Nasenbluten

Hallo,
angenommen ein Kind (3 Jahre) hat alle paar Wochen Nasenbluten, was ja weiter nicht schlimm ist. Diese hören auch wieder nach einiger Zeit auf (normale Gerinnung). Komischerweise treten diese häufig Nachts über auf oder manchmal wenn das Kind sich sehr anstrengt tagsüber (toben beim spielen) oder aufregt (heulen). Wenn das Kind Nasenbluten hatte, treten in den folgenden Tagen diese öfters wieder auf (der Zeitraum umfaßt ca. 4-5 Tage) dann ist wieder für ein paar Wochen Ruhe (ca. 3-4 Wochen) bis halt wieder ein Ereignis Eintritt, was die Sache auslöst. Was könnte das sein? Kennt jemand sowas? Kann man in diesem Alter schon was in der Nase (es betrifft überwiegen das linke Nasenloch) machen (evtl. veröden)?
Dank im Vorraus.
Gruß Gerd.

Hi!

Im vorderen Bereich der Nasenscheidewand gibt es ein Gefäßgeflecht, das „Locus Kieselbachii“ genannt wird. Kindliches Nasenbluten stammt in aller Regel aus dieser Region.
Hier sind die Gefäße (oft von erstaunlichem Kaliber) sehr oberflächlich gelegen und auch mechanischen Reizen, wie zum Beispiel dem bohrenden Finger, Austrocknug bei Infekten usw. besonders ausgesetzt.
Die Häufung der Blutungsereignisse läßt sich dadurch erklären, daß ein Gefäß nach Verletzung eben wieder durch geringe Reize wieder aufgehen kann. Das kann dann schon durch Erhöhung der Durchblutung wie beim Rumrennen geschehen. Wer beim schreienden Kind schon mal die anschwellenden Gefäße am Kopf und Hals gesehen hat, kann sich leicht vorstellen, daß da mal auch eine oberflächliche Ader in der Nasenschleimhaut bluten kann.

Wie schon beschrieben, sitzt das Gefäßareal sehr weit vorne in der Nase, so daß man bei aktueller Blutung in aller Regel durch kräftiges Zudrücken der Nase die Blutung schnell zum Stillstand bekommt. Was kaltes in den Nacken beschleunigt das ganze durch reflektorische Gefäßverengung.

Nützlich sind auch Nasensalben, die die Schleimhaut feucht und geschmeidig halten.

Zur Verödung des Gefäßes: am besten tolerieren Kinder noch, wenn man für einige Tage einen Streifen mit Salbe in die Nase macht. Man kann so einen Gefäßbaum auch mit Silbernitrat verätzen. Sehr wirkungsvoll ist die Verödung mit Strom, wobei das beim wachen Kind nicht so einfach durchzuführen ist, da ziemlich unangenehm. Das gleiche gilt für die Behandlung mit dem Laser. Bei so kleinen Kindern kann man das eigentlich nur im Rahmen einer Narkose machen, wenn eh was anderes, wie zum Beispiel Adenoide operiert werden. Extra dafür eine Narkose lohnt nicht.

Hoffe, das hilft Dir etwas weiter
Gruß
Peter

Hallo Peter,
das beruhigt mich. Vielen Dank für die ausführliche Erklärung. Ich werde das mit der Nasensalbe probieren, um die Nasenschleimhaut feucht zu halten. Vielleicht nehmen ja die Blutungen mit zunehmenden Alter ab, sodaß sich das sozusagen durch daß Wachstum aufhebt, oder bleibt sowas?
Ansonsten müßte man halt doch ans veröden denken.

Gruß Gerd

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Hallo Peter,
das beruhigt mich. Vielen Dank für die ausführliche Erklärung.
Ich werde das mit der Nasensalbe probieren, um die
Nasenschleimhaut feucht zu halten. Vielleicht nehmen ja die
Blutungen mit zunehmenden Alter ab, sodaß sich das sozusagen
durch daß Wachstum aufhebt, oder bleibt sowas?
Ansonsten müßte man halt doch ans veröden denken.

Gruß Gerd

Ist zwar schon sehr lange her, bei mir hat es aber erst mit ca 10 angefangen und mit ca 15 Jahren hab ichs dann veroeden lassen. Danach hatte es sich dann erledigt.


Gruss
Dirk
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Hi,

mein Bruder hatte das früher auch aus heiterem Himmel. Er kriegte dann Ruticalzon-Tabletten aus der Apotheke. Und das hat offenbar wunderbar geholfen, auch wenn ich die Wirkung der Kalkpräparate auf das Nasenbluten nicht zuordnen kann.

Liebe Grüße,

Susanne

Hallo Gerd,

Gegenfrage: Hat jemand von euch in der Familie die Krankheit Morbus Osler? Dann wäre es bei dem Kind nicht weiter verwunderlich, dass hier Nasenbluten (Epistaxis) ohne irgendwelche Aktivitäten auftreten. Diese Krankheit ist nämlich eine erbliche Gefäßerkrankung.
Noch vor 60 Jahren wurde bei meinem LAG im Totenschein des Großvater festgestellt: Verblutung! Interessanterweise hatten immer nur die männlichen Familienmitglieder unter Nasenbluten zu leiden. Aber auch die Frauen haben die Krankheit an die nächste Generation weiter gegeben.

Die Blutungsneigung lässt erst wieder nach, wenn die Schleimhaut über dem beschädigten Blutgefäß wieder verheilt ist. Das dauert etwa 2 Wochen. Diese zwei Wochen zählen immer ab der letzten Blutung. Tatsächlich kann eine Blutungsneigung also viel länger bestehen!

Wie schon geschrieben, ist es unverzichtbar die Nasenschleimhaut ständig feucht zu halten, was am besten durch den Gebrauch von Nasensalbe erreicht wird. Von einem Eingriff in der Nase in den jungen Jahren würde ich abgeraten, die Nase muss aber täglich eingecremt werden. Man kann dazu schon Oliven-Öl verwenden oder eine Salbe von der Apotheke (Zusammensetzung: 45,0 Lanolin – 45,0 Vaselin – 30,0 Neutralöl – 0,05 Menthol).
Doch bitte ganz vorsichtig die Salben/Öle einbringen, so mancher Nasenbluter fängt wieder von vorn an, wenn nur eine leichte Berührung mit dem Wattestäbchen am bestädigten Gefäß erfolgt.

Bei vermehrtem Bluten gebt dem Kind Floradix Kräuterblut, um den Eisengehalt aufrecht zu halten. Es ist auch sinnvoll, für eine gewisse Zeit Nasenspray anzuwenden: Nasensprays sind „Vasokonstriktoren“, das heißt, sie verengen den Querschnitt der Blutgefäße. Wenn die Eiskrawatte zur Blutstillung nicht mehr ausreicht, Cyklokapron 1 Amp. – Adps Lane 10,0 – Paraffin subliqu 10,0. Bei starker Blutung reines Cyklokapron flüssig.

ASS-haltige Medikamente sind absolut verboten! Das sind Blutverdünner, die die Blutstillung stören.

In jedem Fall rate ich zu einer gründlichen Untersuchung der Blutgerinnung und einem Gen-Test um die Krankheit ausschliessen oder nachweisen zu können. Hoher Blutdruck kann ebenfalls zu Nasenbluten führen, was ich allerdings bei einem so jungen Kind ausschliessen möchte.

Lieben Gruss
Asmodine