Naspa creativinvest 7 deka

Hallo Leute,
ein Bankberater hat 2007 meiner Mutter (Rentnerin) diesen NASPA CREATIVINVEST 7 DEKA (ISIN DE000DK0EE65) Fonds aufgeschwatzt, obwohl sie dem Berater sagte, sie wolle eine sichere Anlage. Jedenfalls meldete sich der Berater letzte Woche wieder bei meiner Mutter und sagte, sie solle vorbeikommen, denn der Fonds würde ins Bodenlose fallen und man müsse jetzt umschichten. Da meine Mutter dem Berater nicht mehr so ganz über den Weg traut („Der will wieder nur Provision kassieren“) fragte sie mich, was zu tun sei.
Ich habe mir die Beschreibung des Fonds mal durchgelesen und Blicke ehrlich gesagt nicht durch. Da wird irgendwas zwischen DivDAX und DAX gemessen.
Meine Frage nun: Steht es wirklich so schlimm um diesen Fonds und ist es ratsam, diesen so schnell wie möglich zu verkaufen?

Danke für eure Hilfe und Grüße
Bozi

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Hallo Bozi,

das ist mal wieder ein extremes Negativbeispiel für das, was in der Finanz"beratung" in Deutschland mittlerweile so läuft. Und leider sind die dem „gemeinwohl verpflichteten“ Sparkassen hier auch keine Ausnahme.

Ich habe dieses Instrument so ganz auch nicht verstanden. Es soll wohl so was wie ein Arbitragegeschäft zwischen den genannten Indizes getätigt werden.
Das ist an sich innerhalb der gesetzlichen Vorschriften für einen Investmentfonds kaum darstellbar. Deswegen bedient sich die Naspa (bzw. Deka) hier anscheinend eines Zertifikates, welches von der Credit Suisse emitiert wurde.
Mir scheint das der Versuch zu sein, eine Hedgefondsstrategie in einem Publikumsfondsmantel umzusetzen. Das allein ist nichts schlimmes. Andernorts läuft sowas auch durchaus erfolgreich. Aber für den klassischen deutschen Privatanleger, zu welchem Deine Mutter und Du wohl zu zählen sind, ist das viel zu kompliziert und intransparent.

Aus meiner Sicht kann man so etwas im Rahmen einer Vermögensverwaltung bei großen Vermögen als Beimischung einsetzen. Die Naspa ist hier echt gnadelos, wenn sie das so in der Breite verkloppen.

Also was tun?

Entscheidend ist diese Aussage:
„Wird während der Laufzeit des Sondervermögens zu den Beobachtungszeitpunkten eine vorher definierte Schwelle (Renditeabstand zwischen dem DivDAX und dem DAX gemessen seit dem 18. Mai 2007 >= - 2,0 %) erreicht oder überschritten, so wird ab diesem Zeitpunkt das Sondervermögen inkl. des Bonus von jeweils 15 % überwiegend in Geldmarktinstrumente, Bankguthaben und Investmentanteile angelegt. Liegt der Abstand am letzten Beobachtungszeitpunkt (Ende d. Laufzeit) zwischen - 25 % und - 2 %, liegt die Höhe der Rückzahlung bei 100 % des Ausgabepreises bei Auflage abzüglich Ausgabeaufschlag. Unterschreitet der Abstand am letzten Beobachtungszeitpunkt (Ende der Laufzeit) - 25 %, erhält der Anleger zum Laufzeitende eine Auszahlung in Höhe der prozentualen Abstandsveränderung bezogen auf das ursprünglich von ihm eingezahlte Kapital abzüglich Ausgabeaufschlag.“
Das wären 40,00 euro)

Ich bin mir allerdings nicht sicher, ob ich das richtig verstehe.
Derzeit liegt der Dax seit 18.5.07 bei -18,2%, der DivDax bei -23,7%.
Dann würde der Renditeabstand bei -5,5% liegen?
Sollte das bei Laufzeitende (28.6.2012) noch genauso sein, müsste diese Aussage greifen:

"Liegt der Abstand am letzten Beobachtungszeitpunkt (Ende d. Laufzeit) zwischen - 25 % und - 2 %, liegt die Höhe der Rückzahlung bei 100 % des Ausgabepreises bei Auflage abzüglich Ausgabeaufschlag."

Das verstehe ich als Kapitalgarantie, solange der Renditeunterschied nicht unter -25 (was eine größere negative Zahl, alos z.B. -30 bedeutet) fällt.

Derzeit liegt der Rücknahmepreis der Fonds ca. 27% (Rücknahmepreis bei etwa 29,- euro) unter seinem Ausgabepreis. Das wäre der Verlust bei einem jetzigen Verkauf. Es dürfte schwer werden, diese 27% bis Juni 2012 mit einer anderen (risikoarmen) Anlage wieder aufzuholen. Ich würde also (vorausgesetzt, ich habe das richtig verstanden) eher auf die Kapitalgarantie am Laufzeitende sezten.

Dass der Sparkassenverkaufsbeauftragte jetzt anruft ist sicher seiner Not geschuldet, neue Provisionserträge für seinen Auftraggeber zu generieren. Gut vorstellbar ist auch, dass er selbst dieses ziemlich komplizierte Teil nicht richtig rafft.

Auf jeden Fall solltest Du Dir mal anschauen, was im WpHG-Bogen steht, den Deine Mutter beim Kauf sicher unterschrieben hat. Wenn dort steht, dass sie keine Risiken eingehen wollte, dann könnte man mal über einen Anwalt oder die Verbraucherzentrale Druck machen und eine Rückabwicklung dieses irrsinnigen Geschäfts anstreben.
Aber nicht zu schnell entmutigen lassen, die Naspa dürfte das gewohnt sein und erstmal einen auf dicke Hose machen… .

Gruß vom Money-Schorsch

Hallo,

Ich habe mir die Beschreibung des Fonds mal durchgelesen und
Blicke ehrlich gesagt nicht durch.

ein guter Grund, keine Anteile an dem Fonds zu kaufen.

Da wird irgendwas zwischen
DivDAX und DAX gemessen.

Der Anleger soll von der besseren Entwicklung des DivDAX (enthält die 15 DAX-Aktien mit der höchsten Dividendenrendite) ggü. dem DAX 30 profitieren.

Meine Frage nun: Steht es wirklich so schlimm um diesen Fonds
und ist es ratsam, diesen so schnell wie möglich zu verkaufen?

Der Fonds steht bei 36, kommt von 40 und war schon bei 30. Warum der Typ nicht schon bei 30 angerufen hat, bleibt sein Geheimnis.

So oder so halte ich von so einem Fonds nichts, weil er nicht auf etwas spezifisches setzt, d.h. eine Region, eine Branche oder bestimmte Unternehmen, sondern auf das Verhältnis zwischen zwei nicht sauber voneinander abgegrenzten Größen. Will sagen: selbst wenn man die Entwicklung von Größe A richtig eingeschätzt hat, verliert man u.U., wenn sich Größe B anders entwickelt als erwartet. Gerade in Phasen größerer Kursausschläge soll das schon mal vorkommen.

Gruß
Christian

Derzeit liegt der Rücknahmepreis der Fonds ca. 27%
(Rücknahmepreis bei etwa 29,- euro) unter seinem Ausgabepreis.
Das wäre der Verlust bei einem jetzigen Verkauf.

Sorry, da habe ich mich irgendwie beim Kurs verguckt. Richtig müsste es heißen:

Derzeit liegt der Rücknahmepreis der Fonds ca. 10%
(Rücknahmepreis bei etwa 36,- euro) unter seinem Ausgabepreis.
Das wäre der Verlust bei einem jetzigen Verkauf.

Es wird zwar auch schwierig werden, bis Juni 2012 zehn Prozent mit einer sicheren Anlage zu erzielen.
Aber vielleicht ist das Ende der psychischen Schmerzen diesen Verlust dann wert?

Auf jeden Fall vorsichtig bei der nächsten Empfehlung der Bank sein udn besser erstmal hier nachfragen.

Gruß vom Money-Schorsch

Danke für die Antwort! Meine Mutter zahlte damals 41,64 Euro pro Anteil.
Also handelt es sich hier mehr oder weniger um eine Wette?!? Wenn der DivDAX am Ende der Laufzeit zwischen 2% und 25% schlechter ist als der DAX, dann bekommt sie das eingesetzte Kapital zurück? Hab ich das so richtig verstanden?

Letztlich ist fast jede Kapitalanlage so was wie eine Wette. Aber in diesem Fall sehe ich das so, wie Du es beschrieben hast.
Sollte der DivDax am Ende besser sein als der Dax, dann müsste sie aus meiner Sicht Gewinn erzielen.
Langfristig sind Dividendenwerte wohl besser als der breite Dax. Aber im letzten Abschwung haben sie wie alle anderen auch auf die Mütze bekommen und im folgenden Aufschwung haben erstmal die Werte gewonnen, die vorher ganz besonders tief gefallen sind.

Ich versteh das beim besten Willen auch nicht aus den mageren Angaben
aus dem Internet.
Der 6er soll ja noch ein Zertifikat sein.
Aber der 7er ist ja offensichtlich ein Investmentfonds nach deutschem
Recht.
Da steht denn auch nur Mischfonds, wodrunter man früher eine Mischung
aus Aktien und Anleihen verstand.
Und wie will man die unterschiedliche Entwicklung der beiden Indizis
den abbilden? Dazu steht da ja auch nichts.
Auf sowas sollte man sich gar nicht einlassen.
Ausserdem gibts Fonds auch ohne Ausgabeaufschlag und geringeren Laufenden Kosten von anderen anbietern und Vermittlern.

Danke vielmals für eure Antworten!
Ist es ratsam jetzt direkt zu verkaufen oder soll meine Mutter erstmal abwarten, wie sich der Kurs entwickelt? Ich habe auf dem Chart gesehen, dass es seit 2 tagen wieder bergauf geht.

Danke vielmals für eure Antworten!
Ist es ratsam jetzt direkt zu verkaufen oder soll meine Mutter
erstmal abwarten, wie sich der Kurs entwickelt? Ich habe auf
dem Chart gesehen, dass es seit 2 tagen wieder bergauf geht.

Hallo, nun entspann dich doch mal!
Dieser Verkäufer von der Sparkasse kann doch die Zukunft nicht vorhersehen, warum sollte der Fonds jetzt abstürzen? Und selbst wenn, vielleicht ist er in einem Jahr beim doppelten Kurs von heute?
Wenn man das Auf und Ab der Börse zu aufregend findet, sollte man von solchen Produkten die Finger lassen. Keiner hier wird dir sagen können, wie der Kurs verläuft, du könntest also getrost jetzt verkaufen.
Der Grund, warum der Typ sich bei deiner Mutter gemeldet hat ist natürlich, dass er wieder Geld verdienen will indem was neues gekauft wird, da kriegt er nämlich jedesmal ein paar Prozente ab (was direkt vom Anlagebetrag des Kunden abgeht!).
Also einfach verkaufen aber aufpassen, dass man sich nicht wieder was Neues andrehen lässt.
Vertrieb ist ein knallhartes Geschäft, die meisten Bank"berater" sollen einfach nur massig Produkte verkaufen egal ob das gut für den Kunden ist. Mal schauen ob sich da in den nächsten Jahren was ändern nicht, denn die jüngere Generation ist schon deutlich besser aufgeklärt und lässt sich nicht mehr so einfach verar*****.

Gruß
Granini