Hallo Uwi,
Es wird aber nicht angesagt:
„In einer Entfernung von 200m abbiegen.“
Nein, davon sprach ich ja: Das wäre ja gerade so eine auf die Spitze getriebene Präzision, die für den alltäglichen Gebrauch unpassend wäre.
Bei dieser Variante bezieht sich das „in“ auf „Entfernung“.
Entspricht auch dem üblichen Sprachgebrauch, Nicht aber
„In 200m abbiegen“.
Dass das dem üblichen Sprachgebrauch entspricht, möchte ich bezweifeln. Das sagt dir weder ein Navigationssystem noch irgendjemend auf der Straße, den du nach dem Weg fragst.
„In“ hat hier die Bedeutung:
-> Angabe eines Zieles, in das eine Bewegung hineinführt.
http://de.wiktionary.org/wiki/in
http://www.dwds.de/?kompakt=1&qu=in
Offensichtlich ist diese Bedeutung hier gerade nicht diejenige, die ein Navigationssystem oder ein auskunftsfreudiger Passant auf der Straße meint, wenn du ihn nach dem Weg fragst und es/er etwas von „in 200 Metern“ sagt.
Dagegen wird für „nach“ folgende Anwendung zugeschrieben:
http://de.wiktionary.org/wiki/nach
Du beziehst dich hier wohl auf:
„[3] Relation, bei der das mit nach referenzierte Bezugsobjekt zeitlich oder räumlich (in Bewegungsrichtung) vor dem Subjekt liegt; mit Dativ“
Richtig also z.B.: „Nach“ xxx Meter „in“ Richtung yyy fahren.
Die Interpretation, daß man innerhalb der Distanz von 200m
abbiegen sollte, wäre auch falsch.
Genauso wie die Interpretation, dass man irgendwo hinter einem Ort, der in 200 Metern Entfernung liegt abbiegen könne. Nichts anderes bedeutet aber die im Wiktionary genannte Bedeutung [3], wie du auch an den genannten Beispielen
… ersehen kannst.
Das bedeutet ja eben gerade nicht zwingend
-
„_ Direkt nach der Haltestelle Müllerstraße kommt die Bahnhofstraße._“
-
„einer unmittelbar nach dem anderem“
-
„nach und nach…“ bedeutet ohnehin sogar zwingend das genaue Gegenteil einer ununterbrochenen Abfolge.
Da du es nicht gemerkt hast: Meine Antwort war nicht ganz
ernst gemeint.
Was hat der Anspruch eines einigermaßen korrekten
Sprachgebrauchs
mit „auf die Spitze treiben“ zu tun?
Leider wird die deutsche Sprache schon viel zu häufig
vermurkst.
Anspruch und Wirklichkeit klaffen ja häufig auseinander.
Gruß Gernot