'Nebeneingang' zur Burg (wie gesehen in LOTR:TTT)

Hallo zusammen!

Hoffe, dass ich hier ansatzweise richtig bin: Wer „Der Herr Der Ringe: Die Zwei Türme“ schon gesehen hat, wird die Szene sicher kennen: Der Feind steht vor dem Tor, rennt es fast ein, da öffnet sich ein „versteckter“ Nebeneingang ca. 5 Meter vom Haupttor entfernt und Aragorn und Gimli kommen heraus und greife die belagerer von der Seite an.

Meine Frage: ist sowas bei mittelalterlichen Burgen „üblich“ oder zumindest ähnlich denkbar gewesen oder entspring diese, im Film „kurios“ wirkende Szene, der Phantasie der Drehbuchautoren?

Mfg

Cypher

Hi Cypher,

Hoffe, dass ich hier ansatzweise richtig bin: Wer „Der Herr
Der Ringe: Die Zwei Türme“ schon gesehen hat,

Na, selbstverständlich! :smile:

Meine Frage: ist sowas bei mittelalterlichen Burgen „üblich“
oder zumindest ähnlich denkbar gewesen oder entspring diese,
im Film „kurios“ wirkende Szene, der Phantasie der
Drehbuchautoren?

Dieser ohnehin nicht, iirc ist diese Szene auch so im Buch selbst vermerkt und entspränge somit Tolkiens Phantasie. :wink:

Leider kann ich nur für eine Burg Auskunft geben, die ich recht gut kenne. Schloß Homburg im Bergischen Land. Diese Burg hat so einen Seiteneingang tatsächlich. Und wirklich war er u.A. für Ausfälle bei Belagerungen gedacht. Natürlich liegt er sehr versteckt und sicherlich nicht 5 Meter neben dem Haupttor, das ist wahrscheinlich nur den Möglichkeiten der bildhaften Umsetzung zu verdanken.

Ob es nun „üblich“ war, kann ich Dir immer noch nicht sagen, aber wenigstens habe ich dies eine Beispiel für Dich.

Liebe Grüße und einen guten Rutsch!
Nike

Hi Cypher und High Nike,

nicht nur Burgen hatten solche Nebentürchen, die auch im Alltag ihre Funktion hatten. War das Haupttor schon geschlossen, so konnte durch diese Pforte ein später Besucher eingelassen werden.
Diese Pforten waren also nicht in jedem Fall oder absichtlich so angelegt, dass sie Belagerern unsichtbar bleiben würden. Das war hier im Film wohl extra so angebracht worden, um diese Szene glaubwürdiger zu machen.

Aber wie gesagt: auch Klöster und Städte hatten solche Nebenpforten. Und zwar schon in der Antike.

Das ominöse „Nadelöhr“, durch das eher ein Kamel geht, als ein reicher ins Himmelreich, meint eigentlich eine solche Pforte. Die Übersetzung mit „Nadelöhr“ ist ein Fehler.

Wenn also ein Kamelreiter nach Mitternacht ans Stadttor kam und der Torwächter keine Lust oder Erlaubnis hatte, das Tor zu öffnen, musste man das Kamel durch die Pforte quälen.

Beim liebevollen Charakter dieser Tier dürfte das jedesmal einen schönen Zikus gegeben haben.

Gruß Fritz

2 „Gefällt mir“

Hallo!

Von zwei Burgen in meiner Umgebung weiß ich, dass die auch solche Geheimgänge haben.

Hallo,

wie schon von den anderen Schreibern angemerkt, war so etwas durchaus üblich. Wenn Du die Suchmaschine deiner Wahl mit den Begriffen „Ausfallpforte“ oder „Poterne“ fütterst, wirst du eine Menge Links zu verschiedenen Burgen bekommen. Sinnigerweise lagen solche Ausgänge gut versteckt und eher unterhalb des Haupteingangs, damit man dem Angreifer in den Rücken fallen konnte. Auch moderne Festungen wie die Fortanlagen um Verdun oder an der Maginot-Linie haben solche Ausfallpforten.

Gruß
Feanor