bestimmt noch was fürs herz). ihre leberwerte sind zwar diesbezüglich kontrolliert worden, aber könnte es da doch einen zusammenhang geben? es ist jetzt etwas lang geworden, aber es geht ihr wirklich schlecht! danke fürs zu-ende-lesen und evt. für`s antworten!
grüße,
susanne
Vorweg: ich bin kein Arzt.
Aber: ich hab vor 2 Jahren auch meine Schilddrüse rausbekommen und irgendwas muss in der Klinik auch nicht so astrein gewesen sein.
Meine Bettkollegin wurde vor mir operiert und ihr Mann (Arzt) wartete vor dem OP und erzählte uns hinterher, das wäre ja „nicht normal“ und er hätte am laufenden Band die Leute mit Übelkeit aus dem OP kommen sehen.
Auch mir, die ich schon öfter Narkosemittel bekommen hatte, war noch nie danach schlecht - aber dieses Mal war es mir zum sp… übel.
Allerdings war das am nächsten Tag weg.
Soviel zur Übelkeit. Ich kann mir nicht vorstellen, dass die 6 Wochen anhalten soll. Außerdem: was ist mit MCP & Co.? Das stoppt - jedenfalls bei mir - jede Übelkeit schon im Anflug.
Was die Narkose angeht: ich kenne von mehreren Leuten, dass sie auf Narkosen extremen Haarausfall bekommen haben, gegen den laut Hautklinik Erlangen rein gar nichts hilft als Aussitzen, keine Wässerchen, keine Tinktürchen; meine Mutter hatte das, das gibt sich aber wieder.
Was sagt denn der Internist zu deiner Mutter? Der wäre doch Ansprechpartner Nr. 1?
Wenn deine Mutter so viele andere Medikamente nimmt, hat mal ein Arzt hinterfragt, ob die sich so alle miteinander vertragen - bzw. mit der Narkose im Vor- wie auch im Nachhinein?
Hallo Susanne,
ich bin Narkosearzt und ich kann Ihnen versichern, dass diese langanhaltenden Symptome nicht von der Narkose kommen. Die heutzutage verwendeten Narkosemittel werden innerhalb von Stunden abgebaut (sonst gäbe es auch keine ambulanten Vollnarkosen). Es kann selten nach Narkosen bei alten Patienten zu länger messbaren Gedächtnisstörungen kommen, aber nicht zu diesen massiven Allgemeinsymptomen. Eine so lange anhaltende „Allergie“, auf was auch immer, ist auch unwahrscheinlich. Sie müssen Ihre Angehörige sofort zum Arzt bringen und untersuchen lassen. Gerade nach Schilddrüsen-OP kann der Hormonhaushalt der Schilddrüse gestört sein (Laborwerte!).
Gute Besserung
Dr. Josef Fischer
Facharzt Anästhesie
Hallo Susanne,
meine Mutter wurde vor ein paar Jahren ebenfalls an der Schilddrüse operiert. Ihr ging es danach eine Zeitlang auch ziemlich schlecht. Was bei ihr an den nicht richtig eingestellten Hormonen oder am Jod lag? Ist schon ziemlich lange her, deswegen kann ich mich nicht mehr genau erinnern.
Auf jeden Fall solltet ihr dringend zum Arzt gehen, am besten den Arzt wechseln. Der Arzt, den deine Schwiegermutter zur Zeit hat, scheint nicht so sonderlich kompetent zu sein. Leider erlebt man das immer wieder. Meine Schwiegermutter hatte auch ein so inkompetentes Exemplar, was ihr viel Schmerzen beschert hat, die nicht hätten sein müssen.
Gruß
Samira
hallo,
meine schwiegereltern waren heute nochmal beim arzt, dort hat sie infusionen bekommen und die hormone wurden neu eingestellt. am montag muß sie nochmals hin und wenn es bis mittwoch nicht besser ist, geht sie stationär. dank auch speziell für die antwort von dr. fischer! sie waren vor einiger zeit auch im krankenhaus auf grund ihrer desolaten lage, dort hat man sie aber mit der begründung „narkoseallergie“ wieder heim geschickt. hm…
gruß und dank,
susanne
Hallo Susanne
für mich sprechen die Symptome auch eher für Folgen der SchilddrüsenOP, also eher eine Hormonsache. Die SD-Hormone richtig einzustellen ist eine langwierige Sache und nicht mal eben so machbar. An und für sich müsste sie nach der Op bereits mehrfach die SD-Blutwerte (TSH, T3,T4)kontrolliert bekommen haben (bei 6 Wochen tät ich als Laie mindestens 2 mal vermuten). Dabei kann man dann gleich den Internisten/Endokrinologen/Hausarzt drauf ansprechen, evtl müssen auch die anderen Medikamente auf die neue Situation eingependelt werden (zB. bei Herzmedis kann ich mir das vorstellen, da die Schildrüse auch auf den Blutdruck wirkt und bei den Neuro-Sachen ebenso, da die Schlddrüsenhormone auch durchs Hirn geregelt werden und zB. eine Unterfunktion auch zu Depressionen führen kann, eine Überfunktion dagegen zu nervöser Unruhe).
Kurzum, die Frau gehört zum Arzt, möglichst einem der alles kann (hausärztlicher Internist mit endokrinologischer Zusatzbezeichnung und möglichst noch einem Händchen für Neurologie ODER Doppelfacharzt Internist/Neurologe möglichst mit Faible für Endokrino)
Gruß Susanne
Kurzum, die Frau gehört zum Arzt, möglichst einem der alles
kann (hausärztlicher Internist mit endokrinologischer
Zusatzbezeichnung und möglichst noch einem Händchen für
Neurologie ODER Doppelfacharzt Internist/Neurologe möglichst
mit Faible für Endokrino)
Gruß Susanne
Nach dem Posting von Dr. Fischer (dafür ein *) war sie doch schon beim Arzt und alles geht seinen Weg. Von Expertenseite war eigentlich alles gesagt oder?
Gruss frieeda
Hallo frieeda,
Nach dem Posting von Dr. Fischer (dafür ein *) war sie doch
schon beim Arzt und alles geht seinen Weg. Von Expertenseite
war eigentlich alles gesagt oder?
Die Antwort von Dr. Josef Fischer war sehr gut - und trotzdem finde ich die Antwort von Susanne Mehls sehr hilfreich. Und scheinbar nicht nur ich, sondern offenbar (siehe Sternchen) auch andere.
Gruß Steffi
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