Nasse Fenster im Winter

Hallo!
Wir haben wieder mal das alljährliche Winterproblem: Nasse Fenster.
Ich muss jeden Morgen die Fenster erst mal „trocken legen“, weil das Kondenswasser runtertropft.
Die Fenster sind ganz einfache Fenster, also ich weis nicht wie man das nennt, doppelverglasung oder so.
Hat jemand nen Tip, wie man das reduzieren kann?
Lüften tu ich morgens immer so 20 min, drehe die Heizung abends runter, dann über nacht gar keine Heizung und nach lüften morgens dreh ich se wieder auf. Öfter kann ich nicht lüften, da ich tagsüber kaum zuhause bin. Höchstens evtl noch abends.
Weis jemand Rat?

Das Problem ist u.a. physikalischer Natur:
jeder Mensch gibt je nach Aktivität mehr oder weniger Feuchtigkeit an sein Umfeld ab. Man kann im Schnitt von 30 - 50g/Mensch und Stunde ausgehen.
Bei einem Schlafzimmer, von 2 Erwachsenen genutzt, ist von einer Feuchtigkeitsmenge zwischen 60g bis 100g (ohne große Aktivitäten, sonst wäre es noch mehr Feuchtigkeit) pro Stunde auszugehen, die an die Raumluft abgegeben wird.

Nun sind Schlafräume üblicherweise nicht als Saal ausgebildet. Nehmen wir einmal eine Fläche von 5m x 5m und eine Raumhöhe von 2,2m, dann haben wir bereits ein Raumvolumen von rund 62m³, abzüglich Mobiliarvolumen, sagen wir rund 55m³.
Unterstellen wir hier einmal eine durchgehende Raumlufttemperatur von 15°C, dann würden bereits 12,8g Wasser pro Kubikmeter Luft einer relativen Luftfeuchtigkeit von 100% entsprechen. Mehr Wasser aufzunehmen vermag Luft bei dieser Temperatur nicht!

Nun haben wir aber keine Saunabedingungen, sondern nur vielleicht 40% rel. Luftfeuchte. Heißt: 40% von 12,8g = 5,1g/m³.

Nun schlafen und schwitzen wir schön, die ganze Nacht über 7 Stunden durch. 7 Stunden geben 2 Personen regelmäßig zwischen 60g bis 100g Wasser an die Luft ab. Bedeutet: Am nächsten Morgen befinden sich (bei mäßiger Transpiration) 7 Stunden x 60g = 420g Wasser mehr in der Luft.

420g pro 55m³ Raumluft. Oder besser: 7,6g Wasser pro m³ mehr. Zuzüglich der ja bereits vorhandenen Wassermenge von 5,1g/m³ kommen wir da auf 5,1g + 7,6g = 12,7g.

Diese Wassermenge teilt sich zur nächtlichen Stunde mit Ihnen den Schlafraum!
Nun betrachten wir uns das Fenster einmal. Es hat kalte Flächen, an welcher sich die Luft mit ihren 12,7g Wasser pro Kubikmeter Luft stark abkühlt. Auf möglicherweise 6°C? Vielleicht. Vielleicht auch auf weniger, jedenfalls bei alten Fenstern und bei noch niedrigeren Außentemperaturen.

Was passiert nun?
Konnte die Luft bei 15°C maximal 12,8g Wasser aufnehmen, so sinkt dieser Wert bei 5°C auf 6,8g/m³. Mehr geht nicht!
Nun haben wir aber insgesamt 12,7g Wasser insgesamt, sodass 12,7g - 6,8g = 5,9g Wasser nicht von der Luft aufgenommen werden können. Immerhin sind das bei angenommenen 55m³ Luftvolumen 324,5 ml, eine beachtliche Wassermenge, mit der so manche Soße für ein Mittagsmahl angerichtet werden könnte.

Diese Wassermenge kondensiert nun an der Fensterscheibe und wird zudem vom Mobiliar und vom Wandputz aufgrund dessen baustofftypischer Isotherme aufgenommen.
Sie können sich nu vorstellen, dass die kondensierte Hauptwassermenge garnicht in Erscheinung trat, nämlich am Fenster. Nun müssen Sie aber dafür Sorge tragen, dass die restliche Feuchtigkeit wieder abgegeben werden kann, nämlich über geöffnete Fenster an die frische Außenluft.
Und nun kommt es: das Lüftungsintervall von 20 Minuten pro Tag kann unmöglich ausreichen, um den Ausgleichszustand wieder herzustellen!!
(Hier droht früher doer später ein erheblicher Pilzbefall an den Wänden).

Fazit:
Freuen Sie sich über die kondensierte Wassermenge am Fenster, welche Sie nicht über geöffnete Fenster, sondern über den Putzfeudel abführen können.
Lüften Sie öfters und mit Querlüftung, heißt: kurz, doch bei geöffneten Fenstern auch in den Nachbarräumen (natürlich in der eigenen Wohnung, nicht beim Nachbarn - Scherz).

Ich hoffe, ein wenig zum physikalischen Verständis beigetragen zu haben!
mfg Sachverständigenbüro für Fußbodenkonstruktionen

Die Fenster sind ganz einfache Fenster, also ich weis nicht
wie man das nennt, doppelverglasung oder so.

handelt es sich dabei um doppelflügelige fenster (also ein oder zwei flügel aussen, und das gleiche nochmals innen)?

dann klebst du auf den innenflügel (!) rundherum tesamoll-dichtstreifen (in den falz, wo die flügel auf dem rahmen anliegen).

das kondenswasser fliesst auch deshalb so heftig, weil die scheibe zu kalt ist. wenn der luftpolster zwischen den scheiben gut isoliert ist, bleibt die innere glasscheibe warm und das wasser kondensiert nicht mehr. (immer zwei flügel vorausgesetzt)

gruss, millia

Lüften tu ich morgens immer so 20 min, drehe die Heizung
abends runter, dann über nacht gar keine Heizung und nach
lüften morgens dreh ich se wieder auf.

du solltest die heizung nicht ganz abstellen über nacht,sonst kühlen die wände zu sehr aus.
normalerweise gibt es die nachtabsenkung der heizung,ab 22 uhr wird die temperatur um 2-3° gesenkt und ab 6 uhr wieder hoch gefahren.

Also wenn das Problem nur im Schlafzimmer auftritt, dann kann eine Anlage zur Wohnraumlüftung helfen.(Allerdings nicht ganz billig) Die gibt es auch für die Einraumvariante mit Abluft nach ausen und mit Wärmerückgewinnung, es gibt sie nicht nur wie heute in Neubauten oft eingesetz die überall kontrolierte Wohnraumlüftung. Auch das Lüftn bei kaltem Raum bringt nichts, da die Luft kaum Wasser in sich trägt, sondern ein 20-22 Grad warmes Zimmer nur 5 Min lüften bring mehr als ein kaltes 20 Min… Aufheizen müssen sie den Raum so oder so.
Ein Bad z.B. sofort nach dem Duschen lüften, und es gibt kein Kondensat.

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