Nationalhymne the lost strophen

Hi,

kann mir bitte einer nochmal schnell erläutern, warum wir nicht mehr die beiden ersten strophen des deutschlandliedes singen…
OK, man hats damals in der dunklen zeit gesungen, da hat man die dritte aber doch wohl auch gespielt.

Ich meine mal gehört zu haben, dass es um die geographischen angaben der ersten strophe ging…

Für sachdienliche hinweise, wie immer dankbar…

LG Alex:smile:

Hi…

1.Strophe
Deutschland, Deutschland über alles,
über alles in der Welt,
wenn es stets zu Schutz und Trutze
brüderlich zusammen hält.
Von der Maas bis an die Memel, von der
Etsch bis an den Belt.
Deutschland, Deutschland über alles,
über alles in der Welt.
2.Strophe
Deutsche Frauen, deutsche Treue,
deutscher Wein und deutscher Sang,
sollen in der Welt behalten ihren alten
schönen Klang.
Uns zu edler Tat begeistern unser ganzes
Leben lang.
Deutsche Frauen, deutsche Treue,
deutscher Wein und deutscher Sang.

tja…von der Maas (Lothringen, Belgien) bis an die Memel (Litauen)
von der Etsch (Italien) bis an den Belt (Dänemark)…

haut irgendwie nicht mehr so ganz hin (:smile:)

Und die zweite Strophe ist meineserachtens auch kein großer Verlust…da schmalzt es schon schwer vor sich hin *g*

Viele Grüße
Sue

Hallo.

kann mir bitte einer nochmal schnell erläutern, warum wir
nicht mehr die beiden ersten strophen des deutschlandliedes
singen…

Du darfst, entgegen anderslautender Gerüchte, durchaus auch die erste und zweite Strophe plärren. A-Bär : Per Briefwechsel zwischen Bundespräsident v. Weizsäcker und dem Pfälzer Sausack wurde geklärt, dass nur die dritte Strophe Nationalhymne ist. Heuss und Adenauer hatten das auch schon mal - 1952, glaube ich, so ähnlich geregelt : Nationalhymne war demnach das ganze Liedel, xungen ward nur Strophe drei.

Was schade ist - so was wie die Ode an die Freiheit, mit 158 Strophen, wäre viel besser geeignet. Besonders im Hinblick auf die Fußball-WM : Bis die Hymne durch ist, sind die Gegner alle verstorben …

Gruß Eillicht zu Vensre

Hallo, Max,

als August Heinrich Hoffmann von Fallersleben - wobei das „von F.“ eine Parodie auf die Aristokraterie der damaligen Zeit ist - 1841 den Text schrieb, lebte er auf Helgoland im Exil - Helgoland war damals englisch! - und es gab kein Deutschland wie heute, sondern den „Deutschen Bund“, ein loses Bündnis von Ländern, in denen auch Nichtdeutsche lebten und wodurch die Maas und die Etsch in der Tat Grenzflüsse waren.

Die anderen beiden Gewässer geben die ungefähre Sprachgrenzen an.

Und unter den damaligen Nationalisten, die ein „einig Vaterland“ wünschten, war man der Ansicht, dass alle Länder, in denen Deutsch gesprochen wird, zu dem neu zu schaffenden „Deutschland“ gehören sollten. Hoffmann beschrieb also ein Desiderat!

Erst die späteren Nationalisten und vor allem die Nationalsozialisten lasen den Text als handlungsweisenden Besitzanspruch.

Gegen ein solches Missverständnis, also der Möglichkeit, den Deutschen revisionischtische Wünsche zu unterstellen, ist es also gerichtet, dass man nur die dritte Strophge singt.

Die zweite Strophe stellt einen Rückgriff auf Walther von der Vogelweide dar, der schrieb, dass in tiutschen landen = Deutschland die wîp = Weiber (= heute: Frauen) besser, vornehmer, liebreizender sind als anderswo die frowe = Frauen (= heute: Damen der gehobenen Gesellschaft).

Ich glaube bei wickipädia müsste das ausführlicher zu finden sein. Schau mal unter Hoffmann von Fallersleben.

Gruß Fritz

Servus Sue,

darf ich an dieser Stelle bescheiden anmerken, daß es in der beschriebenen Ausdehnung um die Differenzierung zwischen den seinerzeit zur Debatte stehenden „Groß- und Kleindeutschen Lösungen“ ging? Die kleindeutsche Antwort auf die „deutsche Frage“ implizierte (1) Akzeptieren der pragmatisch ausgerichteten preuszischen Mikroimperiumspläne und (2) Akzeptieren der Tatsache, daß im Südosten eine bedeutende Monarchie noch etwa siebzig Jahre lang vor sich hin starb.

Vor diesem Hintergrund wird auch die zweite Strophe eher verständlich: Sie hieß (a) „Deutschland ist, wo deutsche Kultur ist - und nicht, wo es diesem und jenem Vonundzu grade in seine Landkarte und in sein Militärbudget passt“ und (b) „Keine Krone mehr, sondern eine Republik von gleich (als Deutsche) Geborenen!“.

Aber jetzt ist es halt doch bloß die kleindeutsche Lösung geworden, und der deutsche Michel puckelt und dienert sich von Hohenzollern bis Habsburg weiter durch die Zwangsvereinigungen. Nunja, er hats nicht anders verdient, deucht mir - gerettet haben sich auf ihre Weise die ehedem Habsburger Untertanen, indem sie wenigstens eine gscheite Republik auf die Füße gestellt haben. Aber zusammen wärs besser gegangen.

In diesem Sinne

MM

3 „Gefällt mir“

Gegrüszet seyst Du, Eillicht,

zu diesem Behuf tätens doch diese Strophen auch schon??:

http://ingeb.org/Lieder/willstwi.html

die ich zur Hymne geeignet fände, weil man sich dann nicht mehr gar so sehr drüber streiten müsste, ob denn Etsch, Memel und Belt deutsche Grenzen kennzeichnen oder nicht, wobei gleichzeitig immerhin eine sehr deutsche Daseinsform, nämlich diejenige des Studienrathes, trefflich illustrirt ist…

In diesem Sinne

MM

1 „Gefällt mir“

Hallo Alex,

guck mal da:
http://www.deutsche-schutzgebiete.de/deutschlandlied…

Übrigens ist die Melodie auch ein englisches
Kirchenlied (kam mal zu spät zu einem Gottesdienst und
hab ziemlich blöd aus der Wäsche geguckt, als ziemlich
genau zu meinem Eintritt die deutsche Nationalhymne (so
dachte ich ja) erklang) und war auch in der KuK Zeit
in Österreich Hymne (also wieder die Melodie).

kennt jemand die Texte zu der österreichischen Hymne
bzw. dem englischen Kirchenlied? Ich habe aus-gegoogelt.
Gruß
Elke

Hallo,

kennt jemand die Texte zu der österreichischen Hymne
bzw. dem englischen Kirchenlied? Ich habe aus-gegoogelt.

Das bekannteste Kirchenlied mit dieser Melodie ist „Glorious things of thee are spoken“. Schau mal hier unter „Austria (Haydn)“, da findest du noch andere Lieder, die zur Melodie passen.
http://www.cyberhymnal.org/tun/tun.htm

Die ursprüngliche Kaiserhymne „Gott erhalte Franz, den Kaiser“ musste immer geändert werden, sobald ein neuer Kaiser mit einem anderen Namen auf den Thron kam. Die Textwirren lassen sich bei Wiki verfolgen.
http://de.wikipedia.org/wiki/Gott_erhalte

lg

Kim

2 „Gefällt mir“