Hallo!
Hab selber in einer Werkstatt erlebt, daß die Mängel, welche
der Tüv-Prüfer feststellte, nicht in den Bericht geschrieben
wurden, da der Meister sagte „Brauchst du nicht reinschreiben,
machen wir sofort“. Als der Tüv-Mensch dann weg war wurde das
Auto auf den Parkplatz gestellt und der Kunde konnte es
abholen.
Das ist etwa die übliche Praxis, obwohl es eigentlich unlogisch ist,
da die Werkstatt ja von der Mängelbeseitigung lebt. An der TÜV-Prüfung verdient sie keinen Ct., ehr im Gegenteil.
Da wird es wohl ein Freund vom Werkstattinhaber gewesen sein…
Bei mir läuft das so ab:
Der TÜV findet z. B. defekte Bremsschläuche bei einem Auto:
Auf dem Protokoll steht dann:
"Bremsschläuche der Vorderachse porös * "
Weiter unten:
„der Mangel * wurde sofort von der Werkstatt behoben“
Ich mach das natürlich irgendwann später.
Der Prüfer vertraut mir, dass das Auto erst wieder auf die Strasse kommt, wenn es gemacht wurde.
Da ich das Vertrauen des Prüfers behalten will, wird das auch gemacht,
wenn der Kunde das nicht bezahlen will, oder wie auch immer,
würde ich die TÜV-Plakette wieder abkratzen…
Mir sind aber Fälle bekannt, hauptsächlich wenn Gebrauchtwagen vor dem Verkauf noch mal neuen TÜV bekommen haben,
dass die Mängel dann eben nicht behoben wurden.
Da ist in einem Fall ein schwerer Unfall passiert, und der TÜV-Prüfer hat massiven Ägrer bekommen.
Das ist eben das übliche Problem der heutigen Zeit, wirtschaftliche Zwänge, Kungelei, Vetternwirtschaft, Geld, Ignoranz und Verantwortungslosigkeit.
Was vielleicht noch interessant ist:
Die TÜV- oder Dekra- Prüfer werden irgendwie nach Umsatz bezahlt, oder haben zumindest irgendwelchen Leistungsdruck.
Wenn mir als Werkstatt ein Prüfer nicht passt, weil der arg viel bemängelt,
bestelle ich den halt nicht mehr.
Dann kommt statt dem TÜV ein Prüfer von der DEKRA, und wenn der nicht macht was ich will, kommt eben noch ein anderer.
In Insiderkreisen hört man auch gelegentlich völlig exterme Sachen in diesem Zusammenhang, welche ich mir nicht traue, in ein öffentliches Forum zu schreiben.
Grüße, Steffen!