Nebenhöhlenenzündung geht nicht zurück

Hallo,

vor 5 Jahren wurde ich an den NNH operiert, transoral, ich war in diese Sparte gerutscht, weil ich monatelange heftigste Zahnschmerzen hatte. Als dann ein Röntgen starke Verschattungen zeigten und weder AB noch abschwellende Nasentropfen halfen, ich aber Fieberschübe bekam, wurde operiert.

Die Beschwerden sind danach eher chronisch geworden und auch eher nur rechts, bei Erkältungen mit zeitweise verstopfter Nase baut sich Druck auf, manchmal auch leichtes Zahnweh, geht aber nach ein zwei Stunden wieder weg.

Jetzt mein Problem: Seit 2 Wochen bin ich erkältet, und seit einer Woche habe ich Druck und Schmerz auf der rechten Wange, abschwellende Tropfen haben nicht geholfen, ich kann zwar - je nach Nasenzyklus - frei durch die Nase atmen, aber dennoch ist dieser Druck da und gelegentliche Schmerzphasen. Ich habe 5 Tage lang Sinupret und Gelomyrtol genommen, 3x täglich mit Soledum inhaliert und viel getrunken. Aber die Beschwerden haben eher zugenommen. Der HNO hat Ultraschall gemacht und meint, eher links wäre ein Echo, rechts aber nicht, und gerade rechts habe ich diese Beschwerden. Riechen kann ich normal, denke ich, schmecken auch. Bei körperlicher Anstrengung nimmt der schmerzhafte Druck etwas zu, aber klassischerweise beim Nachvornebeugen oder so nicht. Allergietests vor 5 Jahren waren negativ.

Ich war gestern noch beim Zahnarzt, die Zähne sind soweit in Ordnung. Da die Erkältung aber abgeklungen ist (die Nase aber immer noch wechselseitig stärker verstopft als sonst ist), meint er, könnte es eher was Bakterielles sein und hat mir ein AB verschrieben, das ich seit gestern nehme. Bis lang noch keine Besserung…

Ich habe jetzt sehr große Angst, denn ich will keine weitere NNH-OP. Die damals war schlimmer als eine OP mit Bauchschnitt. Außerdem muß ich aufgrund eines HWS-Syndroms wach intubiert werden, das ist einfach schrecklich! Jede OP mit Vollnarkose ist für mich ein Trauma, weil man vorher so leiden muß (Erstickungsanfälle beim Intubieren etc.).

Das geht nun eine ganze Woche so und die Nebenhöhle reagiert auf nichts, sie scheint nur die ganze Zeit angeschwollen zu sein, auch wenn kein Echo drin ist.

Was soll ich tun?

Hallo

NNH-OPs transoral sind in vielen Fällen in Lokalanästhesie durchführbar. HNOs machen das wohl seltener, MKG-Chirurgen dafür sehr häufig auf diese Weise. Bei uns kamen die Patienten bisher immer gut klar. Während der OP sind vor allem die Spülungen unangenehm, aber nicht schmerzhaft. Dabei wäre auch an die Möglichkeit der Sedierung zu denken, um eine Intubationsnarkose zu umgehen. Leider kann ich aber nicht einschätzen, ob das bei dir möglich wäre. Du könntest dich diesbezüglich ja mal beraten lassen.

Gute Besserung
tam

Hallo,

bei mir wurde das damals nicht vom HNO sondern der MGK Chirurgie, und es war eine Viecherei :cry: Ich bin schon oft operiert worden, z.B. eine OP mit Bauchschnitt, das war ein Spaziergang gegen die transorale NNH-OP von damals.

Zumal die Tamponade 12 h nach der OP den Hals runtergerutscht ist, mußte vorne an der Nase wieder vorgezogen werden, immer schön durch das frischgeschnittene Fenster, es hat abartig wehgetan, nur um am nächsten Tag wieder hinterzurutschen… ich hatte noch ca. 3 Monate danach Albträume.

HNOs sagen immer, dass die transorale Variante völlig überholt sei, weil sie eben auch sehr invasiv wäre, wird ja alles aufgemacht, Narben entstehen und die drücken dann auf die Nervenbahnen, so dass man auch danach ständig Probleme damit hat, kaum dass man mal etwas erkältet ist und die Gänge angeschwollen sind…

Ich hab so eine Panik, dass es mit dem AB nicht weggeht.

Ich verstehe einfach nicht, warum die Nebenhöhlen nicht abschwellen. Wenn es viral verursacht wäre, müsste es doch irgendwann vom Immunsystem niedergeknüppelt werden. Und wenn es bakteriell verursacht ist, müsste das AB wirken. Ich glaube auch nicht, dass irgendwas verlegt ist, die ganzen Jahre seit der OP war alles okay in den NNH.

Oh, das tut mir leid, dass das bei dir so ein Horror war. Das kenne ich von unseren Patienten wirklich gar nicht. Wir machen das meist transoral, weil wir gleichzeitig z.B. Zähne entfernen oder Wurzelspitzenresektionen machen. Eine Nasentamponade braucht man da auch nicht unbedingt. Und wenn doch, dann wird die auf der Nase mit Pflastern fixiert, damit sie nicht verrutscht. Erstickungsgefahr!

Aber, soweit ich weiß, ist die transorale Variante keineswegs veraltet. Auf sie wird bei chronischer Kieferhöhlenentzündung nach unbefriedigender endonasaler Chirurgie nach wie vor zurückgegriffen. Der unschlagbare Vorteil: man operiert unter sehr guter Sicht! Daher ist der Eingriff so selbstverständlich invasiver. Um „Narbenstränge“ auf „Nervenbahnen“ drücken zu lassen, müsste man sich relativ blöd anstellen. Patienten, bei denen das passiert ist, kommen meist vom HNO zu uns :wink:

Aber darum geht es ja nicht - das ist vielleicht der immerwährende Krief zwischen HNO und MKG. Ich kann verstehen, warum du keine weitere OP willst. So etwas, wie du es beschreibst, sollte nun wirklich niemand durchmachen müssen. Ich hoffe sehr, dass dir noch irgendwie geholfen werden kann und es bald besser wird.

Gruß
tam