Hallo Mary!
Wenn du in Zukunft einen Auszug aus einem Werk zitierst, dann gib bitte auch die Textstelle an (Akt, Szene), denn es ist wichtig eine Stelle im Kontext zu analysieren.
Der Auszug stammt (wie du sicher weißt) aus Aufzug 1,Auftritt 2.
„Gewiss, nicht tot!“ bezieht sich auf den Retter von Recha.
„Denn Gott lohnt Gutes, hier / Getan, auch hier noch“ bedeutet, dass Gott die Menschen schützt, die Gutes tun.
„Begreifst du aber, / Wie viel andächtig schwärmen leichter, als / Gut handeln ist?“
Lessing (u.A. ein studierter Theologe) wendet sich hier gegen die Menschen, die zwar viel beten und ihre Gottesdienste besuchen, aber durch ihre Lebensweise Gott nicht verkünden.
Wahrscheinlich ist diese Stelle eine Anlehnung an den Ausspruch Jesajas (Jes 29,13), der später von Jesus wiederholt wurde (Mt 15,8):
„Das Volk ehrt mich nur mit den Lippen, das Herz aber ist weit weg von mir.“
Übrigens: Ein typischer Gedanke in Lessings Zeit (Aufklärung!!!).
Die nächsten Zeilen beziehen sich nun auf das genannte Problem.
Da du sicher das ganze Werk kennst, kann man hier den Gedanken der Aufklärung finden:
Wie in der Hauptintention des Stückes meint Lessing: Egal, zu welcher Religion ein Mensch gehört, wenn er gerecht lebt wird er gerettet; oder wie es die Bibel sagt: „An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen (Mt 7,16)“. -> Ringparabel
So, ich hoffe ich konnte dir ein bisschen weiterhelfen.
Wichtig ist noch, dass ich weder Germanistik noch ein verwandtes Themengebiet studiert habe, und deshalb keinen Anspruch auf Richtigkeit und Vollständigkeit erheben kann.
Meine Auslegung ist lediglich eigene Interpretation.
Mit dieser salvatorischen Klausel möchte ich mich verabschieden.
Es wäre nett, wenn du mir Bescheid geben könntest, ob meine Antwort dir etwas genutzt hat.
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