Nebenfach?

Hi,

ich werde nächstes Jahr studieren, Wirtschaftsinformatik.
Bei den Uni-Recherchen bin ich zufällig mal auf einen Stundenplan für das erste Semester gestoßen. Und der sah relativ leer aus.
Deshalb hat sich mir die Frage aufgedrängt, ob es sinnvoll ist noch ein Nebenfach zu belegen.
Habt ihr damit Erfahrungen?
Und wie wird das Nebenfach dann eigentlich „gewertet“?

Danke

Hi,

Ich wäre an deiner Stelle vorsichtig.
Im Gegensatz zum Unterricht in der Schule verlangt eine Vorlesung wesentlich mehr Vorbereitungs- und Nachbearbeitungszeit. Auch kann es dir passieren, daß du im ersten Semester Wissenslücken aus deiner Schulzeit bemerkst und selbstständig aufholen musst um am Ball zu bleiben.
Standen auf dem Stundenplan auch Übungen mit drauf? Viele Vorlesungen haben noch seperate Tutoren/Mentoren/Übungsstunden deren Besuch (und Vor- Nachbereitung) durchaus wichtig ist und auch Zeit in Anspruch nimmt. Zumal es dir bei Informatik passieren kann, daß du manche Dinge nur an Unirechnern erledigen kannst, und deren Verfügbarkeit zeitlich begrenzt ist. Ungünstig wenn du da gerade in einer anderen Vorlesung hockst.
Auch wenns blöd klingt, aber auch das Uni(ein)leben braucht am Anfang Zeit. Wo musst du hin, wann was abgeben, wie leiht man sich ein Buch in der Bib aus, etc… Da ist schnell mal ein Nachmittag damit verbracht Ordung ins Chaos zubringen.
Ziehst von zuhause aus? Haushalt will auch gemacht sein…
Zeit für soziale Kontakte (speziell mit den Leuten mit denen du studierst) sollte auch noch drin sein.

Meine Idee wäre: Setz dich mit der Uni an die du gehst (und nur die kann dir verbindliche Auskunft geben) in Verbindung und frag nach wie es sich mit dem Einbringen eines/des Nebenfaches verhält.
Nach Möglichkeit, warte das erste Semester ab und schau wie sich alles entwickelt. Und wenn du tatsächlich vor lauter Langeweile schlechte Laune schiebst, nimm dir ein Nebenfach :wink:

Viel Spaß!
Felix

Hi

Nach Möglichkeit, warte das erste Semester ab und schau wie
sich alles entwickelt. Und wenn du tatsächlich vor lauter
Langeweile schlechte Laune schiebst, nimm dir ein Nebenfach
:wink:

Viel Spaß!
Felix

Dem kann ich nur zustimmen. Ich kann in dem Fall nur von einem Freund erzählen der Informatik studiert. Du übersiehst hier 2 wesentliche Bestandteile des Studiums.

  1. Hausaufgaben und Seminarvorträge. Ich hab erlebt, wie er einige Male bis spät in der nacht (so 4-5Uhr) in der Uni verbracht hat, weil er da irgendwas mit ein paar leuten programmieren musste (ok, das war nicht das 1. Semester). Aber auch ich in Mathe/Physik bekomme Hausaufgaben, deren Bearbeitung ein Vielfaches der Vorlesungszeit in Anspruch nimmt. (Selbst zum Abschreiben braucht man schon teilweise mehr als 2h, hab ich gehört). So mit den 20min/Fach is in der Uni jedenfalls Schluss.

  2. Spezialisierung & Erarbeitung von Interessensgebieten. Das was du da gesehn hast wird das Minimalprogramm gewesen sein, mit dem du zum Schluss deinen Abschluss machst. Mit einem „Minimalprogramm“ wirst du aber wahrscheinlich nicht wirklich weit kommen. Besuche andere Veranstaltungen des Fachbereichs, Vorlesungen von Gästen, …, …,… Glaub mir, an der Uni gibt es genug zu tun. Es Schlägt dich dann auch niemand, wenn du dir aus Interesse ein paar Vorlesungen aus einem Anderen Fachbereich anschaust. (Naturwissenschaften, Ingenierwesen,… je nach dem, was du dir als späteres Berufsfeld vorstellst.) Das würde ich dann aber nicht gleich als „Nebenfach“ belegen.

Fang einfach erstmal an, und schau wie die Uni tickt. Als Schüler kann man sich das nicht unbedingt vorstellen. Ich glaube Mathestudenten im Hauptstudium haben ca. 12 SemesterWochenstunden. Ich hab aber noch keinen getroffen, der vor Langeweile nicht wusste, was er tun soll.

CU
Xabbu

Achso, aus eigener schmerzvoller Erfahrung. Später kommen vielleicht noch Veranstaltungen dazu, die du im ersten Anlauf nicht bestanden hast. Die können dir den Stundenplan übelst verhageln :wink:

Hallo,

wenn Du eine bestimmte Uni in die engere Wahl genommen hast und es zeitlich/geografisch/finanziel möglich ist, versuche mal die Studienberatung aufzusuchen.

Sowohl die „Der Uni“ als auch die des Astas.

WEnn das nicht möglich ist, such mal Studentenwohnheime der „Ziel-Uni“ heraus und schreib die mit der Bitte einen Aushang zu machen. Darin suchst Du den Kontakt zu einem „Fachkollegen“, die Chance, dass jemand antwortet ist denke ich nicht gering, natürlich nicht garantiert.

Na, dann wüsche ich Dir erstmal viel Glück beim Abi!

Gruß Volker

Hallöle,

ich werde nächstes Jahr studieren, Wirtschaftsinformatik.

Sehr schön.

Bei den Uni-Recherchen bin ich zufällig mal auf einen
Stundenplan für das erste Semester gestoßen. Und der sah
relativ leer aus.

Erstens, hast Du richtig hingeschaut? Im Gegensatz zur Schule schiebt man an der Uni in der Regel 90-Minuten-Einheiten (2 SWS am Stück).

Zweitens, der Stundenplan ist eventuell nur die Richtschnur mit dem Allernotwendigsten. Hier haben übrigens kleine Universitäten einen Vorteil: Dort bietet man als guten Ton häufig Stundenpläne an, mit denen man ein sehr gutes Studium über die Bühne bringt, und das in Regelstudienzeit (sofern man sich eisern daran hält und nicht wirklich ‚Zwischenfälle‘ geschehen…).

Drittens, hast Du auf das Semester dieses Stundenplanes geachtet?
Im Grundstudium wird wesentlich schneller und härter getaktet, als nach dem Vordiplom.
Nicht, daß Du gar das achte Semester erwischt hast, in welchem die Stundenzahl natürlichweise (auf Grund der anzufertigenden Studienarbeit) geringer ausfällt.

Obwohl ich kein Wirtschaftsinformatiker bin, habe ich aus purer Neugier am Beispiele meiner Uni etwas gestöbert. Wenn ich dort für das 4. Semester ALLE obligaten Fächer auswähle [sicherlich nicht realistisch], lande ich bei über 30 Semesterwochenstunden.

Das ist harter Tobak! Wir in der Elektrotechnik schrubben im allgemeinen so ziemlich am meisten regulär, nämlich 25 bis 28 SWS je Semester (im Grundstudium). Ich könnte daher von einigen sonnigen Tagen berichten, wo ich drinsitzen mußte, weil es einfach zu tun gab.

Darüber hinaus: Uni ist etwas gänzlich anderes denn Schule. Kommt drauf an, an was für Einrichtungen Du bisher warst, aber ich mußte mich im Lernstil tüchtig umgewöhnen; viel mehr Paukerei!
Ich war es auf Grund meines hellen Köpfchens und meines speziellen schulischen Werdeganges nicht im entferntesten gewohnt, Aufwand zu betreiben. Das inzwischen fast hinter mir liegende Studium beurteile ich auch jetzt noch als nicht außergewöhnlich fordernd, ABER Arbeit haben die Typen einem aufgedrückt - Arbeit auf Lichtjahre. Mit Schütteln aus dem Ärmel ist da nichts, wenn man eine Reihe konkreter Aufgaben gelöst vorlegen MUSS (bspw. diverse Belege in Mathematik).
Zu den Laborversuchen unvorbereitet zu erscheinen, war (zumindest in den meisten Fällen) ebenso nicht drin, weil man anfangs in einem mündlichen Testat wortwörtlich auseinandergenommen wurde (teilweise Prüfungsgespräche über 100 Minuten und mehr). Man war also angehalten, halbwegs sattelfest zu erscheinen, ansonsten hatte man schnell eine unfreiwillige und ärgerliche „Freistunde“.
Die Protokolle für die Versuche schreiben sich auch nicht alleine, Prüfungsperiode ist auch irgendwann, in manchen Fächern gibt es Zwischenklausuren, … .

Unterschätze also nicht den Aufwand für Nachbereitungen, sowie „Routinearbeit“, die Du absolvieren mußt.

Hinzu kommt als Faktor dann noch die Gewichtung innerhalb der Wirtschaftsinformatik; Du kannst tendenziell eher in Richtung Informatik gehen, oder eben auch in Richtung Wirtschaftswissenschaften. Programmiersprachen wirst Du auch beherrschen (lernen) müssen für die informatische Modellierung.
Falls Du hier nicht ausreichend vorbelastet bist von der Schule her, oder falls Du aus der „heilen DELPHI-Welt“ kommst und dann den „C-Schock“ erleidest - das kann sich alles niederschlagen in Form von unfreiwilliger, nervenaufreibender Heimarbeit.

Mach Dir daher vor Antritt des Studiums ein möglichst gutes Bild, so daß die Enttäuschung später in Grenzen bleibt. :smile:

MfG

Hallo,

ich werde nächstes Jahr studieren, Wirtschaftsinformatik.
Bei den Uni-Recherchen bin ich zufällig mal auf einen
Stundenplan für das erste Semester gestoßen. Und der sah
relativ leer aus.
Deshalb hat sich mir die Frage aufgedrängt, ob es sinnvoll ist
noch ein Nebenfach zu belegen.
Habt ihr damit Erfahrungen?
Und wie wird das Nebenfach dann eigentlich „gewertet“?

Ob du ein Nebenfach zusätzlich belegen solltest oder überhaupt für deinen Studiengang belegen kannst - dadrüber kanndir wohl am ehesten die Fachschaft und die Studienberatung an der Uni weiterhelfen.

Aber lass dich nicht von dem „leeren“ Stundenplan verleiten, dir mehr Arbeit als nötig aufzuhalsen.
Du mußt immer folgendes Bedenken:

  • Zu (fast) jeder Vorlesung (2SWS Einheiten in der Regel = 90 Minuten oder 2 Zeitstunden mit Pause) gehört eine Übungsstunde im Umfang von 1-2 SWS.
  • Du brauchst jede Menge Zeit zur Nachbereitung der Vorlesungen und zum selbstständigen Lernen.
  • Gerade in der Fächerkombination mit Informatik gibt es auch einige Praktika und Programmierübungen bzw. -hausaufgaben. Gerade am Anfang verwendest du viel Zeit dabei, um diese ordentlich und im vorgegebenen Zeitrahmen zu absolvieren.
  • Es könnte auch sein, daß nur die Pflichtvorlesungen in dem von dir aufgestöberten Stundenplan eingetragen gewesen sind. In der Regel hat ein Student noch die Möglichkeit, sich weitere interessante Seminare oder Vorlesungen auszusuchen und zu besuchen.

Ferner kann ich dir nur empfehlen, nicht sonderlich mehr als 24-26 SWS zu belegen - ausser du hast nicht vor ein gesellschaftliches Leben zu führen. :slight_smile:
Aus eigener Studienerfahrung kann ich nur sagen, daß 26 SWS (inklusive einem im Semester laufenden Programmier-Praktikum) die Zeit derartig auffrisst, daß man froh sein kann am Wochende mal 8 Stunden durchzuschlafen.

Aber das soll dich jetzt auch nicht abschrecken - Informatik macht eigentlich Spaß. :wink:

Grüße

Björn

Tach Daniel,

waren auf diesem Stundenplan uach Sachen wie ‚Praktika‘ oder ‚Übungen‘ eingetragen?
Die kannst Du getrost mit mindestens der doppelten Zahl Stunden in deinen inneren Studenplan eintragen.
Vorlesungen wollen auch nachbereitet sein, wenn es denn kurz vor den Prüfungen nicht zum bösen Erwachen kommen soll.

Ich kann nur für Naturwissenschaftler im allgemeinen und Chemiker im speziellen sprechen.
Da hatten wir im Grundstudium schnell mal 50 h in der Woche zu tun.
In den Zeiten der Prüfungsvorbereitung deutlich mehr.

Gandalf